Welche Tests wie oft

  • Hallo zusammen,

    ich bin seit Kindheit an schwerhörig und im Laufe der Jahrzehnte wurde es immer schlechter mit dem Hören.

    Nun gehen meine Überlegungen in Richtung CI.


    Was mich momentan am meisten interessiert ist, wie viele Untersuchungen, Tests (welche genau) usw. es nach der OP gibt.

    Wie oft über welchen Zeitraum muss man zu Tests, was genau wird getestet usw.


    Ich habe ein sehr schlechtes Verhältnis zu Hörtests aller Art. Auch, wenn ich neue Hörgeräte bekomme sind mir die Tests ein Graus.


    Für mich wäre es also interessant zu erfahren, welche Tests wann, wie oft nach der OP stattfinden.

    Danke schonmal!

  • Hallo Solala,


    Erste Informationen findest Du sogar hier:


    https://dcig.de/informationen/Fragen_und_%20Antworten


    Der erste Schritt ist immer die Feststellung, ob ein CI für Dich in Frage kommt. Das wird wird in den entsprechenden Voruntersuchungen gemacht, und zwar vor der OP.


    Ist die OP gemacht, geht es erstmal an die Erstanpassung, meist ca. 4 Wochen nach der Implantation. Danach beginnt die Nachsorge, meist unterstützt durch eine Rehabilitation und anschließend finden in immer größer werdenden Abständen Anpassungen des Prozessors statt.


    Lese Dir aber zunächst mal die Informationen im Link durch, die bringen Dich schon etwas weiter.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


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    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Hallo Rainer,

    vielen Dank für deine rasche Antwort und Infos.

    Ich habe hier direkt neue Fragen:


    Welche Tests werden in der Erstanpassung gemacht?


    Welche Tests sind Bestandteil der Nachsorge?


    Welche Tests werden in der Reha gemacht?


    Da gibt es doch sicher Standards?

  • Hallo Solala,


    natürlich gibt es Standards bei den Voruntersuchungen und auch in der Nachsorge - trotzdem ist die Wiederherstellung des Hörens und noch mehr des Verstehens ein höchst individueller Prozess.


    Bei der Erstanpassung wird der Sprachprozessor erstmalig angeschaltet und auf Deine Hörempfindlichkeit eingestellt. Die Nachsorge ist höchst individuell, beinhaltet wie die Reha (hier geht es auch ggf. um Logopädie und anderes) immerwährende Anpassungen des Sprachprozessors an Deinen Hörerfolg, um genau diesen immer weiter zu steigern. Das ist ein lebenslanges Procedere, was dann im Ideallfall nur noch einmalig im Jahr stattfindet


    Aber zuvor kommt immer erstmal die Indikation für ein CI: Das wird in den Voruntersuchungen festgestellt. Es führt hier zu weit, alle hier durchzuführenden Schritte im einzelnen zu erklären, eine gute Hilfe ist, Du liest Dich mal durch die Erfahrungen anderer CI-Träger hier, das hat mir anfangs sehr geholfen und mir viele Fragen beantwortet. Daher an dieser Stelle auch mal ein Danke an alle!


    Trotzdem erstmal eine schöne Zusammenfassung:


    https://www.hoerzentrum-hannov…runtersuchung-erwachsene/

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


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    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Hallo,


    ich kann verstehen, dass die Hörtests nervig sind, ich hab hier ein Teenieexemplar ( von Geburt an schwerhörig) welcher Hörtests inzwischen richtiggehend hasst. Trotz allem sind sie wichtig und notwendig und fallen auch nach CI Versorgung nicht weg. Zumal bei uns das andere Ohr mit Hörgerät versorgt ist.


    Was mir allerdings auffällt ist, dass die Hörstests und vor allem auch die Tests und Einstellungen des CI für ihn eine andere „Qualität“ haben. Für ihn ist das CI ein Erfolg und dadurch vermutlich die Test/Einstellungen besser zu „ertragen“. Zumal der Audiologe immer noch ein bisschen Verbesserung herausholen kann, obwohl Sohnemann mit der Einstellung zufrieden ist.


    Es mag sicher Standards geben, doch so eine Versorgung ob Hörgerät oder CI ist immer individuell und somit wird dir vermutlich niemand sagen können, wann welche Test durchgeführt werden.


    Ich wünsche dir für deinen Weg alles Gute! Fibi

    Sohn (16 Jahre) rechts HG von Oticon bei hochgradiger SH

    links CI von Cochlear - OP am 04.05.2018 / EA 18.06.2018

  • Die Ergebnisse der Hör- und Sprachverständnis-Tests nehme ich gelassen zur Kenntnis, weil diese unter "akustisch sterilen" Bedingungen durchgeführt werden. Zu Dokumentation der Reha-Erfolge und der Nachsorge sind diese nun mal erforderlich.


    Wichtiger ist jedoch für mich, dass ich in meiner realen Umgebung gut und möglichst problemlos hören und Sprache verstehen kann, was bei mir gegeben ist! Erst letzte Woche war ich in einem Lunchkonzert der Philharmonie hier in Berlin und war erstaunt, wie gut ich die Instrumente unterscheiden konnte, obwohl ich lange Jahre zu HG-Zeiten Musik eher als störend empfand... Daran erfreue ich mich. :)

  • Hallo,

    zu den technischen Details haben Magneto und Martina alles wichtige gesagt.

    Ich möchte das noch mal von einer ganz anderen Seite kommentieren:

    ich hatte auch eine progrediente Hörstörung und habe die Hörtests gehasst. Man bekommt seine Hörstörung noch mal richtig aufs Butterbrot geschmiert. Beim Test merkt man schon wie schlecht das WortVerständnis ist und wie lange man braucht bis man einen Ton endlich hört oder auch eben nicht. Dann sind noch die Leute, die die Tests durchführen und die dich vor dem Test ganz normal,Und nachher ganz laut ansprechen und dann kommt der Doktor und wiegt den Kopf und sagt Dir mehr oder weniger direkt, dass du eine schwere Hörstörung hast, Die eigentlich nicht richtig zu versorgen ist. Ätzend!

    Wenn die Indikation zu einem Cochlea-Implantat gestellt worden ist und du dich dafür entschieden hast und die OP durchgeführt ist, ist die Situation eine ganz andere. Du hast die Möglichkeit, besser zu hören und lernst das mit der Zeit. Es stellen sich Erfolgserlebnisse ein, Die sich in den Testergebnissen widerspiegeln. Ich habe mein CI im Mai diesen Jahres bekommen und werde meinen nächsten Test im Dezember haben und bin jetzt gespannt darauf. Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass auch für dich die Hörtests dann nicht mehr So belastend sein werden. Ich wünsche dir eine gute Entscheidung, die du nicht von der Häufigkeit der Tests danach abhängig machen solltest, und: viel Erfolg und alles Gute!

    Stephan