Stefan aus Diepholz - CI oder kein CI, das ist hier die Frage

  • Das ist nicht komisch, das ist der Normalfall bei Innenohr Schwerhörigkeit und lässt sich erklären. Aber das ist hier nicht Thema.

    Dann hast du dir die Antwort doch schon selbst gegeben: Kein CI

    Kinder (zumindest kleinere) können tatsächlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Aber dich an ein CI zu gewöhnen kostet fast noch mehr Zeit. Die musst du dir schon nehmen. Wenn du in der Zeit die Kinder nicht versorgen lassen kannst, dann ist dir das wieder verstehen nicht wichtig genug und kannst es gleich sein lassen. Andernfalls wirst du vom Ergebnis nur enttäuscht sein. Mit einem normalen Ohr auf der anderen Seite kannst du auch viel leichter darauf verzichten.

    Tatsächlich finde ich das etwas schwarz weiß gedacht...ich bin Anfang März implantiert und habe mich auch gegen eine stationäre Reha entschieden wegen der Kinder. Ich mache eine ambulante Reha, in Lübeck ist das das normale Prozedere. Ich habe mich dennoch zu 100 % auf das ci eingelassen und rasante Fortschritte gemacht, so dass ich schon kurze Telefonate übers ci Streamen kann. Es geht also - mit dem richtigen Willen. Und gerade als Eltern ist man doch Multitasking gewohnt 😉 zu sagen es ginge nur das eine oder das andere ist zu kurz gedacht. Und zu unterstellen, dass einem das hören nicht wichtig genug ist, nur weil man sich für seine Kinder gegen eine stationäre Reha entscheidet, finde ich schon fast etwas übergriffig. Jede lebenssituation ist anders 🤷‍♀️

  • Ich mache eine ambulante Reha, in Lübeck ist das das normale Prozedere. Ich habe mich dennoch zu 100 % auf das ci eingelassen und rasante Fortschritte gemacht, so dass ich schon kurze Telefonate übers ci Streamen kann. Es geht also

    Ja es geht. Habe ich genauso gemacht. Aber kannst du es garantieren, dass es immer so gut klappt?

    Nein natürlich nicht. Und dummerweise ist das auch nicht der Normalfall. Man muss damit rechnen, dass man viel Zeit investieren muss. Wenn man die nicht aufbringen können wird, dann sollte man es bleiben lassen. Die Entscheidung für oder gegen ein CI ist zu 100% schwarz oder weiß. Da gibt es kein grau.

    Denken muss man sowieso. Warum dann nicht gleich positiv?

  • Ich bin letztes Jahr einseitig ertaubt und jetzt mit CI sehr zufrieden.

    Die OP war aufgrund von Vorerkrankungen nicht so easy aber ich habe es gut überstanden.

    Im Moment hinkt die Psyche noch hinterher.

    Aber: ich bin froh, es gemacht zu haben. Die Reha mache ich ambulant.

    Organisier dich und lass dir helfen, dann schaffst du das mit deinen Kindern !

    Liebe Grüße und viel Mut !

    Kessi

  • Hallo,


    ich bin durch einen Unfall 2023 plötzlich einseitig ertaubt. Davor hatte ich nie Probleme mit den Ohren.

    Für mich war es eine sehr große psychische Belastung nur noch auf einem Ohr zu hören. Habe mich nicht mehr wohl gefühlt und mich so gut es geht überall ausgegrenzt. Aber ich habe mich vor meinem Beratungsgespräch schon sehr gut über CI‘s informiert und wusste daher im Januar bei der Ärztin schon, dass ich so schnell wie möglich eins haben will und auch gleich einen OP Termin ausgemacht.


    Die OP verlief bei mir gut. Ohne Komplikationen, allerdings war bei mir die erste Nacht der Tinnitus extrem laut. Aber am nächsten Tag ist er wie weg geblasen gewesen.

    Mit der Gesichtsnervlähmung kann ich dir sagen, dass sie da ein Gerät haben, dass die Ärzte warnt, wenn sie den Nerv zu nah kommen. (Leider kann ich dir dazu nicht mehr sagen, wie das funktioniert! Daher glaube ich dass es selten vorkommt, dass er beschädigt wird!)

    Ich bereue meine Entscheidung nicht! Habe sehr schnell Fortschritte gemacht, aber das üben bleibt nicht aus. Ich mache auch eine ambulante Reha (alle paar Monate für ca. 4 Std.) und gehe 1x wöchentlich zur Logopädin, die sich darauf spezialisiert hat und übe auch selbst sehr viel. Mein Gedanke war, wenn es ambulant nicht funktioniert, dann kann man immer noch eine stationäre Reha in Anspruch nehmen.

    Vielleicht kannst du dich bei den Ärzten nochmal beraten lassen oder die Hersteller haben auch Hörpaten, mit den man Kontakt aufnehmen kann.

    Ich wünsche dir alles Gute!

  • Ambulant vesus Stationäre Reha kann man nicht so pauschal sagen. Es kommt auch darauf an wie Hörbiografie ist, ob man selbst motivieren kann Hörtraining zu machen, bei einem geht der Fortschritt langsamer voran als wie bei anderen - auch kommt darauf an wie die Implantierende Klinik mit Nachsorge handhabt.

    In Reha hat man immer die Möglichkeit zeitnah eine Nachjustierung zu bekommen. Es wird täglich Hörtraining angeboten und die Therapeutin sprechen mit Audiologe wo es beim Hörenlernen hakt bzw. was wie justiert werden sollte. Nicht jeder kann selbst dem Audiologe genau beschreiben, was man braucht.

    Das mit Kinder habe ich oft in der Reha schon gehört, dass es nicht geht und keine Verlängerung möglich sei. Viele nahmen dennoch die Verlängerung an, weil man dennoch Fortschritte merkte oder etwas mehr Zeit benötigt.

    Wenn am Heimatort was möglich ist, die mit CI auskennen, wäre auch eine möglichkeit. Wenn Logopäden/Audiotherapeuten damit auskennen und mitteilen können was an Nachjustierung gemacht werden kann könnte auch funktionieren.

    Je nach dem wie das private Umfeld ist - kommt man dazu Hörtraining zu machen, kann man allein urteilen falls was nicht klappt woran es liegt, erhält man Ruhepause da auch vorkommt dass Kinder immer was wollen oder Partner/in die Geduld ggf. verliert wenn mit CI nicht schnell genug geht und ins Stress ausartet. AG/Kollegen die Zeit geben, dass man ggf. auf Anhieb trotz CI nicht reagieren kann bzw. entsprechend reagiert.

    Ich habe beide möglichkeiten genutzt. Stationär als auch Ambulant, jedes hat seine Vor- und Nachteile. Ich wohne etwas ländlicher und da muss man schon suchen, dass am Heimatort Logopäden findet die mit CI Erfahrung hatten.

    Diejenigen die in München und Umgebung wohnen, habe noch eine Möglichkeit, dass man Hörtraining bei Harnik machen kann. Diese haben auch viel Erfahrung mit CI-Trägern - weiss nur vom Hörensagen und habe vereinzelte Mitarbeiterinnen während eines CI-Veranstaltung kennenlernen können.

    Ob das Risiko wert ist - hast Du Dir eigentlich schon die Antwort die Zeile davor gegeben - was Du momentan nicht mehr kannst. Der Leidensdruck ist scheinbar schon hoch, dass Du mit jetzige Situation nicht wirklich zufrieden bist - da Du scheinbar zuvor mit Hörgerät bis zu Hörsturz bzw. nachlassendem Gehör scheinbar "gut" klar kamst!

    Bei mir nahm der Leidensdruck zu als ich sogar in kleinere Gruppe und vorallem den TV nicht mehr verstand hoch. Und hatte zu damaligen Stand gedacht, wie ich noch etwa 30 Berufsjahre durchstehen sollte.

  • Ich habe nun, wirklich viel gelesen. Alle von euren Links gefolgt und natürlich auch eure Beiträge.


    Ich hatte ein Cros-Hörgerät getestet. Dieses fand ich nicht Zielführend.


    Auch habe ich mit meiner Frau gesprochen. Zeitlich können wir es hinbekommen, wenn ich es noch etwas schieben kann. Dann wäre auch eine stationäre Reha möglich. Nicht etliche Wochen, aber zwei bis 3 Wochen könnten gehen. Den Rest dann ambulant.


    Ich muss dieses mal mit dem operierenden und nachbehandelden Arzt besprechen, wie sowas aussehen könnte.


    Ich werde mich für ein CI entscheiden.


    Nun kommt es drauf an, welches ich nehmen werde. Finde die Geräte ja schon gut, wo man nix mehr hinter dem Ohr hat. Dieses muss man allerdings nochmal extra sichern. Kann man sowas mal antesten? Also nach der OP? Oder muss man sich vorher entscheiden, welches externe Gerät man möchte?

    Zurzeit tendiere zu zu Cochlear mit dem Osia. Dieses hat 2 Mikos und zwei Batterien und Wlan. Das von Medel hat drei Batterien und nur ein Miko.


    Ich glaube, mit ein Nicht.hinter-Ohr Gerät könnte es nett sein. Aber dazu werde ich noch viel lesen.


    Danke euch allen schonmal für den Mega-Input. Hier bin ich, so glaube ich, sehr gut aufgehoben.

    Stefan aus 49457 Drebber

    MedEl Sonnet 3 rechts

    Normalhörend links

  • Je nachdem wo Du implantiert wirst, manche Kliniken bieten AHB (Anschlussheilbehandlung) als Stationäre Reha an - sind aber meines Wissens nur vereinzelte implantierende Kliniken die das den Patienten anbieten.

    Reguläre stationäre Reha wird selten zu Anfang möglich sein, da Wartezeiten in Bad Nauheim, Bad Salzuflen und St. Wendel gibt. Rehaklinik St. Wendel gibt von Implantierende Kliniken wie zb. Bad Homburg, Mannheim, Bensheim (ich weiss nicht welche Kliniken noch dazu gehören) die eine Kooperation mit St. Wendel haben und dessen Patienten nach St. Wendel für 1 sogenannte Anpassungswoche in die Reha empfehlen/schicken.

    Reguläre stationäre Reha wird ohnehin minimum für 3 Wochen angesetzt - oftmals wird in der 2.Rehawoche Verlängerung angeboten, die/der Patient/in dann zustimmen bzw. ablehnen kann. Die Verlängerung kann 1-2 weitere Woche werden. Stationäre Reha muss in der Regel seperat beantragt werden. Falls Du meinst und die Klinik Ihr ambulante Reha haben (weiss nicht wo Du Dich ggf. implantieren lässt) kannst Du auch erstmal in Klinik die ambulante Reha machen und wenn Du merkst man kommt nicht weiter / es geht nicht schnell genug / brauchst mehr nachjustierung.... kann man immer noch eine Stationäre Reha in Implantierende Klinik beantragen lassen. Besprich dies mit implantierende Kliniken wie dessen Konzept aussieht.
    Falls Du berufstätig bist - muss Du auch bedenken, ob Du nach der Arbeit für einige Zeit regelmässig zu Hörtraining/CI Nachjustierung gehen würdest/kannst. Ob die wöchentliche Pendel zwischen Job, Familie und Hörtraining vielleicht auch stressig werden kann!

    Das Single Unit oder "Fern vom Ohr" => "FvO" (der Kanso vom Cochlear) Prozessor ist meines Wissens nur mit Akku möglich.
    Es gibt implantierende Kliniken die "Hdo" und "FvO" für kurze Zeit zum testen anbieten. Das muss Du mit Deiner Implantierende Klinik erfragen, ob dies möglich ist. Lass Dir vor der OP die SPs (Sprachprozessoren) zeigen und erklären, bedenke die Mikrofone sind bei beiden jeweilige Prozessoren etwa anders gelagert.

    Alles Gute für Deine Entscheidungen zum CI

  • Ich vergaß zu erwähnen, das ich Morbus Miniere habe und mit Bethahistin sehr gut eingestellt bin.

    Das Ohr verschlechterte sich innerhalb von 3 Jahren massiv nach mehreren Entzündungen.

    schön das ich nicht die einzige damit bin, bei mir wurde das per zufall festgestellt & nehm auch Bethahistin, Diepholz ist mir bekannt, komme ursprünglich asu Sulingen & habe dort meine Kindheit verbracht ;)
    Herzlichen willkommen hier im Forum mein lieber ;)

    12/2021 CI rechts,

    08/2023 CI links

    beide Rondo 3 MedEl

  • Ich hatte, recht spontan, ein Telefonat mit einer Beratung von Cochlear.


    Dieses war sehr nett. Man hat viele Tipps bekommen. Auch kann ich von dort, falls meine Klinik (Vechta) nicht die Probeteile hat (Kanso und Nukleus), ich von denen die Testkits bekommen.


    Nächste Woche mache ich den Folgetermin aus beim Operateur/HNO.

    Stefan aus 49457 Drebber

    MedEl Sonnet 3 rechts

    Normalhörend links

  • Hallo Anni, wo finde ich denn den Qualitätsbericht einer implantierenden Klinik?

    SSD |CI seit August 2024 | Med-El, HdO-Prozessor SONNET 3 | Elektrode SYNCHRONY 2 FLEX soft

    Im Juni 2023 links von einem Tag auf den anderen (ohne Erkrankung) ertaubt. Vorher normalhörend.

    Rechts normalhörend.

  • Man kann es über die Google-Suche versuchen. Es gibt zwar auch verschiedene Register, aber über Google scheint es einfacher. So habe ich auch den zu meiner Klinik gefunden.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • 3 Implantationen in 2023 wäre mir als Patient zuwenig Expertise in Vechta. Da würde ich dann doch eher Hannover oder Bremen wählen. Die Zahlen für Oldenburg kenne ich nicht.

    Advanced Bionics HiRes Ultra 3D am 01.09.2022 implantiert.

    EA: erfolgt am 29.09.2022

    Seit 03.2024 HG Links: Phonak Naida Link

  • Auch wenn hierbei eher um die Anzahl der OP in implantierende Klinik die Frage war, wie man dieses bewerten soll ist der letzte Link vorallem was die Rehabilitation anbelangt nicht mehr aktuell z.b. Rehaklinik Rendsburg wird ab Sommer nicht mehr geben und dort ging nicht als Priorität um CI. Bei anderen Rehakliniken St. Wendel sowie Bad Nauheim/Bad Salzuflen (sind Schwesterklinik) sind inzwischen andere Chefärzte/in dafür zuständig. Bad Berleburg wird auch nur ein paar CI-Träger im Hause sein als wie zb. in St. Wendel sowie Bad Nauheim/Bad Salzuflen

    Anzahl der OP in bestimmte "kleinere" Kliniken allein sollte man nicht ansehen, als ich zb. von MHH nach Uniklinik FFM wechselte hatte ich die operierende Ärztin gefragt wieviel OPs Sie bis dato schon machte. Da sollte bei kleinere Kliniken auch beachten, wo die jeweiligen Ärzte Ihr Handwerk haben - falls im Hause war, dann können die nicht mit zig OP pro Jahr vorweisen als wenn in grösere Kliniken taten.

    Auch sollte man schauen, wenn Patient bestimmte CI-Fabrikat bevorzugt - ob dann in implantierende Klinik die Techniker damit Erfahrungen haben. Auch hier am besten erfragen welches Fabrikat die entsprechende Techniker meistens anpassen/justieren.

    Ich musste erstmal schauen wo Vechta (gehört hatte ich schon den Ortsname) liegt, aber die kooperieren mit Oldenburg. Von Oldenburg las man hier und auch im anderen Forum schon mehrmals.

  • Hallo, berichte doch mal.

    Vechta ist nämlich auch für mich die räumlich nächste Klinik. Vielleicht ist es trotz kleiner OP Zahlen doch eine Alternative. Wenn es brennt, könnte man ja wieder nach Hannover wechseln. Und was mir persönlich auch entgegen kommt, ist dass sie sich mit AB auszukennen scheinen, da mein erstes CI schließlich auch von AB ist.

    Oldenburg ist im Übrigen inzwischen schon eine der größeren Kliniken in Sachen CI. Von Diepholz oder Sulingen aus, dürfte Hannover aber die nächste große CI Klinik sein.