Bei mir piept es nun...die Hörreise beginnt.

  • Dani! Bei mir war das linke Ohr immer das stärkere Ohr, ich nutze es z. B. auch ohne HG zum telefonieren, kann mich in ruhiger Umgebung mit deutlich sprechenden Menschen ohne HG unterhalten. Auch Musik ist mir zumindest im Moment nur mit links ein Genuss.

    Gerade weil ich rechts nach steilem Anfang so einen Einbruch mit dem CI hatte, bin ich darüber sehr glücklich.

    Wie stark inzwischen das CI-Ohr schon geworden ist, habe ich eben erst herausgefunden.


    Da habe ich doch gar keinen Grund, mich vornehmlich auf das CI zu konzentrieren. Und bimodales Hören bedeutet auch besseres Richtungshoeren.


    Wenn dagegen wie bei dir das HG-Ohr schlapp macht und kein echtes Verstehen damit mehr möglich ist, kann ich sehr gut verstehen, warum du die beidseitige Versorgung anstrebst.


    Jeder Jeck bzw. jede Hoerbiografie ist anders und besonders. Ich bin froh, dass wir in dieser Zeit die Möglichkeit haben, auf diese Individualität einzugehen und die Behandlung darauf abzustimmen.

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Hallo zusammen,

    heute war meine Halbjahreskontrolle (ok, coronabedingt nach 8 Monaten). Nachdem ich die letzten Monate die Leistung des CI immer weiter steigern konnte ohne Kopfschmerzen oder so, freute ich mich schon auf meine neue Einstellung. Immer näher ans natürliche Hören, immer besser mit der HG-Seite synchronisieren.

    Der Techniker stellte die 3. Elektrode endgültig ab und verpasste mir dann eine Einstellung - vom Feinsten!!!

    Ich konnte damit nach meinem Empfinden sehr deutlich und natürlich hören, ohne dass die Höhen sich irgendwie unangenehm bemerkbar machten.


    Dann zum Sprachtest bei der Logopädin. Wegen der neuen, ungeübten Einstellung und nachdem der letzte Sprachtest nur bei 35% Einsilberverständnis lag, machte ich mir da nicht allzu große Hoffnung. Als mir die Logopädin dann ein Einsilberverständnis von 90% bescheinigte, bin ich fast vom Stuhl gefallen.8o

    Zum Schluss dann noch die ärztliche Abschlussuntersuchung, diesmal bei Prof. Dr. Lennarz - eine gute Gelegenheit, um mich einmal persönlich bei ihm für die komplikationslose und erfolgreiche OP zu bedanken.


    Die letzten acht Monate waren schon mal eine spannende Hörreise - mit Hochs und fiesen Tiefs. Mit Phasen, in denen ich wirklich Angst hatte, dass das nie etwas wird.

    Inzwischen komme ich auch im Alltag viel besser zurecht und nutze die Technik, um mich je nach Hörsituation bestmöglichst einzustellen. Der einzige Wehrmutstropfen: Musik klingt mit CI immer noch grausig - aber ich gebe nicht auf, die Hörreise geht weiter;)


    Liebe Grüße

    Terry

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Hallo Terry,

    das ist ja super, dass die neue Einstellung ein so gutes Ergebnis hervorgebracht hat.:):thumbup:

    Gruß Biker und viel Erfolg auf deiner weiteren Hörreise.

    Rechts Cochlear Kanso 1 CI Modell 512; OP 25.04.2017 Hörschnecke bis auf dem Stumpf entfernt UNI-KLINIK Halle;
    Links HG AMPLI-CONNECT R 5 ON 312 GN seit September 2021.

    Seit dem 25.10.2021 Upgrade auf Kanso 2
    Zubehör: Cochlear™ Wireless Mini Microphone (Minimikrofon 2+); Telefonclip+ von Resound; ReSound TV Streamer 2

  • Mann, das hört sich doch mal so richtig Klasse an!

    Freut mich total für Dich! :):thumbup::thumbup::thumbup::thumbup::thumbup:




    Musik klingt mit CI immer noch grausig - aber ich gebe nicht auf, die Hörreise geht weiter

    Wenn das Dein (nächstes) Ziel ist, so hilft es wohl nur, einfach nur weiter da rein zu hören.

    Am besten mit wirklich sehr gut bekannten Stücken, und wenn sie zudem noch einfach sind, also was Instrumente, Gesang betrifft, umso besser - also für den Anfang.

    Dann wird es auch schon noch was werden! :thumbup:

  • Hallo Terry,


    das klingt super gut.... :thumbup:


    Was die Musik anbelangt, das hat bei mir auch "etliche Weilchen" gedauert, bis es "gezündet" hat. Geholfen hat mir u. a. diese nette Webseite: Trompis Ton-Dschungel


    Und der Tipp von Sheltie - auch wenn´s anfangs schwerfällt; immer wieder und wieder rein hören....

  • schade, dass es mit deinem Hörtagebuch nicht weitergeht. Ich stehe noch ganz am Anfang meines Hörweg. VU sind gemacht, warte auf die Kostenübernahme der KK. Deinen Weg hab ich mit sehr Großen Interesse gelesen. Meine Frage, falls du es lesen solltest, wie ist es heute?

    Grüße aus dem Saarland

    Bernd

    von Geburt an an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit beider Ohren durch Vererbung (Opa, Vater, Bruder)
    et kütt wie et kütt:D

  • Hallo Ischbins ,

    ich freue mich, wenn dir mein Hörtagebuch etwas gegeben hat.

    Im ersten Jahr geht es - wie du lesen konntest - rauf und runter mit Erfolgserlebnissen und Rückschlägen. Das war auch meine Intention, ein Hörtagebuch zu verfassen. Zum einen, damit andere in gleicher Situation sich darauf einstellen können, dass Rückschläge kein Weltuntergang sind (aber vorkommen), zum anderen, keine überzogenen Erwartungen zu hegen: das Hören mit CI muss erst gelernt werden, wird aber immer besser.


    Im letzten Jahr gab es dann einfach wenig zu berichten. Das Hören mit CI wird immer selbstverständlicher, beim Musikhören bin ich froh, noch mein HG-Ohr und damit natürlichen Klang zu haben. Die Einstellungen haben sich kaum noch geändert, allerdings sind inzwischen 3 Elektroden dauerhaft und derzeit eine vierte Elektrode probehalber abgestellt, weil die höchsten Frequenzen sofort unangenehm werden. Auf die Sprachverständlichkeit hat sich das aber nicht ausgewirkt. Inzwischen beginne ich, auch im Störlärm besser zu verstehen, bin beim TV auch ohne Untertitel in der Lage, zumindest Dokumentationen oder Diskussionen anzuschauen (bei Serien/Spielfilmen ist mir das schon wegen der Filmmusik zu anstrengend).

    Was mir persönlich für meine Lebensqualität wichtig ist: Meine Müdigkeit und Erschöpfung nach hör-anstrengenden Tagen hat sich enorm verbessert und kommt kaum noch vor. Vielleicht liegt es daran, dass ich im Büro inzwischen nur noch mit Headset (Stereo) telefoniere und so wesentlich besser und leichter verstehe? Immerhin macht die telefonische Beratung rund ein Drittel meiner Arbeitszeit aus.


    Ach ja, letzten Monat habe ich an einer Studie im DHZ teilgenommen - 12 Stunden verteilt auf drei Tage, nach denen ich ziemlich fertig war, aber auch etwas stolz, weil ich wohl ziemlich gut mit den unterschiedlichen Höraufgaben zurecht kam. Besonders "nett" sind Aufgaben, bei denen das Programm sich anpasst und dafür sorgt, dass man einfach nicht mehr als 50% versteht. Vielleicht wollte da jemand meine Frustrationstoleranz testen? 8o


    Mein Fazit: Ich bereue es überhaupt nicht, mich für ein CI entschieden zu haben, weil sich meine Lebensqualität dadurch sehr gesteigert hat. Mein HG-Ohr ist inzwischen so eingestellt, dass da in der Regel nur noch die tieferen Frequenzen verstärkt werden (ich habe aber auch für knifflige Situationen ein Programm für die Verstärkung aller Frequenzen). Damit habe ich bei HG den Klang, beim CI die Verständlichkeit und so das Beste aus beiden Möglichkeiten. Und mein HG-Ohr wird "geschont" und hält hoffentlich noch lange durch, damit ich weiterhin mit Genuss Musikhören kann....


    In diesem Sinne

    Terry

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Hallo Terry,


    Dankeschön für deine ausführliche Antwort. Jetzt kann es bei mir ja losgehen mit der OP, mir wurde durch dein Tagebuch viel geholfen und gehe nun mit anderen Gefühlen an die Sache ran.

    Zur Zeit trage ich In Ohr Geräte auf beiden Seiten, die aber fürs Sprachverstehen nichts taugen. Das musste ich feststellen, als die Pandemie kam, und jeder einen „Maulkorb“ tragen musste.
    Was ich vor der Pandemie „deutlich“ verstanden habe, war bis dato sehr schwer, durch das tragen von Masken zu verstehen.

    Diesbezüglich ging ich dann zum HNO um mich über die CI zu erkundigen. Dieser meinte, dass diese nicht so einfach wären sie zu bekommen und schickte mich erstmals in Reha nach Bad Salzulflen, wobei Sankt Wendel bei mir vor der Haustüre ist, und die gleichen Anwendungen durchgeführt werden.

    Aber sei es drum ist jetzt halt so. Ich machte meine ersten Erfahrungen mit der CI. In der Reha meinten diese nur, nachdem sie meine Hörkurven ausgemessen hatten, weswegen ich nicht schon früher ein CI beantragt hätte, da die Schwerhörigkeit doch schon seid der Geburt bekannt ist und zur Verordnung der CI ausreichend ist.

    Ich zuckte nur mit den Schultern.

    Wieder zu Hause, schickte mich dann meine HNO Ärztin in die UNI Klinik des Saarlandes, wo in deren Hörzentrum, was sehr gut ist, etliche Messungen durchgeführt wurden. Der Professor (Herr Schick) meinte dann, ich müsste, da ich ja nur mit InOhr HG versorgt bin, noch andere HG testen. Die KK würde das so vorschreiben.

    Nun gut, ich zum Audiologen meines Vertrauen, der mir Power Geräte von Phonak zum Testen gab.
    Das war für mich wieder eine neue Hörwelt und ich fand die Powergeräte spitze. Leider wurde festgestellt, dass die Powergeräte nur auf meinem linken besseren Ohr was gebracht haben. Anschließend durfte ich noch CROSS Geräte testen, von denen ich überhaupt nicht begeistert war.
    Zurück in die UNI.
    Nun wurden durch die Ergebnisse der Testung beim Audiologen, ein Gespräch mit mir geführt, und Professor Schick meinte, dass es sinnvoll sei, rechts eine CI Versorgung durchzuführen. Beim linken Ohr, würde man noch warten ob es sich verschlimmert. Bis dahin soll ich weiter mit HG auf der linken Seite versorgt bleiben.


    Diesbezüglich hätte ich eine Frage:

    Da festgestellt wurde, dass die Power HG auf meiner linken besseren Seite was bringen, würde es doch Sin machen, ein solches zu beantragen, oder?


    meine VU sind nun abgeschlossen und ich warte nur noch auf den Bescheid der KK wegen der Kostenübernahme der CI Versorgung.

    Das letzte Gespräch bevor der Antrag gestellt wurde, war am 30.09.21.

    Ich bin mal gespannt, wie lange sich das hinzieht mit der Kostenübernahme.


    so dies ist mein noch kleiner Weg in die CI Welt.


    Ach, dies hätte ich nun fast vergessen, ich „dampfe“ auch ;)


    Grüße aus dem Saarland

    Bernd

    von Geburt an an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit beider Ohren durch Vererbung (Opa, Vater, Bruder)
    et kütt wie et kütt:D

  • Besonders "nett" sind Aufgaben, bei denen das Programm sich anpasst und dafür sorgt, dass man einfach nicht mehr als 50% versteht. Vielleicht wollte da jemand meine Frustrationstoleranz testen? :P

    Hallo Terry,

    deinem Smiley nach zu urteilen weißt du, was das ist. Daher für diejenigen, die es nicht kennen:

    Es handelt sich hierbei um den OLSA-Test. Es soll dabei der Signal/Rausch-Abstand (SNR) ermittelt werden, bei dem der Probant noch 50% richtig versteht. Daher die dynamische Anpassung der Lautstärke des (meist) Störgeräuschs im Verlauf des Tests. Normalhörende erreichen hier -9dB. In meinem Fall sind es um die 0dB, d.h. Störgeräusch darf nur maximal genauso laut sein wie das Nutzsignal, damit ich gerade die Hälfte verstehe.

  • Dieser OSLA-Test (?, zumindest der Beschreibung nach) wird in der Uni Köln regelmäßig bei den Jahreskontrollen durchgeführt. Er ist anstrengend, aber auch interessant. Man weißt von vornherein, dass man nicht alles verstehen kann und soll, deshalb hält sich der Frust bei mir in Grenzen. Für Frust sorgen regelmäßig die Einsilber-Tests: ich bin mir gaaanz sicher, ein Wort richtig verstanden zu haben und es war falsch. Wenn man da dauerhaft auch nach über 4 Jahren auf ein Sprachverstehen von etwa 60 % stehen bleibt, ist das schon zum Mäuse melken. Dafür klappt der Alltag mit dem CI sehr gut und das ist das, was zählt.

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Hallo,

    bei meinem Sohn gehört der Olsa Test (in der Version für Kinder, da muss er "nur" 3 nicht zusammenhände Wörter nachprechen, also sowas wie 3 nasse Steine, 5 rote Bilder) zu den Hörtests während der CI Rehas dazu. Er erreicht da im Störgeräusch wohl recht gute Werte (das letzte Mal auf 1 Ohr bis -6, sonst oft bei -3 bis 4 (d.h., dass das Störgeräusch lauter sein konnte als die gesprochenen Wörter, damit er noch 50 Prozent versteht (wenn ich das richtig kapiert habe).

    Falls es euch beruhigt: Auch ich als Normalhörende verstehe da nicht alles (selbst manche Wörter, die Erik bachgesprochen hat, hätte ich nicht wiederholen können :/, sitze aber natürlich auch im Hintergrund). Das ist ja auch so gewollt laut Audiologin und nach dem, was hier so geschrieben wird...

    Viele Grüße

    Katja

  • SaSel Im Alltag ist es für uns schon deshalb leichter, weil wir im Zuge unseres Hörverlustes das Kombinieren zur Meisterschaft gebracht haben.

    Ich selbst bin beim Einsilbertest zuletzt bei 75% gelandet. Warum soll ich mich grämen, wenn ich vorher mit HG nur 35% oder so verstand? Es ist auf jeden Fall eine Verbesserung...

    Die Studie umfasste gefühlt 100 verschiedene Tests, die einzelnen Namen habe ich nicht erfragt . Spontan fällt mir noch ein: 3 Töne, welcher klingt anders (in Ruhe und im Störgeräusch), dann der Test des Sprachschatzes (welches Wort gibt es wirklich) und ähnlich geniale Aufgaben...

    Aber wenn es der Verbesserung der CI's dient, macht man ja gerne einiges mit:-)


    Ischbins Wer hat dir denn Im-Ohr-Geräte angedreht? Bei hochgradiger Schwerhörigkeit? Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Ich würde dir raten, auf dem besseren Ohr auf jeden Fall zunächst die Versorgung mit einem Power-HG auszuprobieren. Es dauert zwar seine Zeit, die besten Einstellungen für das Zusammenspiel von HG und CI zu finden, aber ich finde, es lohnt sich. Was mir dabei auch sehr geholfen hat, war meine Akustikerin, die sowohl HG- wie auch CI-Akustikerin ist.

    Und wenn dein besseres Ohr irgendwann endgültig schlapp macht, kannst du da immer noch ein CI einsetzen lassen.

    Hochtonschwerhörigkeit/Hochtontaubheit von Kindheit an.

    Rechts: CI622 seit 12/2019, Nucleus 7

    Links: 65% Sprachverstehen mit HG (seit 2020 Oticon Exceed)

  • Terry, ich selber habe mir vor etwa 5 Jahren diese Geräte besorgt. Ich war zuerst mit Hinterm Ohr Geräten versorgt, die dauernd durch Schwitzwasser, das beim Eindringen in die Mikrofon Öffnung Kurzschlüsse im HG erzeugten, nicht mehr zufrieden. Nach etwa 4 Jahren hatte ich keine Lust mehr HOG zu tragen. Ich besorgte mir, trotz Abraten meines Akustiker Im Ohr Geräte, mit denen ich auch, bis zur Pandemie zufrieden war. Wie du siehst auf dem Profilbild, ich bin Brillenträger und hatte durch die IOG keine Probleme mehr beim tragen, sei es mit der Brille und auch dem Schwitzwasser.

    Wie ich ja schon geschrieben habe, stellte ich fest, dass durch die Masken kein Lippenlesen mehr vorhanden war, wie schlecht ich eigentlich höre.

    Bei meinem nächsten Besuch in der UNI werde ich das mit dem Power Gerät in Verbindung mit dem CI ansprechen.


    danke für den Tip

    von Geburt an an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit beider Ohren durch Vererbung (Opa, Vater, Bruder)
    et kütt wie et kütt:D