Oldenburger Sprachtest

  • Hallo,


    ich habe jetzt die letzten Tage (insgesamt 25 2,5 Jahren) der Reha hinter mir.


    Daraus ergeben sich für mich Fragen, die mir die Reha-Einrichtung nicht beantworten konnte. Hintergrund ist, daß ich im " Labor " ein Sprachverständnis von 95-100% habe.

    Im Störschall, egal in welcher Form kommt sogut wie nix an. Ich kann aus dem was ich " höre " nicht viel rausnehmen. Da mein Sprachverständnis im Laufe des Tages erheblich nachläßt wollte ich eine Vergleichsmessung am Nachmittag. Mit diesem Wunsch bin ich zur Reha angereist, um zu sehen ob ich mir das nur einbilde.


    Eine Vergleichsmessung gab es natürlich nicht ( keine Kapazitäten ), statt dessen wurde ein Oldenburger Sprachtest mit mir gemacht.

    Der erste Teil ( in Ruhe ) fast 100% erreicht. Nur der zweite ging voll daneben, dasß Rauschen waren einfach nur entsätzlich. Ich hab wenn überhaupt nur das erste und letzte Wort verstehen können. Da zwischen konnte ich aus dem lauten Rauschen nichts für mich verständliches aufnehmen.


    Der Test könne nicht verwertet werden, wurde mir erklärt. So etwas hatten Sie noch nie. Es wird ein Problem auf anderer Ebeene vermutet.


    Kenn jemand soetwas oder bin ich mit dem Problem wirklich der Einzige???

  • Hallo


    Das ist normal, das hören im Störschall ist viel schwerer. Du kannst mal ab und zu statt ein Hörbuch ein Atmosphärisches Hörspiel hören.

    Zb sowas.

    Folge 072: Robert Louis Stevenson – Markheim - Titania Medien GmbH
    Hörspiel von Marc Gruppe 1 CD ca. 58 Minuten978-3-7857-4811-4 Eigentlich hatte Markheim an jenem dunklen Dezembertag des Jahres 1888 nur ein Weihnachtsgeschenk…
    titania-medien.de


    Gruß Joachim

  • Ich habe auch diesen Sprachtest hinter mir.
    Einmal im Rahmen einer Studie von Medel. Der wurde mir sehr gut erkärt und war sehr aufwändig, vlt. 1Stunde lang.
    Dann im Rahmen eines Nachsorgetermin in der Klinik. Der war Quatsch.

    Also der Sprachtest wird verkürzt so durchgeführt, dass die Störgeräusche so weit ausgesteuert werden, dass der Patient nur 50% versteht. Damit misst man den Abstand Störgeräusch zu Sprache.

    Ich vermute, die Dame in der Klinik wusste selber nicht was sie da macht. Der Test war jedenfalls krass unterschiedlich zu dem von Medel durchgeführten.

  • Wenn man beim OLSA bestenfals das erste und letzte Wort von jeweils 5 Wörtern versteht, dann bleibt man mit maximal 40% Erkennung stets unter 50%. Der Test ist damit nicht verwertbar.

    Der Test spiegelt niemals die Realität wider, sondern ist lediglich eine relative Größe, um Fortschritte zu erkennen oder Anhaltspunkte zum Gesamterfolg zu haben.


    Normalhörende erreichen hiermit ein SNR von etwa -9dB. Dieser Wert dient als Anhaltspunkt. Wenn CI Träger ca 0dB erreichen ist das schon gut. Wenn der Wert "50%" überhaupt nicht erreicht wird, kann gar keine Aussage darüber gemacht werden.

    Euer Dominik.

    rechts OP 20.02.2020 LMU München, EA 11.03.2020 Sonnet 2

    links OP 16.12.2020 LMU München, EA 15.01.2021 Sonnet 2

    Audiogramm | Über mich

    "Nicht sehen und nicht hören trennt den Menschen von den Dingen und vom Menschen" (unbekannt)

  • Danke für die schnellen Antworten.

    Also noch alles im „grünen Bereich“.

    Da mir der Tinitus auch immer mehr zu schaffen macht, hoffe ich auf eine Besserung nach der geplanten Tinitusreha.

  • Die Sprachtests im Störschall (im Labor) verstehe ich zu fast 100%, aber was nützt mir das, wenn ich im praktischen Alltag jemand vor mir stehen habe (fremde Person) und ich dann 3 Minuten zuhöre und dann absolut kein Wort verstanden habe. Passiert leider hier und da. Die Freude und der Jubel bei den guten Ergebnissen können sich die Audiologen echt sparen.


    Gruß

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2


    rechts: HG (zu nichts nutze...)
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    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Hallo tel3-nobbi,


    Ich findes es ein wenig bitter, wie Du es formuliert. Taube Leute wieder zumindest schwerhörig zu machen, stelle ich mir relativ erfüllen vor, da gibt es sehr viele Jobs die unbefriedigender sind.


    Manchmal ist die Überraschung positiv. Ich komme vo Geburtstag bei Schwägerin zurück. Reine Frauenrunde von 14- 15 Personen und natürlich haben mehrer Gespräche zeitgleich stattgefunden. Ich war positiv überrascht, dass ich dank des Störschallprogramms, zumindest halbwegs die Gespräche mitbekommen habe, die in meiner direkten Umgebung stattgefunden haben.Da hat sich dann der neue Prozessor sehr positiv bemerkbar gemacht.

  • Hallo tel3-nobbi,


    Taube Leute wieder zumindest schwerhörig zu machen, stelle ich mir relativ erfüllen vor, da gibt es sehr viele Jobs die unbefriedigender sind.

    Ja, ich habe mich hier vor allem angemeldet um von den positiven Erfahrungen mit meinen CI's zu berichten. Und bin der Klinik sehr dankbar. Da gibt es nette, kompetente und weniger nette und nicht so kompetene Mitarbeiter, wie halt überall im Leben.


    Ich will jetzt nicht die Klinik nennen, aber was ich dort im Akustikraum/Sprachtest erlebt habe war naja...
    Als Ingenieur sehe ich, wie zweifelhaft die "Kalibrierung" ist. Da sollte man nicht allzuviel nach den letzten Dezibels schauen. Wichtiger ist die Anpassung mit dem Akustiker, die sollten Ihr Fach verstehen. Und die sind auch von den detaillierten Rückmeldungen des Patienten abhängig.

  • Ich gebe aber auch zu bedenken, dass manche hörgeschädigte Menschen nicht die sprachlichen Möglichkeiten haben, den CI- Technikern so detaillierte Rückmeldungen zu ihrem Hören mit CIs zu geben. Sie wissen nicht, was hohl, blechern, schrill etc. ist. Sie wissen größtenteils nicht, was es für Möglichkeiten bei der CI- Software gibt. Sie wissen nicht, worauf es bei den Beschreibungen zum Hören mit dem CI ankommt.

  • Nur positive Erfahrungen gibt es nicht.

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  • Nur positive Erfahrungen gibt es nicht.

    Also verglichen mit nur einem Ohr zu hören, ist das CI 100 Prozent positiv.

    Die Probleme, die ich noch mit dem Ding habe, hätte ich ohne auch und noch mehr.

    Die meisten Schwierigkeiten, die ich spüre, liegen nicht am CI, sondern an der Schwerhörigkeit, an meinem Umgang damit, am Umgang der anderen damit und so weiter.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Es gibt genug, bei denen das CI nicht wie erhofft funktioniert und eher eine Enttäuschung ist. Das habe ich gemeint.

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  • So ist es bei mir. Das Ding nützt mir im Alltag bis jetzt kaum etwas. Ich habe zwar das Gefühl des Stereo-Hörens, kann auch diverse Geräusche recht gut unterscheiden aber Sprache verstehe ich nur mit CI kaum bis gar nicht. Auch auf meinen Tinnitus hat das Ding bisher null Auswirkung. Trage das Gerät jetzt seit 10 Wochen täglich 12 bis 14 Stunden. Total frustrierend. Allerdings hatte ich anfangs ein Störgeräusch gehört, das inzwischen komplett verschwunden ist.


    Siehe Thema Ratlos - Elektrisches Summen bei jedem Geräusch

  • Nun, wenn nach 10 Wochen schon mal die Störgeräusche weg sind, dann ist das doch schon einiges an Verbesserung, oder? 10 Wochen sind kurz, manche brauchen Jahre, bis Erfolge kommen. Positive Einstellungen sind hier wichtig.

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