Hallo CI Community,
Ich höre wieder
Seit heue mit CI.
Nach 2 Monaten Taubheit wurde heute an meinem linken Ohr das CI (Med-El Sonnet 3) aktiviert. Von der ersten Sekunde an konnte ich den Techniker verstehen. Er hat drauf los gequasselt, weil er der Meinung war, mein anderes Ohr sei noch via HG hörtüchtig. Ist aber nicht so.
Kurz zusammengefasst:
Bis Ostern 25 habe ich auf beiden Ohren normal gehört. Dann kam ein Hörsturz links und eine Meningitis. Was von beiden zuerst da war, weiß niemand. Das linke Ohr war ertaubt und das rechte Ohr arg in Mitleidenschaft gezogen. Jedoch konnte das rechte Ohr noch bis Oktober mittels HG soweit versorgt werden, dass ich Sprache verstehen konnte. Ab Mitte Oktober hat sich das Hören rechts dramatisch verschlechtert und nach einer Kortison Spritze ins Mittelohr war ich quasi über Nacht auch rechts taub.
Heute war Erstanpassung im CI Center vom Uniklinikum Dresden. Im Rahmen der ersten 5-tägigen Reha bin ich bis Ende dieser Woche jeden Tag dort. Das Sonnet 3 spüre ich nicht hinter dem Ohr, trotz Brille. Jedoch geht "Brille mal schnell absetzen" nicht mehr so einfach.
Nach der Inbetriebnahme ging es zum Hörtest. Ich habe mir keine Ergebnisse gemerkt, aber bei ca. 40 Wörtern (Ein- und Mehrsilben) hatte ich bei vielleicht 3-5 Wörtern ein Hörproblem. Meist die Einsilbenwörter. Da hat das Gehirn keine Chance, zu kombinieren.
Nach dem Mittag gab es in kleiner Gruppe noch eine Stunde Musiktherapie. Da habe ich die aktuellen Grenzen des CI-Hörens bemerkt. Die verschiedenen Töne konnte ich dann auseinander halten, wenn sie nacheinander gespielt wurden. Haben sich die Töne überschnitten, dann habe ich nur den lauteren Ton gehört.
Der Klangeindruck vom CI hat sich im Laufe des ersten Tages schon leicht verbessert. Zur Inbetriebnahme klang der Techniker doch sehr nach Roboter Stimme, wie aus den Science Fiction Filmen der 80er Jahre. Das ist zum Abend hin schon besser geworden. Dennoch noch nicht so, wie ich die Stimmen in Erinnerung habe.
In einem Café kamen völlig ungewohnte und nicht verständliche Geräusche am Ohr an. Mein Gegenüber konnte ich nicht verstehen.
Der Straßenlärm von PKW und Straßenbahn, der mit HG manchmal unerträglich laut war, ist eher noch zu leise. Ich muss sorgfältig schauen, bevor ich die Straße überquere.
Im Allgemeinen strengt das Hören den Kopf noch ziemlich an. Ich war ziemlich erschöpft, als ich zu Hause ankam.
Am Ende des Tages wurden meine Erwartungen an die Erstinbetriebnahme deutlich übertroffen. Ich bin gespannt, wo die Hörreise als "Blechohr" hingeht und freue mich, auf weitere Fortschritte.
Schönen Abend, Steffen