• Hallo zusammen, kurz zu mir, ich habe noch kein CI aber eventuell nächstes Jahr. In der Zeit bin ich mich intensiv mit dem Thema am beschäftigen, auch weil ich Morbus Meniere habe (Drehschwindelattacken).

    Eine gute Freundin hat in einer Bremer Zeitung einen Bericht von Professor Dr. Ercole Di Martino gefunden über Minimalinvasive Chirurgie für Cholea Implantate.

    Kennt das jemand und warum wird das nur in Bremen durchgeführt?


    Gruß

    Volker

  • Moin, ich bin Bremer und bin vor drei Jahren in dieser Klinik operiert worden. Ich war mit den gesamten pre- und postoperativen Abläufen sehr zufrieden. Ich habe allerdings einen normal großen Schnitt. Von dieser minimal-invasiven Methode hatte mir niemand erzählt. Allerdings kann man jetzt von dem Schnitt nur noch ahnen.

    Ich habe Anfang Dezember meine jährliche CI Kontrolle in dieser Klinik. Ich werde dann einfach mal nachfragen, was es mit diesem Verfahren auf sich hat und wann es ggf. eingesetzt wird. Vielleicht kann ich das Mysterium dann hier aufklären.

    Advanced Bionics HiRes Ultra 3D am 01.09.2022 implantiert.

    EA: erfolgt am 29.09.2022

    Seit 03.2024 HG Links: Phonak Naida Link

  • …Ich habe allerdings einen normal großen Schnitt. Von dieser minimal-invasiven Methode hatte mir niemand erzählt. …

    ich habe im vorfeld der OP nach näheren infos dazu gesucht und - zu meiner überraschung - die klassifikation der implantation als “minimalinvasiv” gefunden, an mehreren stellen. dann erzählte mir eine freundin, dass ihre hüft-OP inklusive einsetzen eines neues gelenks auch als minimalinvasiv gilt. maßstab ist wohl nur die größe des hautschnitts. wobei der bei besagter hüftoperation soo klein nun auch wieder nicht war.

    hörbehindert seit Geburt, HG mit Anfang 20 (Phonak), seit ca. 3-4 Jahren massive Verschlechterung des Wortverständnisses, Okt. 2025 CI-Implantation (AB), EA Nov. 2025

  • maßstab ist wohl nur die größe des hautschnitts

    genau, der laut Zeitungsartikel und der Aussage des Chefarztes beim Bremer Zugabg nur 2,5 cm groß ist. Meiner ist aber deutlich größer. Da gibt es nichts zu deuten, die Zahlen liegen auf dem Tisch .

    Advanced Bionics HiRes Ultra 3D am 01.09.2022 implantiert.

    EA: erfolgt am 29.09.2022

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  • ich habe im vorfeld der OP nach näheren infos dazu gesucht und - zu meiner überraschung - die klassifikation der implantation als “minimalinvasiv” gefunden, an mehreren stellen. dann erzählte mir eine freundin, dass ihre hüft-OP inklusive einsetzen eines neues gelenks auch als minimalinvasiv gilt. maßstab ist wohl nur die größe des hautschnitts. wobei der bei besagter hüftoperation soo klein nun auch wieder nicht war.

    Hallo Reisender!
    Bei einem Gelenkersatz der Hüfte wird bei einer minimalinvasiven Operation ein anteriorer Zugang gewählt. Anterior - (von) vorne. Bei der klassischen Hüft TEP wird ein seitlicher Schnitt/Zugang gewählt. Bei dem anterioren (minimalinvasiven) Zugang wird deutlich weniger Gewebe „geschnitten“. Die Patienten kommen wesentlich schneller wieder auf die Beine und haben postoperativ deutlich weniger Schmerzen. Die Länge des Hautschnitts spielt dabei eigentlich eine untergeordnete Rolle.

    Ebenso würde ich das bei der Cochlea Implantation sehen. Ob der Schnitt 2,5 oder 5 cm lang ist, lässt keine relevanten Rückschlüsse auf die postoperativen Schmerzen zu. Die Hautnerven sind eh durchtrennt und machen demzufolge keine Schmerzen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Thomas

    Links: MedEL: Implantat MI 1200 Synchrony 24mm - SP EAS Sonnet OP 01.06.18 EA 16.07.18 - MHH

    Rechts: MedEL: Implantat MI 1250 Synchrony 28mm - SP Sonnet 2 OP 17.09.19 EA 21.10.19 - MHH

    Rechts: Revisions OP Afterloading 11.11.2021 MHH

    Upgrade Sonnet 3 bds. 12.10.2025

  • Ich war gerade auf der Hörmesse in Düsseldorf und habe mir einen Vortrag von Dr. Prinzen angehört, wie die Cochela OP erfolgt. Fand ich hoch interessant, mit Videos ;) Jedenfalls fragte ich ihn ob er die Bremer Methode kennt. Er meint nur, dass die generelle OP immer gleich ist. Es gibt wohl Feinheiten bei der OP die variieren können. Das hat seiner Meinung nach aber keinen großen Einfluss auf den Erfolg.

    Danke auf jeden Fall für Euer Feedback

  • War am Wochenende in Kiel bei einem Vortrag vom CI-Operateur. Da war ebenfalls die Rede von minimalinvasiv. Die machen den Schnitt und die Ausfräsung des Felsbeines halt nur so groß, wie das Implantat (2,5 cm ?) ist. Die Größe des Eingriffs stand da im Fokus. Ob das nun „der Bremer Zugang ist“ weiß ich auch nicht. Aber im Artikel steht ja auch, dass die seit 2015 in Bremen daran arbeiten. Sodass es gut sein kann, dass das in anderen Kliniken auch so gehandhabt wird und allgemein so heißt?!

  • Laut eigenen Angaben war das Verfahren Stand 2018 weltweit einzigartig, sie haben in dem Jahr auch ein Paper dazu veröffentlicht. Wahrscheinlich sind die Verfahren der anderen Kliniken aber auch nicht so viel anders und können ebenfalls als "minimal invasiv" bezeichnet werden. Einige technische Vorgaben für die OP kommen auch von den Herstellern, und die sind vermutlich leicht unterschiedlich je nach Bauform.

  • Ich kenne die Bremer Methode nicht. Bisher weiß ich nur von Düsseldorf, dass sie bei der Implementierung auch mit Robotern arbeiten.

    Aber auch nur bei der Einführung der Elektrode, damit sie langsam eingeführt wird. Der Roboter kann nur mit MedEL CIs arbeiten. Den Roboter zum Fräsen gibt es nicht mehr in Düsseldorf. Es war nur eine Studie mit der TH Aachen und nur bei 10 Patienten benutzt.

  • Aber auch nur bei der Einführung der Elektrode, damit sie langsam eingeführt wird. Der Roboter kann nur mit MedEL CIs arbeiten. Den Roboter zum Fräsen gibt es nicht mehr in Düsseldorf. Es war nur eine Studie mit der TH Aachen und nur bei 10 Patienten benutzt.

    Stimmt, ich erinnere mich. Hiervon hatte der Chefarzt bei einem CI Kongress im Juli 2023 in Bad Nauheim berichtet

  • So, ich hatte meinen Kontrolltermin. Der Oberarzt hat die Kontrolle durchgeführt. Er sagte der Bremer Zugang wird nicht grundsätzlich gemacht. Wenn der Professor implantiert macht er es so, der Oberarzt macht den nicht.

    Wenn Patienten es speziell wünschen, wenn Frauen bspw. bestimmte Frisuren tragen und da keine Narben haben wollen, wird es dann so gemacht.

    Es scheint nicht so zu sein, dass der Professor Anspruch hätte, dass sein gesamtes Team diese Technik beherrscht. Es ist aufgrund des kurzen Schnitts auch aufwändiger und etwas zeitraubender.

    Ich finde das alles etwas verwirrend und von der Kommunikation unglücklich. Aber vielleicht haben die sich da auch etwas bestimmtes bei gedacht, was auch immer das ist. Ich vermisse die Technik nicht, die OP verlief super, das Ergebnis ist top, die Narbe fast nicht sichtbar.Die haben in meinen Augen gute Arbeit geleistet. Ob nun Bremer Zugang oder nicht.

    VM999 Wenn du in Bremen operiert werden willst, dann spreche den Bremer Zugang am Besten direkt an. Dann wird es schon irgendwie weitergehen. Bislang habe ich keinen Grund zur Klage dort.

    Advanced Bionics HiRes Ultra 3D am 01.09.2022 implantiert.

    EA: erfolgt am 29.09.2022

    Seit 03.2024 HG Links: Phonak Naida Link

  • Wenn man das so liest, dann scheinen einige Kliniken ihre eigenen Methoden zu haben. Dann heißt es mal Bremer Zugan, dann wieder minimal - resersiv, roboterassististierte CI Operation und ich meine mal gelesen zu haben, dass sogar mal eine CI OP auch live gefilmt wurde, da dort ein neues Verfahren angewendet worden ist.

    Letztendlich ist es doch aber egal welches Verfahren zum Einsatz kommt. Hauptsache ist doch, die OP verlief gut und man kommt schnell und gut mit dem CI zurecht

  • Wenn man das so liest, dann scheinen einige Kliniken ihre eigenen Methoden zu haben.

    das ist aber jetzt nichts besonderes oder gar ärgerliches. Bei allen Arten von chirurgischen Eingriffen gibt es kontinuierlich Verbesserungen in der angewendeten Technik. Meine Frau hat den Unterschied beim Kaiserschnitt sogar in der gleichen Klinik in einem Abstand von drei Jahren erlebt. Ich hatte vier Leistenbruch-OPs, angefangen als Kleinkind und zuletzt als Erwachsener. Die letzte OP war minimal invasiv, ich bin nach der OP nach Hause gegangen (nachdem eine gewisse Narkose-Nachwirkungszeit abgewartet war).

    Und wünschenswert ist doch auch, dass Änderungen der angewendeten Technik den Patienten zugute kommen und die Techniken sich quasi als Standard überall verbreiten. Also ja, überall wird versucht, einen Schritt nach vorne zu machen. Und eine relativ kleine Klinik wie unser Diako kann nicht gegen Universitätskliniken anstinken und sich mal eben einen Robbi leisten. Also versucht man es mit der OP Technik des Chirurgen.

    Advanced Bionics HiRes Ultra 3D am 01.09.2022 implantiert.

    EA: erfolgt am 29.09.2022

    Seit 03.2024 HG Links: Phonak Naida Link

  • VM999 Wenn du in Bremen operiert werden willst, dann spreche den Bremer Zugang am Besten direkt an. Dann wird es schon irgendwie weitergehen. Bislang habe ich keinen Grund zur Klage dort.

    Danke Acki. Ich werde mich sicherlich nicht dort operieren lassen (Entfernung). Eine gute Freundin aus der Nähe von Bremen hat mir den Zeitungsartikel zugesendet.


    Vielen Dank für die interessanten Antworten und Diskussion. Mir war nicht bewusst, dass es bei den CI Ops Spielräume gibt.

    Ich hatte einen Arzt von der HUK Düsseldorf gefragt, ob noch gefräst (ca. 1 mm) wird - was bejaht wurde. Es gibt ja auch einige Kliniken, die das nicht mehr durchführen. Oder hängt das vom implantierten Hersteller ab?

  • Bei mir wurde nichts gefräst. Und ich habe schon das größte Bauteil der drei Hersteller. Dies liegt wohl auch im Ermessensspielraum der Chirurgen.
    Dafür habe ich auch nur einen Schnitt direkt in der Schnittstelle Ohrmuschel/Kopfhaut erhalten. D. H. bei mir sieht man nicht wirklich eine Narbe.

    Links: AB implantiert im Februar 2025 - EA am 18.03.2025

    Rechts: HG von Phonak Naida Link M

  • amBr3tt Wurde bei dir nicht gefräst , um Platz für das Implantat zu schaffen oder für den Zugang zur Cochlea?

    Ich habe im Beratungsgespräch auch ein OP-Video angesehen, weil ich noch Fragen hatte. Und daher wundere ich mich, wie es komplett ohne Fräsen geht.

    Wahrscheinlich gibt es mehr unterschiedliche Begriffe für den Eingriff als tatsächlich verschiedene Methoden. So viel Platz ist dort ja gar nicht für viele Varianten.

  • Kennt das jemand und warum wird das nur in Bremen durchgeführt?

    Weil dieser Professor nun einmal in Bremen arbeitet! Der macht das, sonst wohl niemand. Ob er nun jeden CI Patienten selber operiert ist mir nicht bekannt.

    Ich sehe aber wenig Vorteil in der kleinen Narbe. Die Narbe hinter dem Ohr ist eh nicht sichtbar sobald sie verheilt ist. Noch dazu sitzt bei hdo Prozessoren ja der Prozessor da drauf.

    Wichtiger ist ein möglichst kleiner Zugang zum Innenohr. Also eine möglichst kleine Bohrung, sehr kleiner Durchmesser.

    Herkömmlich, auch in Bremen, muss der Chirurg sehen wohin er bohrt und dazu braucht er eine Kamera.

    Med El hat einen Roboter entwickelt, der minimal invasiv bohrt und per Computer Daten für Elektrode besonders tief und genau in der cochlear platziert.

    HEARO heißt der und bohrt nur einen so kleinen Durchmesser,dass gerade so die Elektrode durchpasst. Der Roboter führt die Bohrung aus, es wird keine Kamera benötigt.

    Nur für med El verfügbar, wohl nicht in jeder Klinik. Einfach dort fragen! 😃