Induktive Höranlagen Reisen mit der Bahn

  • Hallo,

    Ich verreise schon oft mit dem Zug, und habe mich bisher auf mein Handy verlassen.

    Nun würde ich gerne mehr wissen ob mir diese Technik (Induktive Höranlagen) etwas bringt, und auch wie es funktioniert, grade am Bahnhof.

    Ich bin Links Cochlea träger und rechts Hörgeräte Träger, bei 75 % Hörverlust.

    Meine Ohrtechnik soll jetzt bald mit einem Roger ausgestattet werden, in erster Linie für die Teilnahme an Konferenzen bei der Arbeit.

    Ich gebe zu das mich diese ganze Technik echt überfordert, obwohl ich früher Gitarrist war und auch alle Menschen bei der Firma die meinen Arbeitgeber berät, auch sehr bemüht sind.

    Leider bin ich jemand der Schaubilder besser versteht, aber das kann ich nicht unbedingt erwarten.

    Vielen Dank schonmal für den Versuch mich schlauer zu machen.

    Gruss Andreas

  • Ich bin Links Cochlea träger und rechts Hörgeräte Träger, bei 75 % Hörverlust.

    Welche CI-Marke trägst Du (Cochlear, Medel, AB)?

    Jahrgang 1956. Ab 50igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust rechts, ohne Befund; ab 57igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust Links, ohne Befund
    Implantat Rechts: 9.1.2019 Universitätsklinik Zürich, MED-EL Synchrony; Sprachprozessoren: Sonnet 2 und Rondo2
    Implantat Links: 11.11.2024 Universitätsklinik Zürich, MED-EL Synchrony; Sprachprozessor: Sonnet 2

    Persönlicher CI-Erfahrungsbericht: https://cochlea-implantat-2.jimdofree.com

  • Hallo Andreas,
    ich reise auch sehr viel mit der Bahn. Von der Nutzung der Induktion zum besseren Verstehen am Bahnhof habe ich noch nichts mitbekommen und nutze das daher auch nicht. Auch vom Einsatz der modernen Techniken (Auracast) habe ich bislang noch nichts erfahren.

    Um Durchsagen am Bahnhof mit zu bekommen ist es aus meiner Sicht bislang nur hilfreich, sich möglichst in die Nähe eines Lautsprechers zu stellen. Ist natürlich doof, wenn diese in 10m Höhe hängen wie am Fernbahnhof Flughafen Frankfurt. Da stellen sich dann auch viele Normalhörende auf die Treppe, weil dort auch welche montiert sind, die man dann auch besser versteht. Am Hauptbahnhof Frankfurt hingegen verstehe ich die Ansagen überraschend gut, da hängen die Lautsprecher nicht ganz so hoch (meine "nur" schwerhörige Freundin versteht die allerdings trotzdem nicht).

    Ansonsten habe ich beim Bahnfahren die Erfahrung gemacht, dass die App am Smartphone zuverlässiger ist, Durchsagen werden nicht immer gemacht. Vor allem dann nicht, wenn wegen einer kurzfristigen Streckensperrung ohnehin viel Chaos herrscht. Benachrichtigungen von der App lasse ich mir direkt auf meine dazu passende Smart-Watch leiten und bin damit meist früher informiert als die Nur-Hörer.

    Dasselbe gilt auch für die Durchsagen IM Zug. Zumindest in den Zügen, die ich regelmäßig nutze.

    Als letzte Möglichkeit nehme ich es mir durchaus auch heraus, Mitfahrer zu fragen. Menschen sind da erstaunlich hilfsbereit (nicht alle, aber es reicht ja eine einzige Person). Meist bin ich ja nicht allein unterwegs - und wenn doch, dann bin ich wohl im falschen Zug.

    Denken muss man sowieso. Warum dann nicht gleich positiv?

  • Hallo Andreas, bei mir ist es auch so, dass ich mich zwar am Bahnhof in die Nähe der Lautsprecher stelle mich aber lieber auf die App verlasse. Wenn ich merke, dass ich eine anschlussverbindung nicht mehr schaffe, gucke ich schon gleich nach Alternativen. Manchmal bringt dann weiterfahren statt aussteigen schon was...😀. War bei mir schön mehrmals so...wäre ich ausgestiegen und hätte dann erst nach Alternativen gesucht, wäre ich oft länger hängen geblieben. Da heute sehr oft Verspätungen vorkommen, schaue ich manchmal schon vorher, was für Möglichkeiten ich hätte, um dann ggf schneller zu reagieren. Von Induktion hab ich im Zug oder auf Bahnsteigen noch keine Hinweisschilder gesehen....am Schalter schon...aber nicht überall. Auracast wäre sicherlich "nice to have"...hab es auch noch nirgendwo gesehen bzw testen können.

    Ansonsten schlag ich mich durch wie heavy medel - auch auf Flughäfen. Durch die fast flächendeckende Möglichkeit der WLAN Anbindungen ist es heutzutage alles gut handlebar, finde ich. Als ich noch normalhörend war, bin ich auch schon mal im falschen Zug gelandet - im falschen Flieger aber noch nie :)

  • Das es eine Möglichkeit gäbe um im Zug induktiv die Lautsprecher hören/verstehen könnte, gibt es bisher nicht. Zumindest ist mir nicht bekannt. Jedoch wie Blume bereits erwähnte am InfoSchalter/ServiceSchalter gibt an manchen Bahnhöfe Induktion (oftmals nur an 1 Schalter - indem ein Hinweis mit durchgestrichene Ohr oder ein Hinweis dass Induktiv hören möglich sei. Leider kommt auch vor, dass nicht immer aktiv ist und man den Mitarbeiter ansprechen muss, dass eingeschaltet werden sollte. Ist nur nicht flächendeckend überall vorhanden. Im Ausland gibt es und glaube auch auf manche Deutsche Flughäfen wo ein "Durchgestichenes Ohr" zu sehen sind, kann man in dieser Nähe Induktiv Hören - im Ausland gehts zwar auch aber ob man aufgrund der jeweiligen Sprache mächtig ist steht dann auf einem anderen Blatt ;)

    Leider sind die Lautsprecherqualität nicht im jedem Zug gleich gut zu verstehen. Dann gibt oftmals stress wenn Zug plötzlich verspätung hat oder sonst was. Es gibt dann Situationen, dass man nur bruchstückhaft versteht und wenn ich einen Halt verstehe an dieser mein Zug regulär fährt aber nicht verstehe was damit jetzt auf sich hat. Ich frage dann Mitreisende, aber die Lautsprecher sind für Hörende ebenso schlecht zu verstehen oder es interessiert denen nicht, weil denen nicht zutrifft.

    Das ist dann der Nachteil bei Zugfahrten wenn ausserplanmässig Änderungen dazwischen kommen und in der App verzögert angezeigt wird oder der angezeigte Zug dennoch zeitig abfuhr bis die Passanten auf den entsprechende Gleise ankamen. Man erfährt viel wenn man mit der Bahn fährt, aber wenn auf die Zeit ankommt, kann es stressig werden. Wenn chaos herrscht, suche ich auf dem Gleis nach Bahnmitarbeiter (erst recht wenn ich bei Passanten nicht weiterkomme oder merke, dass die auch nichts wissen/verstehen) und erfrage nach weiteren verlauf zu meinem Zielort.

  • In der App hört man aber keine lustigen Ansagen wie

    "Der ICE 927 aus Bremen Hbf, Ankunft 13:25 zusammen mit ICE 1027 aus Hamburg Altona, Ankunft 13:30, heute ohne Wagen 36, nach München Hbf, Abfahrt heute um 13:35, Wagen heute in richtiger Reihenfolge"

    (gehört am Hannover Hbf Anno 2021)

    Denken muss man sowieso. Warum dann nicht gleich positiv?

  • Gestrige Heimfahrt war etwas stressig, da der Bahnverkehr in FFM sozusagen zusammen brach. Fuhr zwar mit "Bummelzug" aber in der App konnte man null bzw. mit einige Verzögerung spärliche Info ersehen und Lautsprecheransage war schlecht zu verstehen bzw. es wurde ständig was anderes gesagt - grrr war dann mit über 2 Stunden Verspätung zuhause

    Von digitalisierte Info sah ich nicht viel und ist scheinbar in solchen "Notfall" doch nicht ausgereift wenn vorallem mehrere Züge betroffen sind

    Bin gespannt wenn die Sanierungen der DB soweit möglich "fertig sind" ob es danach besser wird wenn in einigen Jahren wieder von vorne los geht 🫣

    Fahre dennoch weiterhin mit DB da meistens in der Regel dann doch klappt oder auf Hilfsbereitschaft der Mitreisende stößt die mir sagen was los ist bzw auf welchen Gleis weitergeht

  • aber in der App konnte man null bzw. mit einige Verzögerung spärliche Info ersehen und Lautsprecheransage war schlecht zu verstehen bzw. es wurde ständig was anderes gesagt

    Wenn die App nicht aktuell ist, so habe ich das Gefühl, dass dann auch die Ansagen nicht mehr wissen. Hier hilft dann leider nur Erfahrung, wie die in der Koordinierungs Stelle ticken (müssen).

    So hatte ich schon den Fall, dass wir fast allein in einen Zug in Duisburg eingestiegen sind, an dem sowohl außen als auch im Zug als Ziel "Essen" stand, wir aber nach Ffm wollten und auch fuhren. Wir wussten, dass der Zug unmöglich nach Essen fahren kann wegen eines Oberleitungsschaden. Die Koordinierung von 1000 Zügen, Streckenabschnitten und Personal während einer großflächigen Störung ist halt doch eine erhebliche Herausforderung. Vor allem wenn Ausweichrouten ohnehin schon keine Puffer haben. Mir graust es schon davor, wenn in solchen Fällen irgendwann ahnungslose KI zum Einsatz kommt.

    Denken muss man sowieso. Warum dann nicht gleich positiv?

  • Wenn die App nicht aktuell ist, so habe ich das Gefühl, dass dann auch die Ansagen nicht mehr wissen.

    Negativ Beispiel heute: Gleiswechsel am Hbf München wurde erst mindesten 30 Minuten nach der Lautsprecher Durchsage in der App bekannt gegeben, οbwοhl ich diese immer wieder aktualisiert hatte.

    Das war 8 Minuten vor Abfahrt. In München kann das schon arg knapp werden, wenn man dann den ganzen Bahnsteig bis zum Kopf zurück laufen muss und am anderen Gleis mindestens bis zur Mitte zum vorderen Zugteil muss.

    Immerhin wurde schon lange an der Anzeigetafel und an beiden betroffenen Gleisen das geänderte Gleis angezeigt.

    Die Durchsage im Kopf Bereich des Bahnhofs habe ich vergleichsweise mühelos verstanden. Als Hörgeräte Träger wäre für mich allerdings die Stimme im Lärm der 16 Züge untergegangen. Mit CI ging das nun.

    Denken muss man sowieso. Warum dann nicht gleich positiv?