Jutta stellt sich vor

  • Ihr seid einfach super, Daumendrücken hat geholfen!!!:love: Hoffentlich sind sie jetzt nicht wund, die Daumen meine ich:)

    Bin gestern mit gepackten Koffern nach Hannover ins DHZ, geht ohne Termin. Die leitende Oberärztin Fr.Dr.Lesinski-Schidat hat sich alles genau angeschaut und kam zu dem Schluss: Verklebungen von Blut und Ohrenschmalz auf dem Trommelfell und das drückte auf Teile des Mittel- oder Innenohres. Sie hat das mit Wasserstoffperoxid gelöst und mir Tropfen mitgegeben und ich durfte wieder heim fahren. Am Montag wird dann nochmal nachgeschaut. Gestern hatte ich noch Schmerzen, heute sind sie fast weg. Ich bin sehr erleichtert.


    Habe noch 2 interessante Erkenntnisse gewonnen. Die Ärztin konnte kaum glauben, dass ich noch keinen SP getragen habe, da die Haut über dem Implantat sehr dünn ist und sich dort eine Verkrustung vom OP Schnitt bzw. vom Anbringen der Navigationsschablone befindet. Das hängt mit der Studie zusammen, zu der ich mich bereit erklärt hatte.( s. meinen Beitrag vom 3.Mai)

    Fr.Dr.Lesinski-Schidat wird unbedingt Professor Lenarz informieren, dass solch ein Schnitt nicht über dem Implantat liegen darf.

    Diese Info finde ich schon krass.


    Außerdem habe ich mir den OP Bericht geben lassen8| und was stelle ich fest: meine OP hat nur 6 1/2 Stunden gedauert!

    Schnitt 11.31 ; Naht 17.58 Dauer 06.27 Man nimmt es sehr genau8o

    Aber von der Narkosezeit ist nicht die Rede! Ich bin um 8.15 Uhr entschlummert, was haben die von 8.15 bis 11.31 mit mir gemacht???


    Puh, ich merke, dass mich das doch noch sehr aufregt und ich werde dem auch nachgehen. Das Maß meiner Duldsamkeit ist jetzt voll.

    Ich habe im Internet nachgelesen, was im OP Bericht stehen mus und wenn die Narkose dort nicht erwähnt ist, dann muss es noch einen Narkosebericht geben.


    Liebe Grüße und ich wünsche allen "Daumendrückern" ein schönes Wochenende...natürlich allen anderen, die diese Zeilen lesen auch;)

  • Wow, ich bin sprachlos 😳 absolut krasse Info und die Frage, was mit der Narkosezeit war, würde mir auch keine Ruhe lassen. Gute Erholungszeit weiterhin ✊

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig, schleichende Verschlechterung, nun beidseitig an Taubheit grenzend schwerhörig.

  • Hallo Jutta,

    gut, dass die Ursache für die Schmerzen gefunden wurde und es dir schon besser geht 🙂.

    Den Rest finde ich heftig :(. Nicht nur die extrem lange Narkose- Dauer (so viele Vorbereitungen, dass man 3 Vorlaufzeit braucht, kann es eigentlich gar nicht geben...) und auch deutlich längere OP Dauer (bei der 1. OP war mein Sohn noch 1 3/4 h wieder wach im Aufwachraum, bei der 2. OP (kompliziertere OP, da Elektrodenstrang unter dem Shunt durchgelegt wurde) nach 2 3/4 bis 3 h), sondern auch, dass ein Schnitt genau über der Implantatstelle gemacht wurde :huh:. Hoffentlich kannst du bei der EA und danach dann den SP problemlos tragen!

    Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir noch gute Erholung :). Und natürlich tolle Hörerfolge!

    Viele Grüße

    Katja

  • Liebe Jutta,


    es freut mich auch, dass Du nun weißt woher die Schmerzen kamen und dass die Behandlung der Ursache doch einfach ist.

    Ich wünsche Dir auch gutes Voranschreiten im Heilungsprozess und anschließend einen umso besseren Höreinstieg.


    Es ist total nachvollziehbar, dass Du dran bleibst und Klärung für die Zeit der Narkose forderst. Sie verfolgen ja, wie es scheint, eine Art "Salamitaktik", so wie sie Dich mit Infos versorgen- nur auf Nachfrage.


    Ich finde es sehr mutig von Dir, dass Du dem so unerschrocken nachgehst und uns auch hier informierst:!::thumbup:


    Alles Gute nochmal!


    Bis bald hier.


    Liebe Grüße

    Mia:)

  • Hallo , die von Katja genannten Zeiten wären auch die normalen Zeiten. Mich würde interessieren, ob man bei der Aufklärung das " etwas" längere Narkose näher eingegrenzt hat, denn auch die im OP Bericht genannte OP Zeit ist ja schon doppelt so lang wie eine CI OP mit schwierigen Vorzeichen siehe auch Katjas Posting.

  • Hallo , die von Katja genannten Zeiten wären auch die normalen Zeiten. Mich würde interessieren, ob man bei der Aufklärung das " etwas" längere Narkose näher eingegrenzt hat, denn auch die im OP Bericht genannte OP Zeit ist ja schon doppelt so lang wie eine CI OP mit schwierigen Vorzeichen siehe auch Katjas Posting.

    Bei der Aufklärung zur "Studie" war von 30 - 60 Minuten längerer Narkose die Rede. Steht auch so im Flyer. Es wird auch darauf hingewiesen, dass mit "normaler" Narkosezeit für das CI mit 2 1/2 Stunden zu rechnen ist.


    Ich hoffe, dass ich nächste Woche während der EA das von Prof.Lenarz angebotene Gespräch auch führen kann. Ich habe mich bei der Schlichtungsstelle der Ärztekammer erkundigt. Dort wurde mir der Rat gegeben, jemanden mitzunehmen zum Gespräch. Ich werde versuchen, im DHZ jemanden zu finden, der mich begleitet.

    Ansonsten kann ich mich an die Schlichtungsstelle nur wenden, wenn ich konkrete Schäden oder Beeinträchtigungen habe. Mal schauen,wie es weitergeht. Lieber ist mir natürlich, wenn sich keine Schäden herausstellen, aber die Geschichte etwas transparenter wird.

  • Ich finde es sehr mutig von Dir, dass Du dem so unerschrocken nachgehst und uns auch hier informierst:!::thumbup:

    Super, dass das Problem so gut behoben werden konnte.


    Ich möchte dass nur auch von meiner Seite aus bestärken! Ärzte sind Menschen und machen Fehler - sie müssen dann aber auch dazu stehen und die Konsequenzen tragen. Es ist ethisch und moralisch die Pflicht, dir die ganze Information zur Verfügung zu stellen.


    Sehr gut, dass du dem nachgehst! Ich drücke dir die Daumen!

  • dann muss es noch einen Narkosebericht geben.

    Nennt sich korrekt Narkose-Protokoll. Dieses Protokoll ist nicht Bestandteil des eigentlichen OP-Berichtes, in dem nur die Art der Narkose steht und in ein bis zwei Sätzen der Verlauf der Narkose geschildert wird. Meistens ist das eine Intubationsnarkose (ITN). Der Name kommt vom "Tubus", dem dickeren Schlauch, der erst nach Gabe eines intravenösen Einleitungs-Narkotikums in die Luftröhre eingeführt wird.


    Wegen einer anderen "OP-Baustelle" hatte sich die damals beratende Narkoseärztin verplappert und gesagt, dass ich in der Aufwachphase nach der Implantation des rechten CI schwere Atemdepressionen hatte, von denen niemand was gesagt hatte. Zum Glück nehme ich meistens meine Cousine - eine erfahrene Kinderärztin in Rente - meistens als Beraterin und Zeugin mit. Wir erst mal dumm geguckt und ich als erstes das "Narkose-Protokoll" von der Implantation verlangt. Ich musste zwar den Stationsarzt erst mehrmals dran erinnern....


    Nach der Entlassung haben meine Cousine und ich das Protokoll durchgegangen. Die Atemdespressionen waren mit Sicherheit durch die in mir behinderungsbedingt erhaltenen frühkindlichen Abwehreflexe bedingt. Nur warum, konnten wir erst nicht eruieren. Einige Tage später fiel mir ein, dass mir die Krankenschwester an dem Tag zwei verschiedene Beruhigungspillen für die Prämedikation zur Narkose brachte und ich mir nichts bei dachte. Einige Wochen später hatte eine Hauspflegerin Dienst, die mal Anästhesie-Schwester war. Sie fand den Fehler auf Anhieb: Mir wurden zwei verschiedene Benzodiazepine in der Prämedikation verabreicht, die in dieser Kombination ungewöhnlich waren.


    Da das ohne weitere gesundheitliche Folgen blieb, beschlossen meine Cousine und ich, dass nicht an die große Glocke zu hängen. Deswegen habe ich es bisher auch nicht erwähnt. Durch Juttas Geschichte mit der extrem langen Narkose ist das mir wieder in Erinnerung gekommen. Denn in Kliniken arbeiten nur Menschen; auch wenn sie noch eine besondere Verantwortung tragen....


    Liebe Jutta,


    Dir wünsche ich sehr, dass das Gespräch mit dem "chirurgischen Experimentator" etwas zur Aufklärung beibringt und Du bald Deine Reise in der interessanten Welt der Geräusche, Töne und Sprache beginnen kannst! :)


    Meinen Respekt hast Du sicher! Denn sich in diesem Alter noch für die Forschung zur Verfügung zu stellen, ist nicht selbstverständlich! Ich - auch meine Eltern - haben all die Jahrzehnte entsprechende Versuche von Uni-Kliniken, in denen ich schon war, abwehren müssen, weil ich durch Schwerhörigkeit und Körperbehinderung von Geburt an schon genug "gehandicapt" bin...

  • liebe Jutta,

    Dir alles alles Gute :)

    Mir fehlen grad die Worte bei deiner Geschichte:/

    Und ein bissl mulmig wirds mir auch, wenn ich daran denke wie hilflos man den Ärzten ausgeliefert ist.

    Viele liebe Grüsse Gine

  • Danke für euren Zuspruch.

    Gine mulmig soll es dir nicht werden. Mach mir jetzt Gedanken, dass ich meine Geschichte hier so frei erzähle, habe gar nicht darüber nachgedacht, wie das auf Menschen wirkt, die die OP noch vor sich haben:(

    Tut mir jetzt etwas leid, aber andererseits muss ich auch gestehen, dass ich mich dadurch ein bisschen "freireden" kann.

    Ich bin sehr zuversichtlich und kein bisschen ängstlich in die OP gegangen, hab ja auch keine Vorerkrankungen. So habe ich dieses Mal halt nicht so gute Erfahrungen gemacht. Ich will jetzt eigentlich auch nur Klarheit. Ich gehe davon aus, dass ich keine bleibenden Schäden davontrage...hoffentlich...und werde wohl auch nichts weiter unternehmen. Jochen du hast recht, wir sind alles nur Menschen und können Fehler machen!

    ch - auch meine Eltern - haben all die Jahrzehnte entsprechende Versuche von Uni-Kliniken, in denen ich schon war, abwehren müssen, weil ich durch Schwerhörigkeit und Körperbehinderung von Geburt an schon genug "gehandicapt" bin...

    Hallo Jochen, kann ich aus deiner ganz anderen Situation gut verstehen. Ich habe eine Tochter, die als Kind schon am chronischen Rheuma erkrankte und inzwischen 3 neue Gelenke hat und an die habe ich gedacht, als ich mich für die Studie zur Verfügung gestellt habe. Auch wenn sie persönlich davon hoffentlich nicht profitieren wird.

  • Hallo Jochen,

    dir möchte ich für deinen obigen Beitrag danken, ist gut , wenn man eine andere Geschichte, in der man sich "wiederfindet" hört und seine eigenen Ansprüche wieder besser einordnen kann. Fand ich sehr spannend für mich.

    Viele Grüße

    Jutta:)

  • Hallo Jutta,


    gern geschehen.


    Du hast auch ein Recht, darüber zu schreiben und damit "frei" zu werden, auch wenn das für künftige CI-Träger nicht so toll liest. Deswegen habe ich auch meine "Narkose-Geschichte" auch bisher nie erwähnt.

  • Liebe Jutta,


    ich finde es auch wichtig, dass Du es berichtet hast und wie Jochen schon schreibt, ist es Dein "gutes Recht". Es ist ja auch die Ausnahme, dass so etwas passiert, sonst würde man so etwas öfter lesen - trotz Rücksichtnahme. Und Du stehst für Dich ein, somit ist das auch sehr Mut machend:!::)


    Liebe Grüße

    Mia

  • liebe Jutta,


    Mach dir keine Gedanken um die die noch vor der OP stehen, ich , vielleicht auch andere haben eh Schiss, egal was geschrieben wurde, also auch ohne deinen Bericht ;)

    passt schon 😄 lg Gine