Viele Fragen nach Erstvorstellung

  • Hallo Muggel


    Wenn du das ja richtig gelesen hättest dann würde du natürlich dann raus lesen das ich auch die Grautöne beschreibe. Und ich beschreibe auch das man das nicht vorraus sagen kann. Und es steht da auch laut meiner Meinung!!!



    Gruß Joachim

  • Du schreibst entweder-oder (oder genauer „du hast 2 Möglichkeiten“)… nix von Grautönen (nein, genau 2(!!) Möglichkeiten: gut oder schlecht)!! Liest du eigentlich deine Beiträge mal, ob die wirklich aussagen, was du sagen willst? Oder machst du erst dann ein Rückzieher und relativierst das, wenn man dich drauf anspricht??

  • Hallo Muggel


    Ich habe das schon versucht das bewusst so zu schreiben, wir waren alle mal in der Entscheidungssituation vor der Ci OP und uns konnte niemand in Wirklichkeit vorraus sagen ob du dann mit Ci besser Hörst oder schlechter Hörst. Und der zweite Teil das hören ist bei jedem anders.


    Nix für ungut.


    Gruß Joachim

  • Insgesamt ist es bei mir auch so wie es Muggel und Andrea beschreiben. Allerdings ist es auch bei mir so, dass ich bei den Einsilbigen Worten auf 90-100% komme je nach Tagesverfassung. Das Sprachverständnis ist auf jeden Fall besser als mit den Hörgeräten. Was auch nur zu sagen wäre ist, dass es immer Lebenssituationen gibt, wo es schwierig bleibt. Es hängt dann natürlich auch viel von den Lebensumständen ab, die der einzelne hat.

    Das Musik hören ist für mich mit dem CI zu einem wahren Erlebnis geworden und mittlerweile kann ich mir nicht vorstellen, dass ich so lange auf die Musik verzichtet habe.

    Ich hatte mit 4 Jahren Scharlach und danach wurde es schleichend über Jahrzehnte immer schlechter bis hin zur an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit.

    Ich würde mich immer wieder für ein CI entscheiden.

    seit der Kindheit SH, nun an Taubheit grenzend.
    links: CI Naida Q70, OP am 03.06.2014 EA am 21.07.2014
    rechts: CI Naida Q70 OP am 16.04.2015

  • Hi Andrea, sind die denn alle untereinander kompatibel? Meine Widex Hörgeräte sind schon 7 Jahre alt und haben noch kein BT. Daher ging koppeln immer nur über extra Spulen.

  • Hi Andrea2002 , muggel und rike 54 : Hattet ihr alle auch progrediente Schwerhörigkeit und wart Jahre / Jahrzehnte mit Hörgerät versorgt bevor ihr dann am Ende auf ein / zwei CIs gewechselt habt? Wie war denn bei euch das Audiogramm zum Zeitpunkt des Wechsels. Wart ihr schon mehr oder weniger fast Taub oder auch so wie bei mir? Wie sehen denn eure Audiogramme mit CI aus? Wenn ihr von 90-100% beim Einsilber Test sprecht dann bezieht sich das immer auf 65db? Denn da liege ich ja nur bei 35% mit HG und bei 80dz komme ich zumindest auf 75%.

  • Hallo,

    ich war von Kindheit an schwerhörig, allerdings eher leicht-mittelgradig. Meine ersten HGs hab ich erst als Jugendliche bekommen, allerdings lag da meine Hörkurve bei 60 dB.

    Das erste CI habe ich damals mit einer Hörkurve um die 100-110 dB erhalten. Da war das Sprachverstehen aber quasi nicht mehr vorhanden.


    Mein Audiogramm mit CI liegt bei 30-40dB. Und ja, Einsilber bei 65 dB. Aber wie gesagt, gehöre ich damit nicht zum Durchschnitt, sondern liege darüber.

    Das heißt aber auch, dass es bei dir anders sein kann - oder auch nicht.

  • Das waren dann bei dir 100-110db über alle Frequenzen hinweg? Das es besser oder schlechter ausfallen kann ist okay und akzeptiert. Aber hilft mir schon sehr überhaupt zu wissen wohin es gehen könnte. Ich rechne bei unserer erblich progredienten Schwerhörigkeit auch nicht damit das es einmal stagniert oder besser wird. Daher wird früher oder später ein CI kommen. Jetzt ist nur die große Frage, ob früher, weil dies ja mit intakten Nerven und in jüngeren Jahren besser sein soll - also wenn man sich noch leichter an Neues gewöhnen kann. Oder halt doch noch warten bis ich so schlecht höre, dass der Alltag gar nicht mehr möglich ist.

  • Hallo TommyG,

    manche schreiben ihre Audiogramme in die Signatur. Falls du die Signatur nicht lesen kannst, weil du am Handy bist, anbei ein Link zu meiner Vorstellungsseite:


    ich habe den Schritt zu CI gewagt, wo ich noch ein Sprachverstehen von 55 % mit Hörgeräten hatte.

    Euer Dominik.

    rechts OP 20.02.2020 LMU München, EA 11.03.2020 Sonnet 2

    links OP 16.12.2020 LMU München, EA 15.01.2021 Sonnet 2

    Audiogramm | Über mich

    "Nicht sehen und nicht hören trennt den Menschen von den Dingen und vom Menschen" (unbekannt)

  • Hallo,


    Ich hatte eine beidseitige progrediente Schwerhörigkeit seit Geburt. Ich war bereits bei Diagnose mit zwei Jahren an Taubheit grenzend. Wie ich feststellen musste, gibt es innerhalb der an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit aber noch gewichtige Unterschiede. Zum Zeitpunkt der OP hatte ich links eine etwas schlechtere Hörkurve als Du, auch mit 35 % Einsilber, rechts war ein so minimaler Hörrest, dass ich noch nicht mal gemerkt habe, wenn die Batterie im Hörgerät leer war.


    Implantiert wurde rechts. Links trage ich noch immer ein Hörgerät. Mit der Progredienz war es nach der OP auch vorbei. Evtl. haben mir auch die früheren analogen Hörgeräte das Gehör wegegepustet. Das erste digitale Hörgerät kam kurz nach der OP. Die Analogen waren um einiges lauter aber auch klarer als heutige Hörgeräte. Das Sprachverstehen ist mit CI um Welten besser als mit Hörgerät. Trotzdem wurde mir von einem zweiten CI abgeraten.


    Mit 35% Einsilber bist Du kein Grenzfall mehr, sondern hast ein klare Indikation für ein CI. Wenn Du obendrein ein schlechtere Seite hast würde ich vermutlich ein CI wagen. Und nach der OP dann ein neues Hörgerät. Es gibt da inzwischen sehr gute bimodale Lösungen.


    Gruß Andrea

  • Bei mir war es so, dass ich mir erst nach den Untersuchungen in der Klinik eingestanden habe, WIE schlecht ich höre. Es ist sicherlich auch eine Frage des beruflichen und privaten Umfelds, wie stark man die Einschränkungen spürt.

    Man muss den Wunsch oder die Bereitschaft, das CI zu „wagen“ aber wohl spüren; wer von außen dazu bewegt wird, sagt am Ende vielleicht, er habe es sich anders vorgestellt. Für mich war es klar, dass ich mit dem einseitigen Hören nicht weitermachen wollte und es beruflich auch nicht geschafft hätte und mich auch privat immer weiter isoliert hätte. Bei mir wäre also so oder so eine Änderung notwendig gewesen, entweder (jetzt schon) Beruf ändern oder das CI wagen. Mit dem CI habe ich nun auch die Möglichkeit, in anspruchsvollen Situationen (sprich täglich im Beruf) unterstützend zu streamen. Ob ich für immer in meinem Beruf bleiben kann, wird sich zeigen, aber nun habe ich zumindest mir die Chance dazu eröffnet.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Natürlich hängt das von einem selbst ab. Aber das ist ein weites Feld, das „Selbst“. Dazu gehören meines Erachtens Faktoren wie:

    - Eigene Haltung zu Behindertsein bzw. Schwerhörigkeit, dies ist u.U. auch beeinflusst von

    - Haltung der näheren Umgebung bzw. Sozialisation in der Familie bzgl. Umgang mit Schwäche

    - Ob jemals gut gehört wurde

    - Mögliche Vorbilder

    - Abhängigkeit von gutem Hören im Beruf

    - Worüber wird das Selbstbewusstsein gestärkt?

    usw.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Das einstehen ob zu schlecht hört hängt laut meiner Meinung immer von einem selbst ab

    Da gebe ich dir vollkommen Recht. Meine Frau hat sich z.B. erst mit Hörgeräten auseinander gesetzt, weil ich und meine Töchter ihr oft gesagt haben, dass sie scheinbar nichts mehr mit bekommt. Nach Untersuchung beim HNO und Akustiker und jetzt den beiden Testgeräten für beide Ohren ist sie baff, was sie alles hören kann und vorher nicht gehört hat.


    Ich bin nur auf einem Ohr nach zwei Hörstürzen stark schwerhörig, und selbst das sorgt dafür, dass ich in bestimmten Situationen (und das sind viele) nichts mehr mitbekomme. Der Leidensdruck war am Ende so groß, dass ich mich in Oldenburg im „Haus des Hörens“ mal ordentlich durchchecken lassen habe. Da kam das erste Mal die Sprache auf ein CI. Und nach der Untersuchung habe ich auch erst verstanden, warum mir normale Hörgeräte einfach nicht helfen. Die müssen so laut werden, dass ich die auf dem anderen Ohr wahrnehme. Mein Gehör war also immer deutlich bescheidener, als die Akustiker mir erzählen wollten.

    Ich habe mich dann selber darum bemüht, eine Überweisung ins Krankenhaus zu bekommen, um zu prüfen, ob ich ein CI Kandidat wäre. Das bin ich, und ich freue mich auf die Implantation im Herbst. Ich habe nichts zu verlieren und nur zu gewinnen, egal wie es wird. Schade eigentlich, dass ich soviel Zeit mit nutzlosen Lösungsversuchen vergeudet habe.

  • Hallo TommyG,


    du hast ja schon einige Antworten bekommen. Da du möglichst viele Erfahrungen haben möchtest, schreibe ich hier auch mal meinen Einruck und Einschätzung: Ich bin beidohrig von Geburt an progrient schwerhörig. War bis letztes Jahr mit Ultra Power Hörgeräten versorgt, hatte aber auf dem linken Ohr selbst mit HG kein Sprachverständnis mehr sondern ahnte eigentlich nur, das da jemand spricht oder irgend etwas kommt. Rechts sieht meine Hörkurve vom Linienverlauf wie deine aus, geht aber erst bei 85 dB los, mit Hörgerät komme ich bei guter, ruhiger Situation und Mundbild auf ca. 80 % Sprachverstehen. Ich hatte schon Jahre vorher CI-Empfehlung für beide Ohren, hatte mich aus Angst vor OP und zu hohen Erwartungen, die dann enttäuscht werden, geweigert. Nun, seit November letzten Jahres habe ich also links ein CI, das dazu kompatible Hörgerät rechts kommt dann noch. Seit vier Jahren nutze ich beruflich wie auch privat intensiv eine Roger Anlage mit zwei TableMic's und einem Roger Select. Vor CI nur mit dem rechten HG, jetzt mit beiden Hörsystemen. Die von dir beschriebenen Situationen kann ich nur mit dem Roger Select oder mit allen drei Mikrofonen halbwegs überstehen, wobei ich im Restaurant lieber mein Restaurantprogramm vom HG einschalte und das CI im Automatikprogramm unterstützt. In den anderen Situationen schalte ich die Mikrofone der Hörsysteme ganz ab und streame nur die FM-Anlage auf die Hörsysteme. In meinem Fall ist das Sprachverstehen des CI gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Minuten rein hören besser als mit HG. Beide Systeme zusammen bringen im Alltag und Beruf (Schule, Kindergarten, aber nicht im Raum sondern draußen) ein Zugewinn und Erleichterung im Hörverstehen, jedes für sich allein ist einfach nur anstrengend. Ich bin zufrieden damit, dass ich die Vorteile von beiden Geräten nutzen kann und zuversichtlich, das es noch besser wird. Gleichzeitig ist mir aber immer wieder bewusst: Ich bin und bleibe hörgeschädigt und ohne entsprechende Zusatztechnik und Hörtaktik werde ich im Beruf nicht bestehen können. Hörtaktik heißt: Meine Gesprächspartner werden sich immer auf mich einstellen müssen, ich werde auch mit CI niemals gut hörend werden.

    Vor Jahren waren meine drei Kinder auch noch sehr klein und laut. Ich hatte auf den HG's ein Extra Kinderprogramm, die hohen Töne wurden weg geregelt und die Frequenzen der Erwachsenensprache verstärkt. Wenn meine Kids mit mir reden wollten, haben sie sehr schnell gelernt, dass sie langsam, klar und deutlich, mit Zeichensprache und nicht so konfus reden dürfen, sonst versteht ihre Mama sie nicht. Sie sind im Kindergarten und Schule wegen ihrer guten Aussprache aufgefallen. Deine zwei Jungs sind noch sehr jung, ich denke auch gut hörende Menschen haben Probleme sie wirklich zu verstehen. Inzwischen habe ich schüchterne Pupertiere, höchst komplexe Mitteilungen im Flüsterton oder wütend mit zuknallenden Türen als Beigabe sind da ganz andere Herausforderungen, das geht scheinbar nur noch mit Ohm, Zeit, Gelassenheit und FM-Anlage.

    Letztendlich glaube ich, wenn ich nicht so lange gewartet hätte, dann würde mir das neue Hören nicht so schwer fallen und vor allen Dingen, hätte ich es beruflich leichter gehabt. Im Vergleich zum HG finde ich die Sprachverständlichkeit mit CI jetzt schon besser, obwohl ich noch nicht die optimale Einstellung gefunden habe. Und bei mir ist es eben auch so, dass das HG die hohen Töne runter moduliert, damit ich sie hören kann, während ich mit CI die hohen Töne tatsächlich höre.


    Ich wünsche dir eine gute Entscheidungsfindung und das mit der CI-Selbsthilfegruppe ist ne gute Sache, meine Meinung.


    Liebe Grüße

  • @Le Chuck: Kannst du mir dein aktuelles Audiogramm erklären? Die Kreise und Kreuz Kurven sind in dem Fall dein Hören vor CI? Und die Kreise mit Rechtecken / Kreuzte mit Rechtecken mit CI? Deine Ergebnisse klingen ja wirklich super und ich würde daraus schließen, dass du auch in den alltäglichen Situationen relativ gut zurechtkommst? Oder musst du trotzdem noch ständig nachfragen und bist "sozial isoliert"?

    Die oberer Kurve ist die mit CI, links und rechts und die untere, schnell abfallende ohne Geräte.
    Wie schon gesagt, meine Hörkurve hat sich bis jetzt nochmals verbessert.

    Ich komme mittlerweile ohne Mundbild zurecht.


    sozial isoliert war ich eigentlich nie, es war manchmal nicht einfach aber es lief

    ab 1992 HDO HG rechts
    ab 1998 HDO HG beidseitig
    09.06.2021 OP CI622 - EA 15.07.2021
    07.09.2021 OP CI632 - EA 20.10.2021

    Nucleus 7 Hybrid

    Mini Mic, TV Streamer - Stromversorgung über USB vom TV > funktioniert bestens

  • Ich komme mittlerweile ohne Mundbild zurecht.

    Ich muss mich sogar dazu zwingen, explizit auf das Mundbild zu verzichten. Ich bin das von meiner Hörgeräte Zeit noch so gewohnt es zu nutzen. Tatsächlich kostet mir das Mundbild zusätzliche Konzentration. Ohne Mundbild verstehe ich Gesagtes leichter, weil ich dann nicht durch das Visuelle abgelenkt werde.


    100% habe ich allerdings noch nicht im Einsilbertest. Macht nichts, ich bin froh darüber, dass es nicht mehr jährlich weniger wird wie uuletzt zu HG Zeiten und glücklich darüber, mehr zu verstehen als die 55% vorher. Und das nicht nur auf dem Papier.

    Euer Dominik.

    rechts OP 20.02.2020 LMU München, EA 11.03.2020 Sonnet 2

    links OP 16.12.2020 LMU München, EA 15.01.2021 Sonnet 2

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