CI und Hirnhautentzündung

  • Hattet ihr bzw. euer Kind NACH CI-Implantation eine Hirnhautentzündung? 13

    1. Erwachsene: Nein (10) 77%
    2. Erwachsene: Ja, einmal kurz nach OP (innerhalb der ersten 6 Monate) (0) 0%
    3. Erwachsene: Ja, einmal aber später als 6 Monate nach OP (0) 0%
    4. Erwachsene: Ja, mehrfach kurz nach OP (innerhalb der ersten 6 Monate) (0) 0%
    5. Erwachsene: Ja, mehrfach aber später als 6 Monate nach OP (0) 0%
    6. Erwachsene: Ich hatte auch schon VOR OP eine/bzw mehrere Hinrhautentzündungen (1) 8%
    7. Kinder: Nein (4) 31%
    8. Kinder: Ja, einmal kurz nach OP (innerhalb der ersten 6 Monate) (0) 0%
    9. Kinder: Ja, einmal aber später als 6 Monate nach OP (0) 0%
    10. Kinder: Ja, mehrfach kurz nach OP (innerhalb der ersten 6 Monate) (0) 0%
    11. Kinder: Ja, mehrfach aber später als 6 Monate nach OP (0) 0%
    12. Kinder: Mein Kind hatte auch schon VOR OP eine/bzw mehrere Hinrhautentzündungen (0) 0%

    Liebes Forum,

    ob das Thema hier richtig ist weiß ich nicht genau abe rich habe keine bessere Rubrik gefunden.

    Wie manche wissen beschäftigen wir uns mit der Frage ob wir unseren Zwerg einseitig implantieren lassen (einseitig taub). Meine größte ANgst ist eine Hirnhautentzündung, die durch den Fremdkörper im Innenohr scheinbar schneller auftreten kann als bei Unimplantierten.

    Ich möchte gerne wissen ob dieses Risiko kaum auftritt, nur anfangs nach der OP besteht oder ob dies generell eher ein Problem bei kleinen Kindern ist (die aufgrund ihrer Anatomie mitunter eher zu Mittelohrentzündungen neigen). Ich erstelle eine Umfrage dazu, die sich leider nicht in verschiedene Fragen gliedern lässt, daher muss ich viele Antwortmöglichkeiten angeben. Bitte die Optionen genau lesen da es auch welche speziell für Kinder gibt.

    Die Umfrageergebnisse ersetzen in keinem Fall die fachliche Einschätzung durch einen Mediziner und eine statistische Auswertbarkeit wird aufgrund der geringen Stichprobengröße auch nicht erreicht aber vielleicht erhalten wir einen Trend. Nicht mehr und nicht weniger. :)


    Danke fürs mitmachen! <3

  • Hallo Lama,

    ich bezweifle, dass dir deine Umfrage viel bringen wird (so viele User gibt es hier nicht, um da eine statistische Wahrscheinlichkeit raus zu bekommen). Ich habe aber trotzdem mitgemacht :).

    Mein Sohn hatte noch nie eine Hirnhautentzündung, obwohl er neben den 2 CIs noch einen Shunt hat (künstliche Hirnwasser-Ableitung). Er hatte als Kleinkind auch nach der Implantation 2 bis 3 x eine MOE. Daraufhin hat er sofort AB bekommen und diese sind jeweils komplikationslos abgeheilt. Wir sind natürlich bei stärkerem Schnupfen/ unerklärlichem Fieber o.ä. sicherlich früher zum Kinderarzt gegangen als andere Eltern. Gerade Freiburg ist da sehr vorsichtig und macht bei einer MOE frühzeitig Trommelfellschnitte und AB intravenös (ob man das jetzt gut findet oder nicht). Ich habe das bei einem Kind mitbekommen, bei dem während der Reha eine MOe an aufgefallen ist, das würde sofort an die Klinik überwiesen.

    Ich habe während unserer zahlreichen Reha-Aufenthalten (inzwischen über 30, da der Rehazeitraum sowie die Rehatage für meinen Sohn aufgrund seiner Mehrfachbehinderung vverlängert wurden) auch nur 1 x erzählt bekommen, dass ein Kind wegen einer Hirnhautentzündung reimplantuert wurde- und ich habe mich mit zahlreichen Eltern über die OPs etc. unterhalten.

    Die Aussage bringt dir aber vermutlich auch wenig, da ja es evtl auch Eltern gibt, die ihr Kind danach nicht mehr implantieren lassen (und dann natürlich auch nicht mehr zur Reha fahren) und das ja 2. auch nur ein kleiner Teil der CI Kinder ist.

    Du musst dir das aber auf jeden Fall nicht so vorstellen, dass jedes 2. CI Kind (bzw. jeder 2. Erwachsene nach der Implantation eine Hirnhautentzündung bekommt :/. Dann würde man keine Cis mehr implantieren...

    Das Risiko ist sicherlich da und wenn es selbst bzw. das eigene Kind betrifft, ist es schlimm und da helfen dann auch keine statistischen Unwahrscheinlichkeiten, aber du musst auch nicht von vorneherein mit sowas rechnen. Deswegen sollten die Kinder ja auch gegen Pneumokokken, Menningokokken etc. geimpft werden (sind sie ja meist sowieso schon).

    Viele Grüße

    Katja

  • Um das Risko zumiendest gegen Menigitis zu minimieren kann man sich impfen lassen und das empfehlen viele Kliniken auch. Klar hilft das nicht gegen jede Art von Hirnhautentzündung. Ansonsten heißt es eben die oben Katja geschrieben hat mit Schnupfen und Co zum Arzt gehen und schauen lassen ob im Ohr alles ok ist.

    MedEl Synchrony -Sonnet CI 30.9.2014
    EA 27.10.2014
    links. Cochlear 512 10.11.2010
    EA 6.12.2010
    re-implantation 9.5.2011
    EA 14.6.2011

  • Hab auch abgestimmt, 2 mal nein.


    Gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2


    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • tele-nobbi

    Wo hast du denn das zweite Mal mit "Nein" geantwortet?


    "Hat dein Kind nach der CI-OP eine Hirnhautentzündung: Nein" - Damit ist nicht deine CI-OP gemeint, sondern die CI-OP deines Kindes. War mir nicht bewusst, dass ein Kind von dir eine CI-OP hinter sich hat.

  • Dankeschön dass ihr mitmacht. Ich bin mir bewusst, dass ich etwas übervorsichtig bin. Das Risiko einer Hirnhautentzündung mit Komplikationen (Behinderung oder Schlimmer..) ist eben worst-case, den ich abwägen möchte gegen den Benefit mit CI auch auf dem tauben Ohr zu hören statt nur ein funktionierendes Ohr zu haben. Übrigens gibt es auch virale Hirnhautentzündungen gegen die nicht geimpft und die zum Teil außer Stärkung des Immunsystems nicht behandelt werden können (ein Freund (ohne CI!) hatte sowas als Kind wodurch Hirnareale beschädigt wurden, was zum Glück ohne Folgen blieb).

  • Es lässt sich eben nicht gegen alles impfen und die häufigste Ursache einer Meningitis sind leider Viren. Scheinbar sind dies jedoch meist mildere Verläufe.


    Katja_S hat es ja schon geschrieben: nach Implantation wird man öfter zum Arzt bzw. in die Klinik, wenn das Kind Ohrweh, Schnupfen, Fieber etc hat. Meine Frage wäre hier noch ob ich an die operierende Klinik gebunden bin? Für uns wäre Freiburg zB 3h entfernt, Frau Arndt aus Freiburg meinte zu uns wenn was wäre sollten wir uns einfach gleich ins Auto setzen - 8|?! Das Team dort ist zwar erfahren bei der OP aber wenn mein Zwerg fiebert und krank wird fahre ich doch schneller zum Kinderarzt oder zur nächsten Klinik, oder was meint ihr?

    (eine Off-Topic-Frage: kann man in Klinik A die OP machen lassen, in Klinik/CI-Zentrum B die EA und Reha und Klinik C Nachsorge bzw medizinischen Betreuung?)

  • Hallo Lama,

    ich kann dir nur sagen, wie wir das gehandhabt haben: Wir sind, wenn Erik krank war (und er war oft krank), immer erst zu unserem Kinderarzt gefahren (oder entsprechend am WoE in die Notfallpraxis der Kinderklinik). Wir hatten und haben aber einen KiA, der sehr erfahren und ein guter Diagnostiker ist und dem wir vertrauen. An dessen Ratschlag haben wir uns dann gehalten. Der war auch dafür, bei den 2 (bis 3?) leichten Moe, zunächst 2 Tage oral AB zu geben und nur dann ggfs in die Klinik zu gehen (beide Male war das Trommelfell dann wieder ok). Jede Auf die Idee, bei einem normalen Infekt oder jedem Fieber immer gleich nach Freiburg zu fahren, wäre ich nicht gekommen :/. Phasenweise hätten wir das alle 3 bis 4 Wochen machen müssen.. Eine MOE kann auch ein Kinderarzt diagnostizieren oder eben ein HNO. Und ggfs ein AB verschreiben, auch.

    Wir hatten 1 x die Situation, wo mein Sohn wegen eines epileptischen Anfalls notfallmäßig in die nächstgelegene KinderKlinik gekommen ist und dort gerötete Trommelfelle hatte (vermutlich durch die erhöhte Temperatur vom Anfall). Da hat dann die OÄ der Kinderklinik mit Freiburg telefoniert und es hieß, dass es sich erst einmal ein HNo Arzt anschauen soll. Und nur, wenn dieser eine MOE diagnostiziert hätte, wäre Erik nach Freiburg verlegt worden. Es war aber, wie zu erwarten, nichts. Wir waren in den 12 Jahren seit der Implantation nie wegen einem akuten Infekt in Freiburg stationär und sind auch nie wegen einem akuten Infekt dorthin gefahren.

    Was wir gemacht haben, ist, dass wir Erik auch in Freiburg die Mandeln von Frau Prof. Asch. haben entfernen lassen (musste mit 6 Jahren sein, weil er alle 3 bis 4 Wochen eine eitrige Angina hatte), weil das bei CI Kindern auch kritischer ist und wir da jemanden mit Erfahrung wollten.


    Wir sind damals nicht nur wegen den OPs nach Freiburg, sondern auch wegen der Nachsorge (mit der ich persönlich auch sehr zufrieden bin) und im Normalfall ist es auch so, dass man die Reha etc. auch an der operierenden Klinik macht. Im Einzelfall kann man aber auch einen Wechsel an ein anderes Reha-Zentrum von der KK genehmigt bekommen (habe ich in Freiburg ab und mitbekommen, allerdings ging es da um den Wechsel von woanders her nach Freiburg).

    Bei medizinischen Problemen oder wenn es "nur" um die intravenöse AB gabe geht, kann man natürlich auch an eine andere Klinik gehen (wobei es bei konkreten CI Problemen vermutlich nicht sinnvoll ist).

    Viele Grüße

    Katja

  • Hallo Lama,


    mich mutet die Umfrage ehrlich gesagt ein wenig seltsam an und denke, dass Du die Wahrscheinlichkeiten für Nebenwirkungen mit einem Arzt zu besprechen solltest. Die Risiken kannst Du nicht seriös durch die paar Leutchen im Forum abschätzen.


    Du wirst nie Sicherheit haben. Selbst wenn Du Deinen Sohn nicht implantieren lässt, sind Szenarien denkbar, dass Dein Sohn zu Schaden kommt, eben weil er KEIN CI hat, beispielsweise weil er ein Signal direkt von der tauben Seite kommend nicht rechtzeitig wahrnimmt.


    Das Leben ist lebensgefährlich und Du triffst viele Entscheidungen für Deinen Sohn, die Auswirkungen auf den Rest seines Lebens haben. Die wenigsten Kinder nehmen ihren Eltern die Entscheidungen krumm, auch wenn sie sich später als suboptimal heraus stellen, solange man das Gefühl hat, dass die Eltern nach besten Wissen und Gewissen gehandelt haben.


    Nebenbei gemerkt, es gibt mehr Leute, die durch Meningitis ertaubt sind, als Leute, die durch ein CI eine Meningitis bekommen haben.

  • Hi,

    ganz lieben Dank für eure Meldungen. Wir wurden halbwegs aufgeklärt in Freiburg bzw. erst bei einem späteren Telefonat und auch unser (erfahrener) Kinderarzt meinte das Meningitisthema würde ihn nicht von dem Eingriff abhalten aber ich kann ehrlich gesagt meine Angst um mein Kind diesbzgl schwer in den Griff kriegen...


    Andrea2002 , ich weiß was du damit sagen willst, aber Sprüche wie "Leben ist lebensgefährlich" sind einfach deplatziert. Ich versuche herauszufinden wie mein SOhn in dieser Situation ein möglichst normales und schönes Leben haben kann - aber es macht einen Unterschied ob ich aus Angst, dass meinem Kind etwas passiert, ihn nicht mehr auf den Spielplatz lasse oder ob ich ihn einem nicht zwingenden Eingriff unterziehen lasse mit (im worst case) sehr schlimmen gesundheitlichen Risiken. Ein CI ist eben kein Hörgerät.


    Wir suchen nochmal Kontakt zu Medizinern um nochmal eine vollständige AUfklärung zu bekommen. Ich weiß dass hier nur Fakten helfen, auch wenn die Angst vermutlich nie ganz weg sein wird.

    Dass die paar ANtworten im Forum keine Statistik zulassen oder einen Arzt ersetzen sollen ist absolut und zu 1000% klar aber spiegelt vielleicht einen Trend wieder. Ich werde das noch in der Beschreibung ergänzen. Ich dachte auch, dass sich durch die Umfrage evtl Leute austauschen können die dasselbe erlebt haben aber die Umfrage ist anonym, was auch eigentlich besser ist. Katja_S : Dein Erfahrungsbericht war sehr hilfreich, ganz lieben Dank!!


    Franzi : wir wohnen in der Nähe von Memmingen grad noch auf BaWü Seite. Ulm wäre eine Option aber die sind mit Kindern noch nicht so erfahren. Tübingen vielleicht?

  • Hallo Lama,

    das CI ist ein wunderbares technisches Hilfsmittel, welches deinem Sohn sehr wahrscheinlich eine große Unterstützung geben wird.

    Es ist gut, dass du dir Gedanken über das Implantieren gemacht hast.

    Deswegen würde ich dir auch empfehlen, euren Sohn vor der OP impfen zu lassen.

    Wenn nach der Implantation der Termin der Erstanpassung gekommen ist, ist spätestens dann bestimmt die Überzeugung gewachsen, dass es richtig war mit dem CI. :-)

    Viele Grüße,

    Salve

  • wir wohnen in der Nähe von Memmingen grad noch auf BaWü Seite. Ulm wäre eine Option aber die sind mit Kindern noch nicht so erfahren. Tübingen vielleicht?

    Wie wär's mit LMU München Großhadern? Eine gute Stunde mit dem Auto von Memmingen weg und ziemlich direkt an die A96 angebunden. Allerdings sieht es mit Terminen nicht so gut aus.

  • Hallo Lama,


    ich versuche es mal anders zu erklären. Du machst auf mich den Eindruck einen Person, die sehr überlegt, sehr sachlich an Entscheidungen herangeht und auch einen hohen Qualitätsanspruch und ein hohes Kontrollbedürfnis hat. Da wir uns nicht persönlich kennen, ist der EIndruck evtl. verkehrt, aber so kommst Du eben bei mir rüber.


    Ich glaube, dass Du in der Entscheidung Pro/Contra CI eine Sicherheit sucht, die es einfach nicht geben kann. Dein Sohn kann einseitig hören und da ist die Entscheidung weniger einfach zu treffen als bei einem beidseitig betroffenen Kind. Noch vor wenigern Jahren wäre kein Mensch auf die Idee gekommen, überhaupt ein einseitig betroffenenes Kind zu implantieren. Ich beneide Dich da nicht, dass Du diese Entscheidung treffen musst.


    Abwägung zwischen Risiko und Benefit triffst Du im Grunde genommen jeden Tag. Man muss beispielsweise nicht auf einen Spielplatz gehen, erst recht nicht, wenn die Kletterstangen vom Regen rutschig sind. Trotzdem gehst Du wahrscheinlich doch zum Spielplatz, weil Du optimistisch bist, dass Dein Sohn nicht auf der Kletterstange ausrutschen wird, sondern er auf dem Spielplatz positive und/oder lehrreiche Erfahrungen macht. Evtl. nimmst Du den Sohn auch mal im Auto mit, obwohl die Fahrt ausschließlich Deiner Bequemlichkeit dient und Deinem Sohn selbst nichts nützt, beispielsweise um in einem Lokal bestelltes Essen abholt, weil man keinen Lust hat, selbst zu kochen, So etwas kannst Du aber nur dann machen, wenn Du davon ausgehst, dass trotz aller Risikesn im Straßenverkehr schon nichts passieren wird.


    Im Grunde genommen ist es mit CI genauso. Zweifelsohne ist das beidseitigen Hören das "Normale". Also überlegst Du, ob Du bereit bist, das OP Risiko einzugehen. Entweder die Kletterstangen sind Dir zu rutschig und Du lässt Deinen Sohn nicht implantieren. Oder aber Du sagst Dir, es besteht zwar ein kleines Risiko, ich bin aber trotzdem optimistisch, dass es die Risiken nicht bei Deinen Sohn eintreffen und Dein Sohn das CI als eine Hilfe empfinden wird.


    Ich hoffe, ich habe da den Hintergrund doch sehr eingängigen Spruchs, der aber ein gro0en Körnchen Wahrheit enthält, ein wenig erhellen können.


    Dir eine gute Entscheidung.

  • Andrea2002 Liebe Andrea, ich habe befürchtet dass die Sache mit dem Spielplatz aufgegriffen wird oder das Beispiel mit dem Autofahren kommt. Schade. Ein Kind auf den Spielplatz zu lassen ist eben "normal". Natürlich kann auch mal was passieren und bei einem Kleinkind passt man zB beim Klettern ein bißchen auf, egal ob normalhörend oder nicht. Aber ein CI gehört eben nicht für jedes Kind zum Alltag oder zur Normalität und ich nehme an da sind wir d'accord. Ich danke dir aber für deine trotzdem mitfühlenden Worte und du hast recht, dass mir manchmal etwas Optimismus nicht schaden würde - es fällt beim eigenen Kind nur wahnsinnig schwer.. gerade wenn man schon ein bißchen was erlebt hat.

    Auch wird eine Entscheidung erschwert durch mein Unvermögen nachzuvollziehen wie es ist mit nur einem Ohr zu hören und meine defekte Glaskugel die mir nicht sagen will ob mein SOhn ohn CI zB in der Schule Probleme haben wird dem Unterricht zu folgen. In seinem jetzigen Alter (<3J.) hat er keinerlei Einschränkungen außer dass er nicht gleich weiß woher Geräusche kommen aber das beginnt er zu kompensieren.


    Aber das ist alles ganz schön Off-Topic...Eigentlich gings mal um Hirnhautentzündungen :D Aber es tut gut zu wissen, dass man nicht allein ist, auch wenn wir allein entscheiden müssen. Danke euch!

  • Die Schule ist für ein einseitig taubes Kind kein Zuckerschlecken, da spreche ich leider aus eigener Erfahrung.

    Ich bin selber im Alter von 8 Jahren einseitig ertaubt von einem Tag auf den anderen und hatte einige Probleme in der Schule trotz genug kognitivem Potential. Ich war zudem oft müde und erschöpft, einfach weil die Energie nicht mehr für viel mehr reichte als für die Schule. Die Schule ist ein sehr lärmiger Ort und wenn man nur einseitig hört braucht man viel Energie um die Sprache aus dem Gewirr rausfiltern zu können, wenn dann jemand von der falschen Seite her kommt und spricht versteht man nichts. In der Turnhalle, im Musikunterricht, draussen auf einer Exkursion und auch in der Pause, da sind alles grosse Herausforderungen für ein Kind das schlecht hört und das tut ein einseitig taubes Kind definitiv.


    Die Schule nimmt wenig bis keine Rücksicht auf einseitig taube Kinder, die haben ja noch ein normales Ohr das reicht ja.
    Das merkst du jetzt noch nicht, dein Kind ist vor allem bei dir und Zuhause, da ist es viel leiser und ruhiger.


    Ich habe studiert und Unterrichte seit mehr als 20 Jahren und kann so schauen dass es in der Klasse so ruhig wie möglich ist, für mich wie auch für die SchülerInnen, aber selbst das ist sehr anstrengend und ich habe vor einigen Jahren beschlossen mein Unterrichtspensum zu reduzieren und noch ein Studium anzuhängen um eine Leitungsposition in einer Schule zu übernehmen, einfach um meine Ohren zu entlasten. Gerade beim letzten HNO Kontrollbesuch hat er mir nahegelegt, mir doch einen Job in einer Schule für Hörgeschädigte oder sonst einer Sonderschule mit kleinen Klassen und weniger Lärm zu suchen, auf die Dauer lebe ich sonst über meinem Energielevel.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Da kann ich zu 100% zustimmen.

    Ich war schon immer stark kurzsichtig, darauf wurde sehr geachtet. Das lag in der Familie, damit hatte man viel Erfahrung. Als ich rechts ertaubte hieß es, wie von Nikita beschrieben, dass andere Ohr hört ja noch gut genug. So wurde dem keine Beachtung geschenkt. Rückblickend erklären sich allerdings viele Probleme, dich gerade in der Schule hatte. Ich war das "Träumerchen", hatte nicht "so viel Hirn"wie mein Bruder abgekriegt und galt als eigensinnig und arrogant, weil ich nicht immer reagierte.

    Ansonsten könnten Nikitas Worte meine Worte sein. Mit dem Unterschied, dass ich tatsächlich an einer Förderschule arbeite und dankbar über kleinere Klassen bin.

    Ich mache meinen Eltern keinen Vorwurf, sie haben ihr bestes gegeben, aber mein Selbstbewusstsein hat schon darunter gelitten.

    Aus Muttersicht kann ich es total nachvollziehen, dass man eine nicht unbedingt notwendige Operation sehr genau abwägen sollte.

    Lasst euch die Zeit, die ihr braucht. Es wird nie zu spät sein. Aber es ist hilfreich, mit gutem Gewissen an die Sache heran zu gehen.

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

    links: HG Enya 4 von Resound

  • Lama:

    Wie manche wissen beschäftigen wir uns mit der Frage ob wir unseren Zwerg einseitig implantieren lassen (einseitig taub). Meine größte ANgst ist eine Hirnhautentzündung, die durch den Fremdkörper im Innenohr scheinbar schneller auftreten kann als bei Unimplantierten.

    Ich möchte gerne wissen ob dieses Risiko kaum auftritt, nur anfangs nach der OP besteht oder ob dies generell eher ein Problem bei kleinen Kindern ist (die aufgrund ihrer Anatomie mitunter eher zu Mittelohrentzündungen neigen). I


    Woher kommt die grosse Angst bzgl. Hirnhautentzündung und wie man hieraus lesen kann Deine Zweifel an CI? Hast Du ausser in Freiburg anderswo CI-Träger bereits kennen gelernt?

    Wenn jemand Meningitis bekommt und dies zeitig erkannt wird, sollte (wäre in dem Fall als Notfall angesehen) sobald wie möglich mit CI versorgt werden.

    Dazu kommt, ich las im anderen Forum Dein Thread.....und dort schrieb Du u.a. "Soziale Ausgrenzung wegen Klotz am Kopf".

    Wegen Klotz am Kopf habe ich nicht den Eindruck, dass dies der Grund für Ausgrenzung war - sondern die Folgen der Umstände, wenn man nicht entsprechend reagieren tut/kann, bei von Geburt an beidseitig Hörgeschädigte Kinder hört man bei einigen an der Aussprache.

    Die CIs sind zwar eigentlich Sichtbarer als HG (aber dieses sind inzwischen kleiner geworden als wie vor 20 Jahren noch) je nachdem wie man dies trägt und ob die Haare drüber gehen oder offen sind, aber wenn ich überhaupt angesprochen wurde, waren eher Mitbetroffene.


    Letztendlich solltest Du Deinem Sohn implantieren lassen, wenn Deine Fragen geklärt sind und vorallem Du und Deine Familie dahinter stehen den Weg mit Deinem Sohn zu gehen und unterstützt