Welcher CI-Anbieter? Die Qual der Wahl...

  • Es sind halt unterschiedliche Philosophien, welche die verschiedenen Hersteller umsetzen. Wie auch die verschiedenen Weltreligionen allesamt unterschiedlich sind - es gibt keine "beste" oder "einzig richtige". Vielleicht gibt es eine "für dich einzig richtige" - das musst du aber selbst entscheiden.

    Ich erkenne die Unterschiede zwischen den Philosophien bei AB und Med-El leider nicht wirklich.

  • Also sind die ganzen technischen Unterschiede zwischen den Herstellern wirklich vollkommen egal, und sie machen keinen Unterschied beim Hören aus? Ich bin nicht der Typ für Bauchgefühl. Ich halte mich lieber an Fakten.

    Moin Summer,

    tja, an Fakten kann man sich nicht immer halten. Denn wenn das der Fall wäre, dann sind alle Implantat-Lösungen nichts!

    Hier kannst du nur auf dein Bauchgefühl und deine (ich vermute mal, du bist weiblich) weibliche Intuition verlassen. Es ist der Körper bzw. dein Gehirn, was dir sagt und zeigt wie du hörst. Der menschliche Organismus ist lernfähig, ausdauernd und flexibel. Er kommt im Prinzip mit allem klar , was man ihm vorsetzt. Wenn du das Implantat akzeptierst und dich dann auch mit üben, Konzentration und Lernbereitschaft deinem Gehirn das zusammenspiel mit ihm und dem Implantat zeigst, dann steht einem guten und vielleicht auch fast natürlichem Hören nichts im Weg. Das einzige was du mit Fakten belegen kannst, ist die MRT-Tauglichkeit des Implantats. Das kann mit zig Versuchen nachgewiesen werden nur beim Hören und Verstehen ist man auf die Reflektion der Implantierten angewiesen - und die können sehr unterschiedlich sein.

    Ich musste mich auch entscheiden und hab mich für AB entschieden, da ich schon länger HGs von Phonak trage und da Zubehör im Wert von fast 6000 Euro zuhause und auf der Arbeit habe. Der nächste Punkt war das Binurale HG für das CI und das mein Akustiker vor Ort mit AB zusammen arbeitet und auch in Köln eine certifizierte CI Anlaufstelle ist. So kann ich mit allem mich innerhalb von ca. 10 Minuten oder längstens nach ca. 45 Minuten mit allen Problemen schnell eine Lösung finden und erhalten.

    Kleiner Tipp zum Anhalten von SP und beäugeln der Elektrode: Googel mal, wo es in deiner Nähe einen Akustiker gibt der AB und oder MedEl vertritt. Dort Termin machen und anschauen und anfassen.

  • Ich versuche es mal...

    AB: möglichst viel an den Hörnerv weiterleiten, idealerweise ungefiltert. Zeigt sich in einem hohen Dynamic Range, der hohen Impulsrate usw., den virtuellen Kanälen über alle Elektroden

    Medel: nicht einfach alles ungefiltert an den Hörnerv geben, sondern möglichst nur alle relevanten Informationen. Das FineHearing betrifft nicht alle Elektroden gleichermaßen, die Anzahl an Elektroden ist so gewählt, dass es keine Interferenzen zwischen diesen gibt, etc

    Cochlear: hören ist eh schon anstrengend, daher filtern wir die Eingangssignale. Wir stellen zig verschiedene Programme zur Verfügung und der Nutzer kann entscheiden, welches Programm für die jeweilige Situation am besten ist.


    So gesehen befindet sich von der Philosophie Medel zwischen AB (möglichst alles und ungefiltert, das Gehirn muss selektieren) und Cochlear (verschiedene Programme mit unterschiedlichen Filtern).

    Genau wie bei Hörgeräten gibt es Leute, die unterschiedliche Programme (für Musik, Sprache, Störschall etc) bevorzugen und Leute, die gar nichts damit anfangen können, diese sogar störend finden -- auch da gibt es kein "besser"/"schlechter", sondern unterschiedliche Philosophien / Ansätze.

  • Hallo Ralle,

    ja ich werde mich da wohl noch mal bei einem Techniker näher informieren. Ich denke, das ist am besten. Vielleicht bekomme ich noch irgend einen Impuls, der mir die Entscheidung erleichtert. Dass das Verstehen mit allen Implantaten ähnlich gut ist, weiß ich übrigens schon. Daher spielt dieser Punkt für mich auch keine Rolle.

  • Hallo muggel,


    danke, davon hörte ich tatsächlich schon mal was. Dieses Vorfiltern und die vielen Programme machten mir Cochlear auch eher unsympathisch. Ich bin nicht so der Typ, der ständig rumschalten will. Allerdings frage ich mich auch, ob das Gehirn mit ungefilterten Informationen wie bei AB nicht überfordert ist....

  • Hallo muggel,


    danke, davon hörte ich tatsächlich schon mal was. Dieses Vorfiltern und die vielen Programme machten mir Cochlear auch eher unsympathisch. Ich bin nicht so der Typ, der ständig rumschalten will. Allerdings frage ich mich auch, ob das Gehirn mit ungefilterten Informationen wie bei AB nicht überfordert ist....

    Moin Summer,

    nein, ist es nicht - also in meinem Fall zum Beispiel. Ich habe nun seit ca. 14 Wochen die EA hinter mir und liege im Moment bei 75% Sprachverstehen bei 65 db. Männlein/weiblein kann ich auseinander halten und ich erkenne eine Menge an Geräuschen. Ich muss auch sagen, ich versuche auch recht viel zu lernen und mein Gehirn zu fordern und der alte Kasten macht mit. Wenn es zuviel wird (das merkt man) dann höre ich nicht hin oder koppel mich ab und gönn dem SP etwas ruhe ;) (mir dadurch auch)

  • Die Programme bei Cochlear sind tatsächlich nicht jedermanns Sache, aber man kann sich die Filter ziemlich weit ausschalten lassen und findet so die Einstellung die einem passt. Ich habe meine Fernbedienung seit Wochen nicht mehr gebraucht, die ist zwar in der Handtasche, aber teilweise sogar umaufgeladen, da ich am Programm nichts mehr ändere.
    Ich hatte meine Mühe mit dem SCAN Programm welches automatisch alles rausfiltert und sich der jeweiligen Hörsituation optimal anpassen soll, für mich war das nicht optimal, daneben gibt es aber so viele Möglichkeiten bis zum herausnehmen von allen Filtern, dann ist man aber so weit wie die CIs vor ca. 20 Jahren.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear N6 OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Ich finde die Programme von Cochlear einfach nur klasse. Zwar komme ich mit dem Scan-Programm auch nicht parat, aber nutze neben dem Standart-Programm gerne das „Gruppen-Programm“; insbesondere beim Autofahren, sind dann die Motorengeräusche gleich gedämpfter und eine Unterhaltung oder Radio hören ist gleich viel entspannter. Mache nur auf längeren Fahrten und wenn ich als Beifahrer unterwegs bin, weil ich rechts implantiert bin und dir Seitenscheibe ganz schön die Fahrgeräusche weiterleitet.

    Ich nutze es auch gerne tatsächlich in größeren Gruppen, damit eine Unterhaltung leichter fällt.


    Ein Freund hat MedEl und er beneidet mich um meine Programme 😉

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Ich habe beidseits nur die "nackten " Programme von Cochlear im Einsatz, d.h. ohne Extrafilter. Und das bedeutet keinesfalls den Stand der CIs von vor 20 Jahren! Ich höre damit übrigens sehr gut Musik, über Stereoanlagen- Raumklang oder live.

  • Hallo Summer, lasse Dich von den technischen Daten nicht verrückt machen. Letztlich verfolgen alle drei Hersteller ein Ziel: Dir das Hören und Verstehen auf unterschiedliche Weise, sei es Anzahl der Elektroden, Hörstrategie in der Software usw., wieder zurück zu geben, soweit die Technik das ermöglicht. Wie das die Hersteller machen, hat weniger Einfluss darauf, was Dein Gehirn damit macht - Du hörst ja mit dem Gehirn, nicht mit den Ohren. Der neue Sinneseindruck, der dann über die Elektroden an das Gehirn - bzw. das Hörzentrum - weiter gereicht wird, soll ja wieder das bisher gespeicherte Hörvermögen so gut wie möglich wieder erwecken.


    Freilich versuchen sich die Hersteller gegenseitig in ihren Hör-Qualitätsversprechen zu überbieten, deshalb frage einfach den Techniker, welche Firma er für die bestmögliche Hörqualiltät empfiehlt. Er wird Dir diejenige empfehlen, die er selbst am besten kennt und auch anpassungstechnisch am besten beherrscht.


    Du wirst also allmählich feststellen, dass Dein Gehirn Dir wieder Bekanntes, z. B. die Stimmen Deiner Familienmitglieder, Freunde usw., in ziemlich guter Qualität bietet. Das bedeutet Geduld, und ein guter Audiologe setzt Deine Befindlichkeiten - hier etwas zu laut, da etwas zu grell .... usw. so gut wie möglich um im Rahmen der Anpass-Möglichkeiten des jeweiligen Herstellers. Anfangs geht das zögerlich los, denn Dein Gehirn muss sich erstmal auf diese neue Art der Stimulation einlassen, bis beide Freunde werden. Aber wenn das passiert ist, geht es nur noch aufwärts - wenn man es nicht übertreibt in Erwartung und Ungeduld. Es wird Dir Freude machen, immer mehr früher nicht mehr Hörbares wieder zu entdecken.


    Mir wäre bei der Auswahl eines Herstellers nun wichtig:


    - MRT-Tauglichkeit, vor allem wenn regelmässige Untersuchungen zu erwarten sind

    - Anschlussmöglichkeiten von Telefon und anderen Audiogeräten, die ich in Beruf und privat benötige

    - noch wichtiger: eine wohnortnahe Versorgung, denn Du gehst, wenn auch in immer grösser werdenden Abständen, eine ziemlich lebenslange Verbindung damit ein

    - bequemes Tragen des Sprachprozessors (mit Brille, ohne Brille usw.)

    - ein gutes Gefühl bei der Beratung, Auswahl und Perspektive bei der Nachversorgung


    Und wenn Du dann etwas in das Hören und Verstehen gekommen bist, kannst Du auch wieder allmählich an die Musik gehen - aber das ist ein eigenes Thema. Nur soviel vorab: Musikhören ist eine gute und wesentliche Unterstützung für das Sprachverstehen - aber das kommt dann später dran. Nochmal viel Glück bei Deiner Entscheidung.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


    ____________________________________


    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Ich habe noch was vergessen:


    https://www.schwerhoerigen-net…Das_Cochlea_Implantat.pdf


    Das Dokument ist eine schöne Zusammenfassung für die CI-Entscheidungsfindung.


    ... und hier:


    https://www.hoerpaten.de/die-e…r-das-richtige-implantat/

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


    ____________________________________


    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Hallo,


    wie bereits hat jedes Fabrikat ihre eigene Philosophie.

    Es kommt auf die Hörbiographie an inwiefern man zuvor gehört hatte und mit CI das neue hören wahr nimmt

    Mit welchem Fabrikat hat die entsprechende Klinik bzw. Techniker/Audiologe damit erfahrung. Es hängt auch viel von Techniker/Audiologe ab inwiefern die mit jeweilige einstellungen des Fabrikat auskennen

    Es gibt CI kandidaten die überlassen die Wahl der Klinik - andere entscheiden ob akku/batterie sein soll - unit oder HdO prozessor werden soll - anschlussmöglichkeiten jeweilige SPs bieten - was für zubehörpaket in Erstaustattung enthält und die technisch versierten versuchen dann die Technische Details zu verstehen (was aber nicht jedermanssache ist) - Handhabung/ Sitz des SP - MRT tauglichkeit

    Man kann in Klinik den Techniker oder mit Berater der Firmen sich die Details erklären lassen etc.

    Wie Du sieht gibt div möglichkeiten wie man“sein“ CI auswählen tut.


    Kenne div CI Trägern aller Fabrikate die positiv als auch negativ empfinden. Auch gibt von jede Gruppe schlechte/gute/super verstehen können bis hin Tonhöhen und Musik (nicht) wahrnehmen können. Beim TV auf UT dennoch angewiesen sind oder ohne schnickschnack den TV und Gespräche verstehen tun.


    Auch wenn bei entscheidungsfindung sich schwer tut, wünsche Dir viel Glück und dass der rest dann klappt wie du dir wünscht. Erwartungshaltung besser etwas niedriger halten und später dann darauf aufbauen


    Gruß

    Wallaby

  • Guten Morgen Summer,


    Ich habe bis zum 5. Lebensjahr normal gehört. Bis zum 30. Mit einem Hörgerät, bis zum 40. mit zweien.

    Ich höre mit dem rechten CI besser als mit dem linken, weil das das immer versorgte Ohr war.

    Melodien und einzelne Instrumente kann ich sehr gut hören, auch schon mit einem (dem besseren) CI. Das kam etwa 5,6 Monate nach der Erstimplantation. Für mich hörte und hört sich das elektronische Hören besser als mit HGs an.


    Greetz,

    Martina

  • Mir ist vollkommen klar, wie scheiße ich mit einem CI hören werde.

    Hm, ich muß Dir dann ganz klar sagen, daß Du mit dieser Einstellung nicht sehr weit kommen wirst!

    Denn Du wirst von vorneherein Dich nur auf alles Negative konzentrieren, wenn auch nur unbewußt. Ständig darauf warten, ein "siehste, hab ich doch gewußt, daß es so scheiße laufen wird!" Satz in der nächst möglichen Situation sagen zu können.

    Damit tust Du Dir selbst keinen Gefallen!


    So wirst Du leicht die winzig kleinen positiven Dinge mit dem CI überhören!

    Und genau darauf sollten wir uns eigentlich konzentrieren!

    Wir wollen ja Fortschritte mit dem CI machen, zu unseren selbst ernannten Zielen kommen!



    Ganz bestimmt wird am Anfang das CI etwas komisch klingen. Ist nicht verkehrt, sich darauf einzustellen!

    Wenn Du "Pech" hast, gehörst Du zu den Trägern, die erst nur Klingeln, Läuten, Dudeln, Piepsen, oder was weiß ich, hören werden, bevor sich daraus was entwickeln kann.

    Darauf wirst Du Dich immer einlassen müssen, und zwar bei jedem Modell!


    Mir gehts nur darum, das Implantat zu finden, mit dem ich am wenigsten scheiße höre.

    Tja, da fängt halt mein Problem an!

    Ich trage Cochlear.

    Bin ich zufrieden mit meiner Wahl? Ja, definitiv!

    Ich bereue also meine Entscheidung absolut gar nicht!

    Klingt es für mich natürlich? Oh ja, alles kommt natürlicher an, als ich es erwartet hätte! Klasse! :thumbup:

    Kann ich Musik hören? JA! Ich kann es sogar richtig genießen!

    Die Audiologin habe ich schon in Erstaunen versetzt, weil ich schon Töne gehört habe, die für sie recht leise waren!

    Höre und verstehe auch etwas besser, im Vergleich zu früher, jedenfalls deutlich mehr!


    Aber, was ich nicht kann, ist zu sagen, ob ich mit MedEL genauso zufrieden geworden wäre, oder ob ich mit MedEL eventuell ein noch viel besseres Hör-Ergebnis erziehlt hätte? Genauso gut könnte es ja sein, daß froh sein kann, daß ich MedEL nicht genommen habe, weil es niemals nur ansatzweise meinem Ergebnis mit Cochlear nahe gekommen wäre.

    Spekulieren bringt mir da nichts!

    Ich bin zufrieden, DAS ist doch die Hauptsache!


    Oder AB! Hätte mir das mehr eingebracht?

    ICH weiß es nicht. Ist auch müßig, darüber weiter nachzudenken!

    Ich werde niemals nie das vergleichen können.


    Ich weiß nur, ICH bin total zufrieden mit meiner Wahl Cochlear!

    Ebenso gibt es CI-Träger, die sagen, daß sie es bereuen, sich für Cochlear entschieden zu haben!

    Tja, wer hat nun "Recht"?

    Tja, ist schwer zu sagen, weil das Ergebnis halt individuell ist!

    Und es ist leicht zu behaupten, daß es nur an der "falschen Technik" im Ohr liegen könnte. Genauso leicht läßt sich behaupten, daß der andere CI-Träger einfach nur viel zu wenig, bis gar nicht geübt, und die Flinte viel zu schnell ins Korn geworfen hat.

    Und nun?


    Wenn ich gefragt werden sollte, ob ich zufrieden bin, so lautet meine Antwort natürlich ganz klar JA!

    Aber, wenn mich jemand fragen sollte, welches Produkt ich demjenigen empfehlen würde, so muß ich ganz klar sagen, daß ich mich hüten werde, diese Person zu "meinem Produkt" zu überreden!

    Denn, das ist nicht der Sinn der Sache!

    Jeder muß seine eigene Entscheidung treffen! Sich die Ideen der Hersteller durchlesen, ist der erste Schritt, und dann für sich selbst bestimmen, was noch so wichtig erscheint!

    Ich muss zwischen Pest und Cholera wählen und muss rausfinden, ob AB oder Med-El Pest bzw. Cholera ist. So klarer?

    DAS habe ich schon verstanden!

    Aber, wie gesagt, mit der Einstellung kommst Du nicht weit!

    Das ist mir zu negativ gepolt.

    Wenn man ganz gemein sein will, könnte man auch sagen, daß es am Ende doch ganz egal, ob man sich für Pest oder Cholera entschieden hat, denn mir würde es mit beidem nicht gut gehen.


    Das wäre mir dann doch eine Nummer zu heftig!

    Immerhin sollte ein CI uns doch helfen, damit wir wieder besser (im Vergleich zum aktuellen Ist-Zustand) hören können!

    Wieso nicht mit etwas Gutem vergleichen?

    Was weiß ich? Ich wähle lieber zwischen Rondo Veneziano oder Andre Rieu. Was höre ich viel lieber?


    Zu hohe Erwartungen habe ich sicherlich nicht.

    Es ist wirklich nicht böse von mir gemeint,

    aber das, was ich bisher so von Dir gelesen habe, klingt schon nach ganz extrem hohe Erwartungen!


    Nicht falsch verstehen!

    Ziele zu haben, sind wichtig!

    Gerade, wenn es darum geht, mit dem CI zu hören!

    Die halten unser Fokus aufrecht, lenken unser Training, helfen, uns auf das Wichtige zu konzentrieren!


    Mein Ziel war die Musik, und wieder etwas telefonieren zu können (obwohl ich das auch heute noch echt kaum mache :/). Also habe ich auch darauf hingearbeitet. Auch schon bei meiner Logopädin. Und erst recht zu Hause, wenn ich eh üben wollte.


    Und genau DAS darfst Du nie vergessen!

    Was Dir auch immer ist, Du wirst arbeiten müssen, um genau DAHIN zu kommen!

    Und zwar von Anfang an!

    Wenn Du schnell sagst, "ist scheiße!" und hörst dann auf entsprechend weiter zu üben, dann kannst Du nie zum genannten Ziel hinkommen, oder, es wird sehr, sehr lange dauern!


    Einfach nur CI einpflanzen, und schon ist man im richtigen Hörmodus - das wird nicht funktionieren.

    Oder, in ganz seltenen Fällen funktioniert das vielleicht.

    Ob es auch bei Dir so sein könnte - wer weiß?

    Eindrücklicher Vergleich beim Thema Musikhören: "Für Menschen mit einem Cochlea-Implantat klingt Mozart, als würde ein Pianist nur mit breiten Fäusten in die Tasten hauen."

    Das ist ein Vergleich von einem CI Träger!

    Vielleicht empfinden auch etliche weitere CI Träger das so ähnlich?


    Ich habe schon mal was anderes dazu hier geschrieben!

    Und es gibt bestimmt noch weitere, die ähnlich empfinden, wie ich.




    Jetzt schau mal selbst, welcher Bemerkung DU mehr Gewicht gibst! Warum auch immer?

    Ich habe nie behauptet, daß es leicht werden wird!

    Man muß für sein erklärtes Ziel auch was tun!

    Aber, möglich wäre es, Musik wieder genießen zu können. Warum also auch nicht für Dich?


    Ich genieße die "Kleine Nachtmusik" :love:<3



    Ich bin nicht der Typ für Bauchgefühl. Ich halte mich lieber an Fakten.

    Wie gesagt, ich kann zwar lesen, was die drei anderen CI-Herstellern so schreiben. Mir persönlich hat die Idee von AB mit dem T-Mic total gefallen!

    Aber, ICH kann keine Fakten zu den anderen Herstellerprodukten liefern. Ganz einfach, weil ich die Produkte nicht einfach ans Ohr packen, es testen und dann mal direkt untereinander vergleichen kann, so, wie man das von Hörgeräten her kennt!

    Ich hatte halt gehofft, dass sich hier jemand ein bisschen auskennt und was dazu sagen kann, was die unterschiedlichen technischen Daten praktisch bedeuten...

    Im Prinzip ist es doch so: selbst die Hersteller können nichts dazu sagen, was ihr Produkt beim Patienten selbst bewirken wird.

    Wie auch?

    Diese (ohne Probleme, normal hörende) Leute lassen sich ja wohl kaum ihr eigenes Produkt implantieren, um dann zu testen, wie es klingen könnte!


    Ansonten, zu den verschiedenen Ideen der Herstellern hast Du schon was geschrieben bekommen.

    Jetzt wirst Du eben bei zwei in die engere Auswahl gekommene Modelle Deine endgültige Wahl treffen müssen!




    Gruß Sheltie

  • Hallo Summer,


    Die Entscheidung für einen bestimmten Hersteller musst Du ganz alleine für Dich fällen, auch ich hüte mich Dir eine Empfehlung zu geben. Du kannst Dir sicher sein, dass alle Sprachprozessoren etwa auf den gleichen Level sind. Am besten Du unterhältst Dich mit dem Techniker der Klinik, der Dir eher eine Empfehlung aussprechen kann. (z.B. Wenn eine Verknöcherung der Cochlea zu erwarten ist, dann ist es sinnvoll ein besonders langes Elektrodenbündel, wie von Med-El, einsetzen zu lassen.) Wir kennen Deine medizinischen Diagnosen nicht! Diese Fragen solltest Du wirklich mit Deiner implantierenden Klinik absprechen.


    Deine Ausdrucksweise fand ich ebenfalls sehr erschreckend. Mit dieser Grundeinstellung sind alle Miserfolge vorprogrammiert. Daher fände ich es in erster Linie sehr wichtig, dass Du Dich mit Deinem Hörverlust auseinandersetzt, um Deine Hörbehinderung annehmen zu können. Vielleicht kannst du vor der Implantation diesbezüglich eine Reha beantragen.


    Rechts trage ich meinen Sprachprozessor seit fast 30 Jahren. Für mich ist es in der Zwischenzeit ein vollkommen natürliches Hören mit viel Klangfarbe. Mit dem Hörgerät verstand ich alles wesentlich schlechter.


    Links habe ich vor 2 Jahren mein geburtstaubes Ohr implantieren lassen. Das Verstehen musste ich mir wirklich regelrecht erarbeiten. Du musst Dir das so vorstellen: Die Therapeutin spricht das Wort „Zahl“ aus, ich verstehe „Aal“. Therapeutin sagt mein Wort war „Zahl“ und Dein Wort war „Aal“. Dann versuche ich den Unterschied herauszuhören. Die beiden Wörter werden solange wiederholt, bis ich das ursprüngliche Wort richtig verstanden habe. So lernt mein Gehirn die Unterschiede und speichert sie ab. Das linke Ohr hat mir wirklich sehr viel Mühe und Energie gekostet, dafür bin ich nun auf einen sehr guten Weg. Selbst das Telefonieren klappt auf diesem Ohr mit geduldig und vorallem deutlich sprechenden Personen. Auch wenn das Hören mit meinem langzeitversorgten Ohr wesentlich unkomplizierter ist, bin ich unglaublich happy, was mein linkes Ohr in den letzten 2 Jahren geschafft hat. Der noch zu kleinste Fortschritt war für mich einfach unfassbar toll. Seit fast 2 Jahren gehe ich wöchentlich zu einer wirklich guten Hörtherapeutin. Ihr habe ich sehr viel zu verdanken.


    Ich schreibe Dir, das so ausführlich hin, damit Du ein Gefühl dafür bekommst, dass nicht nur Deine Gehirnleistung eine Rolle spielt, sondern auch Deine Grundeinstellung zum CI. Das Hören mit dem CI ist keinesfalls schei**, sondern muss sich manchmal hart erarbeitet werden. Geduld ist hier das Zauberwort!


    Ein lieber Gruß


    Karin

    rechts: von Kindheit an mittel- bis hochgradig schwerhörig, letzter Hörsturz mit 22 Jahren verursachte totale Taubheit.

    Juli 1990: in Hannover CI-Operation, aktuell Nucleus 6, CP920


    links: geburtstaub, Juli 2017: in München-Großhadern CI-Operation, EA: 07.08.17, aktuell Nucleus 6, CP920

  • Ich habe es absichtlich etwas krass ausgedrückt mit "scheiße hören", da es sich auf den vorherigen Beitrag bezog, in dem mir erklärt wurde, dass man mit einem CI kein natürliches Hören hat, als ob ich da zu hohe Erwartungen hätte und ich wollte, dass das endlich mal aufhört. Mir ist vollkommen klar, dass man mit dem CI völlig anders hört. Ich lasse das CI implantieren, um ein besseres Sprachverständnis zu erreichen. Ich habe mich ausführlich informiert und mittlerweile auch CI-Träger persönlich getroffen, um mich auszutauschen. Ich habe eine realistische Erwartung an das CI und weiß auch genau, wieviel Zeit es nach der EA benötigt.


    In meinem Beitrag vorgestern ging es NUR um Fragen zu technischen Daten der beiden Anbieter. Dazu bekam ich hier leider kaum Antworten, dafür drehen sich mal wieder die Beiträge darum, dass ich zu hohe/zu niedrige/die falschen Erwartungen habe (einig sind sich die Poster hier wohl nicht). Ehrlich gesagt verleidet mir das langsam das Forum, ich fühle mich hier nicht mehr wohl, wenn mir das jedesmal unterstellt wird und ich mich verteidigen muss und es nicht mal das Thema ist...