Hallo Zusammen (AB oder Cochlear)

  • Hallo zusammen,


    mein Name ist Felix, ich bin 27 Jahre alt und seit Oktober 2018 auf einem Ohr taub.

    Vielleicht erstmal zu meinem "Krankheitsverlauf": Im Oktober letzten Jahres hatte ich einen eigentlich unspektakulären Unfall. Leider habe ich dabei einen Schädelbasisbruch erlitten und beim Schlag auf den Kopf wurde die Cochlear beschädigt. Anfangs sagte man mir, dass wohl eine innere Blutung auf den Hörnerv drückt und das Gehör zurück kommt - kam es aber nicht. Seit dem bin ich rechts komplett taub.

    Daraufhin habe ich mich in Koblenz im Marienhof untersuchen lassen. MRT und CT haben gezeigt das ein CI für mich in Frage kommt. Ich hatte auch die Information bekommen, dass eine Entscheidung nicht eilt, da keine akute Gefahr für eine Verknöcherung der Cochlea besteht.

    Mit der Beratung rund um Professor Maurer war ich sehr zufrieden. In der Uniklinik in Mainz habe ich mir dann noch eine zweite Meinung eingeholt, da kam man auch zum gleichen Ergebnis.


    Mit der Information, dass eine Entscheidung nicht eilt, wollte ich erstmal ausprobieren wie das Leben mit einem Ohr so ist. Am Anfang konnte ich nicht glauben, dass das Richtungshören mit nur einem Ohr überhaupt nicht geht. Ich dachte zumindest vorne links oder hinten links kann man unterscheiden. Ist dann interessant wenn man das klingelnde Telefon überhaupt nicht lokalisieren kann. Das Sprachverständnis ist in leisen Umgebungen kaum eingeschränkt. Ich arbeite im Vertrieb für Industriekühlanlagen und bin die meiste Zeit im Büro, da habe ich eigentlich keine großen Einschränkungen. Wenn es dann aber mal lauter wird, kommt man mit einem Ohr schnell an seine Grenzen. Auf Partys, in Kneipen, aber auch wenn ich mal zum Kunden muss und in lauten Produktionsstätten unterwegs bin, habe ich doch oft Verständnisprobleme.

    Deshalb habe ich mich für ein CI entschieden. Es steht jetzt noch der Test mit der Nadel im Ohr an (habe den Fachbegriff gerade vergessen) aber hier ist auch mit einem positiven Ergebnis zu rechnen. Vor dem Unfall war der Nerv ja OK und das MRT hat auch keine Auffälligkeiten gezeigt.

    Ich bin nun fleißig am recherchieren welchen Hersteller ich mir in den Kopf packen soll. Dabei bin ich auch auf euer Forum gestoßen und habe so ziemlich jeden Thread gelesen.


    Meine Auswahl habe ich schon auf Advanced Bionics oder Cochlea einschränken können. Ich weiß dass die Auswahl von den eigenen Präferenzen abhängt und es keinen schlechten Hersteller gibt. Bei der finalen Auswahl zwischen den beiden habe ich mich aber etwas festgefahren. Vielleicht könnt ihr mir anhand meiner Pros und Kontras noch etwas helfen meinen Hersteller zu finden. Meine letzte Untersuchung mit der Nadel ist nächste Woche am 18.04., bis dahin muss ich für einen Hersteller entschieden haben – also im wahrsten Sinne des Wortes Stichtag ;)


    Advanced Bionics


    Pro

    Neueste Implantatgeneration aus Oktober 2018

    MRT bis 3 Tesla

    Direkte Bluetooth Verbindung, auch mit Android und anderen Geräten

    T-Mic, ist nach allem was ich gelesen habe wohl ein Vorteil beim hören

    Ersatzteilpreise, z.B. ist das Spulenkabel ein separates Ersatzteil


    Kontra

    Bluetooth Dongle unter dem Akku, also ist das bei jedem Akkuwechsel mit zu wechseln

    T-Mic, ist wohl empfindlich. Besonders beim Wanderurlaub mit Zelten und beim Sport sehe ich hier einen Nachteil. Da ich privat versichert bin, könnten hier bei jedem defekt 220€ auf mich zukommen.

    Einstellung des Prozessors nicht über Handy möglich

    Ladegerät für Akkus kostet 435€ - absolut unverschämt. Wobei alle Hersteller verrückte Preise aufrufen.


    Cochlear


    Pro

    Für das Streaming mit dem Iphone wird kein separates Modul benötigt

    Kompakter

    Im Startpaket sind 4 große Akkus dabei.

    Paket mit 4 großen Akkus und Ladegerät für 800€ „relativ günstig“

    Einstellung der Programme über das Handy

    Kein zusätzliches T-Mic – somit robuster


    Kontra

    Streaming über Iphone (habe aktuell noch Android, würde dann wohl wechseln)

    Zusätzliche Elektrode am Implantat die wohl nur dafür gedacht ist bei der Anpassung als Referenzmessung zu helfen. Ist wohl vor allem bei Kindern ein Vorteil, die noch kein verlässliches Feedback geben können. Mich würde aber etwas was ich nicht brauche eher Stören.

    Implantatgeneration 4 Jahre älter

    Nur bis 1,5 Tesla zugelassen

    Spulenkabel ist fest mit der Spule verbunden, wenn das Kabel kaputt geht sind 470€ fällig!


    Das ist jetzt alles etwas viel geworden. Wenn aber jemand bis zum Ende durchgehalten hat würde ich mich über Feedback und Hilfe zu meiner Entscheidung freuen. Und ich verspreche mich in Zukunft etwas kürzer zu fassen;)


    Gruß Felix

    Links keine Einschränkung

    Rechts seit Oktober 2018 taub, Operation im Mai 2019 geplant.

  • Was ich nur noch kurz anmerken möchte: Du kannst Dir die Dummies in Natura ansehen, und die SPs von den beiden Herstellern hinter dem Ohr "anklemmen". So kannst Du auch den Tragekomfort in Deine Auswahlkriterien mit einfließen lassen.

    Cochlear hat außerdem noch ein Single Unit Teil, den Kanso. Nur für den Fall, daß man lieber nicht mit einem HdO Gerät herumlaufen will.



    Zum Android: soweit ich das mal mitbekommen habe, hat Cochlear die App für N7 auch für Android Geräte frei gegeben. Sollte dann also auch über Android nutzbar sein. Vielleicht bißchen eingeschränkter, weil es ja zusammen mit Apple entwickelt worden war. Aber vielleicht reicht es auch für den Alltag?

    Diesen Teil mit der zusätzliche Elekktrode am Implantat verstehe ich gerade, ehrlich gesagt, nicht so ganz :/





    Ansonsten: Viel Erfolg bei Deiner Entscheidungsfindung! :thumbup:




    Schönen Gruß

    Sheltie

  • Hallo Felix,

    mir ging es ähnlich wie dir. Offensichtlich sind dir die Anbindungsmöglichkeiten an ein Smartphone sehr wichtig. Warum ist das für dich so wichtig, wenn du auf einem Ohr noch so gut hörst? Ich benötige die Kommunikation mit dem Smartphone nur zum Hörtraining und da ist es mir egal ob ich evtl. ein Zusatzgerät benötige. Telefonieren geht noch einigermaßen mit meinem nicht implantierten Ohr. Für mich war die MRT Sicherheit wichtig. Ebenso die Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit der Elektrode. Außerdem wollte ich als Brillenträger einen Single Unit Prozessor. Last but not least hatte ich das ewige Batterie wechseln satt und entschied mich für ein Gerät mit Akku. Allein aus hörtechnischer Sicht werden sich wohl alle Hersteller nicht viel schenken, das menschliche Gehirn hat hierbei wohl den allergrößten Anteil.

    Das beste Gerät gibt es wohl nicht und somit ist und bleibt die Entscheidung immer individuell. Letztendlich wirst du wohl wahrscheinlich mit jeder Entscheidung zufrieden sein.

  • Moin Felix,

    herzlich willkommen hier.

    Entscheidungsfindung :/was spricht für das Eine und was für das Andere? Das ist nicht einfach. Deine Situation als PKV sollte nicht ausschlaggebend sein, da du meist ja nur einen Eigenanteil in Höhe X oder von soundsoviel % tragen musst. Da muss man schauen, ob sich das lohnt und wieoft muss ich für was in die Tasche greifen. Wenn man einen Gegenstand pfleglich behandelt und sorgsam damit umgeht, hält er länger und geht nicht so schnell kaputt. Bei einem Auto ist es ja das Selbe. Regelmäßige Wartung und Verschleisteile Ersatz vorrausgesetzt, kann es ja auch lange Freude bringen.

    Kleine Hilfestellung meinerseits kann ich dir bei AB geben (hab es selbst):

    • Implantat bis 3 Tesla MRT tauglich - Vorteil (vorrausgesetzt, du findest einen Radiologen der auch ein MRT machen würde)
    • Bluetooth Anbindung über Naida Connect - Der Connect passt nur auf den 170er Akku und muss beim Akkutausch immer auf den vollen Akku gewechselt werden. Da es sich um eine simple Schiebetechnik handelt, ist das leicht und ruck zuck erledigt. Für mich kein negatives Argument. Der SP NaidaQ90 wird ja weiterentwickelt und - lt. hörensagen - soll die Bluetooth-Technik dann im SP integriert werden (letzte Aussage bitte mit vorsicht genießen!)
    • T-Mic - Das ist ein Alleinstellungsmerkmal von AB. Diese Technik hat das Mikro direkt an der Ohrmuschel und vor dem Eingang zum Innenohr. Dort werden dann die Töne, Geräusche, Sprache usw. aufgenommen, wie bei einem Hörenden ohne Hilfsmittel. Somit soll es ein fast natürlich empfangbares hören ermöglicht werden. Das ist beim Telefonieren sehr hilfreich. Ich muss den Hörer nicht irgendwo über der Ohrmuschel halten, wo andere Hersteller ihre Mikros haben, sonder kann ihn ganz normal einfach ans Ohr halten. Kaputt gehen kann das T-Mic, ja, aber sorgsamer Umgang lässt es länger leben. Da ich Sport mache, Wander, Zelte Motorrad fahre usw. hab ich kein Problem mit dem T-Mic - es wird ja nicht beansprucht! Es hängt nur vor dem Gehörgang. Meine Klinik hat mir eine Empfehlung für ein offenes Ohrpassstück zum Fixieren des T-Mic ausgestellt und so minimiert sich wieder die Beanspruchung.
    • Überträgerkabel - Ist bei AB im Prinzip ein Verschleisteil und bei anderen Herstellern auch. Es wird ja immer bewegt beim Ablegen oder andocken des Überträger und wenn ich mir mit der Hand durch die Haare fahre, fällt der Überträger mal ab und baumelt am Kabel. Das Kabel kostet ca. 160 Euro (leider teuer da es sich um ein medizinisches Produkt handelt) Aber auch hier gilt: sorgsamer Umgang.
    • Streamen bzw. Einstellen des SP mit Smartphone - Ich muss sage, mir fehlt es nicht. Ich habe in meinem Paket eine Fernbedienung dabei gehabt, die ich am Anfang benutzt habe, aber seit drei Monaten lade ich diese nur auf und trage sie nur unnütz mit mir rum. Ich komme mit den Einstellung gut klar und verzichte weitestgehend auf spezielle Programme. Es gibt nur ein Programm was ich demnächst zusätzlich nutzen werde und das kann ich schneller am SP einstellen. Man sollte sich vor Augen führen: ich will ein Programm wechseln, Handy aus der Tasche, App suchen und öffnen, scrollen bis zum Menüpunkt, umstellen, alles schließen, Handy in die Tasche. Das Ganze wieder von vorn wenn man in ein anderes Programm will - mir wäre das zu umständlich.
    • Preise - In einem Punkt erwähnte ich schon, dass die Preise deshalb für uns so utopisch sind, weil alles als medizinische Produkte gelten. Diese Gerätschaften sind getestet, zertifiziert und vom Bundesgesundheitsamt (hoffe ich schreib jetzt nix Falsches) frei gegeben. Das schlägt sich auf den Preis nieder. Ein Ladegerät kauft man in der Regel nur ein mal und gut. Akkus sind Verschleisteile und da sollte man schon eher nach dem Preis schauen. Aber wie sieht es in 3, 4 oder 5 Jahren mit dem Preis aus? Der eine Hersteller jetzt günstiger und der andere Hersteller teurer? Keiner weiß es und deshalb wäre der Preis zweitrangig.

    Zu Cochlear kann ich nichts schreiben, da ich nicht über genügend Informationen verfüge.

    Unterm Strich kann ich dir nur sagen, nimm dir das System, wo du ein Gutes gefühl hast und du der Meinung bist, gut klar zu kommen.

    Noch zum Preis. Ich weiß nicht genau wie es bei der PKV gehandhabt wird, aber wenn die Möglichkeit besteht zu handeln, dann den Preis "verhandeln" den Irgendwas geht immer ;)

  • Hab mich von ein paar Wochen für 2 Cochlear N7 entschieden und bereue das bisher nicht, hab heute zum erstmal das Aqua+ im Schwimmbad getestet und musst gleicht tauchen;)


    Das mit dem MRT war für mich zweitrangig ( obwohl ich in denn letzten 10 Jahren 19 mal im mrt war, akut aber die letzte 4 Jahre nur der eine wegen CI abklärung ) mir war die Handhabung ( zbs. Telefon, Musik, Fernsehen, keine Fernbedienung dank IPhone auch wenn ne Fernbedienung dabei ist ) wichtig dazu recht umfangreiches Zubehör.

  • Ralle hat das Meiste schon geschrieben. Ergänzend sei hier darauf hingewiesen, dass das Ladegerät im Paket mit dabei ist, da die AB-Soundprozessoren primär mit Akkus betrieben werden.


    - Bluetooth-Empfänger Naida Connect: wenn man mit dem 170er Standardakku samt Empfänger gut durch den Tag kommt, erledigt sich hier bereits das Argument mit dem Austausch.


    - T-Mic 2: das Mikrofon hält sich bei mir 1,5 bis 2 Jahre, was ein guter Wert ist. Das Mikrofon ist außerdem dank Ohrmuschel leistungsfähiger als man ahnt. Dieses enorme Potential sorgt oft für Kontroverse, da manche ihn als überbewertet ansehen. Fakt ist: diejenigen, die darüber eine konkrete Aussage treffen können, sind Träger von Naida-CI-Prozessoren. Dass ein Großteil dieser Träger ausschließlich über dieses Mikrofon hören, spricht für sich.


    - Überträgerkabel: die alten Kabeln brachen alle paar Monaten, meistens nach 6-12 Monaten im Bereich des Kabels zum Entlastungsmantel. Die Neuen dagegen scheinen deutlich länger zu halten, denn hier hatte AB den Mantel verlängert. Das älteste Kabel mit dem neuen Design hält sich schon über 15 Monate (!).


    Gruß,
    Bernd

    Links: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 21.10.2015 / EA: 23.11.2015 - Naida CI Q90 (Upgrade 11.10.2016)
    Rechts: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 02.09.2016 / EA: 10.10.2016 - Naida CI Q90
    Uni-Klinik Freiburg

  • Hi,


    ich habe seit zwei Jahren AB,


    das T-Mic ist einmal kaputt gegangen - weil ich mit CI am Ohr eingeschlafen bin. Verbindungskabel habe ich schon das Dritte. Beides wurde von Krankenkasse und Beihilfe komplett bezahlt. Das ist aber wohl auch anders wie komplett privat. Und wegen der Rückzahlung von Beiträgen bei der PKV nichts Einzureichen lohnt sich bei mir sowieso nicht mehr.


    Zelten, Wandern,..., lästig für mich ist, dass bei der Erstaussattung zwei kleinere Akkus und ein 170er dabei ware sowie eine Halterung für Batterien, aber nur der 170er einen ganzem Tag durchhält. Ich muss also auch bei nur ein oder zwei Übernachtungen entweder das Ladegerät mitnehmen oder Batterien.


    Die private Kasse hat mir erklärt, dass mir maximal ein Akku gezahlt wird, danach erfolgt nur der Austausch bei Defekt. Man ist dort der Meinung, ein Akku reicht.


    Fernbedienung: Keine Ahnung, wo die liegt. Wenn ich mal umschalte, mache ich das am kleinen Knopf am Prozessor. Das kommt vor wenn in einem öffentlichen Gebäude bei einem Vortrag eine Schleife vorhanden ist und ich auf die T- Spule schalte oder auf "von vorne Hören".


    Den Bluetooth Empfänger habe ich nicht. Ich bräuchte ihn nur zum Üben. Und da tut es auch der Compilot.


    Anfangs dachte ich ja noch, ich komme auch gut mal ohne CI aus. Ich habe schliesslich 30 Jahre auf einem Ohr nichts gehört. Jetzt möchte ich selbst wenn es sehr ruhig ist immer das CI dran haben. Deswegen habe ich das Auqakit gekauft (wurde sogar von den Kassen bezahlt), damit ich beim Schwimmen, am Strand, ...., auch immer "On" bin. Habe das Kit aber noch nicht lange und noch nicht genutzt. Ist aber ein relativ grosser Kasten. Aber besser wie off sein.


    Ich wünsche Dir viel Erfolg.


    Rebecca

  • Hallo Felix,


    ich benütze seit 1990 das Implantat von Cochlear. Gottseidank hält bisher mein Implantat, und die Upgrades von den Sprachprozessoren funktionieren einwandfrei. Ich muss zwar immer ca. 2 Jahre warten, bis das Upgrade für das alte Implantat möglich ist, aber dafür wird es so konzipiert, dass die Batterieleistung oder auch der Akku fast genauso lange hält wie bei einem neuen Implantat. Für mich persönlich hat sich die Cochlear vollkommen bewährt.


    Da ich auf beiden Seiten den N6 nütze ist die Kopplung an einem Smartphone nicht möglich. Diese Kopplung fände ich ausgesprochen praktisch, da ich zwar relativ selten die Fernbedienung nütze. Wenn ich diese aber brächte, dann ist der Akku von dieser leer. Mein Smartphone hingegen ist immer aufgeladen.


    Ersatzteile für meine Sprachprozessoren benötige ich wirklich sehr selten. Vielleicht alle 2 Jahre. Diese werden anstandslos von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.


    Du hast die Qual der Wahl....


    Ich würde mich auch erkundigen, wie die Schnittführung in Deiner implantierenden Klinik ist. Bei meinem ersten Implantat war es wirklich noch der große Schnitt, damals wurden mir die Haare auf der kompletten rechten Seite wegrasiert. Haare wachsen, das ist klar. Allerdings war die rechte Kopfhälfte bestimmt ein dreiviertel Jahr ohne Gefühl, so dass ich mir relativ oft den Kopf angehauen habe.... Bei der linken Seite war es wirklich ein Minimalschnitt, direkt 3-4 cm an der Nahtstelle von der Ohrmuschel. Direkt nach der OP hatte ich Gefühl in der Ohrmuschel und am Kopf, und das war für mich sehr angenehm.


    Meistens haben die Kliniken einen Favoriten. Letztendlich darfst Du aber entscheiden, wenn kein medizinischer Grund vorliegt! Ich bin ehrlich gesagt heilfroh, dass ich damals keine Entscheidung treffen musste, sondern mir nur von Cochlear das Implantat zu Verfügung stand. Es ist schon schwierig genug, sich für ein CI-Operation zu entscheiden.


    Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung!


    Lieber Gruß


    Karin

    rechts: von Kindheit an mittel- bis hochgradig schwerhörig, letzter Hörsturz mit 22 Jahren verursachte totale Taubheit.

    Juli 1990: in Hannover CI-Operation, aktuell Nucleus 6, CP920


    links: geburtstaub, Juli 2017: in München-Großhadern CI-Operation, EA: 07.08.17, aktuell Nucleus 6, CP920

  • Vielen Dank für die vielen Rückmeldungen, ich versuche mal auf das meiste einzugehen.

    - Habe schon beide Probe getragen, da gab es für mich keinen Unterschied

    - Man kann mit Android die Programme steuern, direktes Streaming auf den Prozessor geht aber nur mit dem Iphone

    - Cochlear ist der einzige Hersteller an dessen Implantat zwei Kabel raus gehen. Einmal die Elektrode für in die Cochlear, und dann eine zweite Elektrode die unter der Kopfhaut verlegt wird und nur für Messungen bei den Anpassungsterminen dient. Das ist wohl vor allem bei Kleinkindern hilfreich die kein verlässliches Feedback geben können. Mich würde hier aber evtl. das zusätzliche Kabel stören. (zusätzliche Möglichkeit dass sich etwas entzündet...)


    Hallo Felix,

    mir ging es ähnlich wie dir. Offensichtlich sind dir die Anbindungsmöglichkeiten an ein Smartphone sehr wichtig. Warum ist das für dich so wichtig, wenn du auf einem Ohr noch so gut hörst? Ich benötige die Kommunikation mit dem Smartphone nur zum Hörtraining und da ist es mir egal ob ich evtl. ein Zusatzgerät benötige. Telefonieren geht noch einigermaßen mit meinem nicht implantierten Ohr. Für mich war die MRT Sicherheit wichtig. Ebenso die Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit der Elektrode. Außerdem wollte ich als Brillenträger einen Single Unit Prozessor. Last but not least hatte ich das ewige Batterie wechseln satt und entschied mich für ein Gerät mit Akku. Allein aus hörtechnischer Sicht werden sich wohl alle Hersteller nicht viel schenken, das menschliche Gehirn hat hierbei wohl den allergrößten Anteil.

    Das beste Gerät gibt es wohl nicht und somit ist und bleibt die Entscheidung immer individuell. Letztendlich wirst du wohl wahrscheinlich mit jeder Entscheidung zufrieden sein.

    - Ich erhoffe mir von dem CI wieder Stereo zu hören. Wenn ich es den ganzen Tag trage möchte ich auf beim Joggen entsprechend Musik auf beiden Ohren haben.

    - Die Smartphone Anbindung ist für mich nicht das wichtigste Kriterium. Wie du aber selbst sagst nehmen sich die Hersteller aus hörtechnischer Sicht nichts. (zumindest kann das keiner verlässlich vergleichen) Deshalb basiere ich meine Entscheidung auf den praktischen Details im Alltag.


    - meine PKV hat keinen direkten Einfluss auf die Entscheidung, das stimmt. Ich behandel alle meine Sachen sehr pfleglich, aber auch dann wird nach einer Zeit ein Ersatzteil nötig. Und an diesem Punkt macht dann der Preis bei der PKV evtl. doch einen unterschied. Auch wenn der natürlich nicht alleine entscheidend ist.

    - MRT brauche ich aktuell nicht, vor einem Jahr hätte ich aber auch noch nicht gedacht das ich einmal ein CI benötigen würde.

    - Wenn der Empfänger in den Prozessor integriert wäre, wäre das eleganter, aber wie du sagst ist das so auch nicht tragisch.

    -Telefonieren werde ich wohl nur mit dem gesunden Ohr, da hilft mir das T-MIC dann nicht so stark wie vielleicht Personen die nur über CI hören. Mit pfleglichem Umgang geht es bestimmt nicht so schnell kaputt - so robust wie ein Prozessormicrofon wird es aber nicht sein.

    - Programmwechsel über Taste am Prozessor ist bestimmt einfacher so wie du das sagst. Die ganzen Funktionen der Fernbedienung hat man bei Cochlear eben mit der App immer dabei. Aber der Hauptvorteil liegt für mich im direkten Streaming.

    - Das Preise für medizinische Produkte teuer sind ist wohl unvermeidbar. Beim Akku handelt es sich aber um ein Standardteil was höchstens 20€ kosten dürfte. Aber die Diskussion mit einem Hersteller darüber kann ich mir wohl sparen^^


    ...

    - Das ist schön zu Hören. Das N7 könnte ich nicht mit meiner Sportuhr verbinden und müsste dann beim Laufen immer ein Handy mitnehmen. Aber das wäre ja auch verschmerzbar - jammern auf hohem Niveau^^


    BerLin71

    Habe auf deine Punkte bei Ralle ja bereits geantwortet.

    Bei dem 170er Akku müsste ich dann trotzdem abends einmal Tauschen wenn ich die Akkus gleichmäßig belasten möchte. Aber ist ja nur eine Kleinigkeit.


    Rebecca und vielleicht auch ander ABler

    kommt Ihr mit dem 170er Akku denn gut über den Tag? Der größere Akku ist ja leider nicht mit dem Zubehör kompatibel.

    Hat schon einer Erfahrung wie sich Streaming auf die Akkulaufzeit auswirkt? Also sind z.B. 15h "freies Hören" + 2h Streaming möglich?


    KarinLa

    - Das du über einen so langen Zeitraum mit der Qualität des Implantats und des Service zufrieden bist ist natürlich eine tolle Sache:thumbup:

    - Das mit dem Schnitt höre ich jetzt zum ersten Mal. Ich würde vermuten, dass die neueren Implantate einen kleineren Schnitt zulassen. Aber danach frage ich auf jeden Fall, je kleiner desto besser.

    - Meine Klinik Implantiert alles und es gibt aus medizinischer Sicht keinen Favoriten. Also liegt die Entscheidung bei mir.


    Generell bin ich ja total begeistert dass es eine Technik wie das CI überhaupt gibt. Und das man sogar zwischen verschiedenen Herstellern wählen kann ist ja absoluter Luxus. - Da ich mich aber mit der Auswahl eines neuen Handys schon mal einen Monat beschäftigen kann, fällt mir die Auswahl eines CI´s fürs leben entsprechend schwer^^


    ps. mein Versprechen mich in Zukunft kürzer zu fassen nehme ich wieder zurück:P


    pps. Gerade festgestellt, maximal 10.000 Zeichen stehen zur Verfügung:S

    Links keine Einschränkung

    Rechts seit Oktober 2018 taub, Operation im Mai 2019 geplant.

  • Hallo Felix,


    Ja das mit der Schnittführung hat mich selbst überrascht. Der Cousin von meinem Mann wurde in einer anderen Klinik in München dieses Jahr mit einem doppelt so langen Schnitt als ich implantiert. Beim zweiten Mal ist mir kein einziges Haar angeschnitten worden. Jedenfalls fand ich meinem zweiten Schnitt deutlich angenehmer. Ich konnte wirklich schon am zweiten oder dritten Tag auf der frisch operierten Seite wieder schlafen. Bei meiner ersten OP war das erst nach einem Dreiviertel Jahr wirklich wieder möglich. Es hängt für mich ganz deutlich vom Operateur und dessen Erfahrung ab.


    Genauso solltest du dir Gedanken machen, ob das Elektrodenbündel vorgeformt ist oder nicht. Vorgeformte Elektrodenbündel lassen sich schwerer reimplantieren.


    Dir eine gute Entscheidung!


    LG Karin

    rechts: von Kindheit an mittel- bis hochgradig schwerhörig, letzter Hörsturz mit 22 Jahren verursachte totale Taubheit.

    Juli 1990: in Hannover CI-Operation, aktuell Nucleus 6, CP920


    links: geburtstaub, Juli 2017: in München-Großhadern CI-Operation, EA: 07.08.17, aktuell Nucleus 6, CP920