Wie ist das Musikhören mit CI

  • Hallo Forum,

    ich war einige Zeit nicht hier. Eine Entscheidung zum CI ist auch noch nicht gefallen. Allerdings waren die letzten zwei Jahre auch so strubelig das ich gar nicht weiter darüber nachgedacht habe aus lauter Stress.

    Gestern habe ich dann maien Musikanlage eingemessen und dabei ist mir wieder schmerzlich hoch gekommen wie sehr ich doch das Musikhören mit zwei Ohren vermisse.

    Der Klang ist immer noch toll für mein gesundes Ohr aber die Bühne fehlt einfach.

    Wer ist hier noch Hifi Affin und kann mir sagen ob ich das mit viel üben wieder bekomme mit einem CI?

    Meine große Angst ist das ich nachher zwar wieder auf dem rechten Ohr hören kann aber alles verfälscht ist. Ich komme so weit mit der Cross Versorgung klar aber gerade bei Musik fehlt mit einfach das Orten der Instrumente und Sänger.

    Ich habe mich früher über das Musikhören entspannen können. Seit meinem Höhr Verlust komme ich nicht mehr runter weil mir die Entspannung fehlt.

    Ich hoffe es gibt hier User die mein Geschreibsel verstehen können.

    Es Grüßt der Jürgen.

    Rechts normal hörend (Marke Fledermaus :) )

    Links nach Hörsturz zu 100 % taub,

    Seit fünf Jahren mit Crossversorgung

  • Das kann man pauschal nicht sagen. Manche Musik aus der Zeit meines besseren Hörens erkenne ich leider jetzt nicht mehr wieder, weil einfach die Dynamik und die Bässe fehlen.

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2

    rechts: ab 01.04.2026 Implantat rechts
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...

    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Du bist SSD oder?
    Dann wird dein Hirn die Musik des gesunden Ohrs und die des CI-Ohrs mischen und es tönt gut. Wenn du nur mit dem Ci hörst, tönt Musik blecherner, weniger deutlich und der Tonumfang des Cis ist halt sehr beschränkt.
    Ich höre gerne Musik von Klassik bis AC/DC und finde Musik mit Ci und gesundem Ohr gut, alleine streaming übers CI finde ich aber sehr bescheiden und hat wenig mit der Musik zu tun die mein gesundes Ohr hört.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, Cochlear N6/N8 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Wer ist hier noch Hifi Affin

    Ich war noch nie HiFi Affin gewesen, so wie Du das beschreibst.

    Einer aus der Berufsschule schon, was der da so erzählte, das war für mich zwar spannend gewesen, aber sonst eben nichts.

    Aber ich habe auch gemerkt, daß so manch ein Normalhörender ebenso geantwortet hatte, wie ich. Ist also nicht nur die Sache vom Hören können, sondern man muß halt einfach auch ein Faible für haben.


    Eines vorweg, ich war vor meiner CI Zeit schon seit meiner Kindheit schwerhörig gewesen. Auch wenn ich normalhörend geboren bin, so kann ich mich daran nicht erinnern.

    Bin aber, so wie Du, total Musikbegeistert. Ich höre gerne und viel, dann auch noch querbeet, Musik.

    Ich kann mich damit und dabei auch einfach nur herrlich entspannen.


    kann mir sagen ob ich das mit viel üben wieder bekomme mit einem CI?

    Also, da mir Musik so ziemlich wichtig gewesen war, habe ich von Anfang an selbst für mich geübt.

    Habe gelauscht, was und vor allem, wie es bei mir ankommt, und mir dann ein Konzept überlegt, damit ich ein Art Plan habe, aber mich auch nicht zu sehr unter Druck setze und vor lauter Frust auch noch damit aufhöre.

    Also, ja, bei mir hat das geholfen. Ich kann mit beiden CIs Musik hören.

    Da ich ja nur mit meiner reinen HG Zeit vergleichen kann, so kann ich sagen, daß sich manche Stücke, die ich erst kurz vor dem Hörsturz, oder auch nach meinem Hörsturz gehört habe, JETZT anders klingen, weil einfach da schon zu viele Töne "weg" gewesen war, und die Stücke "verfälscht" hatten, was aber trotzdem schön klang.

    Jetzt klingt es deutlich anders, manchmal noch ungewohnt, aber nicht immer unschön.

    Aber die ganz alten Stücke, und auch die komplett Neuerscheinungen, die kann ich wirklich genießen. Es klingt für mich total schön, und auch total natürlich!


    Bei Dir wird der deutliche Unterschied sein, daß Du auf der anderen Seite normalhörend bist.

    DAS wird auf jeden Fall Dein dominateres Ohr sein, was auch gut so ist!

    Dein CI wird es, so gut es kann, Dich unterstützen dabei! Aber, es braucht halt seine Zeit und eben viel Arbeit! Darauf wirst Du Dich besser einstellen müssen!

    aber gerade bei Musik fehlt mit einfach das Orten der Instrumente und Sänger.

    Ich kann Dich so gut verstehen!

    Jetzt, mit den CIs klappt das bei mir sogar viel besser, als früher!

    Ich habe, ob ich nun per Kopfhörer meine Musik höre, oder in einem ruhigen Moment per Anlage, auch dieses Raumgefühl. DAS hatte mir einen regelrechten WOW Effekt bescherrt, gerade bei Orchesterstücke. Oder auch Chorgesang mit vier Stimmen, denn so hatte ich es bis dahin noch nie wahrgenommen! Das war so ein toller Moment für mich gewesen, als es mir aufgefallen ist, WAS ich da gerade gehört hatte. Auch jetzt noch, es ist einfach nur toll, daß ich das nun kann - und dies wird im direkten Vergleich zu Normalhörenden immer bescheidener ausfallen!

    Also ist, so gesehen, für mich beide CIs auf jeden Fall eine Bereicherung!

    Und der steinige Weg bis dahin, wo ich jetzt gekommen bin, war auf jedem Fall wert gewesen, den zu begehen.


    Möglich ist aber sehr wohl, daß ein Normalhörender dies etwas anders empfinden wird. Ein CI kann zum HG eine Verbesserung darstellen, während es für einen Normalhörende immer eine deutliche Verschlechterung sein könnte. Was auch logisch ist! Mit dem CI bist Du dann halt Schwerhörig.

    Trotzdem kann es Dich auf jeden Fall unterstützen. Und Stereohören sollte auf jeden Fall möglich sein, vor allem dann, wenn Du es früher auch schon gut konntest!

    Meine große Angst ist das ich nachher zwar wieder auf dem rechten Ohr hören kann aber alles verfälscht ist.

    Darauf wirst Du Dich definitiv einstellen müssen!

    Anfangs wird es komisch klingten. Und zwar total. Es wird sich erst einmal nicht natürlich anhören. Eher blechernd, vielleicht zu sehr nach Roboter. Anfangs werden die Einstellungen ohnehin noch nicht so richtig sein, so daß ab und an eben noch an diesen Stellschrauben gedreht werden muß, was auch heißt, daß man zwischendurch wieder "neu" mit anderen ungewohnten Klang arbeiten muß.

    Das Gehirn ist in diesem Fall echt ein Supermuskel, ein Wunderwerk, ein Tausendsassa. Es wird sich anpassen, sich darauf einstellen, und alles gehirnmögliches machen, damit es natürlicher klingt.

    Aber, stell Dich darauf ein, daß es eben "Arbeit" ist. Da heißt nur eines: wirf die Flinte nicht zu schnell ins Korn!

    Passe lieber Dein Training und Deine Übungen an.

    Sprich, mach es Dir nicht zu schwer!

    Natürlich soll man es sich auch nicht zu einfach machen, und bißchen Herausforderungen ist immer gut! Aber, achte auf Deinen Gemütszustand. Wenn Du ohnehin gerade nicht gut drauf ist, dann mach etwas, was mehr Erfolg verspricht. Denn dadurch bleibst Du motivierter! Bist Du dann gut drauf, kannst Du alles absichtlich schwerer gestalten, wo Du auch mal so richtig gefordert bist, und dann fühlen sich wenige Erfolge im großen Ganzen trotzdem gleich dreimal so gut an!

    Schönen Gruß
    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015; seit 2024 N8

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Also, da mir Musik so ziemlich wichtig gewesen war, habe ich von Anfang an selbst für mich geübt.

    Habe gelauscht, was und vor allem, wie es bei mir ankommt, und mir dann ein Konzept überlegt, damit ich ein Art Plan habe, aber mich auch nicht zu sehr unter Druck setze und vor lauter Frust auch noch damit aufhöre.

    Hallo Sheltie,

    dein Konzept würde mich an dieser Stelle interessieren (gerne auch per PM, sofern möglich/erwünscht). Ich hoffe es ist allgmein ok, wenn ich mich hier in die Unterhaltung mit einklinke. Denn auch ich höre liebend gerne Musik. Aktuell, da nur einseitig implantiert und noch ganz frisch dazu, ist halt mein normales Hörgerät mit dem Smartphone gekoppelt und ich lasse darüber meine Playlists laufen. Hast du einfach nur immer wieder über deine CI Musik gehört (gekoppelt mit Smartphone) oder gemischt über die Stereoanlage? Und hast du mit deinen Lieblingssongs angefangen? Mein Ansatz wäre aktuell, einfach CI koppeln und direkt meine Lieblingssongs darüber abspielen, weil ich halt genau weiß, wie sie sich für mich anhören müssen. Freue mich über jeden Input, den ich bekomme.

    Grisu1965

    Mein CI auf der rechten Seite ist erst wenige Tage eingeschaltet. Daher kann ich auch nur wenig zu deinen Fragen beisteuern. Ich kann dir nur berichten, wie es sich aktuell bei mir verhält. Wie hier schon erwähnt, hört sich zuerst mal alles recht blechern und mit zu viel Höhen an, wenn ich übers Radio im Auto zB. Musik laufen habe. Auch ein gewisser Nachhall ist dabei, der sich aber laut meinem Akustker irgendwann legt. Meine Anlage habe ich noch gar nicht getestet. Ich habe nur mal mein CI mit dem Smartphone gekoppelt und darüber etwas Musik gehört. Rein über das CI hört es sich nicht wirklich gut an. Ich bin aber auch noch ganz am Anfang meiner Hörreise.

    Im Auto empfinde ich es jetzt nicht ganz so schlimm. Da ich, wenn auch überzeichnet, jetzt auch die Höhen wieder wahrnehme. Die Mischung aus normalem Hörgerät links und CI rechts, ist jetzt für mich nicht ganz so krass, wie wenn ich nur über das CI höre. Mein Hirn scheint da irgendwie den Equalizer anzuwerfen und das schon jetzt etwas zu mischen. Zumindest kam mir das gestern bei der Heimfahrt von meinem 2. Anpassungstermin so vor. Aber das ist, wie alles andere auch, von Mensch zu Mensch sehr individuell. Und ich würde mich selbst jetzt auch nicht als Hifi-Affin bezeichnen. Ich höre einfach nur gerne Musik. Ich will es letztlich wie Sheltie machen und üben, üben, üben. Denn irgendwann werde ich auch mein linkes Ohr mit CI versorgen.

  • Und hast du mit deinen Lieblingssongs angefangen?

    Das würde ich grundsätzlich empfehlen, denn genau aus diesem Grunde:

    weil ich halt genau weiß, wie sie sich für mich anhören müssen. Freue mich über jeden Input, den ich bekomme.


    Je nach dem, was man so gerne hört.

    Wenn es Techno ist, so könnte dies unter Umständen genau das sein, was besonders schwer ist zum Reinkommen.

    Und was als erstes von Ton am CI gut ankommt, würde ich auch das als Start empfehlen.

    Bei mir klang zum Beispiel Gitarre und Klavier total besch.......

    Pan, Klarinette klangen von Anfang an total gut!

    Höre ohnehin gerne Panmusik, ist auch recht ruhig. Also habe ich unter anderem auch damit angefangen, neben meiner Lieblingsmusik Pop aus den 80er.

    Ich habe alles nur auf mich praktisch "einrieseln" lassen, und dann versucht, die Hauptmelodie herauszuhören, quasi das Hauptinstrument *einzufangen" und zu folgen. Klappte dies gut, versucht, dies auch mit einem weiteren Instrument im Stück zu machen.

    Ein bißchen kann man auch in meinem Thread nachlesen, wie ich es gemacht habe.

    Ansonsten kannst Du mich auch bei speziellen Fragen gerne per PN anschreiben.

    Schönen Gruß
    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015; seit 2024 N8

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Bei mir hat das Musik hören mit der zweiten CI Implantation geendet.

    Das ist kein Vergnügen mehr, alte Musikstücke die melodisch noch im Kopf sind, kann ich teilweise erkennen.

    Aber viele auch nicht mehr, weil sie sich total anders mit CI anhören.

    Neue Musik, chancenlos, das hört sich alles auch noch nach fast 20 Jahren implantiert total schräg an.

    Aber, ich habe mich daran gewöhnt, habe andere Schwerpunkte im Leben gesetzt, die Musik nicht mehr tangieren.

    Man muß sich halt anpassen, Sachen der Vergangenheit nachzurennen, die kaum noch zu erreichen sind, ist pure Kraft- und Zeitverschwendung.

    Viel wichtiger ist es, Sprache besser zu verstehen und dafür sind die Sprachprozessoren vorrangig ausgelegt.

    Gruss
    leo

  • Ich habe die gleiche Ausgangssituation mit einem CI und musikalisch ausgebildetem Zweitohr. Den Unterschied zwischen CI-Hören und normalem Hören finde ich auch nach knapp einem Jahr noch extrem. Durch Training konnte ich bereits einiges erreichen, allerdings bleiben z. B. mehrstimmige Stücke mit vielen Instrumenten nach wie vor unbefriedigend.

    Ähnlich wie Nikita empfinde ich aber die Mischung beim beidseitigen Hören als totalen Gewinn: Ich gehe häufig in Konzerte, höre auch gerne Musik und musiziere auch selbst wieder. Ich würde nie auf die Idee kommen, mein CI beim Musikhören abzunehmen, weil dann tatsächlich der Stereoeffekt fehlen würde. Offenbar bastelt sich das Gehirn automatisch einen stimmigen Gesamteindruck zusammen. Wichtig für mein Musikhören ist allerdings, dass der Klang eher zentral kommen muss, damit die Mischung funktionieren kann. Wenn ich inmitten von Sängern stehe, merke ich, dass es rechts und links unterschiedlich klingt, und ich gerate total durcheinander.

    links: ehemals an Taubheit grenzend, OP am 10.1.23, EA am 26.1.23 mit Rondo 3

    rechts: normal hörend

  • Es ist interessant wie unterschiedlich das doch von jedem Beschrieben wird. Klar ist es kann mit dem CI ja nur besser werden. Jetzt bin ich ein Mono. Da kann man mit leben aber dann muss man auch de Nachteile akzeptieren.

    Was mir aber immer durch den Kopf geht und wo ich ehrlich angst vor habe: Was ist wenn es bei noch einem Hörsturz auf dem gesunden Ohr noch mal passiert?

    Wie lange wart ihr im Arbeitsleben denn Krank geschrieben nach der CI OP? Der Grund der Frage ist das ich Momentan in ATZ (Alterszeilzeit) bin und noch 2,5 Jahre habe bis ich in die passive Phase gehe. Normal müsste ich die Zeit nacharbeiten. Ich kläre das gerade mit meinem Arbeitgeber ab.

    Wenn ich es jetzt mache hätte ich natürlich bereits 2,5 Jahre die ich Trainieren konnte. Warte ich ist die Zeit verloren.

    Ich möchte aber noch mal auf das Musik hören zurück kommen. Ich habe Beiträge von SSD lern hier im Forum gelesen, leider finde ich es nicht mehr, wo ein User schreibt das er ein Medel Implantat hat und selbst mit dem CI Musik hören kann wie früher. Sollte das wirklich gehen?

    Eigentlich habe ich aber nichts zu verlieren. Jetzt bin ich auf dem Ohr Taub und ein Mono. Mit CI wäre es auf jede Fall eine Besserung da ein Ortungshören wieder gegeben wäre. Am meisten fällt es mir auf wenn ich wieder mal das Flugzeug oder den Hubschrauber am Himmel suche. Mein Nachbarn lachen immer schon wenn sie mich Grüßen und ich mich erst mal im Kreis drehe weil ich nicht weiß woher die Stimme gekommen ist.

    Was ich damit sagen will: Für mich wäre es auf jede Fall einen Verbesserung egal wie das Musikhören nachher ausfällt. Zur Not kann ich das CI ausschalten und mein gewohntes Klangerlebniss eben in Mono hören.

    Da ich umgezogen bin werde ich mir im Januar einen Termin bei einem HNO holen und mit ihm besprechen wie es dann weitergehen soll mit dem CI.

    Es Grüßt der Jürgen.

    Rechts normal hörend (Marke Fledermaus :) )

    Links nach Hörsturz zu 100 % taub,

    Seit fünf Jahren mit Crossversorgung

  • Sheltie

    Danke für deine Rückmeldung. Da liege ich ja gar nicht mal so falsch mit meinem Weg. Werde mich gerne erst mal durch deinen Thread lesen, bevor ich mit spezifischen Fragen auf dich zukomme. Musiktechnisch bin ich auch ein Kind der 70er/80er. Allerdings höre ich auch viel Rock, Hardrock aus der Zeit und absoluter Favorit ist und bleibt einfach AC/DC. Ansonsten habe ich in jüngeren Jahren selbst Keyboard und Schlagzeug gespielt, was dann auch noch Tanzmusik aus der Zeit und früher beinhaltet.

    Wie lange wart ihr im Arbeitsleben denn Krank geschrieben nach der CI OP?

    Ich habe mich mit meiner Hausärztin deswegen abgesprochen, da ich in einer Werkstatt arbeite, wo es dann mit einseitiger Hörgeräteversorgung und dem Krach drumrum, für mich einfach noch schwieriger geworden wäre. Zudem besteht immer die Möglichkeit, dass ich mir mal an einer Hebebühne dumm den Kopf stoße. Dies wollte ich direkt nach der OP dann auch so lang es geht, vermeiden. Habe ich auch meinem Meister und meiner Teamleiterin so kommuniziert.

    Da meine OP mMitte November so nah am Weihnachtsurlaub war, hat mich meine Hausärztin bis einschließlich 22.12. krankgeschrieben. Vom Krankenhaus selbst bin ich vom 15.11.- 24.11. krankgeschrieben worden. Für den 14.11. hab ich eine Bescheinigung für meinen Arbeitgeber bekommen. Da war die Vorbesprechung. Ab kommende Woche hab ich dann Urlaub bis Mitte Januar. Bei einem anderen Beruf hätte ich es auch davon abhängig gemacht, ob ich da oft telefonieren muss oder dergleichen. Im öffentlichen raum war es mit nur einem Hörgerät oft sehr schwer, überhaupt alles zu verstehen. gerade beim Einkaufen, wenn dann an der Kasse wegen was nachgefragt wird oder beim Bäcker oder Metzger.

    Der Grund der Frage ist das ich Momentan in ATZ (Alterszeilzeit) bin und noch 2,5 Jahre habe bis ich in die passive Phase gehe. Normal müsste ich die Zeit nacharbeiten. Ich kläre das gerade mit meinem Arbeitgeber ab.

    Ist bei den ehemaligen Kollegen bei mir aus der Abteilung eigentlich immer recht entspannt gehandelt worden. Zumindest wenn ein trifftiger Grund vorlag. Einer der Kollegen hatte eine schwere Sprunggelenks-OP. Der ist inklusive Reha fast ein komplettes Jahr weg gewesen. Ein andere Kollege hat ein neues Kniegelenk bekommen und entsprechend lange gefhlt. Trotzdem haben Sie die Zeit nicht nacharbeiten müssen. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich in einer großen Firma arbeite. da mag das anders sein, wie bei deutlich kleineren Unternehmen. Abgesehen davon machst du diese OP ja nun auch nicht gerade aus Spaß an der Freude, um dich vor der Arbeit zu drücken. Es geht ja auch um deine Lebensqualität, die dazugewinnen kannst. Falls ihr sowas wie einen Behinderten-Betriebsrat und/oder eine Sozialstation habt, die beiden im Notfall mit ins Boot nehmen oder zumindest mal ein Beratungsgespäch mit denen führen.

  • Liebe Leute

    Grisu ist SSD, sprich hört auf einem Ohr normal und möchte vielleicht auf dem anderen Ohr ein CI. Das ist nicht vergleichbar mit jemandem der zwei CIs hat oder auf beiden Ohren hochgradig schwerhörig.

    Der Beitrag wegen Medel und dem normal Musikhören ist unmöglich, da jedes Ci, unabhängig vom Hersteller, einen viel kleineren Tonumfang hat als das normale guthörende Ohr. Mit jedem Ci wird Musik nicht natürlich klingen können, da ganz einfach ein grosser Umfang an Tönen fehlt die ein normales Ohr hört.

    Bei mir war die treibende Kraft zum Ci die Angst, dass meinem guten Ohr auch etwas passieren könnte und ich dann plötzlich ganz taub da stehen würde. Richtungshören ist trainierbar, aber da muss man auch üben damit man das dann wieder im Griff hat.
    Hören bleibt auch mit dem Ci anstrengend und braucht Training, aber immerhin hört man auf dem zweiten Ohr dann wieder etwas.

    Ich wünsche dir viel Erfolg und eine gute Entscheidungsfindung!

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, Cochlear N6/N8 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Die Überschrift ist: Wie ist das Musikhören mit CI.

    Da haben aus meiner Sicht auch Träger von zwei CIs das Recht, ihr subjektives Empfinden mitzuteilen. Und ich habe Medel nur dazugeschrieben, weil ich mich wegen der Chance auf einen möglichst natürlichen Musikgenuss dafür entschieden habe.

    Und auch wenn es bei mir technisch unmöglich ist, empfinde ich so.

    Allerdings nur mit beiden Seiten zusammen.

  • Sollte das wirklich gehen?

    Es gibt halt keine Garantie.

    Auch nicht, wenn man meint, nach langer und gründlicher Recherche, sich für "DEN richtigen Hersteller" entschieden zu haben.

    Und es kommt immer ein bißchen darauf an, was man nach der OP selbst so alles an "Arbeit" reinsteckt, um zum Ziel zu kommen. Ziele können helfen, das Training zu fokussieren. Allerdings sollte man auch mit ein paar "Abstrichen" rechnen, und dann mit Kompromisse ein leicht verändertes Ziel die Übungen fortsetzen. Hauptsache, man holt für sich selbst das bestmöglichste mit dem CI heraus.

    Es sollte wirklich auf jeden Fall klar sein, daß ein CI niemals so werden kann, wie ein "normales Ohr", als beim Normalhörenden!

    Das darfst Du niemals vergessen!

    Ich könnte mir vorstellen, daß Du - mit Übung - trotzdem stereomäßig Musik wieder genießen kannst, weil eben die normalhörende Seite total dominant ist, und das Gehirn die CI Seite einfach der Hörsituation anpaßt, das bestmöglichste herausholt, und es dann gut klingen kann. Aber auch da bedarf es halt eben Übungen, Geduld, und Zeit für das Gehirn, sich an alles zu gewöhnen.


    Eigentlich habe ich aber nichts zu verlieren.

    Denke ich mir auch.

    Selbst, wenn es mit Musik nicht so hinhauen sollte, oder nur deutlich länger dauern dürfte, so könntest Du zumindest gutes Sprachverstehen auf die Seite zurück bekommen. Das ist ja auch mal was. Entspanteres Hören, weil man seinen Kopf nicht mehr so derart verdrehen muß, um besser hören, verstehen zu können.

    Und ich kann mir vorstellen, daß dies hier:

    Mit CI wäre es auf jede Fall eine Besserung da ein Ortungshören wieder gegeben wäre.

    auch wieder eintreten wird.

    Du konntest schon mal Richtungshören! Dein Gehirn kennt das also schon.

    Also solltest Du dann keine "Lachnummer" mehr für Deine merkwürdige Nachbarn sein.

    Schönen Gruß
    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
    rechts: CI422(SRA), N6, Okt 2015; seit 2024 N8

    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr

  • Moin,

    Ich habe noch keinen SSD getroffen, der behauptet, dass er mit dem CI so hört wie früher. Das CI ist eine Krücke. Gleichwohl empfinden die meisten SSD das CI als hilfreich in allen Lebenslagen also auch beim Musikhören.

    Beidseitig Betroffene sagen durchaus, ich höre wie früher, aber die haben keinen Vergleich zu einem gesunden Ohr. Wenn man fragt, ob sie denn normal hörend waren und ob sie wirklich so gut und auch so leicht verstehen wie früher, kommt dann doch heraus, dass dem CI eine langjährige Schwerhörigkeit voraus ging, oder zugegeben wird, dass man hier und da doch schlechter versteht als Normalhörende.

  • Leute bitte keinen Streit, ich bin über jede Meinung dankbar und mir ist klar das jemand der keinen Vergleich zum "Normal hören" hat das CI anders empfindet wie jemand der durch widrige Umstände plötzlich einseitig oder sogar ganz taub ist.

    Bitte schreibt aber dabei wie eure Ausgangslage war. Das macht es mir und anderen dann doch leichter den Beitrag richtig einordnen zu können.

    Wie ich bereits weiter oben geschrieben habe, gibt es ja keine Verschlechterung für mich mit dem CI. Jetzt höre ich gar nichts mehr links, mit CI würde ich zumindest wieder irgendetwas hören.

    Bis auf die OP habe ich also eigentlich kein Risiko das es schlechter werden könnte. Das habe ich jetzt verstanden. Ich werde also schauen das ich einen HNO Arzt finde der mich bei meinem Vorhaben unterstützt.

    Mein jetziger, selber stark schwerhörig und kurz vor dem Ruhestand, tut das CI als neumodische Kram ab.

    Wie seid ihr denn zum CI gekommen?

    Ich gehe auf jeden Fall mal mit keinerlei oder wenig Erwartungen an das Musikhören und Sprachverstehen an die Sache ran damit ich nicht enttäuscht werden kann.

    Beim Querlesen hier im Forum ist mir eines klar geworden. Sind die Erwartungen zu hoch wird man schnell auf den Boden der Tatsachen herunter geholt. Ich denke wenn ich nach drei Jahren Taubheit auf dem linken Ohr überhaupt wieder was hören kann auf der Seite wäre das für mich schon ein tolles Ergebnis.

    Für mich steht mittlerweile fest: Ich habe nichts zu verlieren.

    Es Grüßt der Jürgen.

    Rechts normal hörend (Marke Fledermaus :) )

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    Seit fünf Jahren mit Crossversorgung

  • Wie seid ihr denn zum CI gekommen?

    Als ich 2005 den Hörsturz gehabt hatte, und deshalb im Krankenhaus deswegen behandelt werden mußte, kam eines Tages mal so ein Arzt in grüner Montur, für mich irgendwie die volle OP Kleidung, rein ins Zimmer, guckte und drei Patienten der Reihe nach an und fragte allgemein in die Runde, wer von uns ein CI bekommen sollte.

    Damals war ich nur mit dem Hörsturz selbst beschäftigt gewesen, und hatte gehofft, daß es mit Behandlung wieder weggehen könnte. Immerhin hatten andere Menschen ja dieses Glück auch gehabt.

    Und nein, ich war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit fürs CI gewesen.

    Deshalb hatte mich das eher abgeschreckt, auch wenn es wohl nur ein "Beratungsgespräch" hätte sein sollen. Kam nur so komisch rüber.


    Tatsächlich war ich erst 10 Jahre später bereit dazu gewesen.

    Als Hörgeschädigter bekommt man wohl eher die "Chance", zu so einer OP.

    Sind die Erwartungen zu hoch wird man schnell auf den Boden der Tatsachen herunter geholt.

    Genau so ist es!

    Deshalb kann es auch nicht schaden, immer wieder zu betonen, daß es nicht so easy peasy verlaufen wird, wie es sich manch einer so vorstellt. Dann ist man etwas weniger "geschockt".

    Aber schon mal gut, daß Du vernünftig an die Sache heran gehst!

    Ich denke wenn ich nach drei Jahren Taubheit auf dem linken Ohr überhaupt wieder was hören kann auf der Seite wäre das für mich schon ein tolles Ergebnis.

    Auf jeden Fall!

    Für mich steht mittlerweile fest: Ich habe nichts zu verlieren.

    Genau!

    Es steht vor der OP sowieso eine Untersuchung in der Klinik an. Da wird ja alles mögliches getestet, plus MRT.

    Wenn Dein Hörnerv "normal" ist, steht der CI OP nichts im Wege.

    Ist dein Hörnerv kaputt, so wird auch ein CI nichts bringen. Deshalb die Untersuchungen vorab.


    Warum sich noch so viele Ärzte dagegen sperren, einen eigentlich Normalhörenden operieren zu lassen, der nun auf einer Seite taub geworden ist, verstehe ich auch nicht!

    Es können sich einfach viele nicht vorstellen, wie es ist, nur einseitig hören zu müssen!

    Klar, normalhörend ist immer noch besser, als leicht schwerhörig zu sein, aber trotzdem greift auch hier schon die Mechanik, daß diese Stereo-Sache nicht mehr vorhanden ist, und somit das Hören generell anstrengender wird, und der Mensch schneller ermüdet, oder in lauter Umgebung plötzlich nicht mehr klar kommt.

    Das wird irgendwie immer gerne "übersehen".

    Daher finde ich schon, daß der Satz "Du hast noch das andere gesunde Ohr, das sollte reichen!" sehr, sehr gemein für den Patienten ist, der ja nun den Druck und die zusätzliche Arbeit hat, etwas ausgleichen zu müssen, wozu er nicht mehr in der Lage ist.


    Viel Erfolg beim neuen HNO.

    Und selbst wenn dieser der gleichen Ansicht sein sollte, wie Dein alter, so sollte der sich trotzdem nicht dagegen sperren dürfen, Dir ne Überweisung zur HNO Klinik auszustellen.

    Denn am Ende sind doch die diejenigen die diese ganzen Tests machen und entscheiden, ob eine OP machbar ist, oder nicht.

    Schönen Gruß
    Sheltie

    schon als Kind Hörgeräteträger, bis zum Hörsturz 2005
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    links: CI522, N6, Nov 2017

    Meine Story: Das Sheltie hat nun auch ein eOhr