Warten auf die Voruntersuchung

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank erst mal für die Aufnahme und für die vielen Informationen, die ich hier schon gefunden habe.

    Ich hatte im November 2018 den zweiten Hörsturz und bin jetzt auf einem Ohr hochgradig schwerhörig - wobei sich das für mich irgendwie taub anfühlt. Ich merke nicht, dass da was ankommt. Mein "altes" Hörgerät reicht auch mit den besten Einstellungen nicht mehr aus. Das andere Ohr funktioniert einwandfrei - immerhin :)

    Nun habe ich mich mit dem Thema CI angefreundet und bin ständig hin und her gerissen.

    Ich glaube nicht, dass ich viel zu verlieren habe und trotzdem ist mir mulmig ... Nächste Woche habe ich die abschließenden Voruntersuchungen, wobei mir die Ärztin schon beim letzten Gespräch sagte, dass ich wohl sehr für ein CI infrage komme. Meine Daten sind wegen dem Hörsturz-Krankenhausaufenthalt alle da.

    Die Einschränkungen die ich jetzt habe sind größer als ich mir das so gedacht hätte. So langsam werde ich mit dem angstrengenden Hören, dem jetzt stärkeren Tinnitus und den Schlafstörungen mürbe.

    Aus den bunten Prospekten habe ich mir mal spontan Oticon ausgesucht, weil auch mein Hörgerät von Oticon war. Jetzt habe ich erst mitbekommen, dass die "Marke" auf dem CI-Sektor relativ neu ist ... Kann man mit der Auswahl wirklich nicht sooo viel falsch machen? Gibt es hier Oticon-Träger, die über Ihre Erfahrungen berichten können?

    Ich freue mich auf den weiteren Austausch.

    Viele Grüße

    Andrea

    Seit November 2018 einseitig hochgradig schwerhörig. OP-Termin steht ... im Oktober geht`s los, nun bin ich gespannt was kommt :/

  • Hallo Andrea,


    willkommen bei uns Blechohren! :)



    Jetzt habe ich erst mitbekommen, dass die "Marke" auf dem CI-Sektor relativ neu ist ..

    So neu auch nicht. Der bisherige französische Hersteller "Neurolec" wurde von "Oticon Medical" übernommen und voll in die Firma eingegliedert, so dass der Markenname Neurolec gelöscht wurde.


    Es gib hier einige User, die CI's von Neurolec bzw Oticon tragen. Diese sind jedoch in der Minderheit, was jedoch nichts Negatives bedeutet. Egal welcher Hersteller, im Prinzip kann man nichts verkehrt machen, wenn man vorher sich gründlichst informiert sowie Prioritäten und Präferenzen auslotet und setzt. Das kann z. B. die Konnektivität mit vorhandenen externen akustischen Hilfsmitteln sein oder wiederum andere wünschen sich kabelloses Streaming mit Smartphones ohne zusätzliches Hilfsmittel....


    Wenn Du nicht sicher bist, einfach hier fragen...

  • Hallo Jochen,

    vielen Dank für Deine Info. Mit den Zusatzgeräten blicke ich noch gar nicht durch. Ich denke, dass ich mir das dann (hoffentlich) in der Klinik zusammen mit dem Techniker mal anschauen kann. Ohne Zusatzgerät kann glaube ich nur MED-EL auf`s Handy streamen? Das wäre schon schön, aber die Geräte hinter dem Ohr sind mir glaube ich zu groß. Priorität wäre halt auch, neben der Sprache vielleicht auch mal Musik wieder hören zu können. Da habe ich was von Kodierungsstrategie gelesen und kann natürlich nichts damit anfangen. Dann gibt es wohl auch unterschiedliche Programme voreingestellt, manche haben Musik dabei, manche nicht ... Kann das der Techniker auch hinbekommen - also ohne Programm?

    Ich werde erst mal die Ärztin fragen, ob Sie mir eine bestimmte Elektrode empfehlen würde. Dann sehe ich, ob ich die Qual der Wahl wirklich habe. Vielleicht erübrigt sich das ja auch.

    Ich hatte hier im Forum schon mal jemanden gefunden, der Oticon eingebaut hat. Ich mache mich da nochmal auf die Suche und Kontaktiere ihn/sie dann direkt. Als erstes muss ich den nächsten Dienstag abwarten und hoffe, dass ich dann etwas schlauer geworden bin. Die letzten Tage ziehen sich jetzt schrecklich dahin ... :/

    Viele Grüße

    Andrea

    Seit November 2018 einseitig hochgradig schwerhörig. OP-Termin steht ... im Oktober geht`s los, nun bin ich gespannt was kommt :/

  • Priorität wäre halt auch, neben der Sprache vielleicht auch mal Musik wieder hören zu können.

    Hi,


    wenn Musik auch zu Deinem erklärten Ziel gehört, das mal wieder zu können, dann stell Dich schon mal auf "harte Arbeit" ein.

    Denn das Musikhören kommt nicht automatisch mit CI der Marke X ;)


    Anfangs wird es Dir wirklich komisch, wenn nicht sogar total schrecklich vorkommen, was Du da hörst, was da als "Musik" bezeichnet wird.

    Da heißt es am Ball zu bleiben. Hartnäckig bleiben, und immer wieder berieseln lassen, ohne Druck!

    Klein anzufangen.

    Vielleicht nur Stücke mit einem Instrument hören, oder nur einzelne Instrumente hören, welche man auch vor der OP schon sehr gerne gehört hat.

    Nur super bekannte Stücke immer wieder auf und ab hören, bis die Melodien, Instrumente, und Gesangstimmen wieder einen Sinn ergeben, und langsam wieder altvertraut klingen.



    Alles Gute bei der VU und der Entscheidungsfindung!



    Schönen Gruß

    Sheltie


  • Denn das Musikhören kommt nicht automatisch mit CI der Marke X ;)

    Das sehe ich genauso aus eigener Erfahrung! :)


    Also Andrea, glaube bitte nicht alles, was die Hersteller auf ihren Hochglanzprospekten und Homepages "erzählen" - ein Teil sind auch verkaufsfördernde Werbegags....


    Und automatisch kommt da echt nichts, es sind eigenes Training, Willen zum Durchhalten und besonders viel Geduld gefordert! Wann und wie man sein Ziel erreicht, hängt auch von der mentalen Einstellung dazu und Akzeptanz der Hörbehinderung ab - jeder von uns hier tickt nun mal anders....


    Ich wiederhole mich ungern: Egal welcher Hersteller, im Prinzip kann man nichts verkehrt machen, wenn man vorher sich gründlichst informiert sowie Prioritäten und Präferenzen auslotet und setzt.

  • Von mir auch noch ein kleiner Rat aus eigener Erfahrung.


    Wenn du dich entschieden hast und implantiert bist, dann steh auch zu deiner Entscheidung und lass dich nicht verunsichern. Erstens kannst du dann nichts mehr ändern und zum anderen, egal welchen Hersteller du nimmst, jeder hat seine Vorteile und seine nicht ganz so starken Seiten, aber falsch machen kann man nichts. Mit jedem hast du die Möglichkeit wieder hören zu lernen und Sprache zu verstehen. Und dass die Musik schwieriger zu verstehen ist, liegt nicht am Hersteller, sondern an der Art und Weise wie eine CI als solches funktioniert.


    Gruß

    Andreas

    Rechts HG seit 2009 z.Z. Phonak Naida Link

    Links Naida CI Q90 mit HiRes Ultra CI HiFocus SlimJ Electrode - OP 23.02.2018

    Erstanpassung am 16.04.2018 im DHZ Hannover

  • Hallo,

    danke nochmal. Ich habe fest vor, fleissig zu üben. Die Zeit dazu schaufel ich mir jetzt schon frei.

    Dann werde ich mir Kurzgeschichten und Instrumentalmusik auf's Handy laden und mich am besten vorab schon mal gut einhören.

    Dann schaue ich mir die Geräte an und entscheide wirklich nach Tragekomfort. :huh:

    Seit November 2018 einseitig hochgradig schwerhörig. OP-Termin steht ... im Oktober geht`s los, nun bin ich gespannt was kommt :/

  • Hallo,

    ich habe nun die Untersuchungen überstanden und er OP-Termin steht für Oktober. Der "Musikzahn" wurde mir gleich gezogen, das habe ich jetzt verstanden. Ich werde mich also auf Sprache konzentrieren und mein Bestes geben. Der Audiologe hat mir schon erklärt, wie man mit dem Hören anfängt und was es so für Tricks und Übungen gibt. Ich bin gespannt.

    Jetzt bin ich aber immer noch zwischen Cochlear und Oticon unentschieden. Ich werde mal im "Herstellerforum" nach Erfahrungen fragen.

    Vielen Dank und viele Grüße

    Andrea

    Seit November 2018 einseitig hochgradig schwerhörig. OP-Termin steht ... im Oktober geht`s los, nun bin ich gespannt was kommt :/

  • Kleiner Tipp noch von meiner Seite aus:

    Nimm die Musik nicht ganz raus.

    Lasse es ruhig von Anfang an bei Deiner Hörreise immer zwischendurch laufen.

    Ich habe es im Auto so gemacht, da war ich es eh gewohnt gewesen, meine CDs zu hören.

    Das habe ich einfach weiter gemacht.


    Aber: Ich habe nur meine Lieblingsstücke, und die Stücke, die ich quasi in- und auswendig kannte, genommen!

    Das hat mir beim Musikhören total geholfen!


    Wenn dir Musik auch wichtig ist, dann würde ich es einfach weiter nutzen.

    Ich bilde mir sogar ein, daß mir die Musik sogar dabei geholfen hat, auch beim normalen Hören, und Sprachverstehen, besser zu werden, weil ich (unbewußt) wohl auf kleinere Nuancen achte.


    Eventuell hilft es Dir auch?



    Ich wünsche Dir alles Gute!

    Ganz besonders bei Deiner Entscheidungsfindung! Denn da wirst Du alleine durch müssen.

    Der einzige Tipp, den ich Dir dabei geben könnte, wäre: Nimm die Geräte zur Hand, ertaste sie, halte die SPs am Kopf, direkt hinterm Ohr, und so weiter.



    Schönen Gruß

    Sheltie

  • Ich danke euch für die Tipps, es ist immer schön, wenn man sich mit Betroffenen austauschen kann. Ich versuche das jetzt gelassener zu nehmen und mich auf die Geschichte einzulassen. Musik werde ich schon irgendwann probieren, wie das läuft weiß ich halt erst, wenn ich das Gerät am Ohr habe. Die Auswahl der Geräte ist eigentlich grausig. Im Krankenhaus hat man schon wenig Zeit, um die Sachen richtig auszuprobieren. So schnell wie ich mich da entscheiden soll, kaufe ich nicht mal ein paar Schuhe. :D

    Am kleinsten ist Oticon, das hat mir auch gut zusammen mit Brille hinters Ohr gepasst. Hier ist aber das ganze Zubehör noch in der Zulassung. Ich habe keine Ahnung, was man denn so "braucht". Ich telefoniere seit Jahren nur mit meinem "guten" Ohr. Deshalb kann ich hoffentlich auf den Streamer noch warten. Sie liefern wohl eine Alternative zum geplanten Gerät aus. Kenne ich halt alles nicht. Kopplung direkt mit dem Handy hätte mir schon gefallen, das kann glaube ich nur Cochlear. Braucht man aber nicht, um zu überleben. Hmmmm aber schön wär's schon .... :/:/:/

    Seit November 2018 einseitig hochgradig schwerhörig. OP-Termin steht ... im Oktober geht`s los, nun bin ich gespannt was kommt :/