Komplette Neuanpassung

  • Ich habe in Bezug auf mein Problem (zunehmend verzerrter Klang mit negativem Einfluss auf das Sprachverstehen) von verschiedenen Seiten (Klinik, Akustiker) gesagt bekommen, dass u.U. eine komplette Neuanpassung vorgenommen werden könnte. Die bisherigen Anpassungen waren erfolglos.

    Das klingt nach einem drastischen Schritt, daher würde es mich interessieren, ob es hierzu im Forum Erfahrungen gibt.

    Vor allem würde mich interessieren, was bei euch der Grund für die komplette Neuanpassung war.

    Und auch, wie die Gewöhnung an die komplett neue Map lief.

    Und natürlich auch, ob es erfolgreich war und zu besserem Hören verholfen hat.

    Das würde mir sehr weiterhelfen.

    Vielen Dank und Grüße

    Merudian

  • Mich plagen auch viel zu dumpfe und sehr tief gepitchte Stimmen.

    Ich hoffe dass das morgen bei der Reha vernünftig eingestellt wird. Frequenzen sind zu tief eingestellt.

    Es muss dir klar sein, das man nicht alles den Eistellungen zuschieben kann. Viel hängt auch am Kopf!
    Und der der braucht einfach Zeit. Du hast das CI ja grad mal zwei Wochen, wenn ich richtig gelesen habe.

    Rechts Taub | Implantation Ende April 2025 | Sonnet 3
    Links Taub | Implantation März 2026 :love:

    Edited once, last by Jasmin_76 (November 24, 2025 at 6:09 PM).

  • Wer lange Hörgeräte getragen hat, neigt dazu, immer mehr Lautstärke zu wollen.
    Beim CI führt dieses aber oft dazu, dass es zu einem "unsauberen" Klang führt. Daher mal mein Tipp: leiser stellen. Auch wenn es dann erst mal zu leise klingt, es kann sein, dass der Klang dadurch besser wird. Ist das der Fall, dann wird die Lautstärke sich mit der Zeit einpendeln.

  • Es muss dir klar sein, das man nicht alles den Eistellungen zuschieben kann. Viel hängt auch am Kopf!
    Und der der braucht einfach Zeit. Du hast das ja CI grad mal zwei Wochen, wenn ich richtig gelesen habe.

    Sicher.;) Aber was zu viel ist, ist zu viel.

    Und Pitch Probleme sind bei Med El bekannt. Das lässt sich technisch korrigieren und ich werde es ansprechen. Dann schauen wir. Dto Mikrofon Empfindlichkeit etc.

    Die Diskrepanz bei mir zwischen Sprachverständnis per Stream und über die Mikrofone des CI ist gravierend.

  • Songbird Bedeuten die Pitch Probleme auch, dass du einen verzerrten Klang hast?

    Stimmen sind noch verzerrt. Gleichzeitig viel zu tief ("Monster"). Ob Beides zusammen gehört weiß ich nicht. Ich bin noch ganz am Anfang und kann nicht erwarten auf Anhieb perfekt zu hören! Eher denke ich bei den Verzerrungen an Anpassungsprobleme, die mit der Zeit besser werden.

    Es ist bei mir in den 2 Wochen schon Vieles besser geworden, die furchtbar falsche Einstellung der hohen Frequenzen vor allem behindert den Fortschritt. Und zumindest das ist eine klare technische Einstellungssache.

    Ich werde morgen sehr klar kommunizieren dass ich hier eine Änderung dringend benötige 🙂

    Ich werde mich da auch nicht abweisen lassen mit dem Hintergedanken "der ist erst 2 Wochen dabei, der weiß gar nix". Es ist MEIN Prozessor und mein Weg. Techniker sind dazu da uns zu helfen. That's it.

    Ich habe das krasse Pfund dass ich schwarz auf weiß zeigen kann wie gut ich bereits über Bluetooth Sprache verstehe. Trotz der furchtbaren Störgeräusche bei allen Zischlauten.

    Klar, das Gehirn reimt sich auch sehr oft die richtigen Worte zusammen.

    Einsilber sind für mich mit der momentanen Einstellung nicht machbar. S, sch t oder f ist zu oft nicht auswertbar. Alles digital verzerrt und ein einziges Zisch.

    Also den gängigen Einsilber Test kann ich heute noch knicken. Gibt aber auch nichts, was schwieriger ist! Endgegner sozusagen.

  • Hallo Merudian an und Songbird .

    Wenn die Tonhöhen nicht stimmen, dann kann das daran liegen, dass die Lage der Elektroden nicht mit den standardmäßig eingestellten Mittenfrequenzen zusammenpasst. Wenn es zu tief klingt, würde ich vermute, dass sie tiefer als normal in die Cochlea reichen. Meist werden bei einer Anpassung nur die oberen und unteren Schwellwerte eingestellt, aber nicht die Mittenfrequenzen. Die Schwellen solltest du zuerst auch noch einmal neu einstellen lassen. Es könnte auch sein, dass die Elektroden für die tiefen Frequenzen im Vergleich zu den anderen zu laut sind. Wichtig ist, dem Audiologen genaue Rückmeldun gzu geben, ob die Elektroden gleich laut sind. Wenn sich das mit der zu tiefen Sprache dadurch nicht bessert, solltest der Audiologe etwas an den Mittenfrequenzen verstellen. Vielleicht zuerst einfach mal grob in die richtige Richtung verschieben und prüfen ob es besser wird.

    Wenn man es genauer haben will, geht das mit ABF (anatomy based fitting). Hierbei wird anhand des CT-Bildes bestimmt, wie die Elektroden genau in der Cochlea liegen und was die jeweils anatomisch korrekte Frequenz wäre. Dabei gibt es noch einmal zwei unterschiedliche Methoden, die "SG" und "OC" heißen, die man beide ausprobieren sollte. Das wird aber nicht in jeder Klinik gemacht, und geht evtl. auch nicht mit den bereits vorhandenen CT-Bildern. D.h. man müsste evtl. noch mal ein CT machen.

    Alternativ könntest du versuchen, die richtigen Frequenzen mit meinem Tool hier zu bestimmen. Ist aber auch nicht so ganz einfach.

  • Cito , danke für deinen Beitrag - du kennst dich ja echt super aus!

    Ich werde auf jeden Fall bei einem hoffentlich besseren Audiologen als mein jetziger darauf bestehen, dass meinen Problemen systematisch auf den Grund gegangen wird.

    Beim letzten Termin wurden nicht die einzelnen Elektroden überprüft - und das muss ja gemacht werden. Dann werde ich Neueinstellung der Schwellenwerte und der Mittelfrequenzen erbitten

  • Wenn die Tonhöhen nicht stimmen, dann kann das daran liegen, dass die Lage der Elektroden nicht mit den standardmäßig eingestellten Mittenfrequenzen zusammenpasst. Wenn es zu tief klingt, würde ich vermute, dass sie tiefer als normal in die Cochlea reichen.

    Du scheinst da Experte zu sein! Danke für die Erklärung, ich verstehe allerdings nicht einmal die Hälfte davon. Aber schön jemanden zu haben der sich auskennt. Bist Du gar Profi? 🙂

    Ich bin ganz naiv davon ausgegangen dass die Anatomie basierte Otoplan Anpassung bei MedEl Standard ist! Und nun lese ich dass dies nicht so ist. Hm.

    3 Tage nach der OP war ich zum Röntgen, zumindest denke ich es war Röntgen. Ich nehme an um zu kontrollieren wie das Implantat liegt? Oder war das doch ein CT? Keine Ahnung!

    Wozu haben sie denn das ganze Know-how und ihre Software inclusive OP Roboter dann, wenn sie das Ganze nicht in der Anpassung nachher nutzen?

    Bin ein wenig 😕 verwirrt.

  • Das liegt daran, dass das menschliche Ohr kein Automotor ist. Einstellen und fertig - ist nicht.
    Das Innenohr heilt ja immer noch, das Gehirn empfängt Impulse, das es (noch) nicht versteht. Und schon gar nicht geht alles hoppladihopp.

    Das Implantieren ist vielleicht mittlerweile Standard und die Chirurgen und Mannschaft haben mittlerweile viel Erfahrung. Aber jeder Ohr, Biografie, Anatomie ist anders.

    Und daran tasten sich die Audiologen langsam ran.
    Und diese sind wiederum abhängig von unseren Berichten und Beschreibungen wie sich das Hören für uns anfühlt.

    Daher liest man ja so oft hier von GEDULD.

    Mit sich selbst, mit Audiologen.

    Links: AB implantiert im Februar 2025 - EA am 18.03.2025

    Rechts: HG von Phonak Naida Link M

  • Du scheinst da Experte zu sein! Danke für die Erklärung, ich verstehe allerdings nicht einmal die Hälfte davon. Aber schön jemanden zu haben der sich auskennt. Bist Du gar Profi? 🙂

    Hallo Songbird . Nein, ich bin auch nur ein "User". Ich finde die Technik nur relativ interessant und versuche sie optimal zu nutzen - beides gute Gründe sich etwas tiefer damit zu befassen.

    Quote

    Ich bin ganz naiv davon ausgegangen dass die Anatomie basierte Otoplan Anpassung bei MedEl Standard ist! Und nun lese ich dass dies nicht so ist. Hm.

    3 Tage nach der OP war ich zum Röntgen, zumindest denke ich es war Röntgen. Ich nehme an um zu kontrollieren wie das Implantat liegt? Oder war das doch ein CT? Keine Ahnung!

    Wozu haben sie denn das ganze Know-how und ihre Software inclusive OP Roboter dann, wenn sie das Ganze nicht in der Anpassung nachher nutzen?


    Es kann sein, dass in einigen Kliniken das ABF inzwischen Standard ist, aber sicher nicht in allen.

    Die CT-Aufnahmen (im Prinzip ist das auch "Röntgen", nur etwas aufwändiger und 3D) nach der OP dienen erst mal nur dazu, die Lage des Implantats und der Elektrode zu prüfen (ist nichts abgeknickt, ist sie tief genug eingeführt usw.) Ein Standard-CT reicht dafür aus. Für Otoplan müssen die CT-Aufnahmen aber besondere Anforderungen erfüllen (hochauflösend, geringe Schichtdicke usw.), da es ja sehr feine und kleine Strukturen sind, die man da ausmessen muss. Manchmal werden die CT-Bilder auch noch mit MRT-Bildern kombiniert.

    Es ist auch nicht so, dass es mit ABF automatisch immer besser ist. Wie Andrea2002 schon schrieb - manchmal sind die Ergebnisse auch schlechter. In die Berechnung fließen viele Annahmen was eigentlich anatomisch "korrekt" sein müsste (unterschiedlich bei SG und OC), die falsch sein können, Bilder sind evtl. nicht optimal, oder es gibt irgendwelche Fehler bei der Anwendung. Wenn die Elektrode nicht tief genug eingeführt ist, können die tiefen Frequenzen auch gar nicht am richtigen Ort stimuliert werden, dann werden sie bei ABF oft einfach abgeschnitten und fehlen im Gesamtbild des Klangs. In dem Fall kann es besser sein, die Frequenzen überhaupt zu hören, wenn auch am anatomisch falschen Ort. Das Gehirn ist ja flexibel.

    Ich fände es auch gut, wenn ABF häufiger gemacht würde. Es ist aber ziemlich aufwändig und anspruchsvoll, und erfordert zusätzlichen Zeitaufwand und Schulungen für die Mitarbeiter, die sowieso schon gut ausgelastet sind, und damit auch zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem, das immer knapp bei Kasse ist.

    Wie häufig und in welchem Umfang heutzutage schon OP-Roboter eingesetzt werden, weiß ich nicht. Ich denke da meiste wird noch manuell gemacht. Weiß jemand mehr?