Hallo aus Göttingen

  • ..... mein name ist Tanja , 37 bei mir wurde eine hochgradige Schallempfindungsschwerhörigkeit seit frühster Kindheit diagnostiziert. Ich habe ein Resthörvermögen von 750Hz im Tieftonbereich (für Ton und Mehrsilber Test, Einsilber nur ein langgezogener Ton) Restlichen Frequenzen nehm ich nichts wahr.Daher eher als taub zu bezeichnen. Ich selbst kenne es eigesndlich nicht anders als von Klein auf nur einseitig zu hören oder in lauterer Umbebung nicht jeder Unterhaltung folgen zu können. Ich empfinde es somit nicht als Verlust. Mein jetziger HNO Arzt brachte mich auf die Idee des CI . Die Vorstellung das 1. Mal Stereo hören zu können fand ich reizvoll. Dadurch bin ich hier in Göttingen in der Innenohrsprechstunde gelandet. Bei der 1. Untersuchung wurde oben beschriebenes diagnostiziert. Gestern war ich wieder da und hatte neben Gleichgewichtstest auch den Promontorialtest . Dabei habe ich leider nichts gehört nur ein Vibrieren mit Unterbrechung gemerkt. Schön wäre gewesen wenn ich nicht nur Vibrieren sondern auch etwas gehört hätte. Mir wird trotzdem eine CI nahegelegt . Kann mir vielleicht jemand helfen und hat ähnliche Erfahrung/ Ausgang .... also eigendlich " negativer" Promontorialtest aber auch Resthörvermögen? Kann das sein ? Ist der Test eigendlich Aussagekräftig? mir wurde gesagt ich könnte bei dem Ausgang zumindest erkennen von wo das Geräusch kommt, Sprachverstehen eher mit ?? Mir ist klar selbst ein wenig ist mehr als jetzt..... aber ich bin am überlegen ob ich es (also die OP) machen soll oder nicht. Rechts habe ich zumindest das Glück noch nie einen Hörverlust gehabt zu haben. Ich würde mich sehr freuen vvvon Euch etwas zu hören.


    Lieben Gruß


    Tanja

  • Herzlich willkommen im Forum!
    Zu dem Test kann ich Dir nichts sagen, aber wenn Dir schon ein CI nahegelegt wurde, solltest Du nicht zögern. Klar birgt die OP auch Risiken, aber eigentlich kannst Du nur gewinnen, zumindest stehen die Chancen doch gut. Die endgültige Entscheidung triffst Du, aber ich habe es nicht bereut, auch wenn Geduld mein bester Freund sein muss.

    Normal hörend geboren
    RE normal hörend
    LI im 4.-5.LJ durch Mumps > Meningitis (fast) taub
    OP 23.11.2016 > Cochlear CI522 / EA 02.01.2017 > Cochlear CP910

  • Hallo Tanja,


    Ich selbst kenne es eigesndlich nicht anders als von Klein auf nur einseitig zu hören oder in lauterer Umbebung nicht jeder Unterhaltung folgen zu können.

    Das ist so, wenn man einseitig ertaubt ist, da man die gewünschte Schallquelle schlechter fokussieren kann. Ähnlich so beim Auge: Ich fokussiere das, was mich interessiert, der Rest verschwindet am Rande.

    Mein jetziger HNO Arzt brachte mich auf die Idee des CI . Die Vorstellung das 1. Mal Stereo hören zu können fand ich reizvoll.

    Das ist eine der Möglichkeiten, die ein CI liefern kann(!). Eine Garantie dazu gibts nicht

    mir wurde gesagt ich könnte bei dem Ausgang zumindest erkennen von wo das Geräusch kommt, Sprachverstehen eher mit ??

    Ortung mit CI ist bei einseitiger Ertaubung eine Königsdisziplin, die intensive Übung erfordert. Immerhin muss das "Hirn" ja begreifen, dass das Geräusch, welches auf der einen (gesunden) Seite ankommt, das selbe sein soll, das auf der anderen aufs CI trifft. Tatsächlich ist die Wahrnehmung aber eine andere. Beim Sprachverstehen habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass das mit Ausschluss des gesunden Ohres (z.B.:per ComPilot) problemlos möglich ist. Im Alltag allerdings übernimmt, wie Du schon berichtetest, das gesunde Ohr das "Kommando".


    Nun kommen wir zur eigentlichen Frage:


    Mir ist klar selbst ein wenig ist mehr als jetzt..... aber ich bin am überlegen ob ich es (also die OP) machen soll oder nicht. Rechts habe ich zumindest das Glück noch nie einen Hörverlust gehabt zu haben.

    Ein wenig mehr heißt bei mir:
    - Kein Tinnitus mehr (für mich sehr wichtig, allerdings kann auch nach der OP Tinnitus auftreten, obwohl noch nie einer da war)
    - Ähnlich räumliches Gefühl, wie vor meinem totalem Hörverlust mit 57 Jahren
    - Verbesserte Kommunikation, da ich nun auch von der linken Seite angesprochen reagieren kann


    Bedenken sollte man außerdem:
    - Die Situation, falls mit dem gesunden Ohr etwas negatives passieren sollte



    Fazit:
    Das CI bietet u.U.Verbesserungen, die allerdings nicht garantiert sind. Kein Mensch/Arzt kann Dir sagen, wie die Geschichte ausgeht. Andererseits könnte man auch durch irgendwelche Umstände das gesunde Ohr verlieren. Das wäre ohne Implantation auf dem zunächst kranken Ohr "unglücklich". Gegen eine Operationen spricht, dass es auch bei einer Routine-OP nicht immer so läuft, wie erwartet, Komplikationen sind selten, aber nie ausgeschlossen.
    Egal, wie man es dreht und wendet, die letztendliche Entscheidung triffst Du, die mit den Konsequenzen leben muss


    Für mich und wohl auch matzedm101 gilt, das wir uns für ein CI entschieden und bis heute nicht bereut haben


    Schreib bitte weiter, welchen Weg Du wählst, würde nicht nur mich interessieren


    LG Konrad


    P.S.: Ach ja, ganz vergessen: Herzliches Willkommen auch von mir :)

  • Hallo Tanja,


    es ist eigentlich unvorstellbar, dass du in keiner Weise vom CI profitieren würdest.
    Natürlich wird dir jetzt keiner sagen können, wie du mit dem CI hören könntest.
    Alles die Frage der Verarbeitung, eigener Möglichkeiten, letztendlich des, was du und die Klinik daraus macht.
    Die Klinik kann ich dir nur empfehlen, auch wegen der Nachsorgen hinterher.
    Zu dem Stereo- Hören und räumlichen Gefühl: ich erinnere mich noch, dass ich nach der 2. Anpassung noch nicht wirklich etwas gehört habe, aber das Gefühl für Raum gewann. Das war so ungewohnt, es wieder zu spüren, sozusagen die Welt in 3D, nicht nur als eine Art flache scheibe vor dem noch hörenden Ohr.
    Und dann ging es relativ schnell mit dem hören können und verstehen.
    Ich wünsche dir viel Glück auf dem CI- Weg 8)

    rechts: CI seit Sept. 2013, danach Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern). Seit 7.07.2020 Sonnet 2.
    links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

  • Hallo Tanja,


    erstmal seil willkommen bei uns "Blechohren"! :)


    Ich kann mich da nur meinen "Vorschreibern" anschließen und möchte auch meine CI's nicht mehr hergeben! Es war die beste Entscheidung in meinem Leben in vieler Hinsicht. Und ich stelle auch immer fest, wie erst gutes binaurales Hören auch zu einem allgemeinen guten und positiven körperlichen Wohlbefinden beiträgt.


    Hören und Geräusche wahrnehmen wirst Du auf jeden Fall, auch wenn es anfangs mal dauern kann. Für ein vollständiges Sprachverstehen wird jedoch niemand die Hand ins Feuer legen können. Das hängt auch von Deiner mentalen Einstellung zur Sache als Ganzes (möglichst niedrige Erwartungshaltung & viel Geduld) sowie Motivation ab. Da tickt jeder anders....

  • Wow.... vielen Dank an Euch alle. Für die Antworten , das Herzliche Willkommen und das ich so positiv bestärkt werde den Weg zu gehen.
    Mein Gefühl sagt mir auch zu 95% hey... was hast Du zu verlieren.
    Ich werde gerne berichtet wie es weitergeht bei mir.
    Ich denke das ich hier gut aufgehoben bin um Erfahrungen auszutauschen.
    Habt einen sonnigen Tag :)