Warum muss man bei Reimplantation alles neu lernen?

  • Bei einer Reimplantation muss man ja neu hören lernen - warum eigentlich? Weil die Elektroden anders liegen und/andere Muster produzieren?

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Ja, genau deshalb.


    Ich wurde auch schon reimplantiert, jedoch war das unmittelbar nach der OP, weil was schief gelaufen war.


    Die Implantate halten im Schnitt 30 Jahre.

    Bei mir ist es in 16 Jahren so weit.

    Da bin ich dann 73 Jahre alt.


    Ich kann mir vorstellen, dass das dann ganz schön schwierig wird, das durchzustehen.

    Mein Vater ist jetzt in dem Alter, er würde so eine OP sicher nicht durchstehen.

    Aber er ist normalhörend und kann heute noch das Gras wachsen hören.


    Das Beste was man im Vorfeld tut, um das dann alles noch mal durchzustehen.

    Leben ohne beruflichen Stress, viel Sport um körperlich fit zu sein, möglichst gesunde Ernährung usw.

    Dann hoffe ich, klappts im hohen Alter auch mit den neuen Implantaten.

    Gruß Bestager


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    Links seit 2/2006 Implantat, seit 6/2018 N7
    Rechts seit 5/2012 Implantat, seit 6/2018 N7
    Reimplantiert, Tinnitus

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    Privatier, lebe bis zur Schwerbehinderten-Armutsrente der DRV von gespartem

  • Mein erstes Implantat wurde 2012 nach 13 Jahren wg. eines vermuteten Defekts ausgetauscht.

    Das alte Implantat hatte "nur" 8 Elektroden, von denen 3 abgeschaltet waren.

    Das neue Implantat hat 16 Elektroden und kann damit 120 Kanäle ("Spektralbänder") emulieren.

    Auch ich hatte angenommen, wieder ganz neu Hören lernen zu müssen, bin aber vergleichsweise schnell rein gekommen.

    Das reimplattierte Ohr hat das 2011 implantierte Gegenohr sehr bald überholt und ist damit wieder mein "Schokoladenohr".

  • Ich bin nach 3 Jahren unverhofft reimplantiert worden. In meinem Fall ist es tatsächlich so, dass der Klang ein anderer ist als vorher, einfach weil diesmal der Draht tiefer in die Schnecke eingeführt werden konnte. Ich habe rückschrittig angefangen zu üben konnte aber sehr schnell an die Erfahrungen anknüpfen. Ich habe also nicht komplett bei 0 angefangen sondern konnte von Anfang an etwas verstehen. Nach 9 Monaten würde ich sagen, dass sich mein Hören gegenüber der ersten Implantation sogar verbessert hat, weil der Klang ein angenehmerer ist und ich das Gefühl habe, langfristig vielleicht noch besser zu hören. Mein CI-Ohr fängt tatsächlich an, die Oberhand zu übernehmen, was mich nach knapp 40 Jahren, die das Ohr ein Schattendasein geführt hat, leicht verwirrt. Die Verwirrung wird mit der Zeit weichen und ich habe dann ein Hören, dass mir keiner mehr nehmen kann solange ich Strom habe;)

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

    links: HG Enya 4 von Resound

  • Die Implantate halten im Schnitt 30 Jahre

    Hast du da eine Quelle oder hat das ein Audiologe gesagt? Denn ich dachte, CIs gibt es erst seit etwa 30 Jahren. Und dann von durchschnittlich 30 Jahren Haltbarkeit zu sprechen halte ich für gewagt.

    Aber ja, CIs sind so konstruiert, dass sie nach Möglichkeit nicht mehr reimplantiert werden müssen.