Viele Fragen nach Erstvorstellung

  • Ich kann nur empfehlen, sich nicht nur auf die primär positiven Berichte zu stürzen und zu hoffen, dass man auch zu den Glücklichen gehört!

    Viel wichtiger finde ich es, wenn man in eine oder mehrere CI-Selbsthilfegruppen geht und sich dort mit den dort anwesenden CI-Trägern austauscht. Hierdurch bekommt man ein Gefühl, wie das mit dem CI bei vielen ist und kann auch vor Ort entsprechende Kontakte knüpfen. Denn Fakt ist, dass kein CI-Fall identisch mit einem anderen ist!

    Und sich darauf zu stürzen, dass man hoffentlich auch zu den Glücklichen gehört, sorgt ggf. für falsche Erwartungen und damit dann Enttäuschungen.


    Wegen deinem Job: es ist möglich, dass das mit zwei CIs wieder geht, es kann aber auch sein, dass dieses nie mölgich sein wird. Deine grobe Job-Beschreibung klingt wie mein Job: täglich mit ca. 15 Leuten ein Meeting, einmal die Woche mit ca. 25 Leuten ein Meeting und alle 2 Wochen sogar mit 35 Personen -- letzteres in Präsenz. Geht, ich komme jedoch an die Hörgrenze und momentan läuft ein Verfahren, um meine technische Ausstattung zu "perfektionieren". Dennoch ist mir klar, dass ich niemals normalhörend sein werde oder das Meeting mit den 30-35 Personen in Präsenz abhalten werde, ohne einige Informationen einfach nicht mitzubekommen.

  • Hallo,


    aktuell bist Du ein Grenzfall. Es geht noch irgendwie aber strengt an. Mit Ci wird Dir vielleicht das Gespräch in ruhiger Umgebung leichterfallen und vielleicht auch Onlinemeetings, da bei Dir der Hochtonbereich auch schon grottenschlecht ist. Alles andere wird wohl eine Herausforderung bleiben.


    Hast Du darüber nachgedacht, zusätzliche Hörtechnik für die Präsenzveranstaltungen einzusetzen? Z.B. Table Mics oder sonstige Roger Technik? Vielleicht probierst Du vor einer Entscheidung pro CI.


    Eine monatelang Krankschreibung ist meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig, wenn Dir und den Kollegen klar ist, dass Du direkt nach der OP kommunikativ eingeschränkt bist und Du auf höranstrengende Sachen verzichtest. Vielleicht merkt ihr dann auch, dass nicht jedes Meeting was bringt.


    Ich war damals nur zwei Wochen nach der OP und eine Woche zur Erstanpassung krank geschrieben. Ich habe zwischen OP und Erstanpassung gearbeitet, dann halt nur einseitig gehört und bin nicht ans Telefon gegangen, was auch vor der OP schon schwierig war.

  • Und ich verstehe auch die Ärzte nicht wieso sie da keinerlei Infos liefern. Es muss doch einen Durchschnitt geben wie es sich verhält und was man ungefähr erwarten kann.

    Hallo,


    jeder von uns hier „tickt“ nun mal anders und sehr individuell. Deswegen sind auch fast identische Hörbiografien von Betroffenen gar nicht vergleichbar; geschweige denn die eigenen „Schlappohren“....


    Ein weiterer Punkt wurde schon genannt, die hohe Erwartungshaltung durch die Werbung der CI-Hersteller und leider auch Kliniken. Ich habe mich damals davon nicht leiten lassen. Ich sagte damals schon in den Vorgesprächen: „Ich denke, ich fange bei Null an.“ Mein Implanteur damals zu mir: „Eine vernünftige Einstellung; wenn alle Patienten diese hätten…“


    Heute möchte ich meine CI´s nicht mehr hergeben, weil sie in den letzten 10 Jahren eine völlig neue Lebensqualität beschert haben, die ich im Laufe meiner HG-Zeit – immerhin rund 45 Jahre lang – am Ende ganz verloren hatte. Der Weg dorthin ist indessen anfangs mit größeren Erfolgen, später kleineren Erfolgen; aber auch von manchem Rückschritt bei den Einstellungen gekennzeichnet, den man verdauen muss.


    Du kannst mit einem CI sehr viel dazugewinnen, wenn Du auch mental und psychisch dazu bereits bist und Dich nicht durch kleine und größere Niederlagen nicht gleich aus der Bahn werfen lässt. Und Geduld sowie Ausdauer mitbringst....


    Ich wünsche Dir einen guten Weg zur Entscheidungsfindung. :)

  • Hi Dani, ja ich bin 36 Jahre Jung und hab aktuell mit Job und 2 kleinen Söhnen auch einfach nicht die Kraft einen neuen Job zu suchen. Daher versuche ich mir diesen zurechtzubiegen und das zu machen was geht. Aber der Job ist nur eine Sache. Ich würde auch gerne meine Kinder verstehen können und einfach im Alltag wieder mehr teilhaben.

    Hallo Tommy,
    da Du jetzt auch die Kinder erwähnst, richte dich am besten auch darauf ein das Du mit CI empfindlich auf Kindergeräusche reagierst und es nicht sicher ist, ob eine gute Einstellung das beheben kann. Bei mir und anderen CI Trägern, die ich kenne, gehört Kindergeschrei zu den nervigsten Geräuschen, und ich weiß von Kindergärtnerinnen, die deswegen nicht mehr in der Lage waren ihren Beruf auszuüben.
    Grundsätzlich rate ich Dir - wie schon die anderen hier auch - die Erwartungshaltung runterzusetzen. Online Konferenzen und Meetings mit mehreren Personen zu verstehen, ist möglich, aber nicht selbstverständlich. Also alles was über das Verstehen in ruhiger Umgebung und Telefonieren hinausgeht, ist im Prinzip Glückssache und kann Zeit brauchen. Deine bisherige Hörgeschichte liefert eine gute Prognose, mehr aber auch nicht.

    links: wahrscheinlich von Geburt an taub; OP: 29.06.2015 Med El Synchrony + Standard Elektrode; EA: am 04.08.2015;
    rechts: seit 14 mehrere Hörstürze, ertaubt; OP: 29.06.2015 Med El Synchrony + Standard Elektrode; EA: am 04.08.2015;
    OP, Anpassung und Nachsorge im Krankenhaus Martha-Maria in München-Solln

  • "1. Meine Kinder schreien gerne aus Freude sehr laut oder sind allgemein sehr laut. Parallel versuche ich mich mit meiner Frau zu unterhalten. Das ist einfach nicht möglich, da ich die HG wegen der Kinder leiser stellen muss - es schmerzt einfach zu sehr

    2. Restaurant: Viele Leute am Tisch, viele parallele Gespräche, Unmengen Hintergrundgeräusche. Aktuell bin ich froh wenn ich die direkten Personen um mich verstehe. Dies geht aber auch nur wenn ich aktiv das Gespräch führe - nur dann kann ich mir die Antworten zusammenkombinieren. Und es hängt komplett von den Sprechern ab.

    3. Meetings, meetings, meetings: Wie schon oben beschrieben habe ich hier sehr große Probleme, da die Gespräche nicht mehr von mir "gelenkt" werden können und die unterschiedlichen Sprecher komplett in ihre "Standard"-Sprechweise verfallen

    4. Gespräch mit wenigen Personen in leisen Räumen: Beispiel gemeinsames Essen mit einem befreundeten Paar: Hier verstehe ich auch nicht mehr alles, obwohl die Situation ja eigentlich sehr gut ist. Ich muss sehr oft nachfragen da ich Teile nicht verstehe und den Faden verliere.

    5. Fahrradfahren: Mittlerweile kann ich mich eigentlich nur noch mit jemand unterhalten, wenn er direkt neben mir fährt und sehr laut redet und ich meinen Kopf zu ihm drehe (wegen Windgeräuschen)."


    Lieber Tommy,

    um deine Fragen zu beantworten, kann ich dir natürlich nur sagen wie es bei mir war und ist. Nach wie vor ist das sehr individuell bei jedem anders aber allgemein gesehen glaube ich doch, dass es die Realität ist.

    Zu 1. Auch mir CI wirst du Probleme haben dich mit deiner Frau zu unterhalten, wenn deine Kinder laut toben oder schreien.

    Zu.2. Auch im Restaurant wir die Kommunikation mit mehreren Menschen am Tisch schwierig bleiben.

    Zu 3. Auch das wird schwierig bleiben es sei denn du hast die Möglichkeit die Bluetooth Technik zu nutzen.

    Zu 4. Gespräche mit wenigen Personen in leisen Räumen sollte besser werden alles natürlich nur aus meiner Sicht das darf nicht vergessen werden.

    5. Fahrradfahren und gleichzeitig verstehen kann ich zu Beispiel nicht allerdings kann es damit zusammenhängen, dass ich immer noch ein Mundbild brauche.

    Insgesamt gesehen habe ich mit dem CI nur positive Erfahrungen gemacht wenn du akzeptiert, dass gewisse Einschränkungen dein Leben lang bleiben werden. Das ist einfach so. Tatsache aber ist, dass ich wieder das Trillern der Vögel höre und auch durch die Bluetooth Technik und die Möglichkeiten des CI wieder Musik hören kann und mit dem Handy telefonieren kann wie bei einer Freisprechanlage.

    Das ist für mich eine große Bereicherung allerdings habe ich auch das Berufsleben schon hinter mir.


    LG Rike

    seit der Kindheit SH, nun an Taubheit grenzend.
    links: CI Naida Q70, OP am 03.06.2014 EA am 21.07.2014
    rechts: CI Naida Q70 OP am 16.04.2015

  • Hallo Zusammen, wir waren den ganzen Tag grillen, daher kommen meine Antworten erst jetzt. Erstmal auch noch vielen Dank für die vielen Antworten, das ist wirklich ein super Forum mit so viel Aktivität!


    @Le Chuck: Kannst du mir dein aktuelles Audiogramm erklären? Die Kreise und Kreuz Kurven sind in dem Fall dein Hören vor CI? Und die Kreise mit Rechtecken / Kreuzte mit Rechtecken mit CI? Deine Ergebnisse klingen ja wirklich super und ich würde daraus schließen, dass du auch in den alltäglichen Situationen relativ gut zurechtkommst? Oder musst du trotzdem noch ständig nachfragen und bist "sozial isoliert"?


    @Mel: Ich hoffe du schreibst hier deine Reise mit auf und ich wünsche dir dabei alles erdenklich Gute und viel Erfolg :).


    muggel: Ich hab schon einen Termin kommende Woche zur CI Selbsthilfegruppe in Tübingen zu gehen. Bin auch sehr gespannt und denke das wird mir sehr viel bringen. Mich nur auf positive Berichte zu stürzen will ich in keinster Weise, sonst hätte ich schon nach ein paar aufgehört mich weiter zu informieren und wäre schon operiert. Ich will ja im Gegenteil den realen Durchschnitt rausfinden. Nicht zu viel erwarten, aber zumindest nachher zu wissen, dass es theoretisch besser als jetzt werden könnte, sonst sehe ich erstmal keinen Nutzen.

    Mit den Meetings ist es bei mir mit HG aktuell eher so: Ich schalte ziemlich schnell ab weil ich viel zu wenig mitbekomme und schicke wenn möglich Kollegen rein. Wir hatten vor kurzem einen Workshop mit 20-30 Leuten mit Abstandsregeln und Masken in einem Saal und jeder auf seinem Stuhl zu einem Präsentierenden außgerichtet mit anschließender Diskussion. Außer die Präsentationen mitzulesen habe ich quasi Null verstanden - hätte im Nachhinein auch genauso gut daheim bleiben können. Wenn mir da jetzt jemand sagt, dass es im Durchschnitt mit CI möglich ist hier etwas zu verstehen und idealerweise sogar dem Gespräch zu folgen, dann wäre das für mich sofort ein Totschlag-Kriterium für CIs.


    @Joachim: Nicht zu wissen wohin die Reise geht ist für mich nur in Grenzen akzeptabel. Übertriebenes Beispiel: Jemand mit 10% Hörverlust würde ja auch nie ein CI implantieren weil das Nutzen-Risiko Verhältnis nicht stimmt. Daher will ich zumindest herausfinden, ob ich in der Theorie etwas mit CI gewinnen könnte oder eigentlich noch zu gut mit HG höre.


    Andrea: Genau das Gefühl habe ich auch - ein Grenzfall zu sein und noch nicht so schlecht zu hören, dass ich sofort implantieren schreie aber auch nicht so gut höre, dass ich es nicht in Betracht ziehe. Zusätzliche Hörtechniken hatte ich versucht und waren alle schrecklich. Die Mikrofone für den Tisch für meine Widex Geräte und die Anklipp Mikrofone hatten so eine seltsame Qualität, dass ich nichts damit besser verstanden habe. Aktuell mit den Online Meetings, ist es nochmal schwerer, weil jeder seine eigene Hardware hat und teilweise Leute ganz ohne Headset in den Laptop sprechen oder mit schlechten Headsets arbeiten. Noch schlimmer ist, wenn sich mehrere Personen in einem Meetingraum befinden und ich mich per WebEx / Teams zuschalte. Da verstehe ich nur noch den Sprecher, welcher direkt am Mikrofon sitzt...


    JochenPankow: Die individuellen Geschichten lese ich jetzt ständig und ist mir so auch klar. Ich hoffe ja trotzdem noch aus den einzelnen Geschichten mir nützliche Informationen rauszuholen und beispielsweise nachher sagen zu können: 7 von 10 CI Trägern können sich in einem Restaurant mit 6 Leuten am Tisch gut unterhalten - etwas was bei mir mit HG schlicht unmöglich ist.


    Stalker70: Empfindlich auf Kindergeschrei und Lautstärke bin ich schon aktuell. Ich vermute auch, dass die Freudenschreie meines Ältesten meine Schwerhörigkeit in den letzten 1,5Jahren verstärkt haben. Denn die Hörgeräte regeln hier nicht schnell genug runter und die Schmerzen sind wirklich stark nach so Schreien. Da muss ich mich daheim immer so leise machen, dass ich meine Frau nicht mehr verstehe. Da würde ich von dem CI aber auch nicht mehr erwarten, denn selbst normalhörende rasten teilweise aus und sind noch viel gestresster. Wichtiger wäre mir die Kinderstimmen zu verstehen. Ich liebe die Denkweise von Kindern und deren höchstinteressante Gedanken und finde es immer sehr schade wenn ich es nicht verstehe. Es ist halt auch oft sehr konfus.


    Anni: Der Film ist sehr interessant, danke dafür. Ich fand vor allem den letzten Test sehr interessant. Ich habe überhaupt nichts verstanden und nach dem man weiß was gesagt wurde hört man es perfekt. Meiner normalhörenden Frau ging es genauso. Was leider in dem Film auch nicht direkt rauskommt: Was und wie hören die CI-Träger wieder. In welchen Situationen können Sie sich unterhalten und in welchen geht einfach nichts mehr... Genau das interessiert mich sehr :).


    Rike: Hallo Rike, das ist genau die Antwort wie es mich interessiert! Vielen Dank dafür. Wenn ich jetzt nur die eine Antwort betrachten würde (mache ich natürlich nicht) würde ich erstmal keinen Vorteil in einem CI sehen, wenn alle Situationen dadurch ja eigentlich gleich bleiben oder teils sogar eher schlechter. Bei so was wie Musik Hören: Warst du komplett ertaubt? Ich kann noch Musik Hören solange es laut genug ist. Vogelgezwitscher höre ich noch teilweise. Da ist es wirklich total abhängig welche Vögel und wie nah diese sind.


    Nochmal danke an Alle, das hilft mir alles sehr weiter um eine Entscheidung zu treffen.


    LG Tommy

  • Also ich höre mit den CIs recht gut, aber ich bin weiterhin schwerhörig.

    - Kindergeschrei und gleichzeitig ein Gespräch führen wird nicht funktionieren, denn die Kinder schreien oft lauter als der Gesprächspartner spricht. Das ist generell für Schwerhörige ein Problem, denn die Technik fokussiert primär auf das, was am Lautesten ist. Bei monotonem Rauschen gibt es die Möglichkeiten, ein Filterprogramm einzusetzen, aber oft muss der Störschall (hier das Kindergeschrei) leiser sein als der Nutzschall (das Gespräch).

    - Fahrradfahren mit Windgeräuschen und gleichzeitig unterhalten geht bei mir, je nachdem, wie stark auch die Windgeräusche sind und wie weit der Gesprächspartner entfernt ist. Nebeneinanderfahren und reden kann ich meist.

    - Restaurant mit mehreren Menschen, die noch nett durcheinander reden: da hab ich keine Chance

    - Meetings: da setze ich im Präsenzfall Zusatztechnik ein. Ohne Zusatztechnik hab ich keine wirkliche Chance. Die Situation, die du geschildert hattest (20-30 Personen mit Abstand und Maske), ist für mich ohne Zusatztechnik nicht möglich. Mit großer Konzentration kann ich den Sprecher verstehen, aber die Nachfragen aus dem Publikum (ich musste da beim letzten Mal in der letzten Reihe sitzen) habe ich nicht verstanden. Allerdings würde ich das auch nur wenige Minuten ohne Zusatztechnik schaffen.


    Allerdings gehöre ich zu denen, die mit CI auf 90-100% Einsilberverstehen kommen. Damit bin ich zwar nicht "die" Ausnahme-Erscheinung, aber liege über dem Durchschnitt. Trotz CI ist gerade mein Arbeitsalltag mit Meetings, Meetings, Meetings anstrengend und ich bin froh, dass meine Kinder alt genug sind, um Rücksicht nehmen zu können. Ich weiss ja nicht, wie alt deine Kinder sind, aber Rücksichtnahme auf die Schwerhörigkeit ist immens wichtig und du solltest diese aktiv einfordern. Und wenn du die Kinder nicht "ruhiger" bekommst, dann muss deine Frau halt ihr Wort so lange festhalten, bis die Situation akustisch bewältigbar ist für dich.

  • Die Kinder sind 3 und 18 Monate. Der Kleinere ist noch kein Problem, außer er schreit mir beim Tragen direkt ins Ohr. Der Ältere hat leider die Gewohnheit aus Freude extrem zu Kreischen. Ich hoffe das wird noch besser mit der Zeit :).


    Und danke für deine Schilderung. Klingt für mich jetzt auch nicht besser als mein aktuelles Hören. Ich habe gerade ein interessantes Paper gelesen: Cochlear Implants in Patients Who Are Not Deaf?J. Müller-Deile, H. Rudert, G. Brademann, K. Frese

    Hier sind auch Patienten mit progredienter Schwerhörigkeit mit CIs versorgt worden, aber diese hören schon schlechter als ich und hatten auch teils ein ertaubtes Ohr und dann war die Entscheidung klar.

  • Ich hatte mehr als 10% Resthörigkeit. Den Schritt zu CIs hab ich mit 45 trotzdem gewagt, weil das Gehör keine Rücksicht nimmt und weiter schleichend schlechter wurde. Ich werde ja auch älter und damit wird das Hören lernen immer schwieriger.


    Was Le Chuk betrifft: er war richtigerweise mehrere Monate Krankgeschrieben, was du nach deiner Aussage nicht kannst. Das war aber sicherlich Teil seines guten Erfolgs.

    Euer Dominik.

    rechts OP 20.02.2020 LMU München, EA 11.03.2020 Sonnet 2

    links OP 16.12.2020 LMU München, EA 15.01.2021 Sonnet 2

    Audiogramm | Über mich

    "Nicht sehen und nicht hören trennt den Menschen von den Dingen und vom Menschen" (unbekannt)

  • Hallo, Tommy,


    Onlinekonferenzen, bei denen die Anderen miese Mikrofone benutzen sind die Pest. Ich habe auch schon Leute, mit denen ich öfters skype, gebeten, Headsets zu benutzen. Und oh Wunder, die hatten auch alle eines in der Schublade. Wenn die Anderen Headsets benutzen, habe ich aber kaum noch Probleme mit dem Verstehen.


    Bei Onlinemeetings wo mehrere ein einziges Tischmikrofon benutzen, verstehe ich auch schlecht. Ich habe das auch erst einmal erlebt und danach dann doch darauf gedrungen, dass jeder ein eigenes Headset benutzt. Corona war sehr sehr hilfreich, vernünftige Headsets unter das Volk zu bringen.


    Größere berufliche Runden mache nur mit Roger Table Mics und dann geht es auch passabel. Hast Du denn Roger probiert oder etwas Anderes? Wann war denn Dein Versuch mit Zusatztechnik.


    Unterhalten beim Radfahren geht, wenn wir nebeneinander fahren und es halbwegs windstill ist.


    Im Restaurant kommt es stark drauf an. In einer Kneipe benutzte ich den Roger Select. In einem eher ruhigen Restaurant mit sanfter Musik verstehe ich in kleineren Runden gut. Die Runde darf halt nicht so groß werden, dass mehrere Gesprächsrunden entstehen. Hochzeiten in einem Saal sind akustisch auch für mich nicht zu bewältigen.


    Deine Kinder wirst Du mit CI höchstwahrscheinlich besser verstehen. Kinder haben hohe und dünne Stimmen und mit Deinem schlechten Hochtonbereich sind Deine Verstehprobleme zwangsläufig.


    Ich finde Kindergeschrei auch nur dann störend, wenn ich parallel etwas verstehen will. Ich habe bei Geschrei aber keine Schmerzen oder ähnliches. Es ist halt, dass ich manchmal wünschte, sie würden leiser spielen, damit wir Erwachsenen in Ruhe klönen können. Bei meinen Familientreffen sind es inzwischen fünf Kinder im Alter zwischen zwei und zehn Jahren, also ist es teilweise sehr laut, zumindest drinnen.


    Ich bin seit Geburt stark schwerhörig. Ich habe vor dem CI nicht Musik gehört und mit CI höre ich auch nur ein Autofahren, eher in Richtung Schlager. Mit CI ist Musik viel detaillierter und schöner. Wobei ich dann auch unbedingt beidseits hören muss. Ich bin bimodal mit Hörgerät und CI versorgt. Das CI allein, ist hoch und metallisch, scharf, etwas seelenlos und klar. Das Hörgerät ist tief, warm aber allein ohne CI leider schlecht unterscheidbar und breiig. Zusammen ist es dann besser als je zuvor. Ich habe mit ca. 90 Einsilber auch ein überdurchschnittliches Verstehen.


    Gruß Andrea

  • Hallo Tommy,


    arbeiten im Homeoffice ist für mich in meiner Situation ok. Da ich eine koordinierenden Job habe kann ich mir momentan nicht vorstellen, regelmäßig ins Büro zu gehen. Bei mir geht alles über das gesunde Ohr. Aktuell kommt über das CI MICKEY Mouse. Übungen, wie langsam gesprochene Nachrichten funktionieren meistens gut. Was ist das für ein CI-Treffen?


    Gruss Helmut

  • Dani! Mehr als 10% sind aber trotzdem nicht viel - wie gut hattest du denn vorher gehört? Beziehungsweise wie kommst du dagegen mit CIs in Situationen zurecht? Und zu dem Krank schreiben: Ich würde das auch sofort machen. Falls es mal so rüber kam als könnte ich das nicht, war das ein Missverständnis. Ich meinte eher, dass ich nicht mit nur einem HG Ohr arbeiten könnte. Es klappt ja schon mit 2 nicht richtig. Da würde ich dann lieber auch länger ausfallen.

  • Andrea2002 Ich meine es waren damals Mikrofone von Widex oder Zumindest für Widex. Es war vor ca. 3-4 Jahren und hatte mit diesen leider schlechter verstanden. Hat sich denn in der Technik mittlerweile viel getan? Ich habe eher den Eindruck, dass ich technisch an den Grenzen bin, weil meine Ohren einfach nicht mehr genug hergeben.

    Quote

    Im Restaurant kommt es stark drauf an. In einer Kneipe benutzte ich den Roger Select. In einem eher ruhigen Restaurant mit sanfter Musik verstehe ich in kleineren Runden gut. Die Runde darf halt nicht so groß werden, dass mehrere Gesprächsrunden entstehen. Hochzeiten in einem Saal sind akustisch auch für mich nicht zu bewältigen.

    Kleinere Runde wäre dann beispielsweise mit 6 Leuten an einem Tisch? Weil da habe ich aktuell auch schon starke Probleme. Und bei größeren Runden mit mehreren Gesprächen wäre ich schon froh die Leute direkt um mich herum zu verstehen um wenigstens hier einem Gespräch zu folgen. Meistens sitze ich nur "einsam" daneben und nicke halt oder gebe ein "Mhh", "ja", von mir. Zumindest wenn ich resigniert habe und es einfach zu anstrengend wird.

    Das mit den Kinderstimmen macht sehr viel Sinn. Gerade die hohen Frequenzen sind mein starkes Problem, das wäre schon sehr schön dies wieder besser zu verstehen.

  • Hi Helmut,


    hier zu dem CI-Treffen der Link, findet kommenden Donnerstag in dem Landgasthaus Walhäuser Hof statt: CI-Treffen

    Ich war selbst noch nie dort aber habe Claudia angerufen und angefragt. Ich soll einfach vorbeikommen :).


    Das du noch ein gesundes Ohr hast, macht es natürlich besser für bspw. Telefonate. Ich wäre mit CI nur noch mit einem HG versorgt und damit bin ich bei fast allen Situationen komplett raus.

  • Hallo Tommy,


    Roger von Phonak ist deutlich besser als Mikrofone von Widex. Es inzwischen unterschiedliche Mikrofone von Roger. Für Meetings empfehle ich mehrere TableMic und dazu einen Select oder Roger On.


    Im Restaurant käme ich in Sechser Runde klar, wenn immer nur einer spricht. Bei sechs Personen werden dann aber schon gelegentlich zwei Gespräche an einem Tisch geführt und das ist natürlich Käse. Nervig und deutlich schwerer zu verstehen sind zwei in etwa gleich laute Stimmen. Ist da ein Lautheitsunterschied, z.B. wenn weit genug entfernten Nebentisch gesprochen wird, kann gut die Stimme an meinem Tisch rausfiltern.


    Mit dem CI darf meiner Erfahrung nach die sprechende Person etwas weiter weg sein als bei Hörgeräten.

  • Hallo TommyG


    Also ich war bis so vor 13 Jahre normalhörend und dann 2 Hörsturze und dann die Ohren kaputt. Das Problem beim Ci ist das das man es nicht vorraus sagen kann,wie gut das man dann mit dem Ci hören kann. Laut meiner Meinung hat man doch nur 2 Möglichkeiten.

    1. Entweder das Gehör versagt total oder bei der Operation läuft irgendwas total schief und das Ergebnis ist man ist taub.

    2. Die zweite Möglichkeit die OP gelingt und die Nachsorge ist top und dann wirst dann besser hören wie jetzt.

    Natürlich sind dann viel Sachen auch Einstellung und Geduld.

    Und wegen Musik Ich höre sehr viel klassische Musik.


    Also Kopf hoch!!


    Gruß Joachim

  • was für ein Blödsinn du wieder schreibst, ci_joe.
    Es gibt nicht nur schwarz-weiss, sondern auch jede Menge Grautöne.
    Mann kann auch ein CI bekommen und das Ergebnis ist nicht so gut wie erhofft oder -- was selten vorkommt, aber vorkommen kann -- man versteht damit schlechter als mit Hörgeräten.
    Wie gut man mit einem CI hören kann, kann man leider nicht wirklich voraussehen. Es gibt Leute, die damit sehr gut klarkommen, aber auch Leute, die damit gar nichts hören. Dazwischen ist alles möglich, also nicht nur "taub" vs. "gute mit CI hören".