„Aus audiologischen Studien gehe hervor, dass die HdO-Geräte ein besseres Hörverstehen ermöglichen …

  • … Prof. Lenartz: ‚Wir reden von drei bis fünf Dezibel. Das ist eine Menge‘“ (Auszug aus Artikel in der aktuellen „Schnecke“). Zuvor heißt es: „‚Fragen wir unsere Patienten, sind sie mit beiden Gerätetypen zufrieden und merken keinen Unterschied‘“.

    Der Grund: Beim HdO-Gerät sind „die zwei Mikrofone optimaler platziert […], also an der Ohrmuschel und nicht am Kopf. Zudem sei das FvO-Gerät größer und schwerer, da es die gesamte Technik in einem Teil aufnehmen müsse.“ Der Professor ergänzt: „‚Es schwebt am Kopf und kann sich nicht einhaken. Der Anpassungsdruck ist hoch, der Magnet könnte die Haut zerstören“.

    In der Folge stehen dann noch weitere Aspekte des Autors (CI-Träger), weswegen er ‚trotzdem‘ die Wahl der Single-Unit nicht bereut.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Nun ich konnte beide Geräte Probetragen FvO und HdO und kann die Aussagen des Herrn Prof Lenartz nicht bestätigen.

    Rechts Cochlear Kanso 1und Kanso 2 CI Modell 512; OP 25.04.2017 Hörschnecke bis auf dem Stumpf entfernt UNI-KLINIK Halle;
    Links HG AMPLI-CONNECT R 5 ON 312 GN seit September 2021.

    Seit dem 25.10.2021 Upgrade auf Kanso 2
    Zubehör: Cochlear™ Wireless Mini Microphone (Minimikrofon 2+); Telefonclip+ von Resound; ReSound TV Streamer 2

  • Nun ich konnte beide Geräte Probetragen FvO und HdO und kann die Aussagen des Herrn Prof Lenartz nicht bestätigen.

    Das eine sind Aussagen auf Basis von Studien und Messergebnisse und das andere sind individuelle Erfahrungen, bei denen jeder für sich entscheidet.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Ich hatte beides und fand das Trage wie auch den Hörmomfort beim HdO besser. Das mit den Mikros ist ja eh klar, je nach Singleunit Platzierung kann das ganz anders aussehen, resp sich anhören. Ist vor allem Beim Richtungshören zentral.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, Cochlear N6/N8 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Keine Frage. Ich gebe die Aussage des Professors wieder, der medizinische / physikalische Aussagen dazu macht (aus der Sicht sind Nachteile bei einer Single-Unit) und zugleich äußert er, dass Patienten häufig keinen Unterschied merken. Auch der Artikelautor hat sich für die SU entschieden. Mit diesen Informationen können nun die, die zwischen SU und HdO schwanken tun, was sie wollen. Man muss ja nicht alles werten.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Das ist aus der Ausgabe 124, ab Seite 40: "Single-Unit-Prozessor auf dem Vormarsch"?

    Ich finde die Aussagen nachvollziehbar und auch, wenn sich jemand dennoch für eine Single Unit entscheidet. Sowas, wie z.B. der höhere Anpassungsdruck auf der Kopfhaut, ist nicht für jede Person gleich bedeutsam. Ideal wäre es, wenn jeder Patient vor der endgültigen Bestellung des Sprachprozessors die verschiedenen Modelle zur Probe tragen könnte. Ich glaube, die Möglichkeit ist nicht jedem gegeben.

  • Naja.. ein kurzzeitiges Probetragen (auch 2-3 Wochen) reicht nicht unbedingt aus, um tatsächlich den Unterschied zu erhören und zu erfühlen. Gerade in der Anfangszeit ändert sich ja das Hören noch sehr stark - fast stündlich / täglich.

    Die Studien zeigen eigentlich das, was in der Selbsthilfe seit Jahren vermutet wird. Patienten mit Nekrosen an der Überträgerstelle sind Großteils Träger der Single Units. Dies bedeutet nicht, dass JEDER ein Problem mit dem stärkeren Magneten bekommt, sondern dass die Wahrscheinlichkeit größer ist, wenn man eine Single Unit trägt. Natürlich können auch HdO-Träger davon betroffen sein -- jedoch aus Erfahrung seltener.

  • Das Angebot eines Probetragens ist besser, als gar nichts und wenn man jetzt bei der Kopfhaut bleibt - auf die ich mich im Beispiel bezogen habe - dann kann man danach vielleicht schon Anzeichen erkennen, ob eine Single Unit passt oder eher nicht. An deutlichen Hörunterschieden kann man das dann wahrscheinlich nicht gut festmachen, da stimmt ich zu.

    Der Hinweis auf die Patienten mit Nekrosen ist gut, da ist ist die Wahrscheinlichkeit von Problemen natürlich größer. Das Formulierung "..., der Magnet könnte die Haut zerstören" ist auch drastisch.

    Davon ab ist das Argument halt da, dass eine Single Unit vollständig von einem Magneten gehalten wird und dieser deshalb stärker sein muss, als ein Magnet, der nur eine Spule und ein Kabel zu halten hat. Wenn gegebenenfalls noch eine dicke Kopfhaut dazukommt, dann könnte sie das auf Dauer schon reizen. Nach der Zeit des Probetragens könnten sich die Patienten die Überträgerstelle begutachten lassen.

  • Moin,

    Ich behaupte mal, dass die meisten Patienten beim HdO bleiben würden, wenn sie die Single Uni erst nach ein, zwei Jahren testen könnten. Bzgl. Hautdefekte weiß ich, dass der gute Prof so manche Defekte gesehen hat. Die Haut wird mit den Jahren dünner nicht mit den Wochen. Das Blöde ist auch dass man die Defekte erst spät sieht.

  • Ich habe ca. 8 Monate einen Single Unit getragen und hatte Probleme mit dem Magneten und der Haut darunter, resp. immer wieder Schmerzen. Nach 2 Tagen HdO war alles weg und ich konnte zum Glück wechseln. Ich fand den SU auch in Punkto Lage der Mikros nicht optimal und vor allem mit Zubehör war er alles andere als praktisch.
    Ich habe nun einen 0.5er Magneten und beim SU einen 2er damit es hielt, das war aber auf Dauer zu stark und viel.

    Die Werbung der Hersteller tönt immer so super gut, SU sei das Beste von allem. Aber schlussendlich spricht niemand von den Nachteilen in diesen Werbungen. Ich habe mich damals zu wenig gut informiert über alle Vor- und Nachteile.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, Cochlear N6/N8 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Also… 2-3 Wochen nach der EA eine SingleUnit testen reicht nicht, um ggf spätere Hautreizungen „aufzudecken“. Denn in der Tat kommen diese nur sehr selten innerhalb weniger Wochen nach EA vor, sondern eher mehrere Monate oder gar Jahre.

    Direkt nach der OP und bis zu einem halben Jahr können noch Schwellungen an der Implantatstelle vorhanden sein. Schwellungen jedoch bedingen meist höhere Magnetstärken. Daher sollte man immer mal wieder - auch nach Jahren noch - schauen, ob nicht ein schwächerer Magnet geht.

    Auch die Vorstellung, dass der Magnet super stramm sitzen muss und auch den SP halten können muss (also ohne dass dieser auf dem Ohr liegt) ist einfach falsch. Beim Magneten gilt: so wenig Stärke wie möglich, so viel wie minimal nötig.

    Ich kenne inzwischen etliche CI-Träger, die nach mehr als 10 Jahren CI-Tragen Probleme mit den Magnetstärken bekommen haben!!

    Hautreizungen sind noch harmlos, können aber auf Dauer zu Dekubiten und Nekrosen führen — und die sind gar nicht mal so selten. Daher ist Wortwahl gar nicht mal so drastisch, sondern leider Realität in vielen Fällen.

  • Denn in der Tat kommen diese nur sehr selten innerhalb weniger Wochen nach EA vor, sondern eher mehrere Monate oder gar Jahre

    Kann ich bestätigen. Ich bin nach der EA mit dem HdO Gerät tatsächlich bei Magnet 5 (von 6!) gelandet, weil mir sogar der 4er noch beim Treppensteigen ständig vom Kopf gefallen ist. Gestartet wurde mit 3. Nach ca. 10 Monaten habe ich dann aber ein leichtes Ziehen an und unterhalb der Tragestelle bemerkt. Von Rötung war da noch nichts zu sehen. Ich habe mir dann selbst bei AB den 4-er Magneten bestellt und der tut es jetzt auch. Das Ziehen hörte auf.
    Bei der nächsten jährlichen Kontrolle im Oktober werde ich mal wieder einen 3-er einsetzen lassen. Mal sehen ob der dann auch schon genügt.

    Ja, kurzfristig scheint es schwer zu sein, die richtige Magnetstärke zu finden.

    Advanced Bionics HiRes Ultra 3D am 01.09.2022 implantiert.

    EA: erfolgt am 29.09.2022

    Seit 03.2024 HG Links: Phonak Naida Link

  • ...und jetzt überlege mal, wenn da nicht nur die Überträgerspule und das Kabel gehalten werden müssen, sondern der gesamte SP die ganze Zeit. Das zieht dann ganz schön bzw. der Magnet muss dafür schon ganz schön stark sein.
    Auf Dauer kann das, bei (haut-)empfindlichen Personen schnell zu Rötungen, dann zu Nekrosen etc kommen.
    Natürlich betrifft das nicht jeden. Es gibt Personen, die eine sehr unempfindliche Haut haben und es mit einer Single Unit dauerhaft gut geht. Aber eben nicht bei allen.

    Und bei einer Single Unit müssen die Magnete stärker sein, denn diese müssen ja deutlich mehr Gewicht an der Stelle halten.

  • Ich habe jetzt nach der OP den 2-er Magneten drauf und bereits nach einer Woche gemerkt, dass dieser zu stark ist. Zum Glück ist der 1-er schon in der Post und wird morgen/ übermorgen eintreffen. Ich glaube, bei Hitze fällt ein starker Magnet noch mehr ins Gewicht, jedenfalls ist es bei mir so. Das brennt dann und weitet sich auf die umgebende Kopfhaut aus. Gestern war es so, ich habe dann tatsächlich kurz Eiswürfel benutzt, das hat soo gut getan. Danach ging es wieder aber am Abend war es dann notwendig, zu lüften. Brillenträger bevorzugen oft ein Knöpfsche und ich kann das nachvollziehen. Viel Platz ist hinter den Ohren meist nicht, aber seit ich eine Brille mit abnehmbaren Bügel habe, nutze ich die Brille schon mal mit nur einem Bügel. Das geht ganz gut, wenn ich nicht hüpfe oder tanze.

    Generell denke ich auch, dass die HdO angenehmer zu tragen sind, da leichter und vermutlic auch bessere Ergebniss bringen. Da das Verstehen aber individuel ist, bleibt es, wie es war: wir müssen die Entscheidung treffen und damit leben.

    rechts AB HiRes Ultra 3D mit HiFocus MS Elektrode

    links Phonak Naida Link

  • Die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht, vor allem bei warmem Wetter ist die Haut schneller gereizt. ich habe HdO Geräte ( Marvel von AB ) , regulär benutze ich 2-er Magnete. Ich habe mir letzten Sommer einen 1-erMagnet besorgt und in meine Ersatz-Überträgerspule gemacht, die hatte ich eh schon. Wenn ich weiss dass ich über Stunden nur zuhause bin kann ich gut den 1-er Magnet benutzen, wenn ich aus dem Haus gehe, stöpsel ich halt kurz um auf meine Spule ( mit Kabel ) mit dem 2-er Magnet. das geht ja ganz fix, seither komme ich auch im heissen Sommer gut zurecht und meine Haut ist nicht mehr gereizt. Ich persönlich bin froh, dass ich kein single-unit Gerät habe, da hätte ich wahrscheinlich grössere Probleme ...

  • Ich habe den Single Unit "Kanso" und Magnetstärke 1 und komme damit super klar. Im Alltag "spüre" ich den Kanso quasi nicht. Ich geniesse es nichts hinter dem Ohr zu haben ausser meine Brille.

    Ich denke es gibt hier nicht richtig oder falsch sondern jeder darf schauen mit was er am besten klar kommt. ;)

  • Huhu,

    natürlich soll jeder das nehmen mit dem er (wahrscheinlich) am Besten klar kommt bzw. das, was seinen persönlichen Vorlieben entspricht. Dafür gibt es ja auch schließlich die Wahlmöglichkeiten.


    Allerdings sollte man auch hinsichtlich (im Idealfall aller) Vor- und Nachteilen aufgeklärt werden. Dies ist leider oft nicht der Fall und zu den SingleUnits gehört -- zumindest finde ich dieses so -- auch die Information, dass es hier viel häufiger zu Problemen mit Hautirritationen etc kommen kann.

  • ja, so ist es, ich hatte auch gar nicht damit gerechnet, dass ich Hautirritationen kriegen könnte, die sind erst mit der Zeit aufgetreten, ca. ab dem 3. Jahr ... irgendwie scheint die Haut mit der Zeit dünner geworden zu sein ... es ist auf jeden Fall gut, wenn man im Falle von Hautrötungen gleich reagiert, bzw. gegensteuert mit der Magnetstärke, und / oder Hautpflege, damit sich keine dauerhaften Hautschädigungen entwickeln.