WIE ENTZÜNDET SICH EIN CI ???

  • Hallo zusammen.


    Ich hab da mal ne Frage .

    Mich würde interssieren wie es überhaupt zu einer Infektion am CI kommen kann. Durch einen Schlag auf das Implantat ???Worauf muss ich wenn ich zum Beispiel krank bin achten. ??? Ich kann mir das nicht erklären denn eigentlich ist ja alles "verschlossen "??? . Wie gelangen dann z.b. Keime dort hin ??? Über die Blutbahn ??? Worauf sollte ich achten wenn ich normale Ohrenschmerzen hätte..also im oder am Ohr und nicht am Implantat ???


    Herzlichen Dank an alle hier.

    Liebe Grüße Mella:S

  • Hallo Mella,


    Mich würde interssieren wie es überhaupt zu einer Infektion am CI kommen kann. Durch einen Schlag auf das Implantat ???

    Mechanische Belastung sollte unbedingt vermieden werden. Kommt das mal vor, dann sollte das ärztlich abgeklärt werden. Immerhin liegt die Spule nur wenige Millimeter unter der Haut. Und von da geht's ja mit äußerst filigranen Leitungen weiter bis in die Schnecke. Bei blutenden Verletzungen an der Stelle ist die Kontrolle um so mehr Pflicht


    Worauf muss ich wenn ich zum Beispiel krank bin achten

    Da musst Du auf nichts achten. Das CI gehört zu Dir wie ein anderes Körperteil


    Ich kann mir das nicht erklären denn eigentlich ist ja alles "verschlossen "??? . Wie gelangen dann z.b. Keime dort hin ??? Über die Blutbahn ??? Worauf sollte ich achten wenn ich normale Ohrenschmerzen hätte..also im oder am Ohr und nicht am Implantat ???

    Das Implantat ist aus Materialien hergestellt, die keine Allergien auslösen. Es ist natürlich luftdicht eingelagert (Wir sprechen von der Spule, die in die Kopfhaut eingebettet wird). Die Elektrode selber liegt in der Schnecke, die (luftgefüllt) mit dem Außendruck beaufschlagt ist, durch den Druckausgleich über die Eustachsche Röhre). Wäre dem nicht so, bekämst Du beim Fliegen auf Grund des abgesenkten Luftdruckes (ca.0,7bar) , oder beim Tauchen noch mehr (alle 10m + 1 bar) und selbst beim Wetterwechsel Probleme.


    Noch zur Erklärung:

    Die Trennung zwischen Außen und Innenwelt erfolgt über das Trommelfell. Der Gehörgang endet dort, um Eindringen von Bakterien u.ä.ungewollten Medien außer Luft den Zugang zu verweigern. Der Druckausgleich dahinter erfolgt über die Eustachsche Röhre im Rachenraum. Das ist deshalb auch wichtig, da im Innenohr das Gleichgewichtsorgan sitzt, das uns unsere Position im Raum vermitteln soll (zusammen mit dem Seh-und dem Tastsinn). Wird das Gleichgewichtsorgan durch andere Medien als Luft "geflutet", kommen wir gleichgewichtsmäßig außer Tritt. Das ist auch der Grund, warum ein perforiertes Trommelfell ein NoGo für Taucher ist. Unter Wasser mit trüber Sicht taucht man dann schon mal in die falsche Richtung mit den bekannten fatalen Folgen


    Nun ja, Keimen sind wir immer wieder ausgesetzt. Ein besonderes Risiko bei CI besteht nicht. Das CI verhält sich absolut neutral


    Bei länger anhaltenden Ohrenschmerzen ist der Ansprechpartner immer der HNO, wie vorher auch


    Lediglich bei MRT ist Vorsicht angebracht, aber das weißt Du wahrscheinlich schon selber


    LG Konrad

    links: CI - HiRes 90K Advantage Mid Scale - 17.03.16 / EA: 14.04.16 - Naida CI Q90


    rechts: "normal" hörend

  • Hallo Mella,

    uns wurde gesagt, dass wir bei Ohrenschmerzen/Entzündungen besonders vorsichtig sein sollen und beim geringsten Verdacht zum Kinderarzt gehen, weil bei der Implantation ja ein kleines Loch in die Cochlea gebohrt wird, um den Elektrodenstrang reinzuschieben. So wird quasi eine künstliche Verbindung zwischen Mittel- und Innenohr gemacht, durch die bei einer Mittelohrentzündung natürlich leichter Bakterien eindringen können. Deshalb sollte dann frühzeitig reagiert werden. Ob das nur bei Kindern wichtig ist, weiß ich nicht.

    Ich würde also bei Ohrenschmerzen nicht zu lange warten, bis ich zum Arzt gehe und im Zweifel die CI Klinik kontaktieren

    Ansonsten kann sich das Implantat natürlich theoreitsch immer entzünden (wenn die Wahrscheinlichkeit vermutlch sehr gering ist). Ständig Anghst davor haben brauchst du ganz sicher nicht :). Nur im Auge behalten, dass du da ein Implantat hast und Ärzte ggfs drauf hinweisen (wenn du wegen irgendwelchen heftigen Infektionen irgendwo hin gehst).

    Ich drücke uns allen die Daumen, dass so eine Infektion nie jemandem hier (oder einem Angehörigen) passiert!

    Viele Grüße

    Katja

  • Hallo,


    wie geschrieben, hat das CI eine Schwachstelle, nämlich der Teil, der im Mittelohr liegt.

    Das Mittelohr ist über die Eustasche Röhre mit dem Rachen- und Kieferraum verbunden und mit Schleimhaut ausgekleidet.

    Durch diese Verbindung können auch Keime ins Mittelohr gelangen, was dann in der Regel zu einer Mittelohrentzündung führt. Hierbei (wie auch bei einer Erkältung) schwillt dann die Schleimhaut der Eustaschen Röhre an und der Körper versucht die Keime abzubauen, was sich dann durch eine Reizung und Eiter- Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr zeigt (das Trommelfell ist dann gerötet und der Arzt kann ggf dann auch die Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr sehen).

    Durch das Mittelohr verläuft jedoch ein Teil des Implantats. Folglich kann dieser Teil des CIs mit Keimen in Berührung kommen und an diesem entlang "wandern". Hierdurch kann eine Entzündung des Implantats oder im Extremfall auch eine Gehirnhautentzündung ausgelöst werden.


    Daher ist es für CI Träger besonders wichtig, bei Ohrenschmerzen (und damit beim Verdacht auf eine Mittelohrentzündung) zum HNO zu gehen, um eine Mittelohrentzündung zu vermeiden oder diese sehr früh zu behandeln. Hier besteht halt tatsächlich ein höheres Risiko (weswegen ja auch gegen Hib gekmpft wird!)

    Mir hat man damals gesagt: lieber einmal mehr zum Arzt in so einem Fall! Daher gehe ich bei den ersten Ohrenschmerzen zum HNO - und nicht wie früher erst bei starken Schmerzen.


    Grüße,

    Miriam