Druck auf dem Ohr

  • Hattet ihr vor der OP eigentlich auch oft einen unangenehmen Druck auf dem schwerhörigen / tauben Ohr? Und wenn ja, ist der geblieben, weniger geworden oder verschwunden?


    Ich habe diesen Druck phasenweise seit Beginn meiner Schwerhörigkeit, die Ärzte sind aber nie so richtig darauf eingegangen. Ganz am Anfang meiner Schwerhörigkeit bzw. nach dem ersten Hörsturz hatte mal ein Arzt über Morbus Menière nachgedacht, ich hatte aber nie die Trias und die Schwerhörigkeit war nie anfallsweise

  • Hallo AnniB,


    was den Druck auf dem Ohr betrifft, so hatte (teilweise auch heute noch) ich auch so meine Erfahrungen gemacht.


    Ich bekam vor ca. 10 Jahren beidseitig Hörgeräte. Immer wenn ich die Geräte getragen habe, und diese auch in Betrieb waren, war alles in Ordnung ich hörte gut und die "Schirmchen" waren auch keine Fremdkörper im Ohr. Aber sobald die Batterien leer waren und die Hörgeräte nicht in Betrieb waren, hatte ich plötzlich ein Druckgefühl in den Ohren und die "Schirmchen" fühlten sich wie Fremdkörper an.

    Vor 1 1/2 Jahren wurde mir dann links das Implantat gesetzt.

    In den ersten Wochen hatte ich ja von der OP her noch einen Bluterguss im Ohr und deshalb auch einen dauernden unangenehmen Druck im implantierten Ohr. (Die ersten Wochen durfte ich ja auch nicht schneuzen). Dieser permanente Druck ließ dann zwar irgendwann nach, ging aber nie ganz weg.

    Insbesondere wenn ich Auto das Radio an hatte und bei der Musik die tiefen Töne kamen, spürte ich einen im Rhythmus pulsierenden starken Druck im implantierten Ohr. Aber auch ohne Geräusche war der Druck immer unterschwellig noch vorhanden .


    Aber weder meine Haus- HNO Ärztin, noch die Ärzte bei der Reha in Bad Nauheim konnten irgendetwas unnormales feststellen und hatten auch keine Idee. Frau Prof. Lesinski-Schiedat meinte nur, das sei der ganz normale Schalldruck von außen. Das hat mich zwar alles nicht befriedigt, aber inzwischen (jetzt nach 1 1/2 Jahren nach der OP) nehme ich diese Druckschwankungen gar nicht mehr wahr, oder die sind weg.


    Was jetzt die Ursache war, weiß ich allerdings auch bis heute nicht.


    Das hilft dir sicherlich nicht viel weiter, aber zumindest weißt du, dass du nicht alleine bist mit deinem Druckgefühl, und ich mit dir fühlen kann.


    Gruß

    Andreas

    Rechts HG seit 2009 z.Z. Phonak Naida Link

    Links Naida CI Q90 mit HiRes Ultra CI HiFocus SlimJ Electrode - OP 23.02.2018

    Erstanpassung am 16.04.2018 im DHZ Hannover

  • Noch jemand mit diesem unangenehmen Druck. Es ist wahrscheinlich alles eine Folge von dem Defekt im Ohr, vielleicht einfach Fehlinformationen, -interpretationen und -Empfindungen. Zum Glück habe ich es nicht immer, wie du auch Der-Grauhaarige ; früher habe ich dann immer erfolglos die Nase aufgeblasen, aber das hat ja nicht nur nichts gebracht, sondern würde mir dann auch „verboten“.

  • Ergänzend zum Druck: Wenn ich einen superanstrengenden Tag mit viel zu viel Sprechen und Zuhören habe und ich (einseitig fast taub) am liebsten mein Ohr einfach mal abnehmen würde, wird mir ziemlich schlecht. Ist das etwas, dass ihr auch kennt und/oder bleibt das beim CI oder wird es besser? Ich habe im Moment das Gefühl, ich lauge immer weiter aus.

  • ja klar. Diese Erfahrung hab ich auch zur Zeit. Mein CI rechts muß alles wuppen. Links ist nach der OP in der Erholungsphase. Mein Hirn arbeitet rund um die Uhr um mit diesem veränderten Zustand klar zu kommen. Ich hab kaum Ressourcen für was anderes...

    Pause machen, spazieren gehen, schlafen...

    Irgendwann wird es wieder besser.

    Am besten auf das konzentrieren, was geht, und das andere verschieben.

    "Alles kann, nix muss!"

    Sonst macht man ganz schlapp...

    Ich wünsche dir ein gutes Händchen beim Ausbalancieren deiner Ressourcen;)

    VG sabine

    Mi 1200 Synchrony Flex 28 re. OP 13.11.2018 Helios Hildesheim.

    MI 1250 Synchrony 2 Flex 28 li. OP 29.08.2019 Helios Hildesheim.

  • Wahrscheinlich ist es ein Symptom einer Hörüberlastung und Stress.

    Wenn ich auf Hochtouren laufe, und im Moment bin ich dienstlich extrem eingespannt mit viel Kommunikation, Telefonieren, Smalltalk mit Lokalpolitikern und -Prominenz, Besprechungen, Protokolle, doppelte Vertretung, lange Tage und Wochenddienste mit viel (Zu-)Hören.

    Ich habe das Gefühl, ein schlechteres Sprachverstehen zu haben und muss auf mein Gleichgewicht aufpassen.

    Dann sind (Hör-) Pausen und Entspannung sehr wichtig. Ich lege dann gerne mal HG und CI ab, verkrümel mich ins Bett und lese ein gutes Buch. Leider nehme ich mir ehrlich gesagt viel zu wenig diese Auszeiten; ist schwierig mit Familie, Haushalt und teilweise mehr als 50 Stunden Wochen im Dienst.😌

    Mach Pausen, zieh dich zurück und schalte auch gedanklich mit einem guten Buch ab😉

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • 😂während der Dienstzeit ist es auch bei mir in der Tat schwierig mit den Hörpausen. Ich gehe manchmal einfach in der Mittagspause eine Runde über die Felder spazieren (unser Rathaus liegt zum Glück fast von Feldern umgeben). Dabei kann ich auch gut hörmäßig und mental abschalten, die Bewegung Tür meinem Gleichgewicht gut und ich habe mal was anderes als mein Büro gesehen.

    Manchmal reichen auch kleine Auszeiten als Oasen der Ruhe- im wortwörtlichen Sinne.

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Ergänzend zum Druck: Wenn ich einen superanstrengenden Tag mit viel zu viel Sprechen und Zuhören habe und ich (einseitig fast taub) am liebsten mein Ohr einfach mal abnehmen würde, wird mir ziemlich schlecht. Ist das etwas, dass ihr auch kennt und/oder bleibt das beim CI oder wird es besser? Ich habe im Moment das Gefühl, ich lauge immer weiter aus.

    Kenne ich auch.


    Wenn alles zu viel ist...

  • Kenne ich auch, und das als Rentnerin. Die meisten Probleme machen mir dabei dabei der Strassenlärm der Großstadt. Ich muss deshalb wahrscheinlich sogar die Einstellungen erst einmal in der Lautstärke runterstellen lassen. Es ist wirklich wichtig sich die Pausen zu gönnen bzw. Die richtige Balance zwischen Hören und Ruhe. Da übe ich noch.

    durch Masernerkrankung im Kleinkindalter progrediente Schwerhörigkeit beidseits, rapide Verschlechterung in letzten Jahren,

    li: HG Siemens Motion P, re: CI - Cochlear CI522+N7, OP: 30.1.2018, EA: 12.3.2018(Kanso), 2.5.2018 (N7)

  • Kenne ich auch, übel wird mir dabei allerdings erst sei der Ci Zeit, das hatte ich vorher nicht. Wenn mir alles zu viel und laut ist, dann klinke ich mich aus und gehe spazieren oder ein Buch lesen und liegen. In der Mittagspause habe ich in meinem Büro eine dickere Yogamatte, da kann man sich hinlegen und eine 20 Min Powernap machen. Übrigens machen das auch meine guthörenden Kolleginnen, das liegt also nicht nur an den Ohren, die Yogamatten und der grosse Sitzsäcke sind dafür sehr beliebt.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • SaSel

    So wie du deine Arbeit beschreibst kippt auch jeder Normalhörende irgendwann mal um, meist verbunden mit einem Hörsturz. Das ist leider unserer Leistungsgesellschaft geschuldet. Aber gut, dass du gezielt Pausen machst, das fehlt mir noch :(


    Hallo Dominik,


    du hast grundsätzlich recht. Mein großer Vorteil ist, dass mir die Arbeit und auch die Kommunikation mit den Menschen unglaublich viel Spaß macht, ich lerne viele interessante Menschen und Dinge kennen. Ich weiß auch, dass diese extremen Dienste in diesem Jahr aufgrund des 50jährigen Gemeindejubiläums sind. Im nächsten Jahr wird es wieder ruhiger, wobei im Ratsbüro immer wieder Abend- und Wochenendtermine anstehen. Und oft halte ich bei den Events inne, schmunzle in mich rein und denke bei mir: "Wenn ihr wüsstet, dass ich a) Technik am Kopf (HG, CI) habe und b) ohne diese taub bzw. fast taub bin und dabei quatscht ihr unbefangen mit mir los." Viele wissen nichts von meiner Hörbehinderung bzw. haben es nicht immer auf dem Schirm. Wenn es zu schwierig mit dem Zuhören wird, weise ich kurz auf meine Hörbehinderung hin und dann wird das Gespräch in einer ruhigeren Ecke weiter geführt.;)

    Im letzten Jahr war ich im Rahmen des abrupten Wechsels vom Sozialamt ins Ratsbüro für ein paar Wochen im Steueramt eingesetzt; da gab es regelmäßige Dienstzeiten, aber für mich persönlich war es einfach nur langweilig, Hundesteuer und Grundsteuer auszurechnen X/. Im Steueramt kamen dafür ständig Telefonate von Bürgern an, bei denen ich die Namen fast nie verstanden habe und das war Hörstress pur für mich.


    Pausen zu machen muss man lernen und das geht leider nicht von jetzt auf gleich - ich habe da auch zwei Jahre und Lebenserfahrung für gebraucht. Und dennoch erwische ich mich auch immer wieder dabei, dass ich zu lange zu viel mache... :saint:

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear