• Liebes Forum,

    zur Frage des optimalen Zeitpunkts für eine stationäre Reha habe ich widersprüchliche Informationen gefunden: Auf der Broschüre der medizinischen Hochschule Hannover findet sich zu einer stationären Reha folgender Hinweis: "Zu empfehlen ist diese Maßnahme aber frühestens 6 Monate nach der Erstanpassung, da sich das Sprachverstehen in dieser Zeit noch stark entwickelt." In der aktuellen Ausgabe der Schnecke findet sich hingegen ein Artikel, der nahelegt, dass ein früherer Beginn der stationären Reha schneller beim Sprachverstehen hilft. Dort wurde unter dem Stichwort "Anschlussheilbehandlung" eine Reha bereits in den ersten zwei Wochen eingeleitet, was mir persönlich recht sportlich erscheint. Die Beantragung als AHB scheint momentan (noch) nicht flächendeckend möglich zu sein. Abgesehen davon würde ich schätzen, dass man auch erst einmal etwas Zeit braucht, um den geeigneten Sprachprozessor zu finden.

    Wie sind eure Erfahrungen? Sollte man eine Reha möglichst rasch nach (oder schon vor der OP?) planen, weil man ohnehin erst Kostenzusagen abwarten muss, oder erscheint eine spätere Reha sinnvoller, wenn man mit dem CI bereits einigermaßen vertraut ist. Mir persönlich geht es darum, beruflich bald wieder einsteigen zu können.

    Macht es für den Rehazeitpunkt einen Unterschied, ob man - wie ich - nur auf einer Seite und eher zeitnah ertaubt ist?

    Viele Grüße,

    Sonja

    links: ehemals an Taubheit grenzend, OP am 10.1.23, EA am 26.1.23 mit Rondo 3

    rechts: normal hörend

  • Hallo Sonja,

    ich sehe beide Ansätze als argumentativ vertretbar an. Man muss sich mit der einen oder eben der anderen anfreunden, was einem persönlich sinnvoller erscheint. Für dich scheint die Hannoveranische Argumentation eher zuzusagen. Mir persönlich auch.

    In der Tat habe ich in den 2 Jahren seit ich die CIs haben noch überhaupt keine stationäre Reha durchgeführt. Einerseits empfinde ich mein aktuelles Hörvermögen Stand heute als angemessen. Andererseits passt mir eine stationäre Aufnahme derzeit nicht in meine Lebensplanung. Drittens beobachte ich im Vergleich zu den mir persönlich bekannten Leidensgenossen, die etwa zeitgleich ihre CIs bekommen haben, dass ich mich bereits zu Beginn meiner CI-Laufbahn ausgesprochen intensiv in der ambulanten Reha auseinandergesetzt habe, wie ich etwas hören muss und entsprechende Anpassungen ambulant vorgenommen.

    Dann gibt es noch Kliniken, die überhaupt keine Anpassung vornehmen, sondern dies an spezialisierte Partnerkliniken ausgelagert haben, z.B. nach St. Wendel. Die wiederum bieten Blockwochen an, so dass man nicht 4 Wochen am Stück dort ist, sondern jeweils "nur" für 1 Woche. Auch die erste Anpassung wird dann auf die eine Woche verteilt. Denn da passiert auch noch mit Abstand das meiste im Kopf.

    Links: Advanced Bionade 16:12:20 Ersatz von 15:01:21

    Rechts: Cocktail Mix 20:02:20 Ersatz von 11:03:20

    Genesung Op 2

    Die kognitive Potenz hat eine extraordinäre Relevanz für die Dialektik

    Oder anders ausgedrückt

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis besteht darin, dass man durch Praxis einen außerordentlichen Musikgenuss erleben kann, der in der Theorie mancher Technikfanatiker überhaupt nicht möglich ist

    Lachs i. 2 fel

    Ein Leben ohne Musik ist wie ein wasserscheuer Fisch

  • Hallo Soelba ,

    Ich denke man kommt mit allen Konzepten voran und sollte das nicht überbewerten. Es hängt wohl viel von der persönlichen Lebenssituation ab, ob man Lust, Muße und die Möglichkeit hat 3-5 Wochen am Stuck in irgendeiner Kurklinik zu sitzen, oder man „Blockwochen“ macht oder auch gar keine stationäre Reha.

    An meiner Klinik konnte ich wählen, ob ich ambulant oder stationär die Reha mache.

    Ich hatte nach der Erstanpassung vier ambulante Termine in der Klinik bei der CI Technikerin. Die macht aber keine Reha und ist keine Logopädin, sondern hat nur gesehen, dass ich mit dem CI eine möglichst gute Hüllkurve hinbekomme. Also möglichst laut bekommen, ohne dass es unangenehm ist oder hallt.

    Der Rehaantrag wurde noch während meiner Zeit im Krankenhaus gestellt, bzw. Ich hatte von Sozialdienst die Unterlagen bekommen und Hilfe beim Ausfüllen. Die Reha wird jetzt irgendwann im Januar nächsten Jahres beginnen.

    Mein Grund keine ambulante Reha zu machen war der Stress mit dem Termine machen. Da muss ich dann sehen, dass ich zum Ort komme und das mit meinen Arbeitszeiten abstimmen. Irgendwie bleiben da immer Minusstunden bei mir hängen. Da hatte ich keine Lust zu. Wenn ich weg bin dann bin ich weg. Lohnfortzahlung, keine Arbeitsstunden, die ich vorholen/nachholen muss, und für Leib und Seele wird auch was gemacht. Beste Voraussetzungen für MICH persönlich, um Hörtechnisch voran zu kommen.

    Mache es so, wie du dich am wohlsten fühlst. Wenn man Probleme hat 5 Wochen weg zu sein, oder aber auch jede Woche Termine eintüten, die mit den Arbeitszeiten harmonieren - ja dann sollte man es anders machen. Wenn etwas Stress macht, dann hindert es am Erfolg - meine persönliche Meinung.

    Advanced Bionics HiRes Ultra 3D am 01.09.2022 implantiert.

    EA: erfolgt am 29.09.2022

    Seit 03.2024 HG Links: Phonak Naida Link

  • Ich bin auch einseitig ertaubte und war nicht sehr lange taub. Ich habe eine ambulante Reha gemacht und nach der Aktivierung, noch bevor man mit dem Hör-Training angefangen hat, auch selber geübt.

    Da ich nicht weiß, welche Erfolge man erzielt, wenn man sehr zeitnah mit einer stationären Reha beginnt und ich genauso nicht weiß, was geworden wäre, wenn ich erst nach 3-6 Monaten eine stationäre gemacht hätte und ansonsten nichts getan hätte: perfekt fände ich, glaube ich in den ersten Wochen ein stationäres Training beziehungsweise ein angeleitetes eigenes Training und nach Monaten vielleicht dann stationär. Man sagte mir damals, dass man bei mir stark merken würde, dass ich viel trainiere.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend