Arbeit und Umschulung

  • Du denkst immer noch zu viel ;-)

    Ich war nach der Operation 8 Wochen krank geschrieben, danach habe ich langsam wieder angefangen zu arbeiten. Zunächst mit wenigen Stunden (5 pro Woche) bis ich auf meine eigentliche Stundenzahl kam. Dieser behutsame Einstieg war gut, um mich an die Geräusche und die neuen Anforderungen zu gewöhnen. Ich bin von Anfang an sehr offen mit meinem neuen Hören umgegangen und habe KollegInnen und SchülerInnen auch Hörbeispiele vorgespielt, damit sie eine Ahnung davon bekommen, wie ich höre. Die Resonanz war positiv, und viele haben verstanden, was ein Arbeitsalltag für mich bedeutet.


    Ich rate dir, nimm dir Zeit. Ich war sehr ungeduldig und wollte möglichst schnell wieder einsteigen. Mein Ohrenarzt hat mich (gottseidank) ausgebremst und mich immer wieder krank geschrieben. Und das war genau richtig so.


    Es ist vieles möglich, es gibt Hilfsmittel, die einem den Höralltag erleichtern und mit der Zeit kommt man immer besser zurecht. Aber das wichtigste ist, auf sich zu hören, geduldig zu sein und sich auch klar zu werden, dass man vielleicht nicht so viel leisten kann wie die Kollegen.


    LG sanne

  • Ja, Du machst Dir immer noch viel zu viele Gedanken. ;-) Aber da bist Du ähnlich wie ich.


    Ich finde es eine gute Idee, dass Du über eine Umschulung nachdenkst, wenn es für Dich in der Arztpraxis einfach nicht mehr geht.


    Aber jetzt erhole Dich doch erstmal von der CI-OP! Einen Schritt nach dem Anderen... ;-)

    an Taubheit grenzend schwerhörig -
    links aktuell Testphase mit Naida V50-UP von Phonak versorgt
    rechts mit Naîda Q70-CI von AB versorgt

  • Gerne, dafür sind wir doch da.


    Ja, ich bin seit nach meiner Geburt zunächst hochgradig schwerhörig und nach dem 1. von insgesamt 3 Hörstürzen wurde ich dann an Taubheit grenzend schwerhörig.

    Ich kenne es auch nicht anders.

    Beim 3. Hörsturz ist dann auch mein zweites Hörgeräte-Ohr fast weggebrochen, sprich, habe da nur noch 3% an Restgehör. Ich bin so gesehen so gut wie gehörlos. Daher steht für mich dieses Jahr dann auch die 2. CI-OP an. Bald ist es auch bei mir soweit! 😀

    an Taubheit grenzend schwerhörig -
    links aktuell Testphase mit Naida V50-UP von Phonak versorgt
    rechts mit Naîda Q70-CI von AB versorgt

  • Ich habe vor dem CI in der Pflege gearbeitet, nach dem CI weiter und werde aus der Pflege in Rente gehen.

    Warum meinst du, dass dein Beruf für dich nicht mehr in Frage kommt?

    Ich würde an deiner Stelle erst abwarten, wie und wann du mit CI hörst, was natürlich etliche Einstellungen bedeutet, auch die Reha, und wahrscheinlich längere Krankschreibung. Wie ich irgendwo las, ist bei dir auch die Versorgung des zweiten Ohres mit CI angedacht. Somit verlängert sich das Ganze, was aber kein Nachteil bedeutet.

    Ich wünsche dir alles gute und vor allem ruhig Blut ;)

    rechts: CI seit Sept. 2013, trage Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern)
    links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

  • Hallo Susi,


    zu deiner Frage: Ich höre ohne Hörhilfen nur noch 3%. Es ist so gut wie nichts mehr da bei mir an Restgehör. Daher wird man bei mir nicht daran rütteln können und eine 2. CI-OP ablehnen können, spreche gerade von der Krankenkasse.

    an Taubheit grenzend schwerhörig -
    links aktuell Testphase mit Naida V50-UP von Phonak versorgt
    rechts mit Naîda Q70-CI von AB versorgt

  • Achsooo....Was mir eingefallen ist...Meine Innenohr Hörkurve liegt allerdings nich zwischen 25 dB am Anfang bis 60 db im mittleren Bereich und 30-40 db im rechten Randbereich.

    Eine Stapesplastik links wäre irgendwann eine Alternative aber da dort auch Kapselotosklerose besteht meinte der Arzt das man schauen muss wie die sich weiter ausbreitet. Wahrscheinlich ist es nicht sinnvoll erst nich die schmerzhafte OP in kauf zu nehmen und dann kurz danach dich ein CI zu brauchen bzw es nicht mehr reinzukriegen weil man zu lange gewartet hat.

    Hatte jetzt ja rechts innerhalb von 2 1/2 Monaten die Stapesplastik und noch die CI OP und das Ohr tat noch von der Plastik etwas weh.

  • Der HNO Arzt hier vor Ort meinte heut ich soll nach der Reha in Bad Nauheim das normale Leben weiter leben und mich nicht noch eine Weile zurücklehen, denn ich bin ja nich krank sondern nur schwerhörig....irgendwie hat er nicht verstanden das ich rechts taub bin und das alles mit CI erstmal lernen muss und dann links auch gucken muss wie es weitergeht. Außerdem imind beide Jobs deswegen weg. Ich setze mich sElbe schon so unter Druck da macht er es nicht besser:(

  • Hallo Susi,
    lass ihn reden.......8o

    warte mal die EA ab und lass bis dahin die Seele baumeln.
    Wann ist diese denn geplant?
    Gruss Flocke

    schleichende, an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit seid 40 Jahren, beids.
    rechts:AB High Res Ultra CI HighFokus, Naida CI Q90, EA 16.05.2017, BwZKrsh Koblenz, links : mittlerweile ertaubt, CI in Vorbereitung

  • Ist zwar sicherlich noch bisschen bis dahin, du sollst aber wissen, dass dir irgendwann im Arbeitsleben bestimmte "Hilfen zum Arbeitsleben" zustehen, dafür ist die Rentenversicherung zuständig.

    In meinem Fall ist das ein anderes Telefon, und Blutdruckmessgerät.

    rechts: CI seit Sept. 2013, trage Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern)
    links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

  • Nochmal auf dein post Numero 13 zurück zu kommen- warum sind deine 2 Jobs "weg"? Bist du jetzt arbeitslos, oder wie soll ich das verstehen? Wobei du momentan und seit paar Wochen (?- Monaten?) durch die Op's krank bist, also nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst, somit also "gesetzlich" keinen Arbeitslosenstatus, also arbeitssuchend, haben kannst. Wie ist es nun bei dir? Nur mal so neugierigerweise, weil ich solcher Situation das erste mal begegne.

    Das verstehe ich nicht. Normalerweise wird man krank, dann länger Krank, dann springt das Krankengeld ein, aber Job los wird man normalerweise nicht gleich? Sogar zeitberentet kann man werden, und danach wieder zum "alten" AG zurückkommen, weil der Job eben danach/ deshalb nicht "weg" ist.

    Was dein HNO- Arzt sicherlich meinte, du sollst zumindest versuchen, in dein normales tägliches Leben einzusteigen, wobei ich seiner Meinung bin, wenn ich mir so überlege, ich bin nicht "krank", ich habe lediglich eine Hörbehinderung, dadurch paar Einschränkungen, ja, aber direkt als irgendwie "krank" bezeichne ich mich keinesfalls.

    Hm.

    Und ja, das normale leben ist auch ein super Hörtraining, das bestätigen dir sicherlich viele und gerne :)

    Halt die Ohren steif, das wird schon mit dir werden, wie es auch mit mir und anderen geworden ist :S

    rechts: CI seit Sept. 2013, trage Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern)
    links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

  • Ich wurde nach dem Hörsturz gekündigt da ich mit den OP s auch ausfalle und mit den unangenehmen Geräuschen und hinter dem Mundschutz wird das sehr schwierig. Daher bin ich im Krankengeld aber eigentlich arbeitslos. Ich muss bei 0 anfangen.

    Ich möchte gerne dann iNS Büro umschulen. Ich will arbeiten, so ist das nicht.

    Muss halt alles nach und nach in Angriff nehmen.

    Für mich Ist es schwer zu akzeptieren wie es ist mit der Ertaubung und dem Tinnitus der so doll wechselt.

    Aber ich versuche da wieder raus zu kommen.

  • Hast du diese Kündigung einfach so hingenommen, oder bist du dagegen angegangen? Ich meine, es ist nicht so ganz uninteressant, auch finanziell, weil sonst eine dreimonatige Sperre im Arbeitsamt ist oder? Und Hörsturz ist wirklich kein Kündigungsgrund. Da müsste ich in den letzten bald 22 Jahren schon 10x gekündigt worden sein.


    Das Problem mit dem Mundschutz kenne ich- im Dienst nehme ich öfters auf so einem Maskenball teil- ob in den Isozimmern, bei Sekrete absaugen, oder septische Verbände- da kann ich dich an meinen Erfahrungen teilnehmen lassen

    - mach dir jetzt schon keinen Kopp, wie das wird, weil das wird.

    Anfangs ist es wirklich problematisch, weil man durchaus noch gerne den Mund des Sprechenden sehen würde, um besser zu verstehen, aber mit dem CI wird das Sprachverstehen (normalerweise) immer besser. Anfangs, wo es bei mir noch nicht so gut war und die Maske bei anderen eben ein Hindernis, habe ich das klipp und klar angesprochen, dass es nicht geht, dass mir hinter der Maske Anordnungen gegeben werden, die ich nicht immer verstehe, also Absprachen bitte vor der Patientenzimmertür bzw. schriftlich. In meinem Fall kam es erschwerend hinzu, dass es immer andere Ärzte waren, alleine durch die verschiedenen Fachrichtungen, also immer Umstellung, dazu ein Großteil davon ausländische Ärzte, die der deutschen Sprache nicht ganz mächtig waren, mit aller Herren Ländern Akzenten sprachen. Das macht platt, nicht nur bei CI. Den Kenianer habe ich damals überhaupt nicht verstanden, meine normal hörenden Kollegen aber auch kaum, also habe ich beschlossen, schön locker zu bleiben und mir von ihm alles aufschreiben lassen. Ging gut und dann ging er weg.

    Also auch hier die Ruhe walten lassen, würde ich dir raten. Heute ist der Mundschutz für mich kaum eine Hürde. Auch wenn sich dahinter einer aus dem vorderen Orient versteckt ;)

    Dazu kommt, wenn man assistiert, das meiste doch nach Standard läuft und man arbeitet doch Hand in Hand ohne große Worte.

    Zu den Nebengeräuschen- Störlärm- zum Verstehen ist er nicht gerade optimal, aber gehört nun mal zu unserem normalen Leben, und irgendwann filtert auch das CI- Ohr vieles raus. Gewöhnungs- und Übungssache. Also vor 4 Jahren wurde in der Klinik viel mit Störlärm geübt, am liebsten draußen, wo diese große Baustelle war, mit Baulärm, also zieh dich schon mal warm an :S aber auch in Gruppen drinnen, da wird Knistern produziert, Rauschen, Radio eingeschaltet, nebenbei andere Gespräche "störend" geführt- das alles um eben den Patienten auf das Hören im normalen Leben zu trainieren. In Stille und Watte wurde da meiner Erfahrung nach, keiner gepackt, hätte den Betroffenen auch nicht weiter gebracht.

    ... und deshalb ist man da abends so platt, körperlich wie mental, und die Wäsche musste auch mal warten...

    ... und wenn ich da noch ein Kleinkind nebenher bespassen sollte, also, ich hätte es schlicht und einfach und von der Kraft her, nicht geschafft.

    rechts: CI seit Sept. 2013, trage Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern)
    links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

  • Danke für deine Tipps.

    Ich habe es so hingenommen und da ich gekündigt wurde gibt es keine Sperre.

    Ich hatte überhaupt nicht die Kraft irgendwas zu machen.


    Ohne meine Tochter 5 Wochen ginge es mir mental sehr schlecht und hätte gar keine Ruhe dort. Ich hoffe gabz fest es klappt und mein Cousin wohnt 33 Min entfernt das wir da mal hin können am Wochenende. Ansonsten versucht einer meiner Eltern mal ein paar Tage hinzukommen.

    Ich rufe Montag nochmal an und lasse mir alles genau erklären.

    Mir ist selber mulmig 5 Wochen von Zuhause weg zu sein und vor allem fast 6 Auto Stunden. Bin am liebsten Zuhause.

    Da kenne ich mich aus und das ist prima.