OP am 29.11.

  • Hallo und guten Morgen,


    seit Tagen lese ich mich fleißig durchs Forum.


    Zu mir. Ich hatte Ende März diesen Jahres wohl einen Hörsturz. Genau weiß das keiner. Selbst der Oberarzt meiner Klinik kann nicht erklären wie ich zu meinem "Problem" gekommen bin. Er und auch mein behandelnder HNO Arzt halten mich für einen Sonderfall.

    Ich bin einen Tag vor meinem Geburtstag morgens aufgewacht und konnte links so gut wie nichts mehr hören. 3 Tage später zur Hausärztin, Überweisung zum HNO und der mich gleich ins Krankenhaus eingewiesen. Dort das volle Cortisonprogramm bekommen. Also 4 Tage stationär intravenös und anschließend wegen Erfolglosigkeit 4 mal als Spritze hinters Trommelfell. Auch alles ohne Erfolg. Danach Monatelang mit 2 wöchigen Arztbesuchen absolute Ruhe und Entspannung. Laut Arzt die beste Möglichkeit das Gehör zurück zu bekommen. Mein HNO Arzt wusste natürlich das der Schritt zu einer CI Operation frühestens nach 6 Monaten ohne jegliche Besserung des Gehörs durchgeführt wird. Also aussitzen und abwarten bis zum letzten Tag. Nun war ich vergangene Woche zur Voruntersuchung in der operierenden Klinik und habe als Ergebnis einen OP Termin am 29.11. bekommen. Das ist der nächstmögliche Termin. Ich bin also links nahezu ertaubt, höre mit rechts fast 100 Prozent. Vor einigen Monaten war ich noch der Meinung mich damit arrangieren zu können. Mittlerweile weiß ich aber das dieser Zustand so auf keinen Fall weiter geht. Die Einbußen und Umstände die einseitiges Hören mit sich bringen sind mir einfach viel zu heftig. Außerdem leide ich extrem darunter, dass das von den allermeisten Menschen in meinem Umfeld so bagatellisiert wird. Selbst in der Familie. Nun bin ich seit dem Vorfall krank geschrieben und mein HNO Arzt meint, vor März kommenden Jahres brauche ich ihn gar nicht fragen ob ich wieder arbeiten gehen kann. Trotzdem habe ich ziemlich Bammel vor der OP und allem was dann kommt. Es wird meine erste OP überhaupt sein. Erstanpassung wird dann in der ersten Januarwoche sein.


    LG

    Peter

  • Hallo Peter,

    hier sind einige SSDler (einseitig Ertaubte), willkommen. Ich kann deine Probleme und Sorgen gut nachvollziehen und die anderen wahrscheinlich ebenso. In der ersten Klinik, in der ich mich vorgestellt habe, war auch eine junge Frau, die morgens plötzlich ertaubt ist und die dann relativ zügig ein CI bekommen sollte.

    Ich nehme an, die Klinik hat dir bereits die Impfempfehlung gegen Meningokokken und Pneumokokken ausgesprochen?

    Außerdem solltest du, falls du eine Grippeimpfung machen lassen willst, diese nicht zeitlich dicht nach der OP machen lassen, also ggf. klären, ob du die vor der OP durchführen lässte (vielleicht lieber beim HNO-Arzt klären als beim Allgemeinmediziner).

    einseitig ehemals an Taubheit grenzend, Implantation am 20.9.19, EA am 24.10.19, Nucleus 7 von Cochlear

    das andere Ohr ist normalhörend

  • Hallo Peter,


    ich kann fast jeden Satz, den du geschrieben hast für mich genau so übernehmen!


    Mir wurde im Krankenhaus nach drei Tagen schon ein CI angeboten. Was ich damals als Frechheit empfunden habe, da ich mein Gehör wiederhaben wollte!


    Ich habe auch Cortison systemisch und direkt durchs Trommelfell bekommen. Hat nix gebracht.


    Warum bist du denn soooo lange krank geschrieben? Ich war nach dem Hörsturz 4 Wochen krank geschrieben und bin dann wieder in den Arbeitsalltag zurück gekommen. Sonst wäre ich wahrscheinlich trübsinnig geworden...


    Ich leide auch darunter, dass mich in meiner näheren Umgebung niemand richtig versteht. Deswegen bin ich froh, dass es dieses Forum gibt. Gut, dass du uns gefunden hast! Und ich gehe bald in eine Selbsthilfegruppe, bin schon gespannt.


    Schön, dass du da bist.


    Viele Grüße

    MadameMim

  • Hallo ihr zwei,


    vielen Dank für die lieben Worte!


    Mim uns eint noch mehr, denke ich. Ich bin aus Potsdam und werde im Virchow Klinikum in Berlin operiert. Danach dann weiter im Oberlinhaus Potsdam. Das ist praktisch bei mir um die Ecke.


    Was mich so nervt ist das ständige Nachfragen was der Gegenüber gesagt hat. Und das sogar in der Familie. Das ständige "ich muss links gehen, sonst hör ich dich nicht". Jeder fragt "wie geht es dir" um dann gleich beim ersten Antwortsatz wieder wegzuhören. Wenn ich zu Hause Meinungen hören möchte, heißt es oft, dass müsse ich doch alleine entscheiden.


    Mein HNO hat sofort gesagt, im April bereits, dass er mich auf keinen Fall so arbeiten lässt. Er sagt jetzt schon, dass wenn die OP überstanden ist, es irgendwann noch zur stationären REHA geht und bevor es wieder arbeiten geht, gleich noch eine REHA von der Hausärztin für den Kopf. Ich arbeite in einem Callcenter. Allerdings nicht den ganzen Tag am Telefon. Eher als eine Art Ansprechpartner für technische Fragen. Heißt Großraumbüro mit etwa 100 Leuten auf engstem Raum. Und man wird den ganzen Tag von allen Seiten angesprochen und befragt. Der Arzt machte schon Andeutungen, das es möglich sein kann, dass ich dort nicht mehr arbeiten kann.


    LG

    Peter

  • Haha, super, wir zwei könnten gut spazieren gehen. Ich bin rechts taub und du links! Sorry, Galgenhumor ;)

    Mittlerweile haben sich die meisten Menschen daran gewöhnt, dass ich mal schnell auf die andere Seite hüpfe. Oder sie fragen mich: Welche Seite war es noch mal?

    Das ständige Nachfragen nervt mich auch extrem und meine Familie auch...

    Ok, bei dem Beruf kann ich verstehen, dass du so nicht arbeiten kannst. Ich sitze in einem sehr ruhigen Büro in einem ruhigen Flur. Gottseidank!

    Wirst du von Prof. Olze oder Dr. Uecker operiert? Ich sollte eigentlich von Prof. Olze operiert werden, die war aber plötzlich im Urlaub, als ich zu OP kam X(

    Ich wohne um die Ecke vom Virchow. Falls du noch mal dort bist vor der OP und dich treffen magst, gib Bescheid.


    Viele Grüße

    MadameMim

  • Huhu,


    den Namen des Operierenden weiß ich leider nicht mehr. Das waren so viele Informationen in kurzer Zeit. Der Herr (also nicht die Frau Professorin) war beim Befundgespräch aber dabei und nicht unsympathisch, falls das eine Rolle spielt. Ich habe mich da für das Cochlear entschieden. Ich tendiere zum Kanso, kann mich aber noch anders entscheiden. Ich lese derzeit viel und sauge alle Informationen auf. Persönlich kenne ich niemanden der CI versorgt ist. Hab also niemanden zum fragen. Das macht mich nervös. Achso, oben schrieb ich was von Sonderfall. Die Ärzte meinten das es äußerst ungewöhnlich ist, dass ich hohe Töne noch hören kann, aber alles andere nicht. Ich kann mir also das rechte Ohr zuhalten und höre dann nur die Vögel zwitschern. Alles andere ist weg. Mittlerweile hab ich ab und an auch Tinnitus in allen Tonhöhen und Rauschen.


    LG

    Peter

  • Dann wird es Dr. Uecker sein. Er operiert neben Prof. Olze. Ja, er ist sympathisch und macht gern mal einen Scherz. Im Narkoseraum vor der OP hab ich ihn gefragt, ob er aufgeregt ist. Er hat gelacht und gefragt ob ich was trinken möchte ^^


    Im Virchow kannst du den Kanso und den Nucleus testen und dann entscheiden, was dir besser gefällt.


    Das mit den hohen Tönen ist tatsächlich ungewöhnlich. Ich konnte nur noch sehr tiefe Töne hören.


    Du hast uns zum Fragen!

  • Hallo Peter,

    vielleicht interessant für dich: es gibt in Berlin auch noch andere Kliniken, die CI-Implantationen machen. Ich selbst war auch erst im Virchow zur Voruntersuchung, habe mir dann aber auch noch das UKB Marzahn, das Vivantes Friedrichshain und das Helios Berlin-Buch angeschaut. Am Ende habe ich mich für Berlin-Buch entschieden, weil sie sich dort am meisten Zeit für mich genommen haben, ich das Nachsorge-Konzept am überzeugendsten fand und die Räumlichkeiten am angenehmsten. Das war übrigens auch die einzige der Kliniken, die die Pneumokokken-Impfung empfohlen bzw. sogar zur Bedingung gemacht hat. Ich kenne einige, die mit gutem Ergebnis im Virchow implantiert wurden, habe aber jetzt schon öfter gehört, dass sich Leute dort nicht so gut informiert gefühlt haben. Falls dir das wichtig ist, hier also nur zur Info, dass es in Berlin auch andere Optionen gibt.

    Alles Gute für dich und deine Entscheidungen!

    Seit Anfang 20 progrediente, tieftonbetonte Schwerhörigkeit (ungeklärte Ursache), erst nur auf einem Ohr, mittlerweile beidseitig an Taubheit grenzend.

    Seit dem 24.6.19 links implantiert mit HiRes Ultra 3D von AB mit der SlimJ Elektrode, Sprachprozessor Naida Q90; rechts Hörgerät Naida link von Phonak.

  • Hallo,


    bin seit heute morgen in der Klinik und morgen ist OP.

    Ich hatte gerade Gespräch mit einem Arzt wegen der OP. Das hat keine 5 Minuten gedauert und auf Fragen war der auch nicht scharf. Soviel zu Informationen. Der dachte sogar das ein anderer Hersteller implantiert wird. Das konnte ich wenigstens noch gerade rücken.


    LG

    Peter

  • Hallo Peter.


    Ich hoffe du bist nicht allzu nervös. Solche Arztgespräche helfen da wahrscheinlich nicht wirklich...


    Ich wünsche dir, dass alles so reibungslos abläuft wie bei mir vorige Woche.


    Alles Gute, das wird schon!


    LG Philipp

    SSD

    links implantiert am 20.11.2019 - Cochlear Nucleus Profile Plus (CI622)

    Erstanpassung am 18.12.2019 - Cochlear Nucleus 7

  • Du warst bestimmt beim selben wie ich. Hast du ihn wenigstens akustisch verstanden?

    Ich nämlich kaum und irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf "Wie bitte? Ich habe Sie nicht verstanden! Was haben Sie gesagt?..." Er hat extrem genuschelt und hatte einen starken Akzent.

  • Du warst bestimmt beim selben wie ich. Hast du ihn wenigstens akustisch verstanden?

    Ich nämlich kaum und irgendwann hatte ich keine Lust mehr auf "Wie bitte? Ich habe Sie nicht verstanden! Was haben Sie gesagt?..." Er hat extrem genuschelt und hatte einen starken Akzent.

    Danke Philipp! Am Ende wird alles gut. ;)


    Ja Mim, wenn du mit Akzent meinst, dass er im Deutschunterricht entweder nicht aufgepasst oder Fehlzeiten hatte, dann war es der.

    Dann starrte er noch die ganze Zeit auf seinen Monitor und ich durfte seinen Rücken betrachten. Naja, kann man machen, muss man aber nicht.


    LG

    Peter

  • Deutsch ist halt eine schwierige Sprache. Aber wenn man mit Hörgeschädigten zu tun hat, sollte man versuchen möglichst deutlich zu sprechen. Finde ich.

  • Viel Erfolg für morgen.

    durch Masernerkrankung im Kleinkindalter progrediente Schwerhörigkeit beidseits, rapide Verschlechterung in letzten Jahren,

    li: HG Siemens Motion P, re: CI - Cochlear CI522+N7, OP: 30.1.2018, EA: 12.3.2018(Kanso), 2.5.2018 (N7)