AB: EA und wie weiter?

  • hallo in die runde,

    hatte heute meine EA in der klinik. es wurden töne unterschiedlicher frequenz und lautstärke eingespielt, die unterschiede konnte ich gut wahrnehmen. die hohen töne waren allerdings ziemlich unangenehm, auch bei geringer lautstärke. das wäre die folge des schon seit langem nur noch schlecht funktionierenden hochtonbereichs. der hörnerv müsse sich erst wieder daran gewöhnen. rein von den technischen werten her zeigten sich die vertreterin von AB und der audiologe der klinik hochzufrieden.

    dann wurden alle frequenzen aktiviert, wenn ich das richtig verstanden habe und ich wurde mit der maßgabe entlassen, das CI mindestens 10 stunden/tag zu tragen, das ohr mit dem HG leiser zu stellen und radio oder TV laufen zu lassen. das mache ich jetzt gerade.

    auf der implantierten seite kommt außer gelegentlichem grillenzirpen nichts an und auf der HG-seite nur ganz leises dumpfes und unverständliches gemurmel, da ich das HG ja leiser gestellt habe.

    übermorgen ist der erste tag im rehazentrum. bin gespannt, wie es weitergeht.

    hörbehindert seit Geburt, HG mit Anfang 20 (Phonak), seit ca. 3-4 Jahren massive Verschlechterung des Wortverständnisses, Okt. 2025 CI-Implantation (AB), EA Nov. 2025

    Edited once, last by Reisender (November 19, 2025 at 1:39 PM).

  • Viel Erfolg!

    Ich kann mir vorstellen, daß nichts dagegen spricht, zumindest in wichtigen Situationen, das HG auch wieder auf normaler Lautstärke zu stellen, damit Du auch das Wichtigste mitbekommst.
    Solange das Grillenzirpen auf der CI Seite zu hören ist, ist Dein Kopf ohnehin mit dem Einräumen der neuen Eindrücken in die richtigen Schubladen beschäftigt. Das kann ein bißchen dauern.

    Und wie lange Du den SP trägst, mach das bitte mit dem eigenen Wohlfühlbefinden aus. Klar, so lange wie möglich, ist nicht verkehrt. Aber wenn Du erschöpft bist, Dein Kopf schwirrt, oder sonst was, dann ziehe lieber den SP für eine Weile ab.
    Du hast ja noch die Tage darauf, wo Du die Trage-Zeiten so langsam steigern kannst.

    Schönen Gruß

    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • … Ich kann mir vorstellen, daß nichts dagegen spricht, zumindest in wichtigen Situationen, das HG auch wieder auf normaler Lautstärke zu stellen, damit Du auch das Wichtigste mitbekommst….

    das funktioniert leider bei mir nicht. ohne Roger Pen bzw. BT-streaming höre ich zwar etwas mit dem HG-versorgten ohr, verstehe aber nichts. hinzu kommt, je lauter ich das HG stelle, desto stärker dröhnt es im kopf. da hilft wohl nur abwarten.

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    Edited once, last by Reisender (November 22, 2025 at 8:16 AM).

  • Wünsche Dir eine spannende und erfolgreiche Hörreise! :) Und wenn's mal zuviel wird, auch ruhig anfangs öfters eine Pause einlegen ...

  • gestern, also 2 tage nach EA, hatte ich meinen ersten reha-termin, der aus zwei teilen bestand. zunächst stellte eine technikerin alle verfügbaren frequenzen lauter, bis kurz vor der unbehaglichkeitsschwelle. dann wurde immer drei aufeinanderfolgende frequenzen eingespielt und ich sollte sagen, ob sie für mich gleich laut klingen. das war meist der fall, wenn nicht, dann wurde nachgeregelt. danach war es genauso wie zuvor - habe weiterhin bei jedem geräusch, gleich welcher art, nur ein zirpen gehört. ich hatte aber auch nichts anderes erwartet.

    dann ging es zu einer logopädin. auf einem bildschirm wurden zwei mehrsilbige, aber einfache begriffe (fahrradkette, polizeiauto u.ä.) angezeigt und ich sollte (nur mit CI, ohne HG auf der anderen seite) sagen, welcher davon mir vorgespielt wird. das wiederholte sich mit ca. 10 weiteren begriffspaaren. obwohl ich nur zirpen hörte, konnte ich das jeweilige wort richtig identifizieren. das setzte sich dann mit drei begriffen fort, da war die trefferquote „nur“ 85%. die logopädin war begeistert, obwohl ich ja nur das zirpen im ohr hatte und das richtige wort meinem eindruck nach nur am sprachrhythmus erkannt habe.

    danach sprach sie, mir gegenüber sitzend, mit verdecktem mund wochentage, monate und datumsangaben vor. das ging auch ganz gut. zum abschluss bekam ich übungen für zu hause mit und eine app von AB, mit der ich trainieren soll.

    sie meinte noch, musikhören sei die königsdisziplin ebenso wie das verstehen in einer gruppensituation. ich solle da nicht zu viel erwarten. da hier im forum auch von positiven erfahrungen berichtet wurde, habe ich beschlossen, mich davon nicht beeindrucken zu lassen und einfach schauen, was sich da bei mir entwickelt oder eben auch nicht.

    der nächste rehatermin ist in 5 tagen.

    dann hatte ich noch einen termin bei einem geschäft für hörgeräte, das direkt neben dem rehazentrum liegt und mit diesem zusammenarbeitet. ich möchte so schnell wie möglich das zum CI passende HG bekommen, bei AB ist das das Naida/Sky link M. in etwa drei wochen soll es da sein.

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    Edited once, last by Reisender (November 22, 2025 at 8:47 AM).

  • Das kommt mir sehr bekannt vor. Dieses Zirpen hatte ich auch, Das wird mit dem lauter Stellen besser. Hast Du im Marvel oder Sly den Roger Empfänger aktivieren lassen? Dann kannst Du den Pen auch mit CI nutzen.

    Ich habe seinerzeit in der Eingewöhnung das Hörgerät mit normaler Einstellung weiter getragen. Das nmusste ich wegen Beruf und Freizeit, und nur stundenweise mit dem CI gehört, v.a. Ferngesehen, zunehmend ohne UT.

  • ja, habe bei der EA den Rogerempfänger aktivieren lassen, aber noch nicht den nerv gehabt, das auszuprobieren. die BT-kopplung geht beim CI ja super easy, wie es mit FM ist, muss ich erst noch nachlesen. ;)

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  • danke! 🙏🏼

    hab zwar nix gehört, aber der Roger pen ist offensichtlich gekoppelt - wenn ich ihn antippe, ertönt im gleichen rhythmus verstärktes zirpen. :)

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    Edited once, last by Reisender (November 22, 2025 at 2:15 PM).

  • bei dem beschriebenen termin wurde ja die lautstärke des CI zum ersten mal angehoben. denke, das wird bei den reha-folgeterminen schrittweise gesteigert. die lautstärke der quelle hat z.Zt. noch keinen einfluss.

    habe gestern einen film mit UT gesehen, um das CI mit sprache und mit geräuschen zu beschäftigen, von denen ich dank audiodeskription weiß, dass sie existieren. ;)

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    Edited once, last by Reisender (November 23, 2025 at 1:31 PM).

  • gestern hatte ich den 2. reha-termin, also T + 9 (T=EA).

    nach der bahnfahrt kam ich mit massivem tinnitus (flugzeug) an und verstand kaum noch was trotz HG. aus dem CI nehme ich wie schon zuvor nur ein zischeln wahr.

    zunächst bekam ich einen neuen hörwinkel, da der zunächst angebaute auf die ohrmuschel gedrückt hatte und schon eine druckstelle sichtbar war. da die ohmuschel im oberen bereich immer noch taub ist, ich also hautirritationen nicht bemerken würde, achte ich besonders auf sichtbare druckstellen.

    dann wurde ein audiogramm erstellt für das ohr mit CI über lautsprecher. es stellte sich heraus, dass die kurve schon im zielbereich liegt.

    es folgten hörübungen mit jeweils 4 begriffen, die am bildschirm angezeigt wurden und ich sollte erkennen, welcher davon gesprochen wurde. das ging einigermaßen, war aber aus meiner perspektive eher ein raten als wirkliches verstehen. wie gesagt, ich höre nur zischeln, das fast im flugzeuggeräusch „ertrinkt“.

    es gab noch tipps für hörübungen, beispielsweise die app der DW für menschen, die deutsch lernen wollen.

    danach war ich so grunderschöpft, dass der tag gelaufen war für mich. das war auch nach dem ersten termin (T + 2) schon so.

    bin nun ziemlich skeptisch, was das hören mit CI angeht. ich fürchte, es wird mir nicht helfen. der tinnitus wird um so lauter, je mehr schall ins CI kommt. zudem fällt es mir schwer, die übungen durchzuführen, da ich seit jahren chronisch müde bin. in der klinik meinten sie vor der OP noch, dass das sicher von der höranstrengung käme und sich alsbald bessern würde. da wusste ich aber schon, dass die müdigkeit mit einem aktiven EBV zusammenhängt, dessen auswirkungen seit geraumer zeit mit NEG u homöopathischen mitteln bekämpft werden. durchaus mit einigem erfolg, allerdings habe ich die behandlung für die zeit im khs und danach ausgesetzt. habe sie erst vor ein paar tagen wieder fortgesetzt.

    hauptproblem ist aber, dass ich keinerlei veränderungen, geschweige denn einen fortschritt im wortverstehen bemerke. es zischelt halt, mehr nicht, dazu der tinnitus. wörter sind nicht im ansatz erkennbar.

    für mich ist das keine „Hörreise“, sondern eine hochalpine gratwanderung. ein absturz ist jederzeit möglich und es ist nicht sicher, dass ich am ziel ankomme.

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    Edited once, last by Reisender (November 27, 2025 at 12:19 PM).

  • der tinnitus wird um so lauter, je mehr schall ins CI kommt.

    Hast Du mal probiert, das CI leiser zu stellen?

    Oder auch mal für ein paar Stunden ganz abzulegen?


    Ich weiß, es ist eigentlich nicht der Sinn der Übung, das CI nicht zu nutzen. Aber wenn Du ja jetzt so krasse Probleme damit hast, würde ich das doch noch etwas reduzieren wollen. Und auch leiser einstellen. Tinnitus, vor allem lauter (werdend), kann auch ein Zeichen von Überlastung sein.

    Ton leiser stellen, solltest Du noch Kapazitäten nach unten haben, und zwischendurch mal einfach eine Hörpause einlegen und leise, also wirklich sehr leise wieder anfangen, auch wenn das Hören damit nicht so einfach geht. Trotzdem erst einmal so beibehalten.

    Wenn dann kein Tinnitus mehr auftreten sollte, kann man immer noch eine Stufe lauter stellen und den kompletten nächsten Tag, vielleicht auch einige Tage mit dieser Stufe "lauschen", bevor es in die nächst höhere Stufe geht.

    Wichtig ist, auch wenn das eigentliche Ziel ist, mit dem CI wieder hören zu können, doch daß man sich auch damit wohlfühlt. Und Tinnitus gehört definitiv nicht dazu.

    Schönen Gruß

    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015

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    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Hast Du mal probiert, das CI leiser zu stellen?

    Oder auch mal für ein paar Stunden ganz abzulegen?….

    dieses flugzeuggeräusch habe ich seit ca. 3 jahren. es hängt nicht von der gerade benutzten hörtechnik ab. es ist da, sobald ein signal auf den hörnerv trifft. egal, ob ich was esse, selbst spreche oder eben schall von außen kommt. wenn ruhe herrscht, verschwindet nach einiger zeit (stunden!) dieses dröhnen. der zweite faktor ist stress. davon habe ich z.Zt. viel, allein wegen des CI und der frage, ob ich damit zurechtkomme.

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