OP überstanden! Warten auf die EA

  • Hallo,
    ich hatte mich schon vorgestellt und wollte jetzt berichten, dass ich meine CI-OP auf dem linken Ohr am 20.11.17 im UKE Hamburg hatte. Die OP ist gut verlaufen, dass Implantat sitzt an der richtigen Stelle und bis auf eine Narkoseunverträglichkeit (hatte ich bei jeder OP in meinem Leben), ziemlichen Schmerzen die ersten zwei Tage und etwas Schwindel geht es mir gut. Ich muss noch Antibiotika nehmen.


    Ich bin gestern aus dem Krankenhaus entlassen worden. Ein guter Freund hatte mich zum Glück abgeholt, mit der Bahn und mehrmals umsteigen hätte ich mir das nicht zugetraut aufgrund des leichten Schwindelgefühls.


    Das Implantat ist gestern vom Audiologen getestet worden, ich habe schon Töne gehört.  
    Die Erstanpassung ist am 11.12.17 (genau 3 Wochen nach der OP) und ich bin schon sehr gespannt.


    Ich bekomme den Kanso von Cochlear für eine Testphase von 4 Wochen. Entweder ich behalte den oder ich sage, ich möchte lieber den Nucleus 7. Der Kanso funktioniert nur mit Batterien, beim Nucleus 7 wären auch Akkus möglich.


    Ich bin jetzt noch eine Woche krankgeschrieben und werde dann wieder arbeiten gehen. Am Dienstag werden die Fäden gezogen bei der Hausärztin und dann kann ich auch endlich wieder Haare waschen.


    Ich werde euch dann von der Erstanpassung berichten.


    Liebe Grüße  :) 
    Iris

    An Taubheit grenzend schwerhörig von Kindheit an, erste Hörgeräte mit 10 Jahren.
    Rechts: Hörgerät von Phonak Naida III SP
    Links: Cochlear Nucleus 7 (EA 11.12.17)

  • Hallo Iris,
    dann hast du ja das Schwierigste überstanden! Glückwunsch!
    Dann kann jetzt die Weihnachtszeit kommen. :) 


    Ich trage auch den Kanso, zum Glück hält bei mir der 0,5‘er Magnet, das Wechseln der Batterien etwa alle 2,5 Tage finde ich gar nicht schlimm, kenne ich ja von den HGs. Ich habe halt überall ein Päckchen Batterien deponiert (Handtaschen, Autos, Stall, Büro) und dann kann nichts mehr schief gehen. ;) 


    Liebe Grüße und weiterhin gute Besserung,
    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Das ist schon ein sehr guter Anfang....
    Gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich
    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Hallo Iris!
    Das ist ja super! Jetzt kann Weihnachten ja wirklich kommen. :)


    Ich wünsche dir noch eine gute Erholungszeit und am 11.12.17 eine erfolgreiche erste Anpassung!


    Liebe Grüße ReCI

    an Taubheit grenzend schwerhörig -
    links aktuell Testphase mit Naida V50-UP von Phonak versorgt
    rechts mit Naîda Q70-CI von AB versorgt

  • Hallo ihr Lieben,


    danke für eure Beiträge.


    Heute ein kurzer Zwischenbericht: Ich bin leider weiterhin krank geschrieben wegen Drehschwindel. Es ist aber nicht mehr ganz so schlimm wie noch vor einer Woche. Da muss ich einfach Geduld haben. Ich wäre wirklich gern wieder arbeiten gegangen am Montag, aber das wäre wohl keine gute Idee gewesen. :( 


    SaSel : Batterien sind mir auch sympathischer als Akkus, denn wie ich hier gelesen habe, hält bei einigen der Akku keinen ganzen Tag durch oder lässt in der Leistung nach ein paar Jahren nach.


    Ich wünsche euch allen ein schönes erstes Adventswochenende. :) 


    LG
    Iris

    An Taubheit grenzend schwerhörig von Kindheit an, erste Hörgeräte mit 10 Jahren.
    Rechts: Hörgerät von Phonak Naida III SP
    Links: Cochlear Nucleus 7 (EA 11.12.17)

  • Hallo Iris,


    bezüglich Akkus scheiden sich in der CI-Community eh die Geister. Wer mit einer Akkuladung durch den Tag kommt, ist kommt damit auch gut klar.
    Cochlear und Med El bieten standardmäßig Batteriefächer an, Akkus eher auf Anfrage (?). Beide bieten zwei Akkugrößen an: Standard und Kompakt (Cochlear) / Mini (Med El).


    Advanced Bionics dagegen bietet standardmäßig Akkus an und das Batteriefach ist eher für den Fall, wenn man aus welchem Grund auch auf Batterien angewiesen ist. Hier hat man 3 verschiedene Kapazitäten im Angebot: 110er, 170er und 230er (Klein, Standard, und Groß). Daneben gibt es noch die Mini-Versionen, die es seit zwei Jahren gibt: 110er Mini und 170er Mini. Der 170er Mini ist so groß wie der alte 110er und kann zusammen mit dem AquaCase, einem Schutzgehäuse für den Prozessor, verwendet werden, hat dabei die gleiche Kapazität wie der normalgroße 170er.
    Der 170er versorgt meine Prozessoren rund 15 h mit Strom, was ausreichend ist. Alternativ gibt es den 230er mit 30% längerer Betriebsdauer, der auch größer und schwerer ist. Einziger Nachteil: die FM-Einheit von AB läßt sich nur an den normalgroßen 170er Akku andocken.


    Von den Kosten her amortisiert sich der 170er Akku innerhalb eines Jahres. Der 110er und 230er sind preislich nahe am 170er. Meinen 170er nutze ich mittlerweile nahezu durchgehend 2 Jahre ohne merklichen Leistungsverlust.


    Letztlich ist es auch eine Frage, für welchen Hersteller man sich entscheidet. ABler sind mit Akkus wegen größeren Angebot aus 4 Akkus (110er Mini, 170er Mini, 170er Normal, 230er Normal; der 110er Normal ist ein Auslaufmodell) in der Regel gut beraten. Cochlear und Med El hinken hier hinterher.
    Zu Oticon Medical kann ich keine Aussage treffen.


    Da du das Kanso willst, sind Akkus für dich ohnehin keine Option.


    Bezüglich Schwindel, ich habe auch 2 Wochen gewartet, bis ich wieder arbeiten ging. Nimm dir Zeit, soviel du brauchst. Gute Besserung und viel Erfolg weiterhin!


    Grüßle,
    Bernd

    Links: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 21.10.2015 / EA: 23.11.2015 - Naida CI Q90 (Upgrade 11.10.2016)
    Rechts: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 02.09.2016 / EA: 10.10.2016 - Naida CI Q90
    Uni-Klinik Freiburg

  • Hallo ihr Lieben,


    danke für eure Beiträge. Ich hatte euch ja ein Update versprochen.
    Gestern war also meine EA in der Tagesklinik vom UKE Hamburg. Nervig war am Anfang die Warterei bei der Patientenaufnahme, dann wollte der HNO Arzt sich die Narbe anschauen und ins Ohr gucken. Alles gut, so dass es mit 1 Stunde Verspätung endlich zur Audiologin ging.
    Mir wurde der Kanso erklärt, also wie man ihn ein- und ausschaltet und wie man die Batterien wechselt. Eine kleine schicke
    Fernbedienung gab es auch mit dazu. Die Audiologin hat erst mal einen passenden Magneten gesucht und dann gings los.
    Der erste Magnet saß zu locker, der zweite passte. Sie hat mir dann einige Töne vorgespielt, ich musste sagen, ob ich sie eher als leise, mittellaut oder sehr laut empfinde. Nach Abspeicherung der ersten Programmierung dann der erste Höreindruck: Es klingt alles sehr hell und hallig. Ich höre Piepen. Es klingt alles gleich. 8| 


    Da ich ja hier im Forum viele Erfahrungsberichte gelesen habe, war ich vorgewarnt und hatte keine hohen Erwartungen. Vor allem der eher negative Erfahrungsbericht von SaSel hat mir klar gemacht, worauf ich mich einstellen muss. Ich war also nicht überrascht oder schockiert sondern ganz gelassen. :D 


    Ich sollte dann einen Rundgang durchs Gebäude machen, durchs Cafe und die Shops und auf die Straße gehen, um mich einzuhören. Ich habe währenddessen mein Hörgerät auf der anderen Seite ausgeschaltet.
    Zurück bei der Audiologin, wurde noch ein Hörtest mit dem CI gemacht ohne Hörgerät auf der anderen Seite. Meine Werte waren konstant bei 50 dB. Die Audiologin war zufrieden damit. Beim Zahlentest verstand ich leider gar nichts. Das war es für den ersten Tag, der nächste Termin ist schon morgen.


    Auf dem Weg nach Hause in der U-Bahn habe ich zwar gehört, dass die Stationen durchgesagt wurden, habe aber nichts verstanden (das Hörgerät auf der anderen Seite hatte ich ausgeschaltet). Geräusche hören sich anders an als gewohnt: Schlüsselbund, Wasserrauschen, Wasserkocher, Tastatur, Rolläden usw.


    Ich habe dann noch eine Nachrichtensendung gesehen, diesmal aber mit Hörgerät, es ist sehr anstrengend, wenn man nur von den Lippen ablesen kann. Vorher mit 2 Hörgeräten habe ich mehr verstanden und über Kopfhörer gehört. Mir ist natürlich klar, dass ich viel Geduld brauche.


    Dann habe ich mir abends noch diverse Youtube Videos übers CI angehört, nur die untertitelten. Ich habe es da wohl etwas übertrieben, denn danach hatte ich starke Kopfschmerzen. Zum Glück bin ich noch krank geschrieben und muss heute nicht zur Arbeit, so dass ich mich ganz dem Hören widmen kann.


    Liebe Grüße
    Iris

    An Taubheit grenzend schwerhörig von Kindheit an, erste Hörgeräte mit 10 Jahren.
    Rechts: Hörgerät von Phonak Naida III SP
    Links: Cochlear Nucleus 7 (EA 11.12.17)

  • Völlig normal, Iris, wenn alles piept. Bei mir hatte alles geklingelt. Das kommt nach und nach, wenn du das Zuordnen lernst, am besten erstmal nur mit Geräuschen. Kein Wunder, dass dich Videos überfordert haben. Immer ein Minischritt nach dem anderen tut Not.


    Greetz
    Martina

  • Hallo Iris,

    bitte sei geduldig und beruhigt, aus meinem anfänglichen Pling entwickelten sich ganz schnell zuzuordnende Geräusche und schon am 5. Tag nach EA konnte ich meinen Mann mithilfe von Lippenablesen tatsächlich nur übers CI verstehen! Natürlich mit einer enormen Konzentration, aber es ging immer besser.

    Inzwischen trage ich den Kanso seit 5 Monaten und ich bin echt zufrieden mit ihm. Natürlich ist alles noch steigerungsfähig, ab 09.01.2018 bin ich in Bad Salzuflen zur Reha- das wird mich bestimmt auch nochmal gut nach vorne bringen.

    Auch wenn mein Bericht vielleicht negativ war, wurde er mitten in der Nacht aus viel Verzweiflung und Frust heraus geschrieben, dir aber letztlich doch helfen konnte.:saint:

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Geduld und tolle Hörerfolge.


    Herzliche Grüße aus dem Rheinland

    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Hallo,


    inzwischen hatte ich 2 weitere Anpasstermine. Bei einem Hörtest hat sich nun herausgestellt, dass mein Restgehör auf dem operierten Ohr komplett weg ist, das ist schade. :(

    Dafür ist aber mein Schwindel direkt nach der EA verschwunden. :)


    Sprache kann ich nun schon besser verstehen, ich muss mich aber sehr konzentrieren. Die Haltestellenansagen in der Bahn verstehe ich jetzt, dass war nach der EA vor 5 Tagen noch nicht der Fall. Beim Einkaufen verstehe ich, was die Kassiererin sagt. Allerdings klingen die Stimmen noch alle ziemlich gleich.

    Mit den Geräuschen habe ich so meine Probleme, es klingt alles sehr hell wie Glocken oder Klirren, das Rascheln von Papier (Zeitung) ist sehr unangenehm.


    Die Logopädin hat mit mir das Telefonieren geübt, es hat ganz gut geklappt, auch wenn sie einiges wiederholen musste. Ich soll nun das Telefonieren z.B. mit meiner Mutter üben.


    Ich durfte gestern auch den Nucleus 6 testweise tragen. Ich fand es im Gegensatz zum Kanso ziemlich unkomfortabel, weil meine Brille so dicke Bügel hat. Er ist mir immer vom Ohr gefallen. Mit nach Hause nehmen wollte ich ihn darum nicht. Ich darf aber auch noch den neuen Nucleus 7 testweise tragen, der ist ja schmaler und 24 % leichter als der Nucleus 6. Allerdings darf ich ihn nur in der Klinik tragen, da sie nur ein Testgerät haben.

    Aber das wird mir für einen Eindruck schon reichen. Ich tendiere auf jeden Fall zum Kanso.


    Beim Hörtest mit dem CI (ohne HG) habe ich Zahlen schon sehr gut verstanden:), die Einsilber dagegen fast gar nicht.


    Der Tinnitus ist seit der EA viel leiser geworden, auch auf dem HG-Ohr.


    Liebe Grüße

    Iris

    An Taubheit grenzend schwerhörig von Kindheit an, erste Hörgeräte mit 10 Jahren.
    Rechts: Hörgerät von Phonak Naida III SP
    Links: Cochlear Nucleus 7 (EA 11.12.17)

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  • Hallo Iris,

    naja das Restgehör ist ja fast immer nach der OP weg. Ja es heißt immer, restgehörerhaltende OP. Die Gefahr, dass die Cochlea nachdem die Elektrode eingeführt wurde, dann irgendwann in sich zusammenfällt, ist halt garnicht mal so unwahrscheinlich. Selbst beim Einführen der Elektrode wird ja sicherlich die eine oder andere Haaresinneszelle beschädigt.


    Kein Schwindel mehr? Na, super! Nun bist ja noch ganz am Anfang. Würde mich trotzdem interessieren, in welchen Programm Du die Bahnansagen verstehst? Im Alltags-Programm oder hast Du in der Bahn etwa das Scanprogramm eingestellt?

  • Hallo Nord1981,

    von wegen restgehörerhaltende OP, da sollten die Ärzte den Patienten schon deutlich klar machen, dass es eben selten der Fall ist, dass es gelingt. Erst heißt es, es gehen vielleicht ein paar dB verloren, und dann ist es doch ganz weg.


    Die Bahnansagen habe ich mit dem Alltags-Programm verstanden. Allerdings nur die Stationen, die Durchsage wegen einer Störung habe ich nicht verstanden.


    Heute habe ich meinen ersten Arbeitstag und ich verstehe meine Kollegen wirklich sehr schlecht, obwohl ich auf der anderen Seite das Hörgerät trage (und das war das bessere Ohr). Ich weiß, hier schreiben alle, ich muss Geduld haben, aber es ist schon frustrierend, dass ich jetzt schlechter höre als vorher mit 2 Hörgeräten. Auch wenn die Aktivierung erst vor einer Woche war, so hatte ich gehofft, in Kombination mit dem Hörgerät wenigstens einigermaßen zu verstehen. Vielen hier im Forum ging es ja auch so, aber ich kann mir noch gar nicht vorstellen, in einem halben Jahr besser zu hören als vorher mit 2 Hörgeräten.


    Wenigstens nervt der Tinnitus beim Einschlafen nicht mehr, er ist nur noch ganz leise auf dem Hörgeräte-Ohr.


    Viele Grüße

    Iris

    An Taubheit grenzend schwerhörig von Kindheit an, erste Hörgeräte mit 10 Jahren.
    Rechts: Hörgerät von Phonak Naida III SP
    Links: Cochlear Nucleus 7 (EA 11.12.17)

  • Hallo Iris,


    hörresterhaltend wird auf jeden Fall operiert. Es gibt immer ein gewisses Risiko, daß da was daneben geht.
    Ich bin beidseitig versorgt und habe an beiden Ohren noch Hörreste. Die Unterschiede vor und nach der OP sind vernachlässigbar (Audiogramme sind Momentanaufnahmen).


    Daß man nach einem halben Jahr mit einem CI besser verstehen kann als zuvor mit 2 Hörgeräten, kann ich durch mein Erfahrungen bestätigen. Noch besser ist ein CI und ein HG.

    Auch ich habe Anfangs mit einem CI weniger verstanden als mit HGs zuvor. Bereits nach einem Monat nutzte das Gehirn das CI als Silbenmetronom und das HG für den Klang. Das ermöglichte mir ein besseres Sprachverständnis als mit 2 HGs. Obendrein konnte ich auf einer Feier sogar Stimmen auf 3 m Distanz erfassen, wenn auch nicht verstehen. Nach 1 Monat schon beachtlich. Seither weiß ich, daß ich eines Tages trotz Störschall Sprachverständnis haben werde.


    Bei dir ist die EA gerade mal 1 Woche her. Nur Geduld! Nach einem Monat wirst du sehr staunen. :)


    Viele Grüße,
    Bernd

    Links: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 21.10.2015 / EA: 23.11.2015 - Naida CI Q90 (Upgrade 11.10.2016)
    Rechts: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 02.09.2016 / EA: 10.10.2016 - Naida CI Q90
    Uni-Klinik Freiburg

  • Den Worten von Bernd kann ich mich nur anschließen.

    Ich glaube auch immer wieder, dass ich mit dem CI fast schlechter höre als zuvor mit den beiden HGs, aber auf einmal höre ich dann doch bewusst etwas, was ich zuvor nie gehört habe oder Geräusche fallen mir plötzlich auf- mit dem CI Ohr! Vieles beim Hören läuft unbewusst ab und nach einer Woche kann man wirklich keine Wunder erwarten.

    Natürlich habe ich am Tag der EA auch gehadert; habe ich neben meinem Hörrest auch mein Gleichgewicht am operierten Ohr durch den Wechsel der Drainage komplett verloren und dafür den Tinnitus dazu bekommen... Man lernt aber mit der Zeit sich mit allem zu arrangieren.;)


    Wobei das Bewusstsein der völligen Taubheit mich zurzeit von einem zweiten CI abhält, wenn ich ehrlich bin.:/


    Liebe Grüße

    SaSel

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Die Bahnansagen habe ich mit dem Alltags-Programm verstanden. Allerdings nur die Stationen, die Durchsage wegen einer Störung habe ich nicht verstanden.


    Vielen hier im Forum ging es ja auch so, aber ich kann mir noch gar nicht vorstellen, in einem halben Jahr besser zu hören als vorher mit 2 Hörgeräten.

    Hallo Iris,


    Im Zug, im Cafe/Restaurant, beim Bäcker, Unterhaltung auf der Straße nutze ich das Programm Beam. Scan habe ich mir abstellen lassen, weil es sich immer erst verzögert auf die neu Hörsituation eingestellt hat. Bei Beam ist festgelegt, dass bei Störgeräuschunterdrückung das Mikro auf das Direktgespräch mit dem der vor dir sitzt gerichtet ist. Hat natürlich wie auch bei Hörgeräten der Fall den Nachteil, dass alles gedämpft wird. Und viele Geräusche oder auch Wind als Sprache aufgefasst werden...


    Du kannst auch bei Dir vor Ort, also ambulant Logopädie in Anspruch nehmen. Verordnung stellt Dir der Hausarzt aus, wenn Du ihm erzählst, dass Du Hörtraining nach Cochlea Implant OP benötigst. Ne Liste mit Adressen von geeigneten Logopäden (müssen sich mit CI auskennen), sollte Deine Klinik für dich haben...

    Hallo Iris,


    hörresterhaltend wird auf jeden Fall operiert. Es gibt immer ein gewisses Risiko, daß da was daneben geht.
    Ich bin beidseitig versorgt und habe an beiden Ohren noch Hörreste. Die Unterschiede vor und nach der OP sind vernachlässigbar (Audiogramme sind Momentanaufnahmen).

    Hallo Bernd!


    Definiere "hörresterhaltend" :saint: Wird von vornherein die Hybrid-Variante genommen, wird wohl das Restgehör zunächst sehr wahrscheinlich noch da sein. Bei allen anderen, denen ein normales CI gesetzt werden soll, wird die "Gehörknöchelchenkette" durchtrennt. Ok, neben Hammer, Amboss, Steigbügel, habe ich da nicht viele "Knöchelchen"... wenn das also durchtrennt wird, was vom Mittelohr zum Innenohr geht, dann kann ich mein Hörgerät auf der Seite echt vergessen 8o "Hörresterhaltend" heißt ja - glaube ich zumindest - nichts weiter, als dass beim Einführen der Elektrode in die Cochlea, diese nicht sowei geöffnet werden muss, dass die wichtige in ihr enthaltende Flüssigkeit nicht ausläuft. Durch das Einschieben der heute recht dünnen Elektrode muss aber wahrscheinlich zwangsweise die ein oder andere Haaresinneszelle drunter leiden.


    Das weiß ich aber alles nicht so genau, was ich da grade verzapft habe. Denke aber dass es so ähnlich sein wird - Die Restgehörerhaltende OP.

  • Hallo Bernd!


    Definiere "hörresterhaltend" :saint: Wird von vornherein die Hybrid-Variante genommen, wird wohl das Restgehör zunächst sehr wahrscheinlich noch da sein. Bei allen anderen, denen ein normales CI gesetzt werden soll, wird die "Gehörknöchelchenkette" durchtrennt. Ok, neben Hammer, Amboss, Steigbügel, habe ich da nicht viele "Knöchelchen"... wenn das also durchtrennt wird, was vom Mittelohr zum Innenohr geht, dann kann ich mein Hörgerät auf der Seite echt vergessen 8o "Hörresterhaltend" heißt ja - glaube ich zumindest - nichts weiter, als dass beim Einführen der Elektrode in die Cochlea, diese nicht sowei geöffnet werden muss, dass die wichtige in ihr enthaltende Flüssigkeit nicht ausläuft. Durch das Einschieben der heute recht dünnen Elektrode muss aber wahrscheinlich zwangsweise die ein oder andere Haaresinneszelle drunter leiden.


    Das weiß ich aber alles nicht so genau, was ich da grade verzapft habe. Denke aber dass es so ähnlich sein wird - Die Restgehörerhaltende OP.

    Ein Durchtrennen der "Gehörknöchelkette" ist mir nicht bekannt. Das wird bei einer CI-OP meines Wissens nach nicht gemacht, sonst würde man nicht hörresterhaltend operieren.

    Der Begriff "Hörrest" trifft besser als "Restgehör", denn "Restgehör" klingt nach einem Gehör mit fehlenden Komponente wie Hammer, Amboß, Steigbügel, usw. Würde die Schnecke fehlen, hülfe auch kein CI mehr.

    "Hörrest" bezeichnet einfach die verbliebene Fähigkeit, auf natürlichem Weg zu hören. "Hörresterhaltend" ist somit ein Begriff, daß die Hörfähigkeit beim Eingriff nicht verloren geht.


    Es ist so wie der Begriff "Klarglas" und "Glasklar". Beide Begriffe gibt es, haben aber unterschiedliche Bedeutungen.
    Dann gibt es Worte, die vom Syntax her falsch ist. Bekanntester Vertreter ist die Geschwindigkeitsangabe: statt "Stundenkilometer" muß es richtig "Kilometer pro Stunde" heißen, wie es in der Einheit "km/h" auch dargestellt wird.



    Grüße,
    Bernd

    Links: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 21.10.2015 / EA: 23.11.2015 - Naida CI Q90 (Upgrade 11.10.2016)
    Rechts: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 02.09.2016 / EA: 10.10.2016 - Naida CI Q90
    Uni-Klinik Freiburg

  • Ein Durchtrennen der "Gehörknöchelkette" ist mir nicht bekannt. Das wird bei einer CI-OP meines Wissens nach nicht gemacht, sonst würde man nicht hörresterhaltend operieren.

    Hallo Bernd, danke für Deinen Beitrag. So ausführend habe ich es mit dem "definieren" nicht gemeint ^^;)


    Also ich bin 2014 operiert worden. Es war üblich, dass die Gehörknöchelchenkette durchtrennt wird. Warum? - Es soll (meine eigene Interpretation) ausgeschlossen werden, dass noch über dem Gehörgang Töne wesentlich wahrgenommen werden. Eine EAS-Versorgung ist zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, dass weiß man - also nimmt man die lange Elektrode und die soll unter Anwendung der schonenden Operationstechnik später voll genutzt werden können.


    Allerdings findet man im Netz nicht viel über diese besagte Durchtrennung der Gehörknöchelchenkette. Wahrscheinlich wird es auch nicht überall so gemacht. Und es ist abhängig von der Hörkurve... Wahrscheinlich ist deshalb auch nicht viel davon zu lesen... allerdings gibt es ja viele CI-Patienten, deren Hörverlust auch im Tieftonbereich weit fortgeschritten ist...


    Habe hier aber eine gute Beschreibung der restgehörerhaltenden OP gefunden: (Quelle: http://www.ci-zentrum-ruhrgebiet.de/faq.php)

    Zitat
    Bleibt das Restgehör auf dem implantierten Ohr erhalten? Durch das Einschieben der Elektrode kann es zu Beschädigungen der filigranen anatomischen Strukturen in der Hörschnecke und somit zu einer vollständigen Ertaubung kommen. Dies ist trotz der auch in Bochum verwendeten schonenenden Operationstechniken um so wahrscheinlicher, je tiefer die Elektrode in die Cochlea eingeführt wird, da der Durchmesser der Schneckenwindung zur Spitze hin abnimmt. In der Spitze der Cochlea befinden sich jedoch die für die Wahrnehmung tiefer Töne zuständigen Nervenenden, die entscheidend zur Natürlichkeit des Klangeindrucks beitragen. Bei der klassischen CI-Indikation ist deshalb eine tiefe Elektrodeninsertion wichtiger als ein potenzieller Restgehörerhalt, einen Sonderfall stellt jedoch die sogenannte EAS dar.
    Zitat
     Was ist "EAS" bzw. "Hybrid"? EAS steht für Elektrisch-Akustische Stimulation und bezeichnet die gleichzeitige Versorgung ein und desselben Ohres mit einem CI und einem Hörgerät. Die EAS kommt für Patienten in Frage, die im Tieftonbereich noch ein sehr gutes Restgehör haben, im Hochtonbereich jedoch taub sind. In diesen Fällen ist es möglich, eine besonders kurze und in der Spitze besonders weiche Spezialelektrode zu verwenden, die lediglich so weit in die Cochlea eingeführt wird, dass die für die Wahrnehmung hoher Töne zuständigen Nervenenden elektrisch gereizt werden. In Verbindung mit einer speziellen OP-Technik kann so in den meisten Fällen das Restgehör im Tieftonbereich erhalten bleiben und der Tieftonhörverlust gegebenenfalls mit einem in den Sprachprozessor integrierten konventionellen Hörgerät versorgt werden. Eine sehr wichtige, in vielen Fällen jedoch nicht gegebene Voraussetzung ist allerdings, dass der Hörverlust im Tieftonbereich für die nächsten Jahre nicht weiter zunimmt.

    Links: EA Mai 2014 mit CI24RE (CA)- Cochlear N6 (CP 910)
    Rechts: HG von Oticon

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Nord1981 ()

  • Hallo Nord1981,


    danke für die Erklärungen!
    Bei mir wurden die Gehörknöchel definitiv nicht durchgetrennt. Und meine OPs waren 2015 und 2016, wobei ich für das neue Implantat von Advanced Bionics etwas zu früh operiert wurde. Denn zur selben Zeitraum wurde in St. Pölten das erste neue Implantat in Europa implantiert. Egal, dafür durfte ich an einer Studie zum Erhalt des Hörrestes teilnehmen. Was immer es auch für ein Mittel war, das mir über den Trommelfell injiziert wurde, es schien zu klappen. :)


    Herzliche Grüße,

    Bernd

    Links: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 21.10.2015 / EA: 23.11.2015 - Naida CI Q90 (Upgrade 11.10.2016)
    Rechts: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 02.09.2016 / EA: 10.10.2016 - Naida CI Q90
    Uni-Klinik Freiburg