Wie war bei euch der Ablauf der Erstanpassung

  • Hallo zusammen,


    bitte berichtet über den Ablauf eurer Erstanpassung. Meine EA war am 15.05.2018 und ich habe mich für den Kanso, zur Zeit 4 Wochen zum testen, entschieden.

    Für die EA hatte ich eine stationäre Aufnahme mit 2 Übernachtungen.


    1. Tag: Die erste Einstellung wurde über eine Art "Tonleiter" mit 4 Tönen gemacht. Hierbei wurde das Erkennen, die Lautstärke und die gleichmäßigkeit der Lautstärke

    von den Tönen eingestellt. Es folgten Prüfungen ab wann man hört (leise) bzw. ab wann es zu laut wird. Mit diversen Tests z.B. mit einer Tasse und Löffel, Rassel, in

    die Hände klatschen, auf dem Tisch klopfen usw. sollten die Empfindlichkeit der Einstellung geprüft werden. Es gab noch eine Hör-CD, von Medel, zum üben und

    einige Tips für den ersten Tag. Anschließend folgte noch ein Termin beim Logopäden, wobei es aber nur um ein erstes Kennlernen ging.

    Mein Eindruck bei der Tonleiter war "geht doch" :) und danach oje was ist denn das für ein Chaos =O. Klingeln, Pfeifen, dazwischen Töne und Worte. Aber meine erste

    Übung mit der CD ging schon mal in die richtige Richtung und hat mich aufgebaut ^^. Einen großen Teil der Zahlen und Worte, einfache Sätze konnte ich verstehen. Für das

    Üben mit der CD wurde eine FM-Verbindung mit dem Cochlear MiniMikrofon Model SM-1 hergestellt. Damit kann man alle Störgeräusche ausschalten und sich auf die

    Sprache konzentrieren.


    2. Tag: Wir haben über die ersten Eindrücke und Erfahrungen gesprochen und im Prinzip die Anpassungen vom Vortag wiederholt und optimiert. Danach folgte eine weitere

    Stunde beim Logopäden. Auch hier wurden meine Erfahrungen und Eindrücke besprochen. Die Aufgabe für die nächsten Stunden bestand darin die Umweltgeräuche

    zu erforschen. Einmal nur mit Hörgerät, dann Hörgerät und SP und zum Schluß nur SP. Die ganze Sache ist leider nur am Wind gescheitert. Vor lauter Windgeräuchen

    war es mir nicht möglich auf die allgemeinen Töne und Laute zu achten. :( Dann ab ins Zimmer und CD gehört. Fazit: Alles wird gut.:). Eine sinnvolle Kommunikation

    mittels SP war noch nicht möglich.


    3. Tag: Einstellung gemäß der Vortage erneut angepasst und hierbei wurde besonders auf das Klingeln und Pfeifen eingegangen. Ziel sollte sein die Störtöne zu minimieren.

    Danach wurde ein Hörtest durchgeführt der als positiv bewertet wurde. Die Akustik in einen Hörtestraum ist schon besonders, denn hier hatte ich dann ein sehr

    wohltuendes Ereignis. Ich konnte einen Telefonat, welches die Prüferin während des Tests führen musste, fast komplett mit SP verfolgen. :) Leider funktioniert das

    noch nicht in freier Wildbahn.;( Es folgte noch eine Stunde beim Logopäden mit ersten Sprachübungen und damit waren die Tage der Erstanpassung erledigt.


    Meine Frau hat mich dann abgeholt und der Tag wurde mit einer Shoppingtour inkl. Belastungstest abgerundet. Daheim gab es dann für mich noch ein besonders aufbauendes

    Erlebnis. Mein Audiologe hat mir zum Beispiel für das Hörtraining die Internetseite "www.nachrichtenleicht.de" empfohlen. Hier werden die Texte klar und deutlich vorgelesen

    und so konnte ich bereits 2 Nachrichtentexte fast zu 100% verstehen. Aber auch hier nur mit FM-Verbindung, frei über Lautsprecher und SP-Mikrofon ist es um einiges mühseliger.


    Der erste Tag daheim verläuft so lala. Hier trage ich so oft wie möglich nur den SP. Gespäche mit bekannten Personen sind möglich wenn die Person etwas langsamer und deutlich

    spricht. Ach ja noch zur Stimme, bei mir hört sich das in etwa so an als würde ein Roboter die Hauptrolle bei "Der Pate" spielen. Aber auch hier ist schon eine Veränderung zum

    guten erkennbar.


    Fazit der ersten Tage. Alles was ich über FM-Verbindung höre sagt mir du bist auf dem richtigen Weg. Das hören nur mit SP-Mikrofon ist dagegen noch sehr anstrengend. Hier

    stören mich die Wind- und Zugluftgeräuche sowie das Klingeln und Pfeifen, was auf mich wie ein hochschaukeln der Töne wirkt. Wenn ich z.B. meine Hose hochziehe und den

    Gürtel schließe "Klingelt" es an einer Tour. Wie ist das möglich?


    Habt ihr evtl. Vorschläge oder Hinweise was man hier bei der Einstellung optimieren kann bzw. ändern muss? Ihr habt ja so eure Erfahrung gemacht und jeder Audiologe geht

    die Sache bestimmt anders an.


    Aber eins ist mir schon klar Geduld, Geduld und nochmal Geduld. Wie sagt unsere Angie: "Wie schaffen das".:)


    Gruß Toni

  • Hallo Toni


    Ich trage auch einen Kanso und zwar seit gut 2 Monaten.


    Die Anpassung läuft hier ein bisschen anderes, man hat Termine beim Techniker zuerst jede Woche, dann nach 3 Wochen und nach 2 Monaten, dazwischen kann man je nach Bedarf wieder hingehen. Die Termine dauern ca. 1.5 h und laufen immer ähnlich ab, zuerst Hörtest mit dem Ci, dann Neueinstellung, schauen ob es passt, z.B. nach draussen auf dem Klinikgelände spazieren gehen oder in die Eingangshalle oder ein Restaurant der Klinik und dann wird nochmals nachgestellt.


    Das was du schilderst ist eigentlich normal, denke ich. Im Audiometrieraum ist es halt wirklich optimal schallgedämpft und ruhig, draussen in der Umgebung hat man so viele verschiedene Geräusche und dann die muss sich dein Gehirn erst mal gewöhnen und vor allem neu lernen was es genau ist, Hosen schliessen tönt zuerst eine Weile komisch und erst mit einer Weile tönt es nach Hose, genauso mit dem Wasserhahn, dem Hubschrauber usw.

    Übers Minimikrofon gehts einfacher, da alles andere dort mehr oder weniger ausgeblendet wird, im Alltag hat es so viele Geräusche die man hört und wahrnimmt.


    Zeit und Geduld braucht man und halt viel üben, je mehr man übt und nicht nur über die Minimicverbindung, sondern auch normal laut mit dem Lautsprecher, desto mehr gewöhnt sich das Gehirn an die neuen Geräusche. Es ist wirklich das Gehirn das eine riesen Leistung vollbringt und das kann nicht in ein paar Tagen geschehen, sondern dauert Wochen, Monate manchmal sogar Jahre.


    Wenn die Geräusche alles überlagern kann es aber auch sein, dass das Programm zu laut eingestellt ist, versuche den SP im Alltag mal leiser zu schalten und schaue ob es immer noch so viele "Windgeräusche" hat? Man muss wirklich langsam steigern und vorwärts gehen.

    li normal hörend

    re taub nach chronischen MOE im Kindesalter, nun Cochlear Kanso OP 8.2.18 EA am 8.3.18

  • Im Audiometrieraum ist es halt wirklich optimal schallgedämpft und ruhig,

    Oder anders ausgedrückt: Akustisch steril und damit unrealistisch.... :) Ich habe auch die dort ermittelten Messwerte zwar zur Kenntnis genommen; aber weiter nicht beachtet. Für mich war und ist immer entscheidend, wie gut ich in der realen Welt akustisch zurecht komme...


    Ich habe mich auch nie so sehr in weitere technische Details vertieft oder verstricken lassen; dazu haben wir unsere Fachleute in unseren CIC´s. Viel wichtiger war und ist es mir noch, akustische Probleme in verschiedenen Situationen so zu beschreiben, dass meine Audiologin ihre Schlussfolgerungen in die richtige Richtung fand und so Lösungsansätze anbieten kann, die bisher fast zu 100% erfolgreich umgesetzt werden konnten.



    Zitat


    bitte berichtet über den Ablauf eurer Erstanpassung.


    Hallo Tony,


    meine Threads hiezu musste denn schon suchen.... ist schon fast 6 und 4 Jahre her...


    Außerdem ist der Ablauf von Klinik zu Klinik oder von CIC zu CIC recht unterschiedlich.

  • Ist vielleicht wieder nicht der Richtige Platz? Egal. Ich hab zwei Hörgeräte bekommen, vor dreieinhalb Jahren. Mein Gehirn hat mir auch zuerst gemeldet: viel zu laut! Alles durcheinander: Lauter Brei. Ich hab mich erst in der Reha getraut die Hörgeräte auf 100 % schalten zu lassen. Gebt euch und euren Hörzentren im Hirn Zeit. Geduld ist wahrlich nicht meine Stärke. Aber falls ich ein CI bekomme, habe ich meinen Meister gefunden... 🤔🤗

    LG Sabine

  • Ich habe eine ambulante Reha über 20 Tage bewilligt bekommen. Meine EA fand vom 12.-15.3.statt und (OP war am 30.1.2018) lief wie folgt ab: am ersten Tag 8.45-9.15 Uhr Einweisung und Frage nach Wünschen, 9.15-10.00 Uhr Übergabe und Anpassung des Kanso ( hatte den zuerst zum Testen), 10.15-11.00 Uhr Gespäch mit Logopädin, 11.15-12.00 Übung zu Geräuschen, 14.00-14.45 Uhr Gruppengespräch( es waren immer nur zwei Patienten da); zweiter Tag: 8.45-9.15 Morgenkreis, 9.15-10.00 Uhr Hörtest, 10.15-11.00 Uhr Hörtraining mit Städten und Ländern, 11.15-12.00 Uhr Hörtraining, 13.00-13.45 Uhr Gruppenübung; dritter Tag: 8.45-9.00 Uhr Arztkontrolle, 9.15-10.00 Uhr Hörübung, 10.15-11.30 Uhr erneute SP Anpassung durch anderen Akustiker, 13.00-13.45 Uhr Hörtraining und nebenbei Erklärung der Fernbedienung; vierter Tag: 8.45-9.15 Uhr Morgenkreis, 10.15-11.00 Uhr Gruppenübung, 11.15-12.00 Uhr Hörtraining, 13.00-13.45 Uhr Abschlußgespräch. Hatte dann auf dem Kanso 4 Programme. Sollte mit Nr. 1 beginnen und wöchentlich weiterschalten. Ab Programm 2 begannen dann aber meine Probleme mit Schmerzen und Übelkeit.

    Da die nächste Reha erst für Ende Mai angedacht war ich aber zwischenzeitlich Schmerzen vom zu starken Magneten des Kanso ( weniger ging aber nicht, weill der dann immer abfiel) hatte und mir auch die zu starke Einstellung Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen verursachte Zwischentermin für Ende April zur Neuainstellung gemacht. Zwischenzeitlich hatte ich noch die Möglichkeit den N7 über die Klinik und nicht das Rehazentrum zu testen und habe mich dann auch dafür entschieden. Die Neueinstellung fand am 25.4. von einer abermals neuen Akustikerin statt. Die Einstellung war dann soweit okay, dass ich den Kanso wieder länger als 1-2 Stunden tragen konnte. An diesem Termin teilte man mir gleich mit, dass mein N7 da wäre und ich schon vom 2.-4.5. kommen könnte. Am ersten Tag erfolgte die Anpassung des N7 durch die Akustikerin, welche auch am 25.4. da war. Diese Einstellung empfand ich soweit gut und wünschte mir nur, dass das Zischen noch etwas rausgenommen wird. Dafür mußte ich jedoch bis zum 4.5. warten. Am zweiten Tag war kein Akustiker da und fand ein Hörtest , ein Hörtraining und ein Gruppengespräch statt. Wir waren wieder nur 2 Patienten: ich am Rehanfang und ein Mann zu seinen letzten Rehatagen. Der dritte Tag begann wieder mit dem Morgenkreis und danch nahm sich der 4.Akustiker meiner an. Er begann von vorn mit der einzelnen Diodeneinstellung, meine Probleme und Erfahrungen konnte ich ihm leider nicht schildern. Nach 1,5 Std. ging bei mir wegen Erschöpfung gar nichts mehr, so dass der leibe Mann mir 4 Programme aufspielte: 1. ACE Strategie, 2. MP3000 Strategie, 3. wie 1. aber mit scan, 4. wie erstens aber mit scan. Zum Schluß gab es noch ein Einzelhörtraining mit der Logpädin. Zufällig kam der Akustiker noch einmal vorbei und ich sagte ihm, dass es mir zu laut ist und die Reduzierung der Lautstärke nicht reicht. Ich solle erst einmal probieren und mir sonst notfalls einen Zusatztermin holen (nächste Reha erst für September gelant). Im Moment bin ich wieder an dem Punkt, dass mir nach einiger Zeit übel wird, ich Kopfschmerzen bekomme undnur schlafen möchte. Kurioserweise hatte ich am dritten nach der OP in der Klinik einen so tollen HÖRIr 3, DEN KEINER mehr hinbekommt. ich versuche aber trotzdem das CI täglich zu tragen. Von der Reha hatte ich mir ein besseres Zusammenspiel zw. akustiker und Logopäden erhofft. Werde mir jetzt einen Zwischentermin holen und hoffe auf bessere Einstellung. Weiß eventuell jemand, wie der Anteil der Einstelung zu den Hörtests ist?

    Grüße aus Thüringen Sabine^

    durch Masernerkrankung im Kleinkindalter progrediente Schwerhörigkeit beidseits, rapide Verschlechterung in letzten Jahren,

    li: HG Siemens Motion P, re: CI - Cochlear CI522+N7, OP: 30.1.2018, EA: 12.3.2018(Kanso), 2.5.2018 (N7)