Neu im Forum , aber schon länger Implantiert

  • wie ich sehe, stellt ihr euch alle vor. Das finde ich sehr sympathisch und möchte nicht anonym im Forum schweben. Deshalb verrate ich auch etwas von mir.


    Ich bin seit Geburt Hörbehindert. Ich trug bis vor 10 Jahren 2 HG‘s. 2009 bekam ich mein 1. CI von Med-El mit dem SP Opus 2, das zweite Ohr wurde dann 2011 implantiert, ebenfalls von Med-El mit SP Opus 2. Das Hören mit den CI‘s war für mich einen riesigen Fortschritt. Ich habe viele tolle Erfahrungen gemacht und möchte diese Wunderdinge keinesfalls mehr missen.


    Vor 3-4 Wochen bekam ich die neuen SP Sonnet 2 und bin noch in der Angewöhnung. Da ich so viele Probleme hatte, wollte ich im Forum mich ein bisschen umsehen, wie es den anderen so ergeht. Ehrlich gesagt habe ich mir von den neuen Prozessoren viel mehr erhofft. Es hat ja eh solange gedauert, bis sie endlich auf den Markt kamen. Und jetzt, finde ich sie : naja.....


    Ich bin beruflich selbständig und arbeite in einem therapeutischen Bereich. Die Arbeit gefällt mir sehr gut. Der Kontakt zu den Leuten gefällt mir sehr. Es ist aber auch anstrengend. Ansonsten bin ich Mama von 2 mittlerweile erwachsenen Kindern, die noch in der Ausbildung sind, sowie von einem Teenager.


  • ... das lese ich jetzt schon öfters, dass der Opus2 ein geliebtes gutes Arbeitspferd ist, glaubst braucht es wieder Zeit bis man sich an den neuen SP gewöhnt, ist es wieder wie ein bisschen von neu zu beginnen, mich würde das naja interessieren? PS:hast Du auch die gleichen Programme bzw. Kodierungsstrategie drauf?

  • Bei den Hörgeräten war es bisher ja auch so gewesen, daß man sich jedes Mal wieder auf die neue Töne einstellen mußte, und es recht lange gedauert hatte, bis man mit den Einstellungen so einigermaßen zufrieden war. Deshalb habe ich meine HGs auch immer so lange getragen, und zwar deutlich länger als die "vorgegebenen 5-6 Jahren, wo mir dann ein neues "zustand", bis die Geräte kaputt waren und eine Reperatur sich nicht mehr lohnte.


    So ähnlich stelle ich es mir auch mit den SPs vor, egal welche Marke man gerade im Ohr hat.

    Neue Technik bedeutet ganz bestimmt viel bessere Technik, immerhin wird dort ja täglich was Neues entwickelt und produziert, also hat man dann auch viel mehr Möglichkeiten dazu bekommen - aber gleichzeitig bedeutet es halt auch, daß es eine Veränderung ist und eine kleine Umgewöhnung mit sich bringt.

    Was ich schon beim Lesen hier im Forum herausgefunden habe, ist, daß es nicht möglich ist, die MAP vom aktuellen Gerät 1:1 zum neuen Gerät mitzunehmen. Man kann es draufpacken, quasi als ersten Ansatzpunkt, womit der Techniker arbeiten kann. Aber danach muß einfach wieder eine neue Einstellung vorgenommen werden, die unter Umständen auch etliche Wochen in Anspruch nehmen wird.






    Ich kann mir vorstellen, daß irgendwann mal, wenn der Techniker die richtigen Regler schiebt, und am Ende, wenn das Gehirn noch seinen Beitrag zum neuen Hören geleistet hat, die neuen SPs tatsächlich die Erwartungen übertreffen könnten. Bis dahin wird man wohl bißchen Geduld haben müssen.


    Eventuell hilft auch hierbei, sich genau zu notieren, was alles so "falsch" klingt, und versuchen, das Falsche irgendwie genauer beschreiben zu können?






    Ich glaube, ich werde meine aktuellen SPs so lange tragen, wie es nur geht, auch deutlich länger, als ich "muß", und versuchen, diese wie kostbare Schätze zu hegen und zu pflegen :D




    Schönen Gruß

    Sheltie

  • ich habe mich an die 2 Mikrofone gewöhnen müssen. Opus 2 hat ja nur 1. Man hört mehr Geräusche zb. Die eigenen Haaren. Das war sehr gewöhnungsbedürftig. Jetzt nach 3 Wochen aber, stört es nicht mehr. Der automatische Soundmanagement senkt automatische laute Geräusche. Da hörst du plötzlich den „vertrauten“ lauten Lärm nicht mehr. Das ist am Anfang sehr komisch, weil du dann keinen Referenz mehr hast zum tatsächlichen Lärm. Der Staubsauber z.B. Macht sofort weniger Lärm, das ist ja eigentlich sehr zu begrüssen. Aber wie weiss ich dann ob ich laut bin? Das ist aber eine Kopfsache. Darum ist es wie bei der Eingewöhnung von HG zu CI . Man hört vieles, was man nicht kannte und musste die Geräusche kennenlernen. Jetzt ist es umgekehrt. Man hört die lauten Geräusche weniger. Ich bin aber gespannt, wie es sich auf den Strassenlärm auswirkt. Ich habe noch nicht alle Alltagssituationen erlebt und so bin ich noch am angewöhnen. Was ich sehr schätze am automatischen Soundmanagement ist, man merkt nichts von den Umstellungen .

  • ...was ich noch vergessen habe zu erwähnen. Ich habe auf einem Programm beim neuen Sp die alte Einstellung wie Opus 2 drauf. Damit ich wechseln kann falls ich mit dem neuen Programm nicht klar komme. Diese gleiche Einstellung wie Opus 2 hörte sich aber überhaupt nicht gleich an. Deshalb war ich sehr froh, dass mein Hirni auch mitarbeitet. Das ist noch interessant, wie das Gehirn sich anpasst. Toll, oder? Also wie Schelti richtig schreibt ist Geduld wohl das wichtigste bei der Umstellung. Und ich habe auch so lange gewartet, aber nach 10 Jahren drängt es sich einfach auf umzustellen.


    Was ich einfach vermisst habe ist, dass die CI-Techniker einem zuwenig auf diese Umstellung vorbereiten. Für mich ist der Wechsel wirklich jedesmal einen psychischen Stress. Denn der Alltag läuft weiter, ob du gut hörst oder nicht.

  • Ui, so ein automatischer Regler.



    Ich hatte das damals schon bei meinen HGs immer, und habe es auch jetzt bei meinen SPs ausschalten lassen.

    Wenn die SPs trotzdem noch regeln, dann nur minimal.

    Ich mag es nämlich nicht, wenn ich ein lautes Geräusch höre, und dieses dann ganz plötzlich "weg" ist, obwohl es immer noch da ist. Hatte ich einmal gehabt, und war tierrisch erschrocken gewesen.

    So geräuschempfindlich ich auch bin, dieses extreme Geregele mag ich auch nicht.



    Bei Deinen neuen Geräten wirst Du mal schauen müssen, ob man da noch was optimieren, oder es sogar ganz auschalten kann (falls es Dir lieber wäre?!).

    Am Rest wirst Du Dich wohl gewöhnen müssen.

  • Ich weiss ganz genau von was du sprichst! Ich hatte auch mal HG‘s die automatisch regelten und konnte das überhaupt nicht ertragen. Ich habe es damals auch ausschalten lassen.


    Jetzt bin ich noch in der Testphase mit dem autom. Soundm. Von Sonnet 2. Ich muss alle Alltagssituationen zuerst durchspielen. Aber gestern war es wirklich blöd, meine Kolleginnen hörten vor der Tür ein Kind weinen, was ich aber nicht hören konnte. Solche Sachen gehen für mich gar nicht! Es gibt störende Alltagslärm, die können von mir aus leiser sein. Aber gewisser Lärm muss man hören können z.B. Autos, Kinderweinen,...


    Bei der Autofahrt höre ich jeweils Radio. Bis Tempo 50 verstand ich alles prima. Ab höherem Tempo war es für mich nicht mehr verständlich. Das stört mich. Die Stimme aus dem Radio hören sich sehr heiser an. Es half nicht den Radio lauter zu stellen.


    Jetzt beim Arbeiten empfinde ich nicht, dass ich besser höre mit Sonnet 2 , eher leicht schlechter. Geduld ist wichtig, aber wie weiss ich , ob ich der Technik vertrauen kann?

  • Diese automatischen Programme sind auch gar nicht meins und nerven mich auch weil ich dann relevante Geräusche, z.B am Bahnhof oder beim Fahrradfahren mit mehr mitbekomme weil gefiltert. Ich habe mir praktisch alle Filter ausschalten lassen ausser dem Windfilter und. In nun zufrieden.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Aber gestern war es wirklich blöd, meine Kolleginnen hörten vor der Tür ein Kind weinen, was ich aber nicht hören konnte. Solche Sachen gehen für mich gar nicht! Es gibt störende Alltagslärm, die können von mir aus leiser sein. Aber gewisser Lärm muss man hören können z.B. Autos, Kinderweinen,...

    Das sehe ich auch so!


    Jetzt wäre bei Dir die Frage, konntest Du das mit den alten Geräten noch gut hören?

    Wenn ja, sind die Filter der neuen Geräten zu stark eingestellt? Könnte man die noch runter regeln, oder gar ganz abstellen?

    Im Prinzip ist es ja so, daß das Gerät ja nicht immer gut unterscheiden kann. Lärm ist Lärm, egal, ob schreiendes Baby oder Auto, Wasserfall, oder sonst was an Alltagslärm. Und auch nicht unterscheiden kann, was "wichtiger Lärm" ist, und auf welches man gut verzichten könnte. Entweder wird also alles geregelt, oder alles kommt eben gleich laut verstärkt an.


    Gesprochene Sprache wird wohl als solche erkannt, und bestimmt auch versucht, das zu verstärken. Aber das gilt ja nicht wirklich für Babygeschrei, auch wenn es eine menschliche Stimme ist, so ist es doch eher Lärm.

    Oder ist Dein Gerät noch nicht so optimal eingestellt, daß eben das besagte Geräusch noch, ähm (mir fällt nun schwer, genau zu beschreiben, wie ich es meine), "fehlt".


    Ich habe mir damals beim HG Wechsel, und später auch mit meinem ersten CI, um Beispiel mit geholfen, indem ich Musik gehört habe.

    Gerade bei mir sehr gut bekannten Stücken wußte ich genau, wann ich was hören müßte.

    Fehlte da was, kam was nicht richtig an, stimmte die Einstellung nicht.


    Mittlerweile haben meine CIs mein Hörvermögen damals mit HGs deutlich überholt. Ich höre sogar noch einiges mehr, als ich damals mit meinen HGs noch gut wahrnehmen konnte.

    Aber trotzdem wäre dieser Weg wohl auch weiterhin mein persönlicher Maßstab, sollte ich mal neue Modelle bekommen "müssen", und ich lernen muß, mit dem neuen Hören wieder klar zu kommen.


    Hast Du auch etwas, woran Du Dich orientieren könntest?

    Wo Du genau weiß, was Du früher so alles gehört hattest, und wie es klingen müßte.

    Und wie es nun mit den neuen Geräten klingt?



    Schönen Gruß

    Sheltie

  • Wenn ich doch wüsste wie normales Hören wirklich wäre! Das ist leider nicht möglich. Ich kenne kein "normales" Hören da ist ab Geburt stark Hörbehindert bin.


    Das ist ja so schwierig, an was soll ich mich orientieren? Welches ist das richtige Hören? ich habe oft erlebt, dass Leute mich fragen:"Was? das kannst du hören?!" Jetzt muss ich mich an das orientieren, was ich mit dem Opus 2 hörte. Aber gell, das Gehirn macht, dass das Hören "normal" wird. ist ja irgendwie ganz lustig. Am Anfang die komischen Mickystimmen, dann plötzlich tönt es normal. Das habe ich auch beim Sonnet 2 am Anfang erlebt. Meine Stimme tönte am Anfang ganz heiser. Ich räusperte mich immer zu, weil ich dachte ich hätte einen Frosch im Hals. Aber wenn ich die andern fragte, ob ich Heiser klinge, verneinten sie. Ich habe dann oftmals Stimmen der anderen heiser wahrgenommen. Jetzt tönt es "normal", also mein Gehirn hat es "normalisiert". Darum weiss ich jetzt nicht, ob das Gerät spinnt und mein Gehirn so Intelligent ist und das Schlechte zum Guten macht.


    Es ist gerade gut , kann ich das hier niederschreiben. so kann ich dann darauf zurück greifen für die Einstellung. Ich bin mir gar nicht so sicher, ob die Techniker das CI so genau und fein justieren können? Die haben so Button zum vor oder zurück stellen. z.B. Umgebungslärm : lauter /leiser; Empfindlichkeit: grösser/kleiner, so etwa.


    oh das tut gut, hier auszutauschen! Danke für eures bisherige Feedback.

  • ich habe nun einen neuen AudioLink bekommen. Sie haben das flott und unkompliziert ersetzt. Jetzt habe ich keine Verzerrungen mehr und die Qualität bis jetzt stimmt :)!


    Nach dem Erlebnis letzte Woche, als ich das Kind hinter der Tür nicht weinen gehört habe , habe ich wieder auf das Programm vom alten Opus 2 zurück gewechselt. Auch wenn der ASM (automatische Soundmanagement) gute Höreindrücke hinterlässt , die Geräusche werden, ohne dass man etwas merkt, unterdrückt. Aber eben, es ist wie der Alltag es zeigt, nicht immer so ideal, wenn wichtiger Lärm weg ist. Mir fehlt dann die Kontrolle. Ich muss selber entscheiden könne, wann ich den Lärm weg haben will.

  • Na hoffentlich lässt sich das alte Verfahren wieder einstellen, also dass man die "unerwünschten" Nebengeräusche eben doch hört.

    Immerhin ist das Gehirn durchaus selbst in der Lage, unerwünschte Geräusche zu ignorieren. Aber nur, wenn man die Geräusche auch präsentiert bekommt und das Gehirn dadurch trainiert wird. Bei meinen HGs hat mich das auch immer gestört, dass gewisse Geräusche nicht bzw. viel zu spät zu hören waren. Inzwischen komme ich mit meinem Musikprogramm wunderbar in der doch sehr lauten Kantine zurecht (aber eben erst nach einer guten langen Trainingszeit). So wünsche ich mir das auch für mein Medel, sobald ich dies im Februar implantiert bekomme

  • Ich wünsche mir das auch. ich komme ehrlich gesagt nicht so draus mit dem neuen Programm. Ich bin eifrig im Kontakt mit den Verbindungsleuten von Med-El . Sie fragen dies und jenes. Ich habe kein Handbuch bekommen mit Erklärungen was z.B. Ambient Noise Reduction und Adaptive Intelligenz sein soll??? Ich weiss, sie wollen mir helfen und gleichzeitig sind sie froh um mein Feedback, weil halt noch Kinderkrankheiten oder Anwendungsprobleme bestehen.

    Bevor ich mich richtig gewöhnen will, muss die Einstellung einfach stimmen. Der nächste Termin in der Klinik ist abgemacht. Als sie mir den Sonnet 2 abgaben, gingen sie davon aus, dass alles in Ordnung sein und kein weiterer Termin nötig sein wird. Es war keine engmaschige Begleitung geplant sowie bei der Erstanpassung. Ich bin keine Stürmerin, habe sie doch während 10 Jahren mit dem Opus 2 nie „belästigt“.

  • Ich habe das Gefühl, daß in letzter Zeit eh keine Handbücher mehr rausgegeben wird, egal für welches Gerät auch immer.

    Meist kann man die dann aber als pdf Dateien im Internet runter laden, sollte Bedarf bestehen.

    Eventuell gilt das auch für das Sonnet2?


    Ich drücke Dir die Daumen, daß die nächsten Einstellungen zum erwünschten Erfolg führen wird!