Krankschreibung nach OP

  • Bei mir geht es nun auch bald los (noch 6 Tage). Diese Woche hätte ich bei meinem Operateur nachfragen können, hab's aber vergessen:

    Wie lange ist man eigentlich im KH? In der Schweiz scheint man wohl einen Tag nach der OP schon entlassen zu werden (Theodor, Nikita)? Wie ist das in D üblich?

    Und wie sieht die Krankschreibung aus, wie lange sollte man sich nach der OP Ruhe gönnen? Mein Job ist Ohrtechnisch einfach: Reine Bildschirmarbeit. Ich habe zwar auch ein Telefon, aber sowohl Kollegen als auch meine beiden mit Abstand wichtigsten Kundengesprächspartner wissen was auf mich zukommt. Wenn ich Verständnisschwierigkeiten habe, habe ich auch bisher schon immer auf Email verwiesen. Körperliche Arbeit muss ich auch keine Verrichten.


    Mir selbst ist es egal, wie lange ich abwesend bin. Mails lese ich zu Hause und beantworte dann auch Fragen aus der Arbeit, wenn sie einfach beantwortbar sind. Aber meine Kollegen fragen mich halt zu Recht doch immer wieder, wie lange ich nun weg bin. Diese Frage ist für mich schwierig bis unmöglich zu beantworten.

  • Ich hatte vom KH eine AU für 2 Wochen, bin am 3. Tag nach der OP entlassen worden. Auf Aussagen zu einem Zeitpunkt, an dem du wieder im Büro bist, würde ich mich nicht einlassen. Du weißt nicht, wie es dir nach der OP geht, ob du unter Schwindel oder Übelkeit oder Kopfschmerzen oder was auch immer leidest.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Ist auch von Deinem eigenen Wohlbefinden abhängig!



    Ich wurde nach der ersten OP schon direkt anderthalb Wochen danach wieder zur Arbeit geschickt von der HNO Ärztin.

    Hatte auch prima geklappt!

    Mußte auf der Arbeit auch nicht viel hören, und konnte mir meine Arbeitsleistung auch selbst einteilen.



    Nach meiner zweiten OP war ich etwas länger ausgeknockt gewesen, und fühlte mich auch dementsprechend.

    Da habe ich es mir auch nicht zugetraut, zur Arbeit zu fahren, geschweige denn zu arbeiten!

    Da hat mich der Hausarzt noch einmal krank geschrieben.




    Schönen Gruß

    Sheltie

  • Ich war an einem Mittwoch in KH gekommen, am Freitag operiert und Montag entlassen worden. Danach war ich 3 oder 4 Wochen krank geschrieben. Hing aber auch damit zusammen, wie ich mich gefühlt hatte. Starke Einschränkungen der Konzentration usw.


    Ich kann mich nur den Kommentaren weiter oben anschließen. Es hängt alles davon ab, wie du dich selber fühlst. Aber bedenke, es ist eine wesentlicher Eingriff am Kopf.

    Allgemein gültige Zeiten für die Krankschreibung gibt es hierzu genauso wenig wie die Prognose zum weiteren Verlauf der "Hörreise" das ist bei jeden individuell.

  • Wie der Grauhaarige schon schrieb, gibt es keine pauschalen Aussagen über die Dauer der AU-Bescheinigung noch irgendwelche Prognosen bezüglich Entwicklung von Hören und Sprachverstehen. Das ist beides sehr individuell ....


    Ich wurde wegen "sehr gutem postoperativen Verlauf " jeweils bereits am Vormittag des zweiten Tages nach der Implantation an die frische Luft gesetzt. Ich wurde "minimal-invasiv" implantiert.


    Ich wünsche Dir alles Gute für die Implantation!

  • Danke euch für die schnellen Antworten.

    Na dann hoffe ich mal, dass ich das KH spätestens am 2. Tag nach der OP verlassen kann. Zu Hause in gewohnter Umgebung werde ich mich zum Erholen halt doch wohler fühlen als als Halbblinder mehrere Tage im Krankenhaus herumzuirren. Noch dazu hatte ich noch nie einen stationären Aufenthalt um zu wissen, wo wann was zu tun ist (Wasser holen, Tablett aufräumen o.ä.). Klar, wenn es Komplikationen gibt oder gab, dauert der Aufenthalt länger.

    Um die Krankschreibung mache ich mir da weniger Sorgen. Notfälle sind auf Arbeit erst mal nicht zu erwarten. Dass die Zeit nach der EA anstrengend wird, das liest man ja oft genug. Aber eben kaum über die Zeit zwischen OP und EA. Und die scheint nach eurer Aussage mitunter ja auch nicht so ohne zu sein.

  • Ich habe in den Krankenhaustagen IV Antiobiotika bekommen, es kann sein, dass deshalb drei Tage „normal“ sind (?)

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Antibiotika gibt es bis ca. 1 Woche nach der OP, die ersten Stunden nach der OP intravenös, dann als Tabletten.

    Die Entlassung am 3. Tag nach der OP sind die Regel, da Probleme bis dahin in der Regel erkannt worden sind. Ich hatte mich am 2. Tag nach der OP entlassen lassen, da es keine Probleme gab und ich mich zuhause besser erholen kann..

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Ich war nach der OP 7 Wochen krank geschrieben, und nahm im Anschluss noch 2 Wochen Resturlaub.

    Und war damit genau richtig wieder im Berufsleben.

    Natürlich musste ich in der fünften Woche bei der KK vorsprechen, weil sie da wegen Krankengeld genauer wissen wollen, worum es geht.

    Für mich war aber klar, solange ich eine Beule am Kopf habe, dazu doch Schmerzen, einfach schweren Kopf- je später der Tag, um so schwerer wurde mir der Kopf- schließe ich das reguläre Arbeiten aus.

    Ich bin Krankenschwester, meine Dienste dauern 10 Stunden, ich laufe manchmal Galopp und bis 10 Km/ Dienst, hebe, trage, gehe in die Knie- das ging gar nicht.

    Glücklicherweise hatte ich weder Schwindel, noch Probleme mit dem Schmecken, aber eben ziemlich lange diese Kopfschmerzen und Schwellung.

    Die KK hat das so hingenommen, und der AG musste sich damit arrangieren.

    Weil wie Dani es schreibt, das ist schon nicht ohne, diese OP.

    rechts: CI seit Sept. 2013, trage Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern). 5.11.19 bis 10.12.19 Sonnet 2 zum Ausprobieren.
    links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

  • Ich war von Montag bis Donnerstag im Krankenhaus. Seit dem 19.11.2019 bin ich krank geschrieben. Mein HNO Arzt meint, dass wenn ich in einem Büro arbeiten würde ohne viel Kontakt hätte ich schon wieder arbeiten können. Da ich aber einen Beruf habe, indem Beratungsgespräche eine wesentliche Rolle spielen,bin ich noch weiterhin krank geschrieben. Ich hatte auch gedacht, dass ich nach der Erstanpassung im Dezember, im Februar mit der Wiedereingliederung beginne....aber das dauert noch ein bisschen.

    Ich würde Jetzt keine Prognosen mehr abgeben. Es ist individuell.

    Viel Erfolg bei der OP.

  • In meinem Fall war es so, Montags operiert und Freitags entlassen. Danach zum Hausarzt und ich hab zwei Wochen AU bekommen. Ich arbeite auch im persönlichen Kundenverkehr inkl. körperliche arbeit und da sagte mir mein Hausarzt ... du musst ruhe bewahren. Passte auch und bin dann wieder arbeiten gegangen für eine Woche und dann kam die EA.

    Mit der AU kommt es auf jeden selbst an. Wie verkraftet man die OP, was muss eventuell an Medikamente genommen werden, wie ist die Arbeitssituation usw. Es ist bei jedem individuell und nicht vorhersehbar. Ich z.B. bin recht pflegeleicht und hart im nehmen, es hätte auch anders kommen können - z.B. sehr starker Tinnitus, Entzündung der OP Narbe usw. Da kann man schnell seine körperliche und auch psychische Grenze erreichen und dann ist die Zeit einer AU unendlich. Ergo abwarten, auf den Körper hören und langsam nach der OP sich wieder an das tägliche Leben gewöhnen.

  • Ich schreib jetzt besser nicht, was ich mir unter "persönlichen Kundenverkehr mit körperlicher Arbeit" im ersten Moment gedacht habe :P

    Aber Danke für dein Feedback. Gerade bei Arbeiten wie in deinem Fall hätte ich mit einer längeren AU gerechnet. Gestern wies mich noch jemand auf die erhöhte Gefahr einer Infizierung aufgrund der Wunde hin. Na hoffentlich gehen uns in den nächsten Wochen nicht die Antibiotika aus. Andererseits, vergleichsweise jung und ansonsten körperlich fit bin ich derzeit.

  • Mein Plan war es auch, kurz nach der EA wieder im Dienst zu sein. Nicht einkalkuliert war jedoch, dass ich im Rahmen der OP mein Gleichgewichtsorgan verloren habe und ich quasi außer Gefecht war. Zwar bekannt als „harter Knochen“ wurde ich dennoch 3/4 Jahr dienstunfähig geschrieben und habe mit Wiedereingliederung (etwa 2 Monate lang) angefangen. Ich musste mir erstmal auch meine Fahrerlaubnis von der Klinik erkämpfen aufgrund des Gleichgewichts. In der Klinik war ich deswegen genau eine Woche anstatt drei, vier Tage.

    Dienstlich habe ich es mit vielen Telefonaten und Gesprächen sowie Protokollführung zu tun und brauche daher unbedingt das Hören.

    Lass es auf dich zu kommen, es kommt meistens anders als man es plant...


    Alles Gute,

    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • AU Apr. 19 Hörsturz 1.Seite ertaubt darufhin OP-Rundfenstermembran gerissen

    kein Erfolg

    OP Aug. 19

    EA Sep. 19

    nach der OP 2 Monate Fahrverbote durch Ärzte das Gleichgewicht wollte nicht

    Wiedereingliederung ab Jan. 20 nach 2 Wochen abgebrochen, Kopfüberlastet (Stress) mit Hörsturz auf der 2.Seite (auch ertaubt)

    jetzt 2. CI in Planung

    beruflich Küchenendmontage beim Kunden mit Kundendienst!

    Rechts: 21.08.19 OP Cochlear 622 EA 23.09.19 N7

    Links: 10.03.20 OP Cochlear 622 EA 23.03.20 N7

  • Am 16.12.2019 operiert, 3 Tage (incl. OP) im KH. am 6.1.2020 war ich wieder im Büro. Es ging sehr gut. am 16.1.2020 dann EA.

    Das Verstehen wird von Tag zu Tag besser. Trage meine "Ms SoundProzessor" vom Aufstehen bis zum zu Bett gehen.

    Unmögliches wird sofort erledigt.... Nur Wunder dauern etwas länger!;)


    Als Kind sehr oft starke beidseitige eiterige Mittelohrentzündungen, danach mehrere Hörstürze.

    Implantation rechtes Ohr Cochlear CI622 am 16.12.2019 UKM-Münster; EA am 16.01.2020 UKM-Münster;

    Linksseitig noch mit HG Siemens INTUIS 2P, Implantation linkes Ohr geplant in 2020/21

  • Hallo,


    ich wollte nur noch beitragen, dass Sohnemann kein Antibiotika prophylaktisch bekommen hat, ist wohl in jeder Klinik unterschiedlich. Hier waren es auch 4 Tage KH und „nur“ eine Woche AU. Danach noch Sportbefreiung und es war Schule kurz vor den Ferien 😉.


    Hör auf deinen Körper und mach langsam ! Viel Erfolg schonmal 👍.


    VG Fibi

    Sohn (18 Jahre) rechts HG Linx von Resound bei hochgradiger SH

    links CI von Cochlear - OP am 04.05.2018 / EA 18.06.2018

  • Ich schreib jetzt besser nicht, was ich mir unter "persönlichen Kundenverkehr mit körperlicher Arbeit" im ersten Moment gedacht habe :P

    Aber Danke für dein Feedback. Gerade bei Arbeiten wie in deinem Fall hätte ich mit einer längeren AU gerechnet. Gestern wies mich noch jemand auf die erhöhte Gefahr einer Infizierung aufgrund der Wunde hin. Na hoffentlich gehen uns in den nächsten Wochen nicht die Antibiotika aus. Andererseits, vergleichsweise jung und ansonsten körperlich fit bin ich derzeit.

    Ich musste herzlich lachen bei deinem geschriebenen Gedanken und bekomme jetzt einschlägige Bilder nicht mehr aus dem Kopf :S;)8o:saint:

    Mit Infektionen der Wunde braucht man keine Angst haben. Die heilt oberflächlich in einer Woche (im regelfall) ab und dann hast du nur beim Fäden ziehen nochmal kleine Wunden - morgens gezogen und abends zu. Solang du deinen Kopf nicht im vollen Mülleimer hälst und drum bittest, das dir jeder auf die Wunde/Narbe hustet, spuckt fasst usw. dürfte da nix passieren. Also einfach sauber halten den Bereich und gut iss ;):)

  • @TE :P

    Ich habe für die Zeit nach dem KH-Aufenthalt nicht automatisch eine Krankschreibung bekommen. Ich musste die extra anfordern. Nach der OP habe ich realisiert, dass ich ein Verband auf's Ohr bekomme. Das ist als Lesebrillenträger natürlich blöd, wenn man 8h täglich vor dem Bildschirm sitzen muss. Ich habe mich demzufolge für 1 Woche krankschreiben lassen, bis der Verband endgültig entfernt wird. Das war bis gestern (Sonntag). Seit heute bin ich wieder auf Arbeit.


    Grundsätzlich hätte ich vom persönlichen Gefühl auch schon seit meiner Entlassung aus dem KH wieder arbeiten können. Womöglich hätte ich mich aber völlig überschätzt. Denn in dieser Woche habe mich tatsächlich nichts gemacht und mich demzufolge ausgeruht. Desweiteren ist meine OP ohne Probleme verlaufen und ich selbst habe keinerlei Nachwirkung davon getragen, was nicht selbstverständlich ist.


    Was ich aber maßlos unterschätzt habe ist die Tatsache, dass man nach der OP auf der operierten Seite erst mal überhaupt nichts hört. Die ersten Tage habe ich selbst die wohlbekannte Stimme meiner Frau nur mit Mühe verstanden, die ich bislang relativ problemlos interpretieren konnte. Nach nun 1 Woche Training geht das nun halbwegs wieder (aber trotzdem nur mit Konzentration). Da ich beruflich nur mit einer handvoll Personen zu tun habe und alle meine derzeitige Problematik kennen und auch verstehen(!), ist das wieder-Arbeiten kein Problem.


    Summa summarum kommt es sehr stark sowohl auf den Verlauf der OP und die persönliche Genesung an als auch auf das eigene Arbeitsumfeld.