Es ist allerhöchste Zeit! - Mein Weg zum 1. & 2. Cochlea Implantat

  • Schönen Abend zusammen!


    Hatte gestern einen, etwas anstrengenden Tag, daher melde ich mich erst heute wieder:saint:

    Und wieder ein dickes Dankeschön an euch alle, dass ihr so fleißig schreibt!


    Dani!

    Ich hab auch gedacht, dass ich im September diesen Jahres eine Ausbildung mache und da wollte ich einfach sicher sein, dass ich mich nicht mehr mit dem Verstehen rumplage. Rückwirkend gesehen, war das einfach noch zu früh.

    Das ist leider der Knackpunkt, ich kann mich so gar nicht über meine CIs freuen, ich bin eigentlich auch nicht glücklich darüber, dass ich jetzt „gscheit“ hören kann.

    Darf ich fragen, wie dein Hörvermögen vor der OP war? Was ist dir schwergefallen, bzw. wie hast du es gemerkt?


    Ich treib meine Technikerin mittlerweile fast in den Wahnsinn, weil ich alles so differenziert bemängle^^

    Ich hab momentan eine sehr niedrige Einstellung, weil meine Hörnerven wegen einer falschen Einstellung sehr überreizt sind. Das braucht jetzt auch wieder Zeit und Geduld ist nicht so meins...

    Ist ja lustig, du bist quasi „süchtig“ nach neuem Stoff:D

    Wie läuft es denn mit dem Verstehen?


    Ja, ich habe die Unterstützung von meiner Familie, das reicht:)

    Nein, ich hab mich konsequent dagegen entschieden. Ich möchte nicht mehr mit Kindern arbeiten, was zwar ein schöner Beruf ist, aber ich hab meistens dann nur Hörende um mich und das möchte ich nicht mehr. Ich hab momentan auch keinen Plan für die Zukunft, ich brauch selber einfach mehr Ruhe für mich:|



    SaSel

    Das tut mir leid, dass du mit einer anderen stationären Reha erstmal so schlechte Erfahrung gemacht hast, aber da sieht man auch, dass manche echt keine Ahnung von Hörbehinderungen haben und das schadet dann mehr als es hilft…

    Ganz lieben Dank, dass du von deiner Reha so ausführlich berichtet hast!


    Da ist einiges geboten, das hätte ich nicht erwartet. Aber es hört sich sehr gut an:thumbup:

    Wie war denn das Kommunikationstraining in der Gruppe? Wie darf ich mir das vorstellen?

    Ich war gestern bei meiner Nachsorge im Krankenhaus und hab da von meinen Problemen erzählt und die haben mir sofort ein Schreiben mitgegeben für eine stationäre Reha mitgegeben. Da ich nicht arbeite, ist die Krankenkasse dafür zuständig.


    Es freut mich zu hören, dass du jetzt so gut damit zurecht kommst, auch wenn der Start alles andere als gut war

    Klar, probiere das ruhig. Ich finde, das wäre auch völlig in Ordnung, weil du aufgrund deiner Schwerhörigkeit quasi noch mehr Belastung hast als die anderen, mit einer Reha gleichst du das somit aus.


    Meine Familie unterstützt mich so gut wie sie können und die sind auch alle super, aber keiner davon ist hörbehindert und deshalb können sie auch nicht alles nachvollziehen, was ich sage und erkläre. Ich hab auch hörbehinderte Freunde, aber die haben ihre CIs (jeweils nur 1 Ohr) schon als kleine Kinder bekommen und können sich somit kaum an diese Zeit erinnern (was für mich eigentlich als wahrer Segen erscheint).



    Ralle
    Haha, 30.000 Euro Mann, der Witz ist echt gutXD

    Ich hoffe, wenn ich meine Reha mache, dass die Leute auch meine Problematik verstehen. Mit meiner Schwerhörigkeit stehe ich gut da, die hab ich voll und ganz akzeptiert, auch mit Hörgeräten, ich wusste einfach, es gibt Dinge, die kann ich machen, bei manchen wird es schwer und manche kann ich nicht machen.

    Ich mag nur die CIs überhaupt nicht. Weil bis jetzt hab ich nur Nachteile dadurch und höre vieles, was ich nur nervig finde.


    Klar, dann quetsche ich dich gleich mal mit ein paar Fragen aus, wenn du gerade in einer Reha bist.

    Was macht man da am Anfang, Aufnahmegespräch, etc…?

    Wie war der erste Tag? Läuft jeder Tag gleich ab? Hat man auch am Wochenende dann was zu tun? Wie ist es mit Freizeit? Sind da so ziemlich alle CI-Firmen quasi vertreten?

    Wie ist es mit Besuch?


    Mehr fällt mir gerade nicht ein, aber ich denke bis morgen fällt mir wieder was ein;)

    Weiterhin schon mal viel Erfolg in der Reha!



    tele-nobbi

    Es sagt sich so leicht, aber die Umsetzung ist halt einfach schwer.

    Wenn seit 2016 nur scheiß Jahre waren und es kommt einfach immer mehr dazu, dann hat man auch irgendwann die Nase voll und mag nicht mehr.



    Der-Grauhaarige

    Hey super, danke für das Video! Das ist wirklich verständlich, vielleicht verstehen dann auch mal ein paar Leute mehr, wie das für uns ist.



    Sheltie

    Endlich mal jemand, der das auch so sieht wie ich und sagt, dass die Musik wichtig ist!

    Die meisten sagen immer, es ist wichtiger, dass man Sprache versteht und die Musik hinten anstellt.

    Die Musik war am Anfang sehr grauenvoll, aber ich habe fast jeden Tag Musik seit der EA gehört und mich da durchgekämpft. Ich finde, in dem Bereich muss ich nichts mehr üben, weil ich bei Musikliedern schon so gut wie alles verstehe (meine Mitmenschen dafür weniger, aber das ist mir eigentlich egal), mein eigenes Ziel habe ich eigentlich erreicht.

    Es klingt zwar auf der rechten Seite ein paar Oktaven zu hoch, aber dann ganz einfach, linkes CI rein und fertig, dann passt das!

    Ich bevorzuge in dem Fall lieber die Kirsche, aber das ist ein sehr guter Vergleich8)


    Ich weiß, dass es eigentlich gut ist, dass man diese Geräusche hört, aber ich selbst kann mich darüber nicht freuen, ehrlich gesagt bin ich total angepisst davon, dass ich die Töne, die ich vorher nie gehört habe, jetzt mein Leben lang an der Backe habe.

    Mir ist es nicht wichtig, das Glucksen der Toilette von der (!) Küche aus zu hören. Oder wenn ich in meinem Schlafzimmer stehe und höre, wie sich jemand auf der Straße unterhält.

    Das ist für mich einfach nur nervig und absolut überflüssig. Ich will nicht solche Lauscher haben…


    Danke für die Erklärung, jetzt kann ich es auch irgendwie besser verstehen. Darf ich fragen, wie das bei dir war, ich meine, wie lange hat es bei dir gedauert, bis du Sachen wieder überhören konntest?

    Genau dieses Denken in der Gesellschaft macht mich einfach nur traurig, kein Verständnis (oder wenig) und immer dieser Zwang, sich anzupassen.

    Aber dein Vergleich mit den Arm/Beinprothesen ist echt gut! Das muss ich nächstes Mal unbedingt den Leuten hinter die Ohren schreiben:rolleyes:



    Rina64

    Gut gesagt mit den Blechohren, momentan hören sie sich wieder ziemlich blechern an:D

    Danke für deine Ermutigungen, das tut echt gut!


    Klar, warum soll man denn nicht als Frau Motorrad fahren?:))))

    Ich fahre ein ziemliches Anfängermotorrad, eine Honda CB500F, aber mit der geh ich durch dick und dünn und hab auch schon vieles erlebt und durchgemacht.

    Mit einem CI und einem Hörgerät ist es auch leichter, den Helm aufzusetzen, aber mit zwei CIs ist die Sache etwas schwieriger. Ich wollte anfangs ohne die CIs fahren, aber das darf ich nicht (sonst dreht mein Chirurg mir den Hals um).

    Wie klein die Welt doch ist^^

    In München wurde ich operiert, aber wohnen tu ich da nicht, ich komm von weiterdraußen.


    Danke für die Idee, über eine Reha habe ich gestern mit den Ärzten geredet und die haben das sehr befürwortet. Ich hoffe sehr, dass der Coronaspuk vorher rum ist, weil mit Mundschutz in der Rehaklinik ist es noch anstrengender…



    Maho68

    Der Zeitpunkt für ein CI war alles andere als günstig. Damals habe ich mir aber auch gedacht, wenn ich das nicht mache, kneife ich in der Zukunft weiterhin... Wenn man schon gut im Berufsleben ist, stelle ich mir das nicht so einschneidend vor.

    Argh, das ist echt blöd, Corona versaut so vieles, aber jetzt trainierst du wieder?


    Deine Geschichte ist aber auch interessant, ich finde das immer wieder spannend, wie es bei anderen Leuten läuft.

    Vom Tinnitus kann ich leider auch ein Lied singen, momentan ist er nicht so präsent, aber er meldet sich immer wieder malX/

    Du schreibst, dass es immer wieder mal ein Schritt vor, dann wieder zurück ist, das ist ein ständiges Auf und Ab und ich bewundere dich, wie gut du damit umgehen kannst, Hut ab!


    Naja, bis jetzt hab ich so ziemlich die Nase voll. Was ich alles dafür gekriegt habe, liest sich für mich nicht so geil.

    Geräusche, die ich nicht zuordnen kann oder einfach nur unnütz sind (ich frag mich auch, welchen Vorteil hat man davon, dass man das Auto schon locker eine halbe Minute vorher durchs Dorf fahren hört, wenn ich chillig im Garten sitze?), ständige Schmerzen, Tinnitus, genervtes Ich, ständiges Nachfragen...

    Bei den Hörtests schneide ich immer mega gut ab und im Hörtraining klappt auch alles gut, nur im Alltag passt es vorne und hinten nicht...



    Danke, dass ihr so eine unglaubliche Geduld an den Tag legt und vorab nochmals ein dickes Danke!!!

    Ich muss mich an irgendeiner Stelle einfach über das CI auskotzen, ich seh halt leider so viel Negatives in dieser Technik...



    Jetzt aber angenehme Nachtruhe und liebe Grüße,


    Alex:)

    Servus zusammen8)


    Ich bin seit meiner Geburt an Taubheit grenzend schwerhörig.

    Seit meinem 2. Lebensjahr trage ich Hörgeräte.


    2019 und 2020 erfolgte die CI-Versorgung (Firma: Cochlear).

  • Ich finde, in dem Bereich muss ich nichts mehr üben, weil ich bei Musikliedern schon so gut wie alles verstehe (meine Mitmenschen dafür weniger, aber das ist mir eigentlich egal), mein eigenes Ziel habe ich eigentlich erreicht.

    Das klingt doch richtig, richtig gut!

    So manch einer beneidet Dich bestimmt dafür!


    Wenn Du trotzdem noch eine kleine Steigerung suchst?

    Wie sieht es mit den Instrumenten aus? Klassische Stücke, oder von mir aus auch Popmusik, mit Gesang im Vordergrund. Kannst Du die einzelne Instrumenten hören? Klingen sie gut? Oder eher "falsch".

    Gerade das empfinde ich beim Hören schon als "Finetuning" ^^


    Ich weiß, dass es eigentlich gut ist, dass man diese Geräusche hört, aber ich selbst kann mich darüber nicht freuen, ehrlich gesagt bin ich total angepisst davon, dass ich die Töne, die ich vorher nie gehört habe, jetzt mein Leben lang an der Backe habe.

    Das liegt halt auch wenig daran, WEIL Du sie schon nicht mehr gehört hattest. Bestimmt schon zu Deiner reinen HG Zeiten.

    Kenne ich von mir ja auch. Vogelstimmen, waren früher schon kein Problem gewesen. Die hatte ich gehört.

    Jetzt merke ich erst, daß ich nur die Vögel gehört hatte, die sich eventuell im 5m Umkreis zu mir befunden hatten. Jetzt höre ich die auch noch, wenn sie 150m von mir entfernt sind, eventuell sogar noch viel weiter.

    Und nicht nur das.

    Ich kann sogar hören, ob sie von rechts, von links, von nah oder fern klingen.


    Bei Musik ist mir bei einem Stück, welches ich neu zum ersten Mal gehört hatte, als ich links nur noch das HG trug, und rechts sogar taub durch die Gegend gelaufen bin, aufgefallen, daß die wunderschöne Anfangsmelodie zu jener Zeit total anders geklungen hat, als es jetzt klingt. Da hatten einfach Töne gefehlt! War mir nicht aufgefallen! Ich hatte ja was gehört.

    Jetzt sind die Töne da. Es klingt nicht schlecht, oder falsch - sondern total natürlich! - aber doch schon ein wenig ungewohnt, weil ich es anders in Erinnerung hatte!


    Und gerade, weil mir diese winzig feinen Unterschiede mir, auch jetzt immer noch (erste OP ist inzwischen fast 5 Jahre her, und die zweite 3 Jahre), sehr deutlich bewußt machen, wie wenig ich doch gehört hatte, obwohl das Sprachverstehen schon da gewesen war (aber auch sehr, sehr leise!!!), erfreue ich mich jetzt doch daran, wieviel besser ich doch höre.


    Natürlich bin ich immer noch Hörgeschädigt!

    Natürlich habe ich hier und da immer noch mit leichten Problemen zu kämpfen, gerade bei Störlärm.

    Aber ich höre trotzdem deutlich besser. Ich merke sogar an Reaktionen von Menschen um mich herum, die mir sagen, daß ich nun deutlich schneller reagiere, und sogar antworte, obwohl sie leise und zu mir im Rücken geprochen haben.


    Das alleine gibt mir persönlich Auftrieb. Daran halte ich mich fest!

    Denn das tut gut!

    Mir ist es nicht wichtig, das Glucksen der Toilette von der (!) Küche aus zu hören. Oder wenn ich in meinem Schlafzimmer stehe und höre, wie sich jemand auf der Straße unterhält.

    Das ist für mich einfach nur nervig und absolut überflüssig. Ich will nicht solche Lauscher haben…

    :D

    Joah, DAS ist wirklich eine Umstellung, nicht wahr?

    Das sind so Dinge, wo man sich denkt, ui, wenn ich es mir aussuchen könnte, dürfte das gerne wieder wegfallen.

    Aber es kann doch auch gerne positiv gesehen werden! Nämlich, daß in diesem Fall die OP ein voller Erfolg war! So manch einer wünscht sich ja genau das (wieder), und hat schwer damit zu kämpfen, überhaupt irgendwas zu hören.

    Deshalb denke ich erst gar nicht weiter in die Richtung, daß es stört.

    Ich übe dann halt für mich weiter.


    Beispiel: Glucksen der Toilette - kann ich den Vogel durch das geschlossene Fentser hören?

    Gespräch draußen auf der Straße - kann ich meine leise Musik im Hintergrund, oder dem Radio, oder meinem Fernseher folgen?


    So etwas in der Art - würde ich mal an Deiner Stelle ausprobieren.


    Irgendwann, mit der Zeit, wird Dein Gehirn schon merken, was "wichtig" ist, oder was gerade locker ausgeblendet werden kann. Aber, ich glaube, das wirst Du gerade am Anfang schon aktiv(er) üben müssen.

    Darf ich fragen, wie das bei dir war, ich meine, wie lange hat es bei dir gedauert, bis du Sachen wieder überhören konntest?

    Ui, schwer zu sagen!

    :/

    Ich habe das Problem, daß ich schon zu meiner reinen HG Zeiten absolut geräuschempfindlich bin! Ich kann bestimmte Sachen einfach nicht ausblenden, und die nerven mich total. Jetzt sogar noch viel mehr. Sitze ich im Büro, schreibe was, und muß mich konzentrieren, und die Kollegen klappert ebenfalls auf der Tastatur herum, oder scrollt mit der Maus, könnte ich an die Decke springen. :rolleyes:

    Gut, dann kann ich meine SPs ausmachen - was ich manchmal dann auch wirklich tu 8)

    Ich glaube, diese Geräusche werde ich NIE abstellen können.


    Aber ich kann auch positives vermelden.

    Draußen im Freien, leise Gespräche in der Ferne, und ich unterhalte mich mit Bekannten in meiner Nähe, DAS klappt wunderbar. Oft sogar so, daß ich erst viel, viel später merke, MANN! DAS ist ja schon automatisch gekommen, dieses Ausblenden!

    Oder leise Vogelstimmen in der Ferne, die ich weiterhin zwar höre (weil schön), die aber nicht stören, sondern quasi leise das untermalen, wenn andere Menschen zu mir sprechen.


    Das gleiche geht auch mit der leisen Musik!

    Logopädin gab mir eine Aufgabe, ich sollte zählen, wie oft da was wiederholt wurde. Das Stück ging an die 4 min. Ich habe gelauscht, gezählt, und zwischendurch der Logopädin was gesagt :D - die wollte schon unterbrechen (habe ich an ihrer Reaktion gemerkt), hatte dann aber gemerkt, daß ich trotzdem mich auf das Stück konzentrieren konnte und weiter gezählt hab. Das Ergebnis war sogar richtig gewesen ^^



    Wenn Du noch Reha Termine beim Logopäden hast, und Dein Hören schon so gut ist, müßtest Du wohl mal mehr Hören und Verstehen üben mit Störgeräuschen. :/ Das hat meine Logopädin extrem viel mit mir gemacht - weil das ja noch einmal eine komplett andere Herausforderung ist, als das normale, reine Hören.






    Ich persönlich glaube ja, daß das eigene Wohlfühlen und die damit verbundene innere Ruhe erst dann beginnt, wenn eine Akzeptanz statt gefunden hat. Was genau man auch immer akzepterien "muß". Das ist ja bei jedem anders, und total individuell.

    Erst, wenn dieser eine Schritt gemacht wurde, kann mit dem nächsten weiter gemacht werden.

    Da lernt man viel über seine eigene Stärken und Schwächen kennen. ;)

  • Hallo Alex,


    zu deiner Frage

    Da ist einiges geboten, das hätte ich nicht erwartet. Aber es hört sich sehr gut an :thumbup:

    Wie war denn das Kommunikationstraining in der Gruppe? Wie darf ich mir das vorstellen?

    Ich war gestern bei meiner Nachsorge im Krankenhaus und hab da von meinen Problemen erzählt und die haben mir sofort ein Schreiben mitgegeben für eine stationäre Reha mitgegeben. Da ich nicht arbeite, ist die Krankenkasse dafür zuständig.

    Beim Kommunikationstraining wurde uns die Art und Weise sowie Formen der Kommunikation bewusst gemacht. Auch wie Missverständnisse entstehen können. Das interessante war, dass diese nicht zwingend mit dem reinen Hören, sondern mit Äußerungen und Aussagen zusammen hängen. Wir haben auch sehr gute Tipps bekommen, wie wir unsere Hörbehinderung zu anderen Menschen kommunizieren und welche Fehler hier nicht gemacht werden sollten, d. h. die Wort sollten sorgsam gewählt werden. Mit der Information über unsere bestehende Hörbehinderung sollten den Menschen auch Lösungswege aufgezeigt werden, wie das Verstehen bei uns besser klappt, z. B. direkter Blickkontakt, keine Hände vor dem Mund usw. Einfach nur lauter sprechen alleine genügt nicht, da z. B. mich ein lautes Ansprechen eher aggressiv macht, da mich die Lautstärke stört und ab einem gewissen Punkt die Sprache dennoch schwerer statt einfacher zu verstehen ist. Wir sollten dann die erlernten Kommunikationsformen innerhalb der Gruppe ausprobieren - ein Spaßfaktor und gemeinsam gelachte Tränen waren garantiert;).


    So, wie du dein Hören in deinem letzten Post schilderst, kannst du, von außen und aus der Ferne betrachtet, mega zufrieden sein. Vielleicht erwartest du zu viel? Klar, die HGs vermitteln einen natürlicheren Klang, aber an den Klang des CI gewöhnt man sich ziemlich schnell, das merke ich, wenn ich im Hörtraining das HG-Ohr vertäube und nur mit dem CI hören muss.


    Gib dir Zeit, blicke positiv auf das Erreichte zurück!


    Beruflich werden sich bei dir auch noch Wege aufzeigen, da bin ich von überzeugt. Falls du einen GdB von mindestens 50 hast (wovon ich aufgrund deines Hörvermögens ausgehe), kannst du dich mal mit dem Integrationsfachdienst (IFD) in Verbindung setzen; hier bei uns im Rheinland bietet der IFD eine ausgezeichnete Beratung für Menschen mit Hörbehinderung an. Neben einer beruflichen Beratung auch eine psychologische Beratung - diese hat mir damals sehr geholfen, zumal die Beraterin selbst zweifache CI-Trägerin ist. Es waren sehr gute Gespräche, nicht nur auf das Berufsleben bezogen, sondern auch und insbesondere auf die Akzeptanz der Schwerhörigkeit. Vielleicht hat du auch diese Möglichkeit?


    Kopf hoch, es wird alles!


    Viele liebe Grüße

    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Alex:


    Geräusche? Das allerschönste, wo ich mich drauf gefreut habe, war das ständige Vogelgepiepe und im Allgäu die Viehscheid in Oberstdorf. Die Kuhglocken treiben mir schon die Freudentränen in den Augen......


    Was anderen nervt, kann mich total erfreuen.


    Das wünsche ich dir auch.....


    Gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich
    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • 30,000 Euro reichen, wollt nicht übertreiben, hab noch ein paar mehr Ersatzteile ;) Humor muss sein.


    Am Anfang suchst du erst mal den Parkplatz und musst dich entscheiden, was du an Gepäck mit zur Aufnahme nimmst. Quatsch, stimmt zwar, aber fängt anders an. Zuerst wird ein reha Antrag beim zuständigen Kostenträger gestellt und dann heißt es warten auf die nächsten Schritte. Ergenis des Antrags sollte sein .... die Bewilligung. Du bekommst von der Reha-Klinik einen Fragebogen, den du ausfüllen musst. Warum willst du hier hin, welche Ziele hast du, was für medizinische Probleme, wie oft krank, usw. Du bekommst dann von der Klinik den Anreisetermin genannt und dann fährst du los. Hier in der Klinik war es bei mir so, Fieber messen, Jesichtsschlüppi zum Maskieren, Angeben unterschreiben und die Anreiseunterlagen wurden dann von der Pflegerin an die Anmeldung weiter gegeben. Dann warten. Ab ins Büro einige Formalitäten wie, wollen sie W-Lan, wieviele Kilometer sind sie gefahren, Parkkarte gewünscht und dann wurde mir Station und Zimmer genannt (die Reha-Klinik hier hat drei Häuser und ich bin inm Haus Wiesenhof - ohne Drehspieß und Händel) Ich sollte noch ne kurze medizinische Untersuchung bekommen, wurde drauf verzichtet. Dann ab zum Haus und mich auf meiner Station gemeldet. Schlüssel bekommen, Erklärungen zum Ablauf auf der Station und dann zur Stationsärztin. Dort wurde der vorab geschickte Fragebogen durchgenommen und nach deinen Wünschen gefragt - also, was du noch alles gerne in der reha machen/haben möchtest. Alles wird protokolliert und dann bekommst du ein Therapiebuch, wo (zumindest hier in der Klinik) jeden Tag deinen Plan für den nächsten Tag drin abheftest. Du kannst davon ausgehen, jeden Tag Hörtraining perse und sportliche Aktivitäten. Massagen, Moorpakungen, Bäder und sonstige, für den Körper wohltuenden Sachen, werden von den Ärzten angeordnet. Was wann dran ist, ist unterschiedlich. Mal mehr mal weniger, aber es schlaucht schon ... ist ja kein Ponyhof hier. Schluß war bei mir meist spätestens um 16:00 Uhr.

    Samstag und Sonntag hast du meist zur freien Verfügung.

    Ich weiß jetzt nicht, wie ich die Frage: Sind alle CI-Firmen vertreten, interpretieren soll - ich schreib mal meine edanken. Die Techniker arbeiten hier mit den in Deutschland erhältlichen Implantaten. Hier werden keine Gruppen AB-Träger, Cochlear-Träger, Oticon-Träger, Med-EL-Träger gebildet. Es wird alles bunt gemischt und alle Systeme werden gleich behandelt. Vertreter der einzelnen Firmen, sind meines Wissens nicht hier - warum auch.

    Durch Corona ist im Moment alles ein wenig ... naja, schwieriger. Besuch im Hause ist nicht erlaubt, aber du darfst raus und auch inoffiziell das Gelände verlassen und dann auch deinen Besuch empfangen (meine Frau kommt z.B. übernächste Woche und hat sich nen Zimmer in der Nähe genommen) Leider ist im ganzen Haus Jesichtsschlüppi Pflicht, aber zum besseren Verstehen und mit Abstand, wird das Mundbild frei gelegt. Sobald du das Haus verlässt ... runter mit dem Schlüppi und frei atmen!!

    Hörtraining ist im Moment auch Hardcore. Das Training wird im Forum (Aufenthalshalle der Patienten), in anderen offen zugänglichen Plätzen und auch in geschlossenen Gruppenräume und Büros gemacht. Die offenen Hallen und das Forum soll das Verstehen im Störschall fördern und im Büro und Gruppenraum wird es spezieller und persönlicher. Warum Hardcore?? Die Therapeutin und der Patient tragen ein Käppi mit durchsichtigem Schild vorm Gesicht. Eine Scheibe trennt zusätzlich Therapeut und Patient. Das alles dämpft die Stimmen und die Geräusche im Forum sind momentan recht viel, da viele Patient nicht wissen was sie tun sollen und deshalb lieber quatschen, Billard spielen, Möbel rücken usw. auch ein Brunnen plätschert unaufhörlich ... ich nehm es sportlich und sehe das als Herrausforderung - Challenge accept :thumbup:8)

    So, jetzt hab ich dich zu getextet. Wenn du Aktuelles und auch Vergangenes lesen möchtest, geh mal auf den Link in meiner Signatur.


    Ich halte Musik auch für wichtig und arbeite auch darauf hin, aaaber, Priorität hat für mich erst mal das "Verstehen" von Sprache. Wenn ich Sprache verstehe und die vielen feinen Nuancen (gut, alle geht nicht) verstehe und auseinander halten kann, dann klappt das mit der Musik auch besser. Was nützt mir Musik - alsodie Töne zu hören , zu verstehen und auseinander zuhalten, wenn ich aber den Gesang nicht verstehe? Für mich wird dadurch die Musik wieder kaputt gemacht und ich mag dann nicht mehr hin hören.

    Durch das CI sind mir viele Geräusche geschenkt worden. Ob diese nervig sind oder total überflüssig ... das ist ein subjektives Empfinden. Ich für meinen Teil, freue mich über fast jedes geräusch und hab deswegen immer nen taschentuch dabei ... um die Freudentränchen zu tupfen. Geräusche die mir unangenehm sind, ohne Bedeutung, unwichtig usw. werden durch üben, ignorieren und entfernen des geräusches einfach minimiert und besser, eliminiert.


    Vorweg erst mal ... ich hab das mit der Zitatfunktion nicht sogut drauf, deshalb schreib ich ohne Zitate mal weiter.


    So, du fährst Mopped .. gut, ich auch :) Ich fahre allerdings ohne Hörhilfen, da ich die unter einem integralhelm nicht bekomme, bzw. den Helm bekomme ich nicht über die Technik. Ich hab mich dran gewöhnt und genieße die Ruhe beim Fahren. In einen anderen Thread nachlesen und mein Gefährt zur Reha sehen. Und da greife ich mal eine frage von dir auf, warum sollst du ein Auto ne halbe Minute früher durchs Dorf fahren hören wenn du chillst. Ne, musste nicht, aber das können wäre hilfreich im Straßenverkehr. Wenn du z.B. über eine Kreuzung in der Stadt bei grün fährst und plötzlich die feuerwehr rechts neben dir steht mit Lichtorgel und Musik! Licht konnte ich nicht sehen, da es hlligter tag war und die Musik ... tja, ich bin leider taub beim Fahren - Du nicht und helfen dir deine Hörhilfen.

  • Ralle: das Hörtraining im Forum fand bei mir auch im Einzel- sowie im Gruppenhörtraining statt. Auch ohne Corona war es hardcore, vor allem wenn du vorne am Kiosk sitzt und um dich herum fröhlich mit dem Geschirr geklappert wird. Vor allem, wenn du die Betonungen ob einAussage-, Frage- oder Ausrufesatz gesprochen wird. Man nimmt da aber unglaublich viel mit...


    Alex: Geräusche lassen sich mit der Zeit „überhören“. Das klappt bei mir gut, vor allem, wenn ich sie zuvor bewusst gehört habe und diese dann zuordnen kann. Ich liebe es, den Vögeln „zu zuhören“; sie sitzen im Baum direkt vor meinem Bürofenster. Wenn ich telefoniere oder mit der Kollegin spreche, höre ich die Vögel oder den Straßenverkehr gar nicht mehr, weil es ausgeblendet wird.

    Ich kann Ralle zu zustimmen: die Geräusche sind ein Geschenk, ich habe nie gewusst, dass das Streicheln eines Pferdes ein Geräusch im Fell verursacht🙈. Ich bin zu Anfang regelrecht auf „Geräuschefang“ gegangen und habe mich einfach an den Geräuschen erfreut. Vielleicht solltest du dich an den gehörten Geräuschen erstmal erfreuen anstatt gleich alles nervig zu finden. Das Ausblenden kommt dann fast von alleine, da das Gehirn durchaus in der Lage ist, zu sortieren, was im Moment wichtig ist und was nicht. Gib dir Zeit.

    Ich schicke dir nach Süddeutschland mal das kölsche Motto runter: „Das Jlas is immer halbvoll!“ 😉

    Sieh die Dinge positiv: „oh cool, ich höre was.“ anstatt: „Mist, das nervt.“

    Ich wünsche dir weiterhin alles Gute,


    viele sonnige Grüße

    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear