Ablehnung: Widerspruch ja oder nein? Und wenn, dann wie?!

  • Hallo zusammen.


    Nachdem ich dem Steuerzahler nun zwei Jahre etwas gegönnt habe, entschied ich mich, doch mal den Antrag auf Anpassung zu stellen. Ich hatte vor 15 Jahren meinen Erst-Antrag mit "an Taubheit grenzend" rechts, und "geringgradig" links gestellt und 40% bekommen. Nuja.

    Inzwischen bin ich rechts CI versorgt und links ist es auch nicht gerade besser geworden. Für die Experten meine aktuellsten 500/1k/2k/4k-Werte (ohne HG und CI):

    links 30,35,80,65

    rechts alles > 90


    Außerdem wurde 2015 festgestellt, dass mein Gleichgewichtsorgan gestört ist: rechts ist das ganz aus, links nur noch eingeschränkt. Die Augen gleichen das aus, aber sind sie geschlossen, fällt es mir teils schwer, mich gerade zu halten, und beim Tauchen unter Wasser kann ich schon mal die Orientierung verlieren. Außerdem habe ich gelegentlich Lagerungsschwindel.

    Aus dem Dokument, das mir die Klinik dazu hat zukommen lassen, werde ich nicht schlau. Da werde ich nochmal nachhaken, ob es dazu eine Diagnose gibt.


    Das VA meint nun allerdings, ich sei immer noch bei 40%. Ich habe sicherheitshalber gleich widersprochen und mir deren Unterlagen zukommen lassen. Aktuelle Dokumente sind nicht dabei ... :rolleyes:

    Nach Tabelle sind meine Audio-Daten wohl grenzwertig zwischen 40 und 50 (oder?! Experten bitte vor ;-) ). Was ist mit dem Schwindel und dem fehlenden Gleichgewichtssinn?! Ich weiß, dass das nicht addiert wird, aber wüsste gerne, auf welche Prozente ich damit käme.


    Außerdem wüsste ich gerne, wo man Beratung/Hilfe in diesen Fragen bekommen kann. Vielleicht kann mir dazu hier jemand auf die Sprünge helfen? Die SHG, die ich jetzt hier in der Nähe gefunden habe, trifft sich "erst" im November wieder, und ich bin so ungeduldig ;-)

  • Hallo "Verboese"!


    Thema GDB ist ein Thema für sich. Die Schwerhörigkeit läßt sich anhand der Audiogramm Daten relativ einfach beurteilen. Als Orientierung habe ich den nachfolgenden Link Hörverlust "Einteilung GDB" angehängt. Probiere es einfach mal aus. Du hast wahrscheinlich Deine Audiogramm Daten vorliegen. Generell muss man feststellen, dass das "bessere" Ohr zählt.


    In wieweit Deine weitere Beschwerden den GDB erhöhen, wäre an dieser Stelle Kaffeesatzleserei. Würde bei einem Verschlechterungsantrag ausführlich meine tgl. Probleme schildern.


    Weitere Hilfe? Die Klassiker der Empfehlung ist immer Sozialverband und VDK. Sind beides Verbände bzw. Vereine, Ortsgruppen bzw. Büros gibt es in vielen Städten. Mitgliedsbeiträge sind überschaubar. Evtl. Alternative ist vielleicht https://teilhabeberatung.de . Beratung soweit ich weiß kostenlos - ohne Gewähr! Einfach mal durchklicken.


    Weiterhin alles Gute.


    Mit freundlichem Gruß

    Thomas

    Links: MedEL: Implantat MI 1200 Synchrony 24mm - SP EAS-Sonnet OP 01.06.18 EA 16.07.18 - MHH

    Rechts: MedEL: Implantat MI 1250 Synchrony 28mm - SP Sonnet 2 OP 17.09.19 EA 21.10.19 - MHH

  • Das mit dem Tonaudiogram auf dem SHF ist nicht falsch. Aber auch nicht vollständig.

    Es fehlt das Sprachaudiogram und das ist für den GdB seit einigen Jahren sehr wichtig. Wer sich intensiver damit beschäftigen möchte, den verweise ich auf "Hör- und Gleichgewichtsorgan" im Teil B, Kapitel 5:

    http://www.gesetze-im-internet.de/versmedv/anlage.html


    Das Sprachaudiogram hat in meinem Fall dazu geführt, dass ich von 70 (im Jahr 2006) auf 50 (2018) heruntergestuft wurde, obwohl ich mit 87% Hörverlust an Taubheit grenzend bin, beidseitig.

  • Doch. Es kamen nur leider massive Sehprobleme dazu, weswegen ich derzeit insgesamt GdB 80 (also mehr) habe. Nur der Teilbereich "Hören" wurde verringert. Ein neuer Antrag läuft auch schon wieder.


    Ich wollte nur darauf hinaus, dass sich die Bewertungsgrundlagen geändert haben. Mit 1 "gutem" Ohr wirds schwer GdB 50 oder mehr zu erreichen.

  • Hallo Dani !

    Wie sieht es mit dem Autofahren aus? Fährst du ? Auch ich habe sehprobleme und beidseitig schwerhörig. Seit 17 .9.19 erste ci op. Habe bis jetzt 30 Prozent als behinderten Grad. Trau mich nicht meinen Grad der Behinderung erhöhen zu lassen wegen dem Führerschein. Denn habe ich seit 20 Jahren. Wird mich mal beim VDK informieren.

  • http://www.hae-server.de/files/behindertenausweis.pdf


    Vielleicht hilft dieser Link weiter. Mein GdB genau wie von mir „errechnet„ von 50 auf 80 gesetzt als das Gehör an Taubheit grenzend schwerhörig war. Hatte fürs Gutachten meine Ärztin auch darauf hingewiesen, bitte die exakten Bezeichnungen zu verwenden. Aber die Einstufungen sind bundesweit generell sehr unterschiedlich auch bei anderen Behinderungen.

    durch Masernerkrankung im Kleinkindalter progrediente Schwerhörigkeit beidseits, rapide Verschlechterung in letzten Jahren,

    li: HG Siemens Motion P, re: CI - Cochlear CI522+N7, OP: 30.1.2018, EA: 12.3.2018(Kanso), 2.5.2018 (N7)

  • Wie sieht es mit dem Autofahren aus? Fährst du ? Auch ich habe sehprobleme und beidseitig schwerhörig. ... Trau mich nicht meinen Grad der Behinderung erhöhen zu lassen wegen dem Führerschein.

    Der GdB sagt ja erst einmal nichts über deine Sehfähigkeit aus. Wenn du weniger als 70% Sehleistung mit Brille oder Kontaktlinsen hast hast darfst du nicht mehr Auto fahren. Und das ist auch gut so, denn wenn man schlechter sieht gefährdet man nicht nur sich selbst sondern auch andere.

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

    links: HG Enya 4 von Resound