Komme aus Nähe Würzburg, Hörverlust 86 bzw. 90%

  • Hallo Gemeinde,

    bin ganz neu hier und möchte mich kurz vorstellen:

    Mein Hörverlust begann (merklich) mit 30 Jahren, da bekam ich die ersten Hörgeräte. Mittlerweile, 17 Jahre später, bin ich beidseits an Taubheit grenzend schwerhörig. Hörverlust rechts 90% und links 86%. Beide Ohren haben sich gleichmäßig über die Jahre verschlechtert. Wahrscheinlich genetisch bedingt, da meine Mutter und meine Oma (mütterlicherseits) auch kaum noch was hören. Bei meiner Mutter fing es allerdings erst mit ca. 60 Jahren an.

    Ich dachte immer, für ein CI muss man schon eine ganze Weile kaum bis gar nicht mehr mit Hörgeräten zurecht kommen und ich hatte richtig Horror vor dieser Zeit (die mir ja sehr wahrscheinlich blühen würde).

    Jetzt habe ich den HNO gewechselt, und diese Ärztin hat Erfahrung mit CI und ist offen dafür.

    Sie hat, nachdem wir einen Hörtest gemacht haben, mir gleich eine CI-Versorgung nahe gelegt. Eigentlich war ich "nur" wegen meines Tinnitus bei ihr.

    Darüber nachgedacht hatte ich ja auch schon länger, aber bisher immer nur theoretisch, da ich ja dachte, dass ich dafür noch zu gut hören würde.

    Daher war diese Empfehlung erstmal ein kleiner Schock, positiv wie negativ.

    Mittlerweile tendiere ich allerdings sehr in Richtung CIs, habe im März das erste Gespräch im Würzburger CHC/ Uniklinik. Und kann es tatsächlich kaum mehr abwarten.

    Habe jetzt schon so viel gelesen und hier im Forum eure Berichte gesehen... Ich möchte einfach nur, dass es los geht. Auch wenn ich natürlich Schiss habe vor der OP und vor dem neuen Hören.

    Jetzt hoffe ich nur, dass ich nicht abgewiesen werde, weil ich evtl. noch "genug" verstehe....

    Werde euch später noch mein aktuelles Audiogramm anhängen, falls das wen interessiert ;)

    Soweit von mir, ich freue mich über weiteren Input hier und vielleicht sogar den ein oder anderen Kontakt!

    Eure Caro76

    HG-Trägerin seit 2007, seitdem gleichmäßige Verschlechterung

    mittlerweile beidseitig an Taubheit grenzend Schwerhörig (Hörverlust 90% bzw. 86%)

    CI rechts seit 30.08.2024 - Med-El Synchrony 2 FlexSoft - Rondo 3 - EA am 30.09.24

    Edited 2 times, last by Caro76 (January 12, 2024 at 4:23 PM).

  • Hallo und willkommen hier im Forum:-)

    Es kann sein, dass du einen Hörtest mit HG machen musst, wieviel Einsilber du damit verstehst, da CI's nach meiner Kenntnis erst ab weniger als 40 oder 50% Einsilberverständnis verordnet werden. Bei dem bei dir noch vorhandenen Hörrest gehe ich aber auch von einer CI-Versorgung aus...

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Hi Terry und Danke 😊

    Ja, das mit dem Sprachtest mit HG habe ich auch gehört.

    Habe tatsächlich "Bedenken", dass ich noch zu gut höre (so blöd das klingen mag), trotz nurnoch 10 bzw. 14% Rest gehör.

    Da ich ja gefühlt noch einigermaßen zurecht komme.

    Stelle mir unter 40% Sprachverständnis etwas anderes als meine Hörsituation vor.

    Bei 40% ist doch kaum mehr eine Verständigung möglich, denke ich?

    Das kriege ich ja aber noch einigermaßen hin, auch wenn ich oft nachfragen muss und so manches (bei Gesprächen mit mehreren z.B.) auf der Strecke bleibt.

    Das würde mich tatsächlich sehr interessieren: Wer hatte denn 40/50% Sprachverstehen vor den CIs und kann mir in etwa beschreiben, wie gut man damit noch hören konnte?

    HG-Trägerin seit 2007, seitdem gleichmäßige Verschlechterung

    mittlerweile beidseitig an Taubheit grenzend Schwerhörig (Hörverlust 90% bzw. 86%)

    CI rechts seit 30.08.2024 - Med-El Synchrony 2 FlexSoft - Rondo 3 - EA am 30.09.24

  • Glaub mir, auch mit HG wirst du von den Einsilbern keine 40 oder 50 % verstehen.

    Hörst du "al", kann das tatsächlich Saal, fahl, Tal, kahl, Mahl usw. heißen.... Einsilbertest bedeutet, dass du keine Sätze sondern nur kurze Wörter verstehen sollst.

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Herzlich Willkommen auch von mir hier im Forum!


    Ich würde auch erst einmal das Ergebnis vom Hörtest abwarten.

    Diese Einsilber sind auf jeden Fall aussagekräftiger, als wenn man Töne hören und dann auf ein Knöpfchen drücken muß. Geräusche, bzw. manche Frequenzen kommen ja immer noch gut an, und das auf jeden Fall besser, als Dinge, die man so richtig verstehen und nachplappern muß!

    Habe tatsächlich "Bedenken", dass ich noch zu gut höre (so blöd das klingen mag),

    Verständlich!

    Aber eigentlich schon ein guter Indikator, neben dem persönlichen Gefühl, daß man hörtechnisch nicht mehr im Alltag klar kommt.

    Eigentlich wird ja mit der OP so lange gewartet, bis nichts mehr anders helfen kann.

    Manchmal gibt es ja vielleicht noch ein weiteres Hörgerät, womit man die nächsten Jahre noch sehr gut überbrücken kann, bevor nichts mehr anderes, als ein CI übrig bleibt. Das kann man noch prima testen. Bevor es zum nächsten neuen Hörgerät geht, wird ohnehin einiges an Modelle probegetragen.


    Ich drücke Dir die Daumen, daß Dir so gut es geht, geholfen werden kann!

    Schönen Gruß

    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Hallo in die Runde,

    Sheltie - weißt Du was die Hintergründe sind, weshalb mit einer OP so lange gewartet wird, bis nichts anderes mehr helfen kann? Sicherlich ist die OP wohl die letzte Instanz des Möglichen, doch kann das Endergebnis nicht sogar besser sein, als es mit einem HG je war? Ich lese so häufig, dass Menschen mit einem CI deutlich besser hören/verstehen, als es mit HG der Fall war. Weshalb zögert man es von Seiten der Medizin dann bis zum letzten Drücker raus, wenn doch eigentlich bereits früher jemand in den Genuss von mehr Lebensqualität kommen könnte?

    LG

  • Weil es auch was Endgültiges hat.


    Man darf eines nicht vergessen, auch wenn kein, oder nur sehr schlechtes Sprachverstehen vorhanden ist, kommt noch was an den Ohren heran. Wenn dies mit echt noch sehr guten Hörgeräten "aufgefangen" werden kann, prima.
    Eine Op kann helfen, daß man wieder besser verstehen kann, aber man verliert auch den letzten Hörrest, den man JETZT noch hat, sprich, was Du eventuell noch nachts ohne HG mitbekommen kannst! Das wird zwangsweise mit "kaputt" gemacht. Auch wenn die Ärzte versuchen, so schonend wie möglich die Op zu machen um so viel wie möglich an Hörresten "retten" zu können. Dafür gibt es halt keine Garantie.

    Solange eine reelle Chance besteht, so sollte diese auch genutzt werden.
    Schaden kann es auch nicht! Dies kann man immer leichter ausprobieren, und immer noch feststellen, daß es nichts bringt und den letzten Schritt gehen.
    Umgekehrt ist das schwer möglich. Man kann nicht sagen: "Öh, das CI ist leider Mist, lieber wieder zurück zum HG".


    Und ich könnte mir vorstellen, daß eine reine Hörgeräte Versorgung immer noch deutlich günstiger ist, als eine CI Op. Da trägt man unter Umständen wohl einen kleinen Wohnmobil am Kopf, rein bildlich betrachtet.

    Schönen Gruß

    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Da ich ja gefühlt noch einigermaßen zurecht komme.

    Zuerst mal ein herzliches Willkommen. Ich gehe davon aus, dass du auch sehr viel von den Lippen abliest. Wie schaut es aus, wenn du deinen Gesprächsparter:innen nicht ins Gesicht schauen kannst? Oder wenn du mit Freunden im Restaurant bist usw.? Da war bei mir meistens Schluss. Mit einer einzelnen Person ging es bis zu einer gewissen Lautstärke. Aber wehe ich war in meinem Lieblingsbesen. Recht klein und gemütlich und dementsprechend laut, weil alle eng zusammensitzen.

  • Hey Keppy,

    Lippenlesen tue ich eher unbewusst. Aber ja, wenn sie die Person dann wegdreht, wirds sehr schwierig.

    Bei Unterhaltung mit mehreren ist das größte Problem, dem Thema zu folgen, wenn sich andere miteinander unterhalten und nicht direkt mit mir.

    HG-Trägerin seit 2007, seitdem gleichmäßige Verschlechterung

    mittlerweile beidseitig an Taubheit grenzend Schwerhörig (Hörverlust 90% bzw. 86%)

    CI rechts seit 30.08.2024 - Med-El Synchrony 2 FlexSoft - Rondo 3 - EA am 30.09.24

  • Lippenlesen gewöhnt man sich automatisch irgendwann an. Mein erster HNO damals, hat mir das sehr eindrucksvoll aufgezeigt. ;) Beim Erstgespräch hat er sich dann mal kurz meine Akte vors Gesicht gehalten und mich dann gefragt, ob ich ihn immer noch verstehe. Musste ich dann verneinen. Hätte mich davor jemand gefragt, ob ich da bewusst von den Lippen lese, hätte ich das ebenso verneint. Gruppenunterhaltungen sind als Person mit Hörminderung immer ein Problem. So schnell kann ich den Kopf gar nicht drehen, um da alles mitzubekommen. Ist auf Dauer exrem frustrierend.

    Im engsten Freundeskreis habe ich allerdings überwiegend nur Leute, die darauf achten. Und da wird dann auch unterstützt ala "Der Niko sagte gerade.....". Eine meiner besten Freundinnen muss mich nur anschauen und sie weiß dann, dass ich gerade gar nicht mehr mitkomme. Dann wiederholt sie dann eben, um was es grade geht und ich bin wieder halbwegs drin im Gespräch. Mit anderen klappt sowas mal mehr mal weniger gut. Ich habe aber auch nicht den Anspruch an meine Mitmenschen, dass sie immer und zu 100% auf mich Rücksicht nehmen.