Entscheidung zwischen Medel und Cochlear

  • Entscheidung Cochlear oder Med- El.

    Med- El war damals schneller mit der Infomappe ;)

    Hat mir irgendwie mehr gefallen, als Cochlear- Prozessor. Bin nicht so zu haben für glänzend. Lieber matt.

    Mag sich vielleicht komisch lesen, aber ist auch ein wichtiger Punkt, immerhin mache ich jeden Tag den Prozessor ans Ohr und ziele los, also soll das Teil mir schon optisch gefallen.


    Ok, ein Anreiz damals war es für mich auch, dass ich zu dem HdO- Prozessor, den ich bevorzuge, auch das erste Rondo gratis gab. Also gleich 2 Prozessoren. Habe das durchaus genutzt, als Ersatzprozessor eben.

    Denke, Cochlear steht in nichts Med- El nach, technisch gesehen.

    Entscheide nach dir wichtigen Sachen und Bauchgefühl, deine Entscheidung wird schon richtig werden.

    rechts: CI seit Sept. 2013, danach Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern). Seit 7.07.2020 Sonnet 2.
    links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

  • Hallo Nicole,

    ich habe mich für Medel enschieden, weil ich mir von diesen Implantaten ein gutes Hören/Verstehen der von mir geliebten Musik erhofft habe (Rock/Metal mit viel Bass und reichlich verzerrten Gitarren).

    Außerdem war ich mit dem Sitz des Sonnet hinter meinem Ohr im Vergleich zum Cochlear Nucleus zufriedener.

    Das Design hat meine Entscheidung nicht beeinflusst. Da ich annahm, dass alle Hersteller im Bereich Sprache verstehen ähnlich gut sind trotz unterschiedlicher Elektrodenanzahl, hat dies ebenfalls meine Entscheidung nicht beeinflusst.

    Trotz einiger Schwächen im Bereich der Funktionalität würde ich mich auch wieder für diese Geräte entscheiden. Und auch für eine gleichzeitige OP, aber das ist ja ein anderes Thema.

    Mein Bruder, der auch CI-Träger ist, hat seit neun Jahren einen Nucleus Prozessor und hört damit Frequenzen ab 300Hz. Ich war neulich mit ihm zum Konzert und er hat dann testweise das Hörgerät ausgemacht, um nur mit dem CI zu hören. Das hat ihm nicht gefallen, denn es klang nicht gut für ihn. Und das nach neun Jahren Hörerfahrung. Das hindert ihn auch, sich auf der zweiten Seite für ein CI zu entscheiden.

    Ich konnte die Musik dagegen mit beiden CIs und auch, wenn ich jeweils einen Prozessor ausgemacht habe, schon sehr gut genießen. Und das nach einem halben Jahr nach der beidseitigen OP.

    Das Hören/Verstehen von Sprache war bei mir schon vier Wochen nach der OP zumindest auf einer Seite so gut, dass ich dann schon wieder arbeiten konnte und Telefongespräche mit Zubehör sicher verstanden habe.

    Aktuell gibt es bei AB ein Angebot, dass wenn man sich für ein CI entscheidet, ein hochwertiges Hörgerät kostenfrei dazubekommt. Das klingt attraktiv für diejenigen, die erstmal nur mit einem CI starten wollen und auf der anderen Seite ein Hörgerät benötigen.

    Da ich gerne bade/schwimme/plantsche, war mir wichtig, dass ich mit den Prozessoren auch ins Wasser kann, weil ich dann andere Menschen verstehen möchte.

    Auch das klappt mit den Medel Geräten, auch wenn es etwas Vorbereitung benötigt.

    Soweit zu meinen persönlichen Entscheidungsgründen.

    Viele Grüße

    Thorsten

  • Hallo Thorsten,

    Erstmal vielen Dank, dass du auf diese nun doch nicht mehr ganz aktuelle Frage noch antwortest.

    Du bestätigst mir jetzt eigentlich das, was ich bei meiner ganzen bisherigen Recherche heraus gelesen habe.

    Ich habe in zwei Wochen einen Termin bei einer CI Akustiker und werde mir dann beide Geräte von der Pieke aus an zeigen und erklären lassen und dann hoffentlich eine Entscheidung für mich treffen können.

    Dann bist du also auch einer der glücklichen, der relativ schnell einen guten Erfolg mit den CI verbuchen kann.

    Darf ich fragen wie hoch dein Hörverlust und Sprachverstehen war, vor den CIs ?

    Gerne auch PN, wenn du es hier nicht beantworten möchtest.

    Liebe Grüße, Nicki

  • Hi Nicki,

    ich war eine Zeit lang quasi offline in diesem Forum und hab viele Beiträge nicht gelesen.

    Hab aber schon gesehen, dass Du auch noch andere Fragen gestellt hast.

    Ich werde vermutlich in den nächsten Tagen da auch noch antworten, also auch zu meinem Hörverlust.

    Viele Grüße

    Thorsten

  • Hallo,

    Man kann CIs auch tiefer ansetzen lassen. 300 Hz ist doch arg weit oben, menschliche Sprache beginnt ab 250 Hz. Es dürfte schon ein ziemlich spezieller Fall sein ( vielleicht wegen guten Tieftonbereich auf der Gegenseite), wenn das CI bei Thorstens Bruder erst ab 300 Hz beginnen sollte.

    Dass Musik sich besch* anhört, wenn man beidohriges Hören gewohnt ist und eine Seite plötzlich weggenommen wird, ist auch erklärlich und verständlich. Mir geht im Übrigen genauso: So grottenschlecht mein Gehör auf der nicht implantierten Seite ist, fehlt mir nicht nur bei Musik Vieles, wenn meine Hörgerätebatterie leer ist und ich keinen Ersatz habe.

  • Bei Medel, so meinte ein Techniker, bei 70 Hz.

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2

    rechts: HG (zu nichts nutze...)
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    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...

    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Schmulti

    Ich höre die tifen Frequenzen so ab ca. 65Hz, erzeugt mit dem Online-Tongenerator.

    Andrea2002

    Du schreibst, dass mann CIs tiefer ansetzen lassen kann. Bedeutet das, dass bei meinem Bruder mit seinem Cochlear Implantat noch durch Anpassungen in der Software das Hören von tieferen Frequenzen als 300Hz ermöglicht werden kann? Oder was meinst Du mit der Formulierung?

  • Ja genau. In der Anpassung werden den Elektroden bestimmte Frequenzbänder zugeteilt, die man in der Anpassung ändern kann. Deswegen muss man beispielsweise nicht neu operieren, wenn man beim EAS das Restgehör verliert. Es wird dann neu zugeordnet, um den verlorenen Bereich wieder hörbar zu machen.

    Ob die MAP bis 60 Hz runter muss, sei dahingestellt, aber 100 oder 150 Hz sollten möglich sein. Das Hören wäre dann halt etwas ander als dein Bruder es bisher gewohnt ist.

    Ich selbst bin mit meinem Implantat auch relativ hochtönig unterwegs. Da ich auf dem nicht implantierten Ohr noch einigermaßen gute Tieftonreste habe, ändere ich Prgrammierung des CIs nicht, da auch im optimalen Fall kein Gleichklang im Tieftonbereich zu erreichen ist, da Hörrest plus Hörgerät um Längen lauter, natürlicher und wärmer ist. Meine Aufblähkurven von Hörgerät und CI kreuzen sich bei 500 Hz. Würde mein Gehör abnehmen, würde ich das zweite Ohr implantieren und erst danach schauen, wie man die Implantate möglichst gut zur Deckung bringen kann. Solange der Status Quo bleibt, mache ich nichts und meine Ärztin in der MHH rät beim aktuellen Stand sowieso von einem zweiten CI ab.

  • Gegen die Feinheiten eines noch ausreichend gut hörenden Ohres fällt jedes CI ab - sei es Cochlear, sei es MedEl. Wenn du zwei Ohren mit CI hast, ist dieser Vergleich nicht mehr da. Ich vermute, dass dein Bruder in der Kombination beide Seiten auch ein satteres Klangbild hat.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend