Wechsel von HdO auf ohrfern oder umgekehrt

  • Mich beschäftigen die folgenden Fragen:


    1) Kann bei einem Wechsel von Rondo 2 (ohrfern) auf Sonnet (HdO) oder umgekehrt die Konfiguration des Prozessors übernommen werden oder muss die Konfiguration komplett neu vorgenommen werden?

    2) Wie aufwändig ist insgesamt eine Umstellung von Rondo 2 auf Sonnet für das für die Kalibrierung der SP zuständige Fachpersonal?


    Der Hintergrund meiner Frage: Ich werde demnächst meinen ersten SP bekommen und hätte eigentlich gerne die beiden Varianten HdO (Sonnet) und ohrfern (Rondo 2) getestet und mich erst dann entschieden, welche ich wählen möchte. Auf Nachfrage bei MED-EL erhielt ich die Antwort, dass dies möglich sei. Das Ganze müsse aber über das Spital laufen. Das in meinem Fall zuständige CI-Zentrum des Unispitals Zürich lehnte die Realisierung meines Wunsches ab. Begründung: Es sei zu aufwändig und wenn das in meinem Fall ermöglicht würde, müsste man diese Testoption zukünftig allen anbieten. Auf meine Zusicherung, dass ich bereit sei, einen allfälligen Mehraufwand aus der eigenen Tasche zu bezahlen, wurde gar nicht eingegangen.

    Jahrgang 1956. Ab 50igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust rechts, ohne Befund; ab 57igstem Lebensjahr progressiver Hörverlust Links, ohne Befund

    Implantat-Rechts 9.1.2019 Universitätsklinik Zürich, Synchrony mit Flex28-Elektrodenkabel von MED-EL; Sprachprozessor Rondo2 ab 7.2.2019

    Links: Hörgerät Pure 5 (Signia); Hörverlust 83% (CPT-AMA, Messung 11.2018)

    Persönlicher CI-Erfahrungsbericht: https://cochlea-implantat-2.jimdofree.com

  • Sieht für mich auf den ersten Blick so aus, als ob das Personal Deiner Klinik sich gar nicht bewußt ist, um was es hier geht ... oder böse gedacht, keine Lust hat ... könnte aber auch sein, dass es dem schweizerischen Abrechnungssystem geschuldet ist ...


    Auch wenn ich selbst mit AB versorgt bin, habe ich Med-El im Rahmen der Selbsthilfegruppenarbeit als einen sehr kooperativen und Endkunden-orientiert handelnden Hersteller kennengelernt. Vielleicht nimmst Du nochmal mit Med-El Kontakt auf und schilderst diesen neuen Sachverhalt. Evtl. kann Dich das zuständige Care-Center oder ein klinischer Betreuer von Med-El vor Ort unterstützen.

  • Theodor:
    Das ist in der Schweiz tatsächlich so, ich hatte enorm Glück nicht auf den ganzen Kosten für einen neuen HdO Prozessor sitzen zu bleiben obwohl ich nachweislich Kopfschmerzen und dadurch einfach wahnsinnig müde war. Ich habe mich auch vor der OP für den Single Unit entschieden und erst später gemerkt, dass es wohl am Magneten und dem Gewicht vom Kanso liegt, dass ich ständig leichte Kopfschmerzen habe und dadurch müde war.


    Man kann halt nicht testen hier, weil es ein medizinisches Gerät ist und der Hersteller keine gebrauchte Geräte ausliehen kann. Die Klinik hat Leihgeräte und Ersatzgeräte und sollte da am ersten helfen können, aber es ist wirklich ein Mehraufwand für sie.


    Aber die Konfiguration ist nicht die gleiche, wirklich nicht und es macht keinen Sinn am Anfang der Hörreise beide Prozessoren zu testen, da man a) evtl. noch nichts hört oder nicht viel und b) sich zuerst daran gewöhne muss.


    Ich habe nach 7 Monaten gewechselt, als ich wusste was ich höre und was nicht und was mich stört. Brauchte aber neue Einstellungen und es war ein ziemlicher Mehraufwand für die Klinik.


    In Deutschland ist es wohl häufig dass dies gemacht wird und der Patient auswählen und testen kann, hier leider nicht nicht. Wenn noch mehr Leute diese Wunsch äussern kann man damit zur Klinik gehen und auf die Problematik aufmerksam machen. In Bern ist es auch nicht üblich und die meisten Patienten sind entweder mit ihrem Prozessor zufrieden oder trauen sich nichts zu sagen. Ich würde es auch begrüssen wenn man testen könnte wie beim Hörgerät, der Aufwand ist einfach viel, viel grösser.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Hallo Theodor, ich habe den Wechsel von Rondo auf Sonnet (beidseitig) gemacht.


    Was die Einstellungen angeht:


    1) Kann bei einem Wechsel von Rondo 2 (ohrfern) auf Sonnet (HdO) oder umgekehrt die Konfiguration des Prozessors übernommen werden oder muss die Konfiguration komplett neu vorgenommen werden?


    Grundsätzlich ist das bei mir auch so gemacht worden. Die Rondo-Einstellungen wurden auf die Sonnets übertragen und dann um die Eigenschaften der Sonnets angepasst bzw. erweitert.


    Der Sonnet hat ja zwei Mikrofone, damit ist eine Richtmikrofonie für den Schallanteil von vorne möglich. Hiervon profitiere ich am meisten. Das fehlt den Rondos, diese haben nur ein Mikrofon. Dann gibt es noch eine automatische Windgeräusch-Unterdrückung, die etwas träge funktioniert, aber insgesamt sehr wirksam ist. Und es gibt eine automatische Lautstärkeanpassung an das jeweilige Hörumfeld, dies hat auch Dein Rondo 2, jedoch nicht mein Rondo 1.


    2) Wie aufwändig ist insgesamt eine Umstellung von Rondo 2 auf Sonnet für das für die Kalibrierung der SP zuständige Fachpersonal?


    Bei mir ging das recht zügig, wobei ich nach einer Woche dann diese in 1) beschriebenen zusätzlichen neuen Features noch etwas feintunen liess. Das war nochmal eine knappe halbe Stunde. Insgesamt klingen für mich die Sonnets etwas runder und weicher als meine Rondos (das ist auch die Meinung anderer Umsteiger, die ich kenne), so dass hier auch noch etwas in den Tiefen gedreht wurde. Aber insgesamt ist das keine grosse Sache gewesen.


    Ich trage meine Rondos ja nun noch sehr selten in der Therme, da diese dort bequemer handzuhaben sind zwischen den Sauna- und Badegängen, wo ich mich mal unterhalten will. Klanglich ist so eine Therme ohnehin nicht einfach, aber ich komme mit dem Wechsel Rondo zu Sonnet und umgekehrt gut klar.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


    ____________________________________


    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.