Erwerbsgemindertenrente ?

  • Ich glaube nicht, dass prinzipiell alle gegen die Erwerbsminderungsrente sind. Es ist wie immer: der Ton macht die Musik.

    Was ich problematisch finde ist die Tatsache, auf Biegen und Brechen sein Recht einfordern zu müssen, weil man ja eine Behinderung hat und es einem schließlich zusteht.

    Alle, die hier schreiben haben eine Behinderung. Ein CI lässt man sich nicht aus Spaß implantieren. Und es gibt genügend hier, die noch zusätzliche Einschränkungen haben. Aber es gibt eben unterschiedliche Möglichkeiten, damit umzugehen.

    Natali, du wirst deine Gründe haben, das will ich dir auf keinen Fall absprechen, und wenn es für dich der richtige Weg ist, dann ist das so für dich gut.

    Mein Weg wäre das nicht. Ich habe das Bedürfnis, am Arbeitsleben teilhaben zu können und mein Geld so lange wie es geht durch Arbeiten verdienen zu können. Und dafür nehme ich gerne die Möglichkeit einer Reha wahr, die einem sogar manchmal neue Wege und Möglichkeiten aufzeigt, die einem von alleine vielleicht nicht in den Sinn gekommen wären. Alle Angebote abzulehnen aus Prinzip, die zum Ziel haben arbeitsfähig zu bleiben und immer nur auf sein Recht zu pochen ist in meinen Augen eine pessimistische Lebenshaltung.

    Ich persönlich versuche bei allen Widrigkeiten die Möglichkeiten und positiven Seiten des Lebens nicht aus den Augen zu verlieren. Aber deswegen bin ich noch lange kein Gegner von Erwerbsminderungsrentenbegehrenden.

    Da lasse ich mich ungern abstempeln.

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

    links: HG Enya 4 von Resound

  • Hallo mich stört, wie hier offensichtlich über Leute geurteilt wird, die vor der Rente nicht in Reha wollen, weil es totale Zeitverschwendung wäre! Es gibt z.B. Berufe, die mit einer Hörbehinderung einschließlich psychischer Folgewirkungen nicht vereinbar sind. Punkt! Mit Mitte oder Ende 50 kann man sich aber auch nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt umorientieren. Wenn man in dem Alter überhaupt Arbeit bekäme wäre es eine prekäre Beschäftigung.


    Ein bisschen mehr Toleranz für unterschiedliche Lebenswege bitte!!!


    Und was sollen die ständigen Vergleiche mit anderen vermeintlich noch schwerer Behinderten??? Ist das hier ein Wettbewerb????

  • Hallo Andrea,


    sich mit Mitte fünfzig auf dem Arbeitsplatz neu zu orientieren ist möglich. Es liegt zum einen an der Qualifikation und zum anderen auch am Engagement.

    Es gibt z.B. Berufe, die mit einer Hörbehinderung einschließlich psychischer Folgewirkungen nicht vereinbar sind. Punkt!

    Die Aussage, dass es Berufe gibt die mit Hörbehinderung plus psychischer Komponente nicht ausübbar sind, ist mir zu pauschal und lass ich so stehen. Ihn mit der Wortwahl "Punkt" zu beenden zeigt mir Null Toleranz deinerseits, die Du aber später in Deinem Beitrag einforderst.

    Und Nein, es geht hier nicht um "Wettbewerb", sondern um einen schlichten Vergleich.


    Mit Gruß vom Bernd, der auf reiner Sachebene schreibt

  • Hallo mich stört, wie hier offensichtlich über Leute geurteilt wird, die vor der Rente nicht in Reha wollen, weil es totale Zeitverschwendung wäre! Es gibt z.B. Berufe, die mit einer Hörbehinderung einschließlich psychischer Folgewirkungen nicht vereinbar sind. Punkt! Mit Mitte oder Ende 50 kann man sich aber auch nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt umorientieren. Wenn man in dem Alter überhaupt Arbeit bekäme wäre es eine prekäre Beschäftigung.


    Ein bisschen mehr Toleranz für unterschiedliche Lebenswege bitte!!!


    Und was sollen die ständigen Vergleiche mit anderen vermeintlich noch schwerer Behinderten??? Ist das hier ein Wettbewerb????

    Liebe Andrea,


    du bist ebenfalls im öffentlichen Dienst tätig und hast daher geschworen zum Wohl der Allgemeinheit beizutragen.


    Toleranz bedeutet, die Meinung der anderen zu respektieren.


    Solcherlei Störungen, die du hervorrufst kann ich nicht tolerieren, denn sie verstoßen gegen die guten Sitten.


    Mäßige dich bitte in deiner unzutreffenden Wortwahl, Maßgabe hierbei kann sein: schreibe nur das, was du beruflich ebenfalls schreiben dürftest;)

  • Endlich jemand, der es ausspricht: es gut um die Sache, nicht um persönliche Befindlichkeiten in diesem Thema:!:


    Erwerbsminderungsrente hat nichts damit zu tun, dass jemand, der seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, Rente beantragen darf.


    Das ist eine Berufsunfähigkeitsrente :!:


    Es geht darum, ob wir bereit sind, gesetzliche und damit auch gesellschaftliche Optionen anzuerkennen und alles dafür zu tun, weiterhin am Erwerbsleben teilhaben zu können bis zum Erreichen der Altersrente.


    Erwerbsminderungsrenten - Deutsche Rentenversicherung (deutsche-rentenversicherung.de)


    Sind wir das nicht, verstoßen wir gegen geltendes Recht.

  • Hallo,

    wie die Rente heißt, ist mir egal. Jeder hat seinen eigenen persönlichen Lebens- und Berufsweg. Bei den gegebenen Bedingungen ist ein vorzeitiges Beziehen von Rente ok und per Gesetz auch gewollt. Punkt.


    Aber egal was man für eine Meinung hat. Gegner sind immer da. Ich weiß noch gut, wie über mich hergezogen wurde, als ich geschrieben habe, dass die EMR oder Frührente nichts für mich ist, sondern bis zu Vollrente oder darüber hinaus arbeiten will. Das ist MEIN Weg. Die Möglichkeit, dass man als Hörbehinderter auch arbeiten kann, scheint mir für einige wenige unvorstellbar zu sein.


    Gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2


    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Das Thema Erwerbsminderungsrente ist hier hochsensibel, da verschiedene Charaktere, Lebenswege und berufliche Tätigkeiten eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.


    Grundsätzlich sollte jeder für sich entscheiden, ob und wann er eine EM-Rente beantragen möchte und unter welchen gesundheitlichen Voraussetzungen.

    Und ja, sicherlich sind einige Berufe für uns hörbehinderte Menschen nicht wirklich gut geeignet,

    Und ja, eine Hörbehinderung, insbesondere wenn sie im Laufe des Lebens erworben wird (z. B. Hörstürze usw.) ist definitiv eine psysische Belastung.


    Es kommt auf den Typ Mensch an, wie er und sein persönliches Umfeld (Familie, Freunde, Arbeitsgeber, Kollegen) mit seinen Einschränkungen umgeht; der eine erfährt viel Unterstützung und kommt gegebenenfalls besser mit seiner Hörbehinderung im Arbeitsleben zurecht, der andere ist ziemlich alleine gelassen und wuselt sich dann so irgendwie durch.


    Ich finde es jedoch erschreckend, wie manch ein Mensch jedoch von außen zu einer EM-Rente gedrängt wird - ich "durfte" diese Erfahrung vor fast 13 Jahren im Rahmen einer Reha aufgrund eines vermeintlichen Born-Outs mit damals knapp 37 Jahren machen, als die Reha-Klinik mich unbedingt dienstunfähig schreiben wollte. Dabei war damals die Hörbehinderung in keinster Weise im Fokus. Ich habe mich gegen eine Dienstunfähigkeit gewehrt und bin nach Wiedereingliederung von 8 Wochen zurück Vollzeit in den Dienst (damals noch Sozialamt mit unzähligen Dienstbesprechungen, Ausschusssitzungen usw.) zurück gekehrt. Heute weiß ich, dass damals eine Hörüberlastung und quasi ein "Born-Out der Ohren" vorlag.


    Heute bin ich enorm froh, dass ich selbst nach der CI-OP und dem damit verbundenen Verlust des Gleichgewichtsorgans um meine Stelle gekämpft habe und seinerzeit weiterhin als Sozialamtsleiterin meinen Dienst versehen durfte. Hier hat zum Glück meine Dienststelle gut mitgezogen und unterstützt mich auch heute noch gut. Im Gegenzug stehe ich der Dienststelle auch gerne zu ungewöhnlichen Zeiten aufgrund der kulturellen Veranstaltungen oder jetzt aktuell, als Ordnungsaußendienstmitarbeiterin auf Abruf während der Dienstzeit am Tage, zur Verfügung. Hier "wäscht die eine Hand das andere Knie";).


    Denjenigen, die nicht mehr in der Lage sind, eine Erwerbstätigkeit auszuüben und daher eine EM-Rente beantragen müssen, wünsche ich viel Glück und Erfolg.

    Denjenigen, die weiterhin trotz Einschränkungen ihre Erwerbstätigkeit weiter ausüben können und möchten, rate ich, möglicherweise den Integrationsfachdienst zu Rate zu ziehen, falls am Arbeitsplatz Verbesserungsmöglichkeiten vorhanden sind.


    Viele Grüße

    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Wunderbar.


    Ich habe es auch umgekehrt erlebt: Gleichbetroffene (in dem Falle allgemein gesprochen, was die Ohren an sich betrifft) wurden einerseits, obwohl sie volle Erwerbsminderung anstrebten, als gesund aus der Reha entlassen oder auch, obwohl absolut willig zu arbeiten, mit einer teilweisen Erwerbsminderungsrente.


    Dazu gehört die Bereitschaft auch des Betroffenen, über die eigene Situation zu reflektieren, was einen längeren Prozess darstellen kann.


    Nochmals: was im Falle von Natali zur EMR führte, können wir - leider - nicht genau sagen, da sie nicht bereit war, den genauen Hintergrund ihres Leidensweges aufzuzeigen. Nachvollziehbar, denn sie möchte nunmehr einen Schlussstrich unter die letzten 4 Jahre ihres persönlichen Kampfes ziehen. Aber, in meinen Augen, ungut, hier zu schreiben, es geht, wenn nur gekämpft wird, da dies impliziert, es ginge immer.


    Nein, eine EMR ist nur sinnvoll, wenn sonst nichts mehr geht.


    Ich kämpfe hier, mit Verlaub, dafür, dass dieser Thread nunmehr geschlossen würde, da in meinen Augen alles zu diesem Thema gesagt wurde, was zu sagen ist muggel

  • Puh Goes, wenn ich hier downloaden könnte, würde ich es bei Dir run!


    Ich habe inzwischen bei Kollegen schon alles erlebt.


    Von faulen Kollegen mit kleinen Wehwehchen, die eher in Rente wollen und wegen der Abzüge erst einmal mit EMR versuchen, über Kollegen, die mit multiplen Erkrankungen gerne und gut arbeiten (und sich Vorschläge in Rente zu gehen, erwehren müssen) und Kollegen, die gesundheitlich einfach nicht mehr arbeiten können, aber im Widerspruchverfahren wegen der EMR hängen.


    Ich habe den Eindruck Natali und Stuttgarter werden hier eine falsche innere Einstellung vorgeworfen und das finde ich unangemessen. Wir kennen deren Situationen doch gar nicht!


    Wichtig ist SaSels Aussage, dass man in der Krise auch Unterstützung vom AG braucht und wenn der diese nicht leistet, vielleicht auch als Kleinstfirma nicht leisten kann, kommt man als Arbeitnehmer schnell in eine Abwärtsspirale, aus der man sich auch nicht mit einer Reha befreien kann.


    Im Übrigen weiß ich aus berufenen Munde dort tätiger Personen, dass manche Rehakliniken überwiegend im Interesse der Kostenträger und nicht im Interesse der Patienten handeln! Wirtschaftlich ist das verständlich.


    Ohne Netzwerk, Neudeutsch für Vitamin B, gibt es mit Mitte oder Ende 50 auch nur die klassischen Rentnerjobs oder das Ehremamt.

  • Andrea2002 plötzlich sind wir einer Meinung, geht doch, wenn wir erstmal tief durchatmen und dann sachlich schreiben;)


    Ich maße mir zudem kein Urteil zu Kollegen an, die vermeintlich faul oder "rentengeil" sind. Und natürlich kenne ich die oder den, der ohne es zu wollen in volle Erwerbsminderungsrente "geschickt" wurde. Eine Kollegin mit Mitte 30 war plötzlich von einem Tag auf den anderen nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz=O. Und jeder von uns, die wir im Erwerbsleben stehen, kennt die eine oder den anderen, über die sich alle aufregen...


    Und auch da wissen wir nicht 100%ig, was genau dahinter steckt, weshalb sie so vermeintlich falsch und unkollegial sind. Vielleicht ist es sogar jemand, der wirklich Hilfe benötigt, jedoch nicht die erforderliche Unterstützung bekommt, weshalb auch immer...

  • Richtig, ein Urteil bilde ich auch nur bei Leuten, die ich persönlich kenne. Leider erlebe ich da nur Geldhascherei und topfitte Frührentner, die zu allem Überfluss nichts anderes mehr tun als ununterbrochen reden......

    Aber das ist MEINE Umgebung und Erfahrung, andere, die ich nicht persönlich kenne, beurteile ich nicht.


    Gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2


    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Und für nachahmenswert halte ich es nicht, aus Sturheit oder weshalb auch immer die Reha zu verweigern, sorry, so klingt es jedenfalls für mich.


    Also: wer wirklich am Rande des Nervenzusammenbruchs ist, der nutze das "Angebot" zur medizinischen Rehabilitation.


    Mein Verständnis ist ebenfalls gering, sich selbst im Wege zu stehen:(

    Schade, dass dir die erforderliche Empathie fehlt! Musst du wirklich alles, was du denkst, in die Öffentlichkeit posaunen? Vielleicht fehlt dir einfach auch ein bisschen Phantasie?

  • Er ist noch jung hoffen wir für ihn das er nicht eines tages gezwungen ist einen frühzeitigen Rentenantrag zu stellen denn dann sieht die subjektive perfekte Welt plötzlich ganz anders aus

    Niemand bleibt ewig jung und leistungsfähig das kann schlagartig vorbei sein

    Oder wer im Glaushaus sitzt sollte besser nicht mit Steinen werfen das kann sich rächen

  • Schade, dass dir die erforderliche Empathie fehlt! Musst du wirklich alles, was du denkst, in die Öffentlichkeit posaunen? Vielleicht fehlt dir einfach auch ein bisschen Phantasie?

    Ups. Mir fehlt die Empathie wohl auch, nachzuvollziehen, warum man dem Leistungsträger verweigert, dessen berechtigtes Interesse prüfen zu können, ob dieser denn wirklich leisten muss. Wie Natali zu behaupten, dass man erwerbsunfähig ist, kann jeder (dass sie das ist bezweifle ich doch gar nicht). Und da es genug niedergelassene Ärzte gibt, die ohne Prüfung Atteste ausstellen (aktuelles Beispiel z.B. zur Maskenbefreiung), kann die DRV auch diesen nicht blind trauen. Eine Reha ist doch nicht ausschließlich da, um wieder vollgetankt ins Berufsleben zurück zu kehren. Sondern auch zur Prüfung, dass das eben nicht mehr möglich ist. Wenn man davon überzeugt ist, dass eine Entscheidung falsch ist, dann gibt es ja immer noch die Möglichkeit eines Widerspruchverfahrens, den Natali erfolgreich gegangen ist. Dann ist doch alles in Ordnung.

    Das ist das, was manchen hier übel aufstößt: Auf sein Recht zu beharren, ohne dass der Leistungsverpflichtete prüfen darf.

  • Vieleicht geht Natali bald in die reguläre Rente

    Warum soll die DRV sie dann noch mal in eine teure Reha schicken die mehr kostet als wenn Natali in Rente geschickt wird

    Reha gibt es nicht umsonst die kostet sehr viel Geld

    Bei Natali lohnt es sich wahrscheinlich nicht mehr sie fit für die Arbeit zu machen weil sie schon alt und abgearbeitet ist

    Schafft es erst mal in das Alter und verliert den Arbeitsplatz dann fliegen euch nämlich die Realitäten um die Schlappohren

    Ihr geht viel zu sehr von eurer jetzigen Situation aus


    Ich bin froh wenn ich endlich mal Bescheid bekommen würde wie bei mir das Gutachten ausgefallen ist

    Bei mir sind es nur noch 3,5 Jahre bis zum frühestmöglichen renteneintritt

    Da lohnt sich eine reha auch nicht mehr

  • Das sehe ich ebenso brigling

    Bevor man sich quält und plagt sollte man nicht zu stolz sein den Schritt zu gehen

    Man zahlt sein Leben lang ein ganzes Vermögen da rein

    Da ich Rente beantragt habe bietet mir DRV gar keine Reha an weil sich das nicht mehr lohnt