Was ich höre...

  • Ich war eben das zweite Mal in Potsdam, sitze gerade in der S-Bahn nach Hause. Es war super! Ich habe heute so viel über mich und mein CI gelernt, wie die ganzen Monate zuvor nicht!

    Die Einstellungen sind in Ordnung. Ich muss einfach dran bleiben.

    Ich bin halt etwas speziell, weil ich so gut auf dem anderen Ohr höre und diese Hyperakusis habe. Mir wurde heute ganz klar gesagt, dass ich 2-3 Jahre brauche bis ich einigermaßen zufrieden sein werde... Naja, dann mach ich mich mal weiter auf den Weg :S

    Auch wenn es noch ein langer Weg ist klingt das für mich schon mal richtig positiv.

    Auch schon allein wegen deiner bisherigen Reise. Ich freue mich sehr für dich!


    ..........

    Ich hatte gestern mal wieder einen "Vergleichstest" mit diesen Sätzen aus 5 Wörtern (Anna verleiht 3 rote Steine):

    links schlechter als rechts, zusammen deutlich besser. Aber mit beiden CIs das Gefühl gehabt, dass von rechts gar nichts kommt (obwohl zuvor noch besser gehört). Hmmmm???


    Bei diesem Störfeld-Test war die Sprache das 1. Mal leiser als das Störfeld. Hatte ich bislang auch noch nicht.

    Also auch nach nun mehr 4,5 Jahren Hörreise gibt es noch Veränderungen 🎉

  • Danke, Impli!


    Das ist der Oldenburger Satztest, mein Lieblingstest :)


    Das mit den verschiedenen Ergebnissen rechts und links würde mich auch wundern. Hast du gefragt, woran es liegen könnte?


    Bei dem Test wird die Sprache nach jedem Verstehen leiser gestellt. So wird deine Hörschwelle im Störschall ermittelt.

  • Ich habe mir mal alle Wörter, die ich in den Apps so falsch verstehe, mit „Sprachmemos“ Selbstgesprächen aufgenommen und wieder angehört. Dort verstehe ich die Wörter klar und deutlich und es fängt nicht alles gefühlt mit W an.

    Was machen die in den Apps, dass man die Wörter so falsch versteht?

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Das frag ich mich auch. Ich verstehe Silben, wo gar keine sind. Jedes Hauchen und Atmen ist für mich nicht zu unterscheiden von dem eigentlichen Wort...

    Ich finde es echt seltsam, wenn ich mir selber Dinge aufnehme uns streame, verstehe ich sie viel besser. Als würden die das absichtlich machen 😃

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Ich finde es echt seltsam, wenn ich mir selber Dinge aufnehme uns streame, verstehe ich sie viel besser. Als würden die das absichtlich machen 😃

    Das ist nicht seltsam .. sondern normal. Dein Gehirn kennt deine Stimme, Betonung, Ausprache und weiß so, was du sagst und erkennt es. Wenn du streamst, dann kommt das Gesprochene ohne Störgeräusch, klarer und lauter (ja, streamen ist subjektiv lauter) an deinem Hörnerv an. Die Stimmen der Sprecher sind verschieden und jeder hat eine andere Aussprache. Das hast du selbst schon bei deinen Hörbüchern gemerkt.

  • Ralle die Apps streame ich auch und da fängt fast jedes Wort, das mit einem Konsonanten für mich ganz klar mit einem „W“ an oder bei „Lamm“ immer „Wa“. Wenn ich mich gestreamt höre ganz klar L, M, N, W im Anlaut.

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Tagesempfinden, derzeit Erkältung, zu viel Input.... zumal ja bestimmte Wörter besser und andere schlechter verstanden werden. Je nachdem was nun in dem Satz vorkommt kann es ja so auch zu Abweichungen kommen.

    Ich bin so mehr als zufrieden.


    Manches Mal waren meine Testergebnisse für meine Hörentwicklung auf einmal grottenschlecht, aber im Alltag eher besser.

    Letzteres ist mir wichtiger und ich halte mich eh nicht so an die Statistik etc. 😂

  • Ich habe für mich in all den Jahrzehnte als HG-Träger und auch jetzt gelernt, die Ergebnisse aus den vielen Hör- und Sprachtests "zur Kenntnis" zu nehmen; aber nicht "zu Herzen"! :)


    Wichtiger sind mir die kleinen und großen Erfolge sowie Möglichkeiten mit meinen "Blechohren" im Alltag - das zählt letztendlich für mich! 8)

  • Ralle die Apps streame ich auch und da fängt fast jedes Wort, das mit einem Konsonanten für mich ganz klar mit einem „W“ an oder bei „Lamm“ immer „Wa“. Wenn ich mich gestreamt höre ganz klar L, M, N, W im Anlaut.

    Wenn du dir mal die Sprachbanane ansiehst, dann wirst du verstehen, warum "L" und "W" sich gleichen bzw. warum du anstatt dem "L" ein "W" hörst. Beide Buchstaben liegen in der Frequenz sehr nah beieinander und auch von der Lautstärke sind sie gleich. Da musst dein Gehirn lernen weiter zu differenzieren.

    Sprachbanane

  • Wenn du dir mal die Sprachbanane ansiehst, dann wirst du verstehen, warum "L" und "W" sich gleichen bzw. warum du anstatt dem "L" ein "W" hörst. Beide Buchstaben liegen in der Frequenz sehr nah beieinander und auch von der Lautstärke sind sie gleich. Da musst dein Gehirn lernen weiter zu differenzieren.

    Sprachbanane

    Sehr interessant! Was hat es mit F0 bis F4 auf sich?

  • F0 - F4 ..... schwere Kiste....


    F0 bis F4 sind unsere Vokalformante - Frequenzbereiche, in denen wir unsere Vokale vorwiegend sprechen und hören.

    Sind maßgeblich wichtig in der Logopädie bei Ausbildung/Erlernen von Sprache, aber auch beim Gesangsunterricht.

    Aus einem Zusammenspiel von Zunge, Gaumen und Kiefer kann man diese Frequnzbereichen modulieren - eine gewisse Brillianz geben oder aber nuscheln.

    Beispiel:

    Der Vokal "e" liegt etwa zwischen 400 und 2500 Hz, mit seinem Peak bei etwa 2300 Hz. Je nach Lungenkapazität, Kopfform, Mund- und Rachengröße, wird das "e" eher sauberer /klarer transportiert. Eine 40 kg Sopranistin kann das "e" ebenso gut transportieren, wie ein 2oo kg Bariton, weil sie ihren Sprachapparat ( Rachen, Zunge, Bauchspannung) speziell für dieses Format (Vokal) ändert - daher singen sie häufig auch mit runden Hälsen und lustigen Schnuten.

    Beim Hörer ist es ähnlich: die anatomischen Verhältisse von Gehörganglänge und -breite lassen uns diese Vokale unterschiedlich gut/sauber hören, weil sie durch die Eigenschwingung des Gehörganges beeinflusst werden.

    Beispiel:

    Als HG Träger konnte ich früher in Großgruppen manche Teilnehmer besser verstehen, weil ihre Stimmen aus dem Sprachchaos klarer zu differenzieren waren...eine große Summe der gesendeten Vokalformate (Frequenzen) entsprach in etwa der Eigenfrequenz meines Gehörganges - somit war das Sprachverstehen besser.


    VG Bernd