Bald werde ich operiert und freue mich über eure Berichte

  • Hallo,

    ich habe sämtliche Voruntersuchungen in einer Klinik in Saarbrücken gemacht und werde jetzt im Dezember auf meiner linken Seite operiert, da man denkt, dass diese einfacher zu machen ist.

    Ich bin auf beiden Seiten erblich bedingt an Taubheit grenzend schwerhörig. Die Hörgeräte pfeifen oft, was andere hören und ich nicht. Ich habe Ultra-Power Hörgeräte von Phonak, aber da mein Gehör sich die letzten Jahre so stark verschlechtert hat, helfen diese Hörgeräte auch nicht mehr ausreichend und es wurden schon länger Cochlea Implantate empfohlen.

    Ich habe etwas Angst vor der Operation, da ich auch schon eine "misslungene" Hirnoperation hinter mir habe. Vielleicht kann mir ja jemand seine positive Geschichte mit den Implantaten erzählen. Wie war die Ersteinstellung ? Wie ist die Operation gelaufen ? Soll ich in eine Reha fahren ? Man meinte Bad Nauheim wäre gut. Erzählt einfach mal etwas.

    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße

  • Hallo Evchen. Ich freue mich, dass bald die OP ansteht. Und es ist klar, dass man da etwas Angst macht. Mir hat es geholfen, das Ganze als ein Abenteuer anzusehen, eine neue Herausforderung und Aufbruch zu einer "Hörreise" wie es oft beschrieben wird.

    Die OP verläuft bei den meisten relativ relativ unproblematisch. Natürlich alles nicht ganz angenehm, mit dem Druckverband usw. Die Ersteinstellung ist immer sehr spannend. Mache können schon gleich Sprache oder einzelne Wörter verstehen, manche brauchen länger. Geh am Besten mit niedrigen Erwartungen ran, dann wirst du nicht enttäuscht.

    Reha stationär oder ambulant? Hängt von deiner Situation ab, wie weit du für die ambulante Reha fahren musst, wie problematisch es ist, länger in der Familie oder im Beruf zu fehlen. Für mich funktioniert die ambulante Reha sehr gut, und die Begleitung über einen längeren Zeitraum macht für mich auch mehr Sinn. So kann man immer mal wieder was an den Einstellungen ändern und optimieren.

    Alles Gute!

  • Hallo Evchen,

    Ich wünsche dir alles Gute für die OP. Wie Cito schon geschrieben hat, ist die OP das Unproblematischte. Die Hörreise danach… das ist die spannendste Zeit
    Ich würde an deiner Stelle nicht allzu schnell auf Erfolge hoffen, dann bist du nicht enttäuscht. Da du, wie ich von Geburt an hochgradig schwerhörig bist, wird es länger dauern als bei den meisten Threadteilnehmern hier, die meistens viel später nach der Geburt ertaubt sind und operiert wurden.
    Unser Gehirn muss erst die Töne neu lernen… Muss neu lernen, wie sich Vogelzwitschern anhört, wie Wasserplätschern sich anhört….usw.

    Ich habe vor 2 Jahren auf der rechten Seite ein CI erhalten und erst jetzt kann ich sagen, dass ich auf der rechten Seite ein Hörgewinn habe; also ein wenig besser höre als vorher. Was ich aber wirklich ganz klar sagen kann, dass ich im Störgeräusch nur mit dem CI besser höre, also ohne Hörgerät auf der anderen Seite, übrigens auch ein UPowergerät von Phonak.

    Ich habe die Reha ambulant in Blockeinheiten durchgeführt.Das halte ich für die bessere Variante für unsereins, da wir „Hörbabies“ öfter Anpassungen der CI-Einstellungen benötigen.

    Ich werde mir im nächsten Jahr das andere Ohr auch mit einem CI versorgen lassen und dann mal schauen, was die die nächsten 2 Jahre ambulante Reha bringen. Je nach Erfolg werde ich danach eine stationäre Reha in Nauheim oder in St. Wendel machen.

    Von mir liebe Grüße und alles Gute.😊

    seit Kindheit HG-Trägerin (erst seit 1990 bds. versorgt) - Hörvermögen über alle Jahre ohne Schwankungen gleich schlecht, bis zum Hörsturz 3/2023 rechts

    _Hz 250 500 1000 2000 3000 4000 6000 8000

    dbR 60__80__95____X_____X____X____X____X

    dbL 60__80__90___90____90___100__ X___X

    links: Phonak Naida M90-SP / rechts seit 10/23 CI von Med-El Synchrony 2Flex28; SP: Sonnet 2

  • Hallo Evchen

    Deine Angst kann ich total nachvollziehen, war ich doch in der gleichen Situation. Auch ich habe eine Hirntumor Entfernung hinter mir und hinterher hatte ich 9 Monate lang Schmerzen, die mir jegliche Lebensenergie geraubt hat. 17 Jahr ist das her. Später kamen die Schmerzen, durch einen Infekt ausgelöst, noch mal wieder. Es war die pure Hölle!

    Letztes Jahr bin ich durch einen Unfall endgültig einseitig ertaubt.

    Ich habe es gewagt und bin am 1.10. implantiert worden. Die Erstanpassung kommt erst noch, aber ich kann dir berichten: Die OP war nicht schlimm! Ja, da war natürlich Wundschmerz. Aber mehr nicht.

    Meinem Arzt hatte ich ausführlich von meiner Angst berichtet und er erzählte mir hinterher, dass er gar nicht in die Nähe der alten OP gegangen ist und trotzdem sehen konnte, dass drinnen alles gut aussah.

    Ich hoffe, ich kann dir Mut machen, dich darauf einzulassen.

    Liebe Grüße aus dem Norden

  • Hallo in d. Runde, habe im März mein linkes CI erhalten und vor 2 Tagen mein rechtes CI. Die OPs waren unterschiedlich verlaufen und auch eine neue Erfahrung für mich. Mit meinem 1. CI habe ich nach der EA schon Wörter verstehen können. Aber es gibt so viele Geräusche die ich neu lernen gehört habe. Dafür bin ich dankbar und ich bin schon gespannt auf die EA im Dezember vom 2. CI.

    Männerstimmen und Kinderstimmen sowie Musik ist noch problematisch. Aber es ist ja noch nicht so viel Zeit vergangen nach dem 1.CI und ich hoffe das sich noch einges verändert und bessert. Das tägliche Üben hat sich gelohnt.

    Lg aus der Klinik in Würzburg Konny

  • Hallo Kornelia,

    danke für den positiven Bericht. Ich freue mich auch schon auf das CI mit der Erstanpassung. Es war für mich eine große Belastung so über die Jahre das Gehör zu verlieren, aber das kennen ja viele hier.

    Viele Grüße

  • Guten Abend an alle, nun sind 2 Wochen nach meiner 2. CI Operation vergangen. Die Audiologin sagte vor der OP ich soll nichts erwarten, die 2. OP verläuft oft anders . Und sie hat Recht gehabt. Dieses Mal hatte ich weniger Schmerzen. Schwindel und leichte Übelkeit sind bei der ersten OP nach 11/2 Wochen weg gewesen . Momentan plagt mich der Schwindel sehr und ich laufe auch nicht gerade sondern trifte immer nach Links. Nach unten schaue geht auch nicht. Auch hatte ich dieses Mal mit Nachblutungen an der Naht und diese musste nochmals verödet werden.

    Bei meinem 1. CI hatte ich immer mal das Geräusch der Sirene vom Krankenwagen im Ohr, also hohe Töne. Jetzt darf ich ein dumpfes Tuten und blubbern als neues Geräusch in meinen Ohr begrüßen. Ich sage immer das Boot kommt. ;)

    Was mich sehr überrascht hat ist, dass ich meine eigene Stimme nicht wahrnehmen kann und auch nicht einschätzen kann wie laut ich spreche. Ich wollte gern das Weihnachtsoratorium mitsingen aber es geht nicht ich kann einfach nicht einschätzen ob ich die Töne treffe.

    Am 9. Dezember ist dann EA und ich bin gespannt wie und was ich höre.

    Das war ein kurzer Bericht und ich wünsche Euch allen einen schönen 1. Advent

    Lg Konny