Optisches Cochlea Implantat

  • Meine laienhafte Meinung:


    Mit dem optischen System kann man gleichzeitig zwei Töne hören, die sehr nahe beieinander liegen. Das Gehirn muss nicht erst darauf trainiert werden, solange man früher schon mal auf diesem Ohr gehört hat. Denn die Nervenbahnen sind bislang für bestimmte Frequenzen trainiert. Aber mit dem konventionellen CI kann man auch verschiedene Töne gleichzeitig hören. Meiner Meinung nach dürfte das letztere nur eine Frage des Trainings sein. Ich bspw höre mehrere Frequenzen nachgewissem Training mit meinem konventionellen CIs.
    Für langjährig oder immer schon Ertaubte erwarte ich in absehbarer Zukunft keine nennenswerte Vorteile.


    Bestenfalls ist der Strombedarf geringer, dafür nutzen sich die Lichtemittenten im Lauf der Jahre wie bei LEDs ab, die systembedingt ja permanent benutzt werden.


    Aber auch damit wird man längst nicht mehr normal hören. Flaschenhals wird nach wie vor die Rechenleistung für die mathematische Berechnung der tatsächlich ankommenden Frequenzen sein. Stichwort hier ist FFT, das seit Jahrzehnten oder sogar Jahunderten entweder nur in der zeitlichen Auflösung ODER Frequenzhöhe genau ist. Hier wird es immer nur einen Kompromiss aus beiden geben müssen, wenn nicht ein genialer Mathematiker was grundlegend neues erfindet. Das ist unabhängig vom Übertragungsverfahren, ob elektrisch oder optisch.


    Das ist Systembedingt, weil ein gesundes Innenohr Frequenzen anders zerlegt als ein mit elektrischen oder optischen CI versorgtes Innebohr die Reize vorgegeben bekommt.


    Wie gesagt - laienhaft. Ich kann auch grundlegend falsch liegen.

  • Ich hatte letztens die Ehre bei Dr. Bertram eine Stunde zu haben und er schwärmte auch von dieser Technik, gab aber zu bedenken das dieser Technik die nächsten Jahre noch sehr viel Forschungsarbeit zu grunde liegen werden.

    ab 1992 HDO HG rechts
    ab 1998 HDO HG beidseitig
    09.06.2021 OP CI622 - EA 15.07.2021
    07.09.2021 OP CI632 - EA 20.10.2021

    Nucleus 7 Hybrid

    Mini Mic, TV Streamer - Stromversorgung über USB vom TV > funktioniert bestens

  • Also ich bin der Meinung das die Lösung mit dem optischen Ci (Elektrode) ein sehr interessante technische Lösungen ist, weil die Nervenfassern viel Ziel-genauer an gesprochen werden können, wie elektrisch. Es kommt auch viel näher dem biologischem Hören. Weil wenn man mal bedenkt wie genau ein Klavierstimmer das Klavier einstimmen kann mit dem normalen Gehör. Aber ich habe im Moment nicht den Überblick wann das Serienreif ist.


    Gruß Joachim

  • Hallo, es wurden bereits vor ca.10 Jahren in Studien vollimplantierte CIs eingesetzt. Die haben sich bis heute nicht durchgesetzt und heutzutage spricht niemand mehr davon. Nur soviel zum Thema, dass nicht Alles aus der Forschung zur Serienreife gelangt.


    Beim optischen CI müssen noch viel mehr Nüsse geknackt werden als bei vollimplantierbaren elektrischen CI.


    Ich persönlich würde auch nicht Studienteilnehmerin sein wollen, da mir der Gedanke überhaupt nicht behagt, dass gentechnisch veränderte Viren meine Zellen so umbauen, dass sie für Licht empfindlich werden.


    Ich würde daher nicht raten, eine CI OP in Erwartung des optischen CIs auf unbestimmte Zeit zu verschieben.


    Gruß Andrea

  • Da gebe ich die vollkommen Recht, ich würde glaub ich auch nicht an solch einer Studie teilnehmen, und auch das mit der Genveränderung schreckt mich ab.

    Ich muss jedoch trotzdem noch bis 2025 bis zu meiner CI Implantation warten, da es davor einfach nicht in meinen Alltag passen würde mit der Reha und allem

  • Hallo Joachim,


    Da hast Du einen Punkt gemacht!


    Allerdings werden seit 2002 mRNA an Menschen appliziert, man forscht solange schon, um Antigene gegen Tmumorzellen zu erzeugen. Nur weil man auf diesem Gebiet schon länger forscht, war es überhaupt möglich in so kurzer Zeit Covid Impfstoff herzustellen.


    Die mRNA Moleküle zerfallen in wenigen Stunden. Das reicht aber aus, um das Immunsystem zu aktivieren. Einen dauerhaften Umbau der Zellen stelle ich mir schwieriger und nebenwirkungsreicher vor. A propos welche Zellen sollen denn genau lichtempfindlich gemacht werden?

  • Da gebe ich die vollkommen Recht, ich würde glaub ich auch nicht an solch einer Studie teilnehmen, und auch das mit der Genveränderung schreckt mich ab.

    Ich muss jedoch trotzdem noch bis 2025 bis zu meiner CI Implantation warten, da es davor einfach nicht in meinen Alltag passen würde mit der Reha und allem

    Ich würde aber nicht zu lange zuwarten mit einem CI. 2025 wird es noch keine optischen CI in Serie geben, wenn überhaupt dann immer noch in Studien.
    Je länger du wartest desto mehr verkümmern deine Nervenbahnen und es braucht mehr Energie Hören zu lernen nach der OP.
    ich fand die CI Versorgung einen riesen Lebensqualitätsgewinn auf meinem tauben Ohr, habe gar nicht gewusst wie viel besser ich dann höre, sprich lauter und klarer, Richtungshören ist möglich im Störlärm geht es mir besser usw.
    Ich war bis am Tag der Erstanpassung überzeugt, dass ich auch einohrig gut durchs Leben gegangen bin und doch nicht so viel verpasst hätte. Weit gefehlt! Was ich dann gelernt habe war für mich Neuland und zwar ein Gutes.


    Die Aussage Menschen könnten mit den heutigen CI kaum Melodien in Sprache und Musik wahrnehmen, halte ich für gewagt. Andererseits muss man natürlich herausheben, was das optische CI vermutlich besser kann.

    Das ist aber definitiv so, ich bin auf dem einen Ohr guthörend und auf dem anderen taub und Ci Trägerin, habe also den live-Vergleich täglich.
    Auf dem Ci Ohr alleine tönt Sprache OK, aber es fehlt die Sprachmelodie, alles tönt gleichförmig und gleich. Bei Musik fehlt nicht die Melodie, aber der Tonumfang ist halt kleiner und der Unterschied zwischen den Instrumenten eher klein wenn überhaupt heraushörbar.

    Das kann aber auch ein optisches CI nicht herausholen denke ich, künstliches Hören bleibt künstliches Hören.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Nikita,

    Es ist wohl ein enormer Unterschied, wie gut die Nervenbahnen (noch) erhalten sind. Ich höre sehr wohl eine ausgeprägte Sprachmelodie mit CI. Das war nicht immer so. Erst seit die Verteilung der Frequenzbereiche bei mir korrigiert wurde klang Sprache in meinem CI Ohr genauso wieder melodisch wie im HG Ohr. Insbesondere Fragesätze habe ich seitdem als solche endlich wieder erkannt. Die Stimme geht dann ja hoch.

    Mittlerweile bin ich bilateral versorgt und das Spielchen wiederholte sich.


    CI-joe

    Deine Ausssge zum Klavierstimmen wundert mich, dass die von dir kommt. Du hast doch das gleiche CI Fabrikat wie ich. Klavier hab ich mit CIs noch keins komplett gestimmt, höre aber jetzt warum meine Tochter das Gesicht bei einer der oberen Klaviertaste verzogen hatte, bevor ich es korrigiert habe.


    Immerhin stimme ich meine Gitarre mit einer Abweichung vom Soll um 3Hz nach der 5. zu stimmenden Saite. Das möchte ich auch bei Normalhörenden mal sehen. Überprüfen tu ich das Ergebnis mit dem elektrischen Stimmgerät.


    Andrea,

    die Forschung bzgl Vollimplantat ist nach wie vor im vollen Gange.

  • Die Aussage Menschen könnten mit den heutigen CI kaum Melodien in Sprache und Musik wahrnehmen, halte ich für gewagt.

    Völlig daneben. Ich kann Melodien wahrnehmen,


    Aber ein CI-Träger ein Klavier stimmen kann, möcht ich mal sehen.


    gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2


    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Lieber Dani

    Es liegt nicht an den Nervenbahnen, sondern darum dass der Frequenzbereich des CI einfach x-Mal kleiner ist als der des natürlichen Gehörs, also geht das etwas verloren. Es kann gut sein, dass dein zweites, ebenfalls schlecht hörendes Gehör diese Frequenzen auch nicht mehr hört und du so keinen Unterschied hörst. Es gibt noch mehr Unterschiede als bei Fragesätzen, z.B. mit Hörbüchern kann man da gut beobachten.


    Ein komplettes Klavier stimmen mit Ci wird nicht gehen, der Hörumfang geht gar nicht so weit. Wenn ich von meinem E-Piano direkt streame, höre ich ca. 2 Oktaven gut, der Rest tönt alles gleich.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Hallo Nikita,


    Ich habe vor etlichen Jahren Studien mitgemacht, die im Vorfeld der Entwicklung der Strategie HiRes 120 gelaufen sind. Ich konnte mit zwischen zwei physischen Elektrodenkontakten über 400 Frequenzunterschiede heraushören. Ich musste bei drei Tönen immer sagen, ob der mittlere gleich zu den anderen ist oder eine andere Tonhöhe hat. Es kam drauf an, am PC spontan gleich oder ungleich zu klicken. Wenn man überlegte, konnte man nicht mehr antworten und es kann das nächste Tontrio.


    Ich weiß nicht, ob man inzwischen verstanden hat, warum man mit wenigen Elektroden deutlich feinere Abstufungen wahrnehmen kann.


    Mir auch mindestens ein früh beidseitig implantiertes Kinbeinzwischen Jugendlicher bekannt, das auf einem hohen Niveau Musik macht. Diesem Kind würde ich auch zutrauen, sein Instrument selbst zu stimmen.


    Ein CI wird ein normales Gehör nicht ersetzen, aber es ist mehr möglich als man denkt. Für mich hört sich beim Klavier jede Taste etwas anders an als die vorherige. Ich behaupte mal, dass ich unterschiede in der Tonhöhe über mehr als zwei Oktaven erkennen kann und das obwohl ich völlig unmusikalisch bin.