Bald ist es soweit...

  • Hallo zusammen,


    ich lese schon seit ein paar Wochen in diesem Forum und die Vorstellung von mTori hat mich jetzt endgültig dazu gebracht mich hier anzumelden.


    Wir haben die Gemeinsamkeit der Ertaubung. Ich hatte Ende April einen Hörsturz der aus dem Nichts kam. Ich wurde auf Grund vom kompletten Verlust des Gleichgewichts und damit verbundener Übelkeit mit ständigem Erbrechen  direkt ins Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde ich  mit den übliche Kortisoninfusionen behandelt. Als dies keine Wirkung zeigte und mein rechtes Ohr komplett taub blieb, haben Sie noch eine OP durchgeführt um das eventuell direkt ins Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde ich mit den üblichen Kortisoninfusionen behandelt. Als diese keine Wirkung zeigten und mein rechtes Ohr komplett taub blieb, haben Sie noch eine OP durchgeführt um das eventuell "undichte" runde Fenster abzudichten. Dies hatte leider alles keine Wirkung gezeigt. Nach der Entlassung aus dem KH habe ich mich an jedem möglichen Strohalm geklammert. Neben einer Sauerstoffbehandlung in einer Druckkammer wurden auch noch mal einige Infusionen und zu guter letzt noch 5 Kortisonspritzen direkt ins Trommelfell gegeben. Leider blieb alles ohne Erfolg.


    Somit gibt es nur noch die Möglichkeit der Versorgung mit einem CI. Da mir auch diverse Ärzte dringend dazu geraten haben und mir mit einem Verlust des bis jetzt noch perfekt hörenden linken Ohres "drohten", habe ich mich sehr schnell für ein CI entschieden. Die OP soll nun am 10.08. statt finden.


    Ich habe mich für Advanced Bionics entschieden und freue mich auf die OP, habe aber natürlich auch ein wenig Angst vor dem neuen Hören.


    So genug erzählt.


    Mich hat nun wieder der Hinweis von mTori das der Tinnitus nach er OP schlimmer geworden ist nachdenklich gemacht. Du sagtest das der Tinnitus bei dir bis zur OP sehr dezent war. Bei mir ist er leider seit der Ohr-OP dauerhaft vorhanden. Es ist ein rauschen. Ein bisschen zu vergleichen mit einem nicht richtig eingestellten Radiosender. Zwischendurch gibt es auch ein paar computerähnliche Piep Geräusche. Und das ganze ganz schön laut. Anfangs dachte ich, dass ich damit nicht klar komme, aber mittlerweile kann ich den Tinnitus sogar zeitweise "überhören". Aber jetzt habe ich natürlich Angst, dass dies nach der OP noch schlimmer wird.


    Gab es auch jemanden unter euch, der nicht diese Erfahrung gemacht, das der Tinnitus nach der OP schlimmer wurde?


    Grüße aus dem Westerwald

  • Hallo und willkommen!


    Ja, es gibt viele Parallelen! Mein Hörsturz war am 19. April. Ich habe mich ebenfalls sehr schnell für ein CI entschieden. Auch wenn meine Befürchtung, die Verschlimmerung des Tinnitus, zunächst eingetreten ist und ich den weiteren Verlauf nicht abschätzen kann, glaube ich doch die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Hier die Dissertation von der ich schrieb:


    https://refubium.fu-berlin.de/…df?sequence=1&isAllowed=y


    Dort findest Du statistische Antworten, aber natürlich keine Gewissheiten...


    Grüße aus der Pfalz

    19.04.2021 — SSD rechts nach Hörsturz

    19.07.2021 — Cochlear™ Nucleus® CI632 cochlear implant with Slim Modiolar electrode, rechts

    13.08.2021 — EA

  • Hallo und willkommen🙂


    Habe auch einen lauten Tinnitus ...seit 2 Tagen habe ich jetzt ein CI und wage zu behaupten, dass mein Tinnitus leiser geworden ist😃 ...ich bin so mit hören beschäftigt, dass ich morgen tatsächlich mal darauf achten werde ob mich meine Wahrnehmung nicht trügt.


    Das Risiko wirst du eingehen müssen.Viel Glück🐞☘️

  • Herzliches Willkommen im Forum DerWaeller ,


    in der Tat war das meine größte Angst vor der OP, nämlich dass der Tinnitus lauter wird. Ich hab in der Vergangenheit viel deswegen gelitten.


    Es gibt / gab hier im Forum auch ein paar Fälle, wo er lauter wurde, habe ich damals alles aus Furcht recherchiert 🤪Mein CI Arzt sagte, sie hätten nach der OP wenig mit schlimmen Tinnitus Fällen zu tun. Und er erwähnte, dass 70

    Prozent der Menschen ihren Tinnitus als weniger belastend empfinden würden, nachdem sie den Prozessor bekommen haben.


    Als ich nach der OP aufwachte war mein Tinnitus so beeindruckt von den chirurgischen Künsten meines Arztes, dass er sich nur ganz leise meldete😅was hab ich mich gefreut 🤗Er war dann wieder normal laut nach ein paar Tagen und jetzt mit CI nehme ich ihn beim Tragen nicht mehr wahr, es sei denn, ich versuche ihn aufzuspüren. Nach Ablegen des Prozessors spielt er mir wieder was vor - wie immer.


    Alles wird gut 🍀👍🍀👍🍀🤗

  • Hallo,


    vielen Dank für die Infos. AnniB Das Video muss ich mir heute Abend mal anschauen.


    Bei mTORi hat sich der Tinnitus ja auch wieder beruhigt. Außerdem war ich heute zu den OP Voruntersuchungen bei meinem HNO. Dort wurde mir auch bestätigt, dass der Tinnitus in den ersten Tagen nach der OP schlimmer werden kann. Das solle sich aber nach ein paar Tagen wieder normalisieren und hoffentlich nach Anlegen des Prozessors noch besser werden.


    Ich bin gespannt und wünsche noch einen schönen Tag!

  • Mein Laienverständnis sagt mir, dass der Kopf einfach nach der OP ziemlich „durcheinander“ ist, dort sind ziemlich viele Nerven geärgert worden, es ist etwas in die Hörschnecke geschoben worden, da werden wahrscheinlich viele verrückte Signale in den Kopf gefunkt.
    so wie ich es verstanden habe, ist Tinnitus die Reaktion auf fehlende Informationen hin den Sinneshärchen im Ohr. Wenn dann demnächst wieder Informationen ankommen, wird der Kopf bestimmt wieder gut lernen, mit Signalen etwas anzufangen.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Gab es auch jemanden unter euch, der nicht diese Erfahrung gemacht, das der Tinnitus nach der OP schlimmer wurde?

    Also, bei mir war das so:

    Seit meiner Kindheit hatte ich zwischendurch immer wieder mal so einen Tinnitus-Ton auf meiner rechten Seite gehabt.

    Kennt Ihr das noch, wenn ein Fernsehersender nicht mehr lief? Dann gab es so ein bestimmtes Bild und dann dieser eine Ton.

    Genau DAS war mein Tinnitus Ton gewesen <XX(



    Ich habe als Kind schon irgenwie gelernt, diesen Ton irgendwie zu "überhören". Und ich habe für mich gemerkt, daß ich den auch nicht höre, wenn ich nicht an diesen Ton dachte, nachdenken mußte oder danach "lausche". Dann hatte ich echt wochenlang, monatelang davon meine Ruhe gehabt!

    Deshab fand ich die Hörtests immer doof, denn dann war der Ton wieder dauerhaft da. Manchmal sogar mehrere Nächte lang, sogar auch tagsüber!

    Ebenso, wenn der Fernsehsender wieder ausfiel, hatte ich den Ton da.

    Oder, wenn ich abends im Bett lag und dachte "Hey, Glück gehabt, die ganze Zeit über diesen Ton nicht gehört!" und flups, war dieser Ton wieder da!

    Ich durfte mich auch nicht darauf konzentrieren, dann wurde dies irgendwie immer stärker, lauter. :thumbdown:



    Später habe ich gemerkt, daß ich diesen Ton öfters hören "mußte", wenn mein Ohr sich "langweilte", also nichts zu hören bekam.

    War der noch leise, und ich für mich schaffte, den aus meinen Gedanken zu verbannen, nicht darüber nachzudenken, extra hinzulauschen, und mich ablenke, ging er auch wieder weg.




    Dann kam der Tag meines Hörsturzes.

    Anfangs konnte ich zwar noch was hören, wenn auch alles so extrem verzerrt und total falsch ankam.

    Nach meiner Zeit im Krankenhaus war sogar dieser Teil weg gewesen, und mein Tinnitus kam wieder, verstärkt.

    Das war eine harte Zeit, weil ich lernen mußte, mit dieser veränderten Situation auch klar zu kommen. "Einfach nur" wieder Geräusche drauf packen fiel ja weg, denn ich hörte ja nichts mehr mit dem Hörgerät!

    Ich habe auch gemerkt, daß sich mein Tinnitus meldete, wenn ich argen Streß gehabt hatte. Ich mußte also neben der Ablenkung auch noch lernen, wie ich mich selbst runter fahren kann. Denn auch dann wurde der Ton leiser, bis zum kompletten Verschwinden.

    Und ich durfte halt mich auch nicht zu dolle darauf konzentrieren, das zu tun.

    Also, alles irgendwie im totalen Widerspruch.


    Anfangs hatte es nicht so gut geklappt. Mit der Zeit wurde es besser!

    Aber es war schon schwierig. Zumal nun auch noch meine linke Seite anfing, einen Tinnitus zu entwickeln. Komplett anderer Ton!

    An sehr schweren Tagen hörte ich also das im Duett ||:thumbdown::cursing:

    Das war dann sehr, sehr anstrengend gewesen. Vor allem hat es genervt, daß es dann auch noch zwei völlig unpassende Tonlagen waren, die zudem noch versuchten sich gegenseitig in ihrer Lautstärke zu übertreffen! <X

    In dieser Phase war mein "Training" anstrengend gewesen, ja! Ich merkte, daß ich was an mir verändern mußte, daß irgendwas in meinem Leben falsch lief! Das habe ich geändert, so nach und nach, und mit meinem üblichen "Training" aber trotzdem weiter durchgezogen, und es klappt auch!

    Seit dieser Zeit habe ich gelernt, meinen Tinnitus auch als Warnung anzusehen!

    Mein Körper wollte mir was damit sagen!





    Dann kam der Zeitpunkt für mich, endlich meine rechte Seite operieren zu lassen, da ich dort wieder was hören wollte.

    Ja, ich hatte direkt nach der OP Tinnitus gehabt. Aber auch nur, weil ich es ohnehin gehabt hätte. Und Krankenhäuser bedeuteten für mich ohnehin Streß.

    Ich war das ja schon gewohnt gewesen, hatte es auch irgendwie erwartet, und kannte ja auch eine Methode, damit klar zu kommen. Ich habe damit einfach weiter gemacht. Das hatte dazu beigetragen, daß meine üblichen Maßnahmen, die ich im laufe der Zeit mit meinem Tinnitus angeeignet habe, mir auch hierbei half. Das war dann wieder "normal" gewesen. Also, die meiste Zeit nicht vorhanden, außer ich mußte (zu sehr) daran denken, ansonsten habe ich mich abgelenkt und "drüber weg gehört".




    Diese Klinik machte es so, daß man vier Wochen nach der OP erst die EA bekommt.

    Mag einem recht lange vorkommen. Aber für mich war das genau richtig gewesen. Denn die OP Stelle war noch lange empfindlich und geschwollen gewesen - zumindest fühlte es sich so an. Die Ohrmuschel selbst noch recht lange taub, so langsam kam das Gefühl wieder. Und auch die Narbe fühlte sich empfindlich an, auch wenn alles schon am Verheilen war und die Fäden Wochen vorher gezogen worden waren.

    Meine ersten Geräusche waren ja Gedudel gewesen, wie, als ob jemand eine Querflöte spielte, schnelle Töne hintereinander, immer die gleichen. Also eine prima Vorraussetzung für den Tinnitus, der ja auch ein hoher Ton ist.

    Vor allem, als am Tag zwei direkt mit dem Dauerton den ganzen Tag weiter ging.

    Dachte erst, das war mein Tinnitus gewesen. Nö. Der Ton war sofort weg gewesen, kaum daß ich die Spule vom Kopf genommen hatte. Es kam also vom CI - und gehörte zu meiner eigenen Hörreise, die dafür sorgte, daß ich am Ende hören kann.


    Abends, kurz vorm Schlafen gehen, hatte ich beim Ablegen schon ein bißchen "Nachwirkungen" vom Dauerton gehabt. Es gibt aber schnell weg. Hatte da ordentlich Schiß gehabt, daß sich mein Tinnitus wieder melden würde.

    Aber das hielt sich im Rahmen.

    Zum Glück konnte ich schon am dritten Tag neben dem penetranten Dauerton die ersten Stimmen heraushören, wenn auch nichts verstehen, und auch schon die Geräusche hören.


    Ab da ging es stetig aufwärts.

    Tinnitus wurde deutlich weniger, ich mußte nicht mehr so viel meine Maßnahmen dagegen machen, es ging von alleine ganz gut weiter.

    Jetzt darf ich nur selbst nicht mehr daran denken, dann habe ich den Ton wieder, wenn ich gerade komplett taub im Bett liege.






    Was ich an Deiner Stelle machen würde, wäre so eine Art Tinnitus Tagebuch:

    Wann taucht der auf? Nur morgens, mittags, abends? Ist er dauerhaft, also den ganzen Tag lang, da?

    Sind es in ganz bestimmten (immer gleichen) Situationen?

    Habe ich gerade Streß?

    Denke ich zuviel darüber, oder über was anderes (streßverursachendes), nach?

    Habe ich zuviel um die Ohren? Arbeit, Familie, Freizeit, Hobby, Verpflichtungen?



    Für diejenigen, die einen hohen Ton als Tinnitus haben, sagt man ja oft, sie sollen ein weißes Rauschen als Gegenstück einschalten, weil dies vorrübergehend etwas Linderung schaffen soll. In diesem Fall wäre das Dusche anmachen, oder eben das Radio zwischen zwei Sendern einstellen.

    Keine Ahnung, ob es auch umgekehrt geht? Also, wer so ein Rauschen hört, eventuell mit einem hohen Ton dagegensteuern?

    Aber soetwas würde ich immer nur in Absprache mit einem Arzt machen!

  • EDIT:


    Was mir gerade noch auffällt und somit einfällt:


    Nach der Entlassung aus dem KH habe ich mich an jedem möglichen Strohalm geklammert. Neben einer Sauerstoffbehandlung in einer Druckkammer wurden auch noch mal einige Infusionen und zu guter letzt noch 5 Kortisonspritzen direkt ins Trommelfell gegeben. Leider blieb alles ohne Erfolg.

    Als ich jünger war, wollte eine ehemalige Klassenlehrerin von mir auch, daß ich das mache und hatte sogar dem Arzt DAS gesagt, wozu sie überhaupt kein Recht gehabt hatte.

    Aber egal, eine andere Geschichte!


    Jedenfalls mußte ich dann zum Termin hin, und sie haben mich dort deswegen auch untersucht. Es kann anscheinend nicht jeder einfach so in die Kammer gesteckt werden.

    Natürlich wollten die Ärzte dort, nach Abschluß der Vorunersuchungen, daß ich das mache. Sie haben mir einiges erklärt, und ich habe auch sehr viele Fragen gestellt!

    Ich habe mir das alles an Antworten angehört, und auch diesen Zettel gelesen, welchen ich unterschreiben mußte, wenn ich in die Kammer gehe, und da stand als "Nebenwirkung", daß man davon ein Rauschen im Ohr bekommen könnte.


    Natürlich ging mir mein Tinnitus Ton auf den Keks, vor allem, wenn ich Streß hatte, und daran verstärkt denken mußte.

    Aber, ich kannte den Ton schon seit Jahren und wußte, wie ich damit umzugehen hatte. Ich konnte ja nicht wissen, ob ich mit dem Rauschen einen ähnlichen Erfolg gehabt haben könnte. Ich wollte jedenfalls nichts riskieren!

    Ich habe es auch nicht eingesehen, den einen Tinnitus einfach gegen einen anderen "auszutauschen" - wie ich es damals genannt hatte.

    Der eine Arzt hatte mich verstanden, war wohl auch bißchen in meiner Meinung gewesen, der andere wollte unbedingt, daß ich es mit der Kammer mal probiere.

    Dazu hatte mir während der Ausbildung aber auch einfach die Zeit gefehlt!

    Und ich hatte echt keine Lust dazu gehabt!






    Meine Frage an Dich jetzt: hattest Du schon vorher diesen Tinnitus in Form von Rauchen gehabt?

    Oder ist dies erst aufgetreten, nachdem Du in dieser Kammer gewesen warst?

  • Hallo Sheltie,


    das Rauschen hatte ich schon vorher. Die Druckkammer hat nichts positives aber auch nichts negatives gebracht.


    Aber es gab andere "Patienten" die mit mir in der Druckkammer waren und bei denen die Behandlung gegen den Tinnitus geholfen hat. Aber es war kein einseitig Ertaubter dabei.


    Interessant war, auch wenn nicht zu unseren Problemen passend, das ich auch einige Long Covid Patienten in der Druckkammer kennengelernt habe. Diese haben dadurch erhebliche Verbesserungen ihrer Probleme erfahren. Aber dies zahlt wohl bis jetzt keine Krankenkasse und die Behandlung kostet richtig Geld.


    Ich hoffe dann mal, dass mein Tinnitus nach der OP nicht schlimmer wird und das nach der EA alles besser wird.:)


    Schönen Tag noch!

  • Hallo Sheltie... Deine Geschichte mit dem Tinnitus könnte meine sein☺️ du beschreibst das sehr gut...dass mit dem Sendeschluss Ton unterschreibe ich😱😉

  • Hallo DerWaeller,


    Ja ich finde schon, dass mein Tinnitus nicht mehr vorherrschend ist🙂... das liegt wahrscheinlich daran, dass mein Kopf durch das CI genügend zu tun hat und endlich Töne hat , die es verarbeiten muss 😃

    Aber auch in den Hörpausen ist er nicht mehr so laut! ☺️