Position des CI am Kopf

  • Hallo liebes Forum,


    bei unserem Sohn (fast 3J.) steht sehr wahrscheinlich eine CI-Implantation an, da er einseitig taub ist. Wir waren auch schon auf dem Treffen der Seelauscher in Altshausen und ich beschäftige mich sehr damit.

    Meine Frage an euch: wo sitzt euer CI (weit oben Richtung Scheitel, näher am Ohr, weit Richtung Hinterkopf,...) und was sind die Vor- und Nachteile?

    Ich habe es nun umformuliert: Zunächst entscheidet die Anatomie was geht und was nicht, dann aber gibt es einen Spielraum wo das Implantat gesetzt wird, je nach Geschmack des Trägers/operateurs.


    Ich frage mich wo ein Gerät weniger stört mit Mütze oder Fahrradhelm oder, falls gewünscht, es dezenter aussieht mit langem bzw. kurzem Haar? Oder gibt es Dinge im Alltag, an die ich noch nicht gedacht habe?


    Danke schon mal und liebe Grüße

  • Ich bin bei meiner OP gar nicht auf die Idee gekommen zu fragen. Was ich mir vorstellen könnte: je näher am Ohr, desto natürlicher dürfte das Richtungshören sein, falls dein Sohn später einmal vom HdO zum Kanso (Firma Cochlear, haben andere Hersteller sicher auch vergleichbares) wechseln möchte.

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Die Position des Implantats ist nicht allein Geschmackssache, sondern hängt zunächst von der Anatomie ab. Aber es ist kein Fehler, im Rahmen der Voruntersuchung den/die Ärzte darauf anzusprechen. Freilich ist es besser, in Ohrennähe zu sein.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


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    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Wenn man nicht eine Single Unit trägt, ist die Position ja eher wichtig im Hinblick auf Mützen-, Kappen- oder Helmkanten.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Hallo Lama!

    Die Postion des Implantats wird u. a. durch die OP Technik bestimmt und von den anatomischen Gegebenheiten. Meisten wird der Zugang durch einen kleinen Schnitt hinter dem Ohr gemacht. Und in unmittelbarer Nähe wird dann auch das Implantat gesetzt. Viel Spielraum ist da nicht. Zumal das Implantat ja auch (nur) eine gewisse Länge hat. Hatte vor einiger Zeit ein längeres Grundsatzgespräch. Diejenige wollte das Implantat ziemlich weit am Hinterkopf haben. Ist eigentlich so nicht machbar. Den Zugang hinter dem Ohr braucht man um in das Innenohrs zu gelangen. Eine weiteren theoretischen Zugang um das Implantat am Hinterkopf zu platzieren wollte diejenige nicht. Das Ganze ist ohnehin durch die Länge des Implantats reglementiert.

    Mit freundlichem Gruß

    Thomas

    Links: MedEL: Implantat MI 1200 Synchrony 24mm - SP EAS-Sonnet OP 01.06.18 EA 16.07.18 - MHH

    Rechts: MedEL: Implantat MI 1250 Synchrony 28mm - SP Sonnet 2 OP 17.09.19 EA 21.10.19 - MHH

  • Hallo Lama,

    mein Sohn hat aus speziellen Gründen seine Spulen an 2 verschiedenen Stellen: Die 1 ist relativ weit vorne fast (ca 1 cm hinter dem SP, und 2 bis 3 cm oben drüber) , die andere auf der selben Höhe, aber weiter hinten (würde bewusst so gemacht). Mützen, Reit- und Fahrradhelm(e) haben wir bisher immer trotzdem gefunden (mit denen er trotzdem beide SPs Tagen kann).

    Ich habe in einem Spielkreis für hörgeschädigte Kinder vor vielen Jahren Mal einen Jungen (in einer anderen Klinik implantiert) kennengelernt, bei dem die Spule so nah über dem SP positioniert war, dass diese ständig an den Prozessor gestoßen ist, wenn dieser gerannt ist oder gehüpft ist (das Toktok hat man deutlich hören können und das Spulenkabel war zwangsläufig ziemlich geknickt).

    Ich weiß natürlich nicht, ob das bei dem Jungen aus irgendeinem Grund nicht anders möglich war, aber darauf würde ich achten bzw. im Vorgespräch nochmal drauf hinweisen.

    Ich denke aber, das die Operateure eigentlich von sich aus auf sowas achten müssten :/.

    Für das Hören selbst ist die Position der Spüle ja eigentlich ziemlich egal (bei einem normalen SP), da die Mikrofone ja am SP selbst sind ..

    Viele Grüße

    Katja

  • Wenn es ein Single-Unit-SP werden soll, ist Ohrnähe hörtechnisch vermutlich günstiger ... ABER ...


    Mein erstes Implantat wurde 1999 so nahe über dem Ohr gesetzt, dass der Überträger das Tragen von Fahrrad- und Schutzhelm (Bauhelm) fast unmöglich gemacht hat. Das Hutband lag direkt über dem Überträger.

    Man trug damals noch Taschen-SP und da war es Anfang der 2000er Jahre schick, den Überträger möglichst nahe am Ohr zu haben. Mit der Einführung der HdO-SP hatte es dann oft kaum Platz, SP und Überträger am Ohr unterzubringen.

    Mein 2. Implantat habe ich dann 2011 etwas höher und weiter nach hinten legen lassen. Der Operateur lästerte auf meine Bitte hin zunächst noch, er könne mir das auch an der Stirn einbauen, staunte aber nicht schlecht, als er meine Begründung hörte - das hatte er so noch nie zu hören bekommen. Fortan bekam ich zumindest einen Überträger im Helm untergebracht.

    2012 wurde das erste Implantat wg. eines Defekts reimplantiert und dabei an die Position des zweiten angepaßt. Seit dem klappt es mit Fahrrad- und Schutzhelm wunderbar.


    Bei Motorrad- und Reithelmen kann das aber nochmal anders aussehen.


    Andrea2002 hat an anderer Stelle von einer Schablone berichtet, die bei der OP genutzt werden kann. Nach welchen Kriterien die ausgelegt ist, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Bei Kleinkindern kommt zumindest anfangs eine sogenannte "Ohrfern"-Trageoption zum Einsatz. Der SP wird dann z.B. an die Kleidung geclipt und am am Kopf wird nur der Überträger getragen. Da finde ich es schon wichtig, nach einer Position zu schauen, mit der dem Kind später alle Optionen offen stehen.

  • Vielen Dank schon mal für die Rückmeldungen. Wie schon geschrieben geht es nicht ausschließlich um ästhetische Aspekte sondern zunächst gibt die Anatomie vor was geht und was nicht. Aber der Rest ist wie gesagt Geschmackssache bzw eine Sache der Absprache mit dem OP-Team (habe ich schriftlich von Frau Dr. A. aus Freiburg). Stimmt, natürlich spielt die Länge des Implantats eine Rolle. Trotzdem verwunderlich, wie unterschiedlich die Positionen zum Teil sind. Das mit dem Singleunit Prozessor ist natürlich ein Argument, ich denke die Dinger werden künftig immer kleiner und besser, sodass sie sicher beliebt sind.

    ChrisH : was meinst du denn mit einer Position, die alle Optionen offen lässt?

  • Mit "Position, die alle Optionen offen lässt" meine Ich eine Position

    • hoch genug über dem Ohr, dass ein HdO-SP nicht mit dem Überträger überlappt
    • hoch und weit genug hinten, dass der Überträger z.B. im Radhelm eher hinten als seitlich liegt
      denn Radhelme fallen m.E. bei Erwachsenen eher schmal aus
    • aber auch nicht auf den Hinterkopf, weil dann m.E. ein Single-Unit-SP nicht mehr wirklich nach vorn lauschen kann ... auch nicht mit der aktuellen Mehrmikrofontechnik.

    Auf das Implantat geben die Hersteller m.W. 10 Jahre Garantie, es darf aber gerne ein paar Jahrzehnte halten. Wir wissen heute noch nicht was in ein paar Jahren technisch möglich ist und was Dein Sohn dann gerne nutzen möchte.

  • Bei mir sind beide Implantate sehr nahe am Ohr, so das wenn ich telefoniere die Spule und das Telefon sich berühren und somit die Spule manchmak verrutscht, ist somit nicht ideal aber es ging anatomisch nicht anders. Ich brauche daher auch schmale Brillenbügel wären die breiter würden sie am Implantatsende anliegen.

    Ich weiß nicht wo er die Op macht aber sprecht doch mit dem jeweiligen Arzt/Ärztin was da möglich ist, den er/sie sieht was anatomisch möglich ist.

    MedEl Synchrony -Sonnet CI 30.9.2014
    EA 27.10.2014
    links. Cochlear 512 10.11.2010
    EA 6.12.2010
    re-implantation 9.5.2011
    EA 14.6.2011