Ist es für einen Schüler sinnvoll, einen GdB zu beantragen?

  • Eine Frage an diejenigen mit Kindern beziehungsweise die bereits als Kind eine Hörschädigung und eventuell andere Einschränkungen hatten: Ist es sinnvoll, bereits für ein Kind einen GdB zu beantragen? Welche „Vorteile“ hat man/hattet ihr dadurch konkret?

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Hallo Anni,

    ja, ich denke schon, dass es sinnvoll ist, auch für ein Kind einen SBA zu beantragen (wenn es entsprechende Behinderungen hat, die das rechtfertigen-wenn nicht, würde man den SBA aber auch nicht bekommen). Wieso auch nicht?

    Man hat dadurch schon einige Vorteile bzw. "Nachteilsausgleiche" (so nennt sich das offiziell ;)).

    Wir haben für unseren Sohn einen SBA, seit er ca. 9 Monate alt war (da er ja neben der Hörschädigung noch weitere Einschränkungen hat, mit 100% und fast allen MZ (außer Bl). Man hat dadurch Steuervorteile (wie bzw.welche genau weiß ich aber nicht, da kümmert sich mein Mann drum), das Kind hat häufig (deutlicherere) Ermäßigungen bei Eintritten (bzw. auch freien Eintritt) in Schwimmbäder/Tierparks/Mussen/Freizeitparks/ Greifwarten/Theater... usw. (ist überall anders, mann muss sich erkundigen und im Internet recherchieren). Falls das Kind das MZ "B" hat, ist für eine Begleitperson der Eintritt frei oder ermäßigt und auch bei Fahrten im öffentlichen Nahverkehr (Bus, U-Bahn, S-Bahn, Bus, Regionalbahnen) ist mit dem "B" eine Begleitperson frei (das Kind selbst braucht ab 5/6 Jahren eine Wertmarke, die je nach Grad der Behinderung und der MZ einen bestimmten Betrag kostet (wenig) oder kostenfrei zugeschickt wird). Man könnte auch das Auto aufs Kind anmelden, dann spart man bei derKFZ Steuer (darf dann aber auch nur Fahrten mit und/oder für das Kind mit dem Auto machen).

    Es könnte auch sein, dass der SBA hilft, wenn Hilfsmittel beantragt werden (das weiß ich aber nicht).

    Es kommt aber immer drauf an, welche MZ das Kind hat und welcher GdB ihm zugesprochen wurde!

    Ich würde es an Stelle der Eltern einfach versuchen :).

    Viele Grüße

    Katja

  • Hallo Anni,


    ich habe von klein auf einen Schwerbehindertenausweis. Wann genau ich diesen erhielt weiß ich nicht. Wenn das Kind bis vor dem 7. Lebensjahr einen hohen Hörverlust beidseits (damit meine ich hochgradige und an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit) hat, dann steht diesem ein GdB von 100 zu. Ich selbst habe bis heute einen GdB von 100 und das wird auch so bleiben. Je nach weiterer Einschränkungen bzw. zusätzlicher Behinderungen neben der Schwerhörigkeit des Kindes bekommt es bestimmte Merkzeichen dafür. Hochgradig bzw. an Taubheit grenzend Schwerhörige erhalten das Merkzeichen „Gl“ für „gehörlos“. „RF“ bekommt man auch als Merkzeichen, dann kann entweder von den Rundfunkgebühren befreit oder eine Ermäßigung dieser erhalten werden. Zum Merkzeichen „B“ hat ja Katja vor mir schon einiges gesagt, was alles stimmt. Was ich dazu noch nur ergänzen möchte, ist, dass bei Schifffahrten (zumindest ist es in Bayern so, müsste aber auch für überall gelten) sowohl das Kind als auch seine Begleitperson kostenfrei mitfahren dürfen.
    Ansonsten kommt es auf den GdB und die Merkzeichen an, welche dem Kind aufgrund seiner ganzen Einschränkungen zugesprochen werden. Ich würde es auf alle Fälle versuchen, verlieren kann man dabei ja nicht.


    Liebe Grüße ReCI :)

    Bilaterale AB-Trägerin und seit nach der Geburt schwerhörig! :)

    - rechts: Naîda Q70 --> implantiert im Februar 2001
    - links: Naîda Q90 --> implantiert am 14. Mai 2018

  • Hallo Anni,


    auch nicht zu vergessen: Die steuerrechtlichen Vorteile für die Eltern je nach Höhe des GdB und der zuerkannten MZ. Z. B. Kosten für HG-Batterien und andere Kosten im Zusammenhang mit der Behinderung als Sonderaufwendungen absetzbar, sofern die KK nicht die Kosten übernimmt....