Interessanter Artikel über Implantate im Körper

  • Ein durchaus sehr wichtiges und interessantes Thema!


    Aber:


    „Der Aktivist rät so tendenziell vor dem Einpflanzen der in der Cyborg-Community beliebten Neodym-Magneten ab, da es sich um ein giftiges Schwermetall handle und die Schutzschicht sehr dünn sei.“


    Das soll mir Mister Park mir als erfahrenen Hobbychemiker mal näher erklären. Lediglich reines Neodym als feines Metallpulver ist als „hochentzündlich“ eingestuft. Und im Magneten selbst ist das Neodym noch mit anderen Metallen fest legiert. Da sehe ich überhaupt keine Gefahr; sei denn, Betroffene habe eine Allergie gegen Metalle; insbesondere gegen Nickel und Chrom. Diese Metalle werden in Medizinprodukten fast sowie gut nicht mehr eingesetzt. Auch Neodymsalze (= chemische Verbindungen von Säuren mit Neodym) haben nur relativ niedrige Gefahreneinstufungen....


    Die Artikel von Heise – so interessant und wichtig sie sein mögen – sind leider oft – wenn auch nicht immer – das Ergebnis von mitunter schlechter Recherche der dortigen Journaille .... Die hinterfrage und überprüfe ich schon seit Jahren.

  • Wobei Neodym im Artikel nur ein Nebenspielplatz von Wannabe-Cyborgs ist. Es ist mir völlig unergründlich, warum sich jemand etwas in den Körper einpflanzen lässt ohne triftigen medizinischen Grund. Das ist jawie das Chippen von Hunden und Katzen.


    Ich habe aus dem Artikel mitgenommen, dass es im besten Fall bedauerlich und im schlimmsten Fall gefährlich ist, wenn ein Implanthersteller das Herstellen von medizinischen Implantaten sein ließe. Oder mag sich einer von Euch vorstellen, dass es keine Ersatzteile mehr gibt und auch nicht die Möglichkeit notfalls zu einem anderen Hersteller gehen zu können? Bei den Retina-Implantaten scheint genau das passiert zu sein.

  • Es ist mir völlig unergründlich, warum sich jemand etwas in den Körper einpflanzen lässt ohne triftigen medizinischen Grund.

    tja, ich fürchte das wird irgendwann mehr und mehr zunehmen. Ich hoffe das nicht erleben zu müssen. Und ganz besonders nicht, wenn solche „Optimierungen“ dann gesetzlich verankert würden. Weiß der Geier wie die Gesellschaft in 20 - 30 Jahren über solche Dinge denkt.

    Oder mag sich einer von Euch vorstellen, dass es keine Ersatzteile mehr gibt und auch nicht die Möglichkeit notfalls zu einem anderen Hersteller gehen zu können?

    Die Möglichkeit besteht immer. Es ist schon befremdlich, dass Implantate im Wert von einer halben Million Dollar verbaut werden und der Hersteller sich dann relativ kurz danach verabschiedet, und das auch auf solch intransparente Art und Weise. Da hoffe ich dann wirklich darauf, dass der Medizinproduktebereich besser kontrolliert wird/bleibt. Der Artikel ging ja leider nicht weiter darauf ein, wer eigentlich die Kosten des Retina Transplantats getragen hatte. Fonds für Betroffene - finanziert von den Herstellern - von „verwaisten“ Implantaten wären sicher sinnvoll. Denn die Entwicklung von kybernetischen Körperteilen geht sicher weiter, und das ist ja per se nicht verkehrt. Menschen die Möglichkeit geben wieder sehen zu können, oder amputierte Gliedmaßen zu ersetzen, ist doch auch eine gute Sache. Das darf aber eben nicht allein gewinnorientierten Unternehmen überlassen bleiben. Da muss auch Grundlagenforschung an den Universitäten gefördert werden. Geld scheint ja im Überfluss vorhanden zu sein…

  • Hallo,


    Die Kosten für das Retina Implantat Argus II haben die Krankenkassen in Deutschland und auch in den USA Medicaid bezahlt. Es gibt auch in Deutschland einige zig Leute, die jetzt blind in die Röhre schauen bzw. beim nächsten Defekt in die Röhre schauen werden.


    Und ein Fonds, wenn es nur einen Hersteller gibt, klappt auch nicht. Und wenn die Firma pleite ist, wird es extrem schwierig, das Knowhow zu erhalten, um den Menschen zu helfen, denn die Mitarbeiter der insolventen Firma verstreuen sich in kürzester Zeit in alle Himmelsrichtungen.

  • Und ein Fonds, wenn es nur einen Hersteller gibt, klappt auch nicht.

    Aber natürlich kann das klappen. Es zahlen einfach ALLE Firmen, die an Implantaten arbeiten, ein. Egal was und welcher Art. Man muss das hier nicht haarklein aufdröseln, aber man muss auch nicht immer Probleme suchen.

  • Hallo Acki


    Ich bin der Meinung dass das nicht nur eine Frage des Geldes ist, sondern auch die Frage der technischen Knowhow ist, wenn die Fachleute weg sind und keine neue nachkommen. Der Artikel beschreibt aber auch das die Implantate sehr tief in den Körper eingebaut werden und danach nicht entfernt werden können oder das der verändert wird (wie bei dem Vorhaben der optischen Ci, wo die Zellen gentechnisch verändert werden müssen).


    Gruß Joachim

  • Ja, es bleibt immer ein Problem, dass technische Erfindungen kommerzielle Anleger brauchen, die das Risiko eingehen wollen. Jetzt ist es aber zum Gluck auch nicht so, dass alle zwei Jahre ein Startup irgend welche Implantate erfindet und wahllos in Menschen verbaut. Und bis solche Errungenschaften in Serie gebaut werden, und solche Leistungen von den Krankenkassen in den Leistungskatalog kommen, fließt meistens sehr viel Wasser den Fluß hinab.

    Da gibt es sicher noch viele Dinge zu klären. Ich wollte auch nur sagen, dass man nicht alles so pessimistisch sehen muss, nur weil irgendwo solche Dinge geschehen sind. Es liegt auch in der Verantwortung der Patienten, worauf sie sich einlassen wollen und welches Risiko sie persönlich auf sich nehmen wollen.

    Um beim Beipiel zu bleiben: ich würde meine Hörzellen nicht genmanipulierten lassen, um da eine Technik draufsatteln zu lassen, die eigentlich noch im Experimentierstadium ist.

  • Tja,


    Ich fürchte, ohne mutige Privatfirmen wie Cochlear oder auch MedEl wäre das CI kaum so weit wie es heute ist. Universitäre und damit staatliche Strukturen sind behäbiger und risikoscheuer. Ich glaube das Problem Geld wäre im Fall einer Firmenpleite immer irgendwie lösbar, wenn man will.


    Das Problem ist eher der Erhalt des Knowhows. Der Braindrain fängt auch schon vor dem offiziellen Insolvenzantrag an. Denn die MA merken ja schon vorher, dass etwas nicht stimmt.


    Und man muss die Probleme erst erkennen, sonst wird man kalt überrascht, so wie bedauerlicherweise den vom Argus II Retina Implantat Betroffenen.


    Die Frage ganz neue unerprobte Technik implantieren zu lassen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich stünde da auch nicht in der ersten Reihe. Es ist aber auch Unterschied, was für ein Problem man hat. Der Patient mit dem Schweineherzen hatte einen ungleich größeren Druck als wir, die wir auf erprobte Technik zurückgreifen können.