Sitz des Implantats für Kanso

  • Hallo zusammen,
    ich werde Ende Mai 2017 rechts mein erstes CI erhalten. Ich habe mich u.a. aus beruflichen Gründen (Publikumsverkehr, enge Zusammenarbeit mit anderen Behörden und lokalen Politikern) für das m. E. unauffällige Kanso entschieden.
    Meine Frage ist nun, ob hier jemand Erfahrung mit dem Kanso das Richtungshören betreffend hat. Meiner Logik nach sollte der Kanso so nah wie möglich am Ohr getragen bzw implantiert, werden?

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Hallo....
    Das richtungshören habe ich beim kanso als nicht so gut empfunden.
    Die Lage des kanso kannst du nicht beeinflussen....es muss eine bestimmte Stelle am Knochen angefräst werden wo das implantat seinen Platz findet und an der Stelle liegt auch der kanso. Jeder Mensch hat ja einen anderen Schädel wo es z.b. 2-3 cm variiert.


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  • Liebe Silke,


    Ich überlege auch schon, welchen Sprachprozessor ich wählen werde. Dazu werde ich am Montag den Arzt beim Abschlussgespräch löchern


    Tendenziell ist der CP920 mein Favorit, da ich damit besser einen Helm tragen kann.


    Vielleicht klärst du das für dich noch ab, ob du den Kanso unter deinem Reithelm oder vielleicht auch den Fahrradhelm benutzen kannst.


    Lieber Gruß


    Karin

    rechts: von Kindheit an mittel- bis hochgradig schwerhörig, letzter Hörsturz mit 22 Jahren verursachte totale Taubheit.

    Juli 1990: in Hannover CI-Operation, aktuell Nucleus 6, CP920


    links: geburtstaub, Juli 2017: in München-Großhadern CI-Operation, EA: 07.08.17, aktuell Nucleus 6, CP920

  • In einem anderen Thread zum kanso hab ich paar Vergleiche gemacht unter anderem auch mit paar Bilder.
    Das waren meine ersten Eindrücke....vieleicht hilft das bei einer Entscheidung.


    Grüße


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  • Dass bei jedem Menschen das Implantat etwas anders sitzt, ist mir schon klar. Nur ist mir bei der Betrachtung von sämtlichen Bildern aufgefallen, dass die Implantate sehr extrem verschieden angebracht sind.
    Am besten nehme ich in der Tat auch meinen Reithelm mit, um im. Idealfall die möglichst optimale Position finden zu lassen.
    Aber die Erfahrungen mit dem Richtungshören interessieren mich auch ; zum Glück komme ich links noch mit einem HG zurecht.

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Mein Kanso sitzt über der Ohrspitze. Mir ist auch aufgefallen, dass bei einigen der Sitz ziemlich weit hinten ist.
    Einen Motorradhelm kann ich mit dem Teil nicht tragen, bei Fahrrad-und Reithelmen, kann ich es mir vorstellen, wenn man die verstellen kann. Ich hatte schon einen Bauhelm an, das ging problemlos.


    Zum Richtungshören kann ich leider gar nichts sagen, da noch nicht vorhanden.


    Habt einen schönen Tag
    Christine

  • Das ist mit den Rondos auch so: Bei mir sitzen die beiden ziemlich weit hinten, so dass die Mikrofone (der Rondo hat leider nur ein omnidirektionales, also rundum-erfassendes Mikrofon) mehr das aufnehmen, was hinten passiert, als das eher Wichtige von vorne. Das allmählich wiederkehrende Richtungshören funktioniert auch durch diese Lage recht gut - das Gehirn kennt es ja nicht anders und scheint die wenig optimale Mikro-Positionen ausgleichen zu können. Im äussersten Bedarfsfall kompensiere ich das mit meiner audio-comfort-Umhängemikro (DM 90) und spiele so per Schlinge noch das direkte Signal von vorne dazu.


    Ich würde vor der OP im Vorgespräch zumindest darauf hinweisen, ob es möglich ist, mit den Implantaten nach vorne zu kommen, soweit es irgendwie geht. Wahrscheinlich spielt auch die Knochendicke an der entsprechenden Stelle eine Rolle - das Implantat soll ja nicht aufplantiert, sondern implantiert werden ;) ...


    Helme sind mit den Rondos auch ein Problem, das hat dann dazu geführt, dass wir nunmehr Wandern und nicht mehr Radeln.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


    ____________________________________


    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Ich habe den CP910. Einen Kanso möchte ich aus verschiedenen Gründen nicht. Das wäre z.B. Verlust (trotz Sicherheitsleine) Hab ja so schon die Befürchtung, das mir der SP mal in ner Menschenmenge oder so, abgerissen wird.
    Das vorne kein Mikro angebracht ist, sagt mir schon theoretisch nicht zu... auch wenn Richtungshören möglich ist, wird es anders sein.


    Nun noch zum Thema Unauffälligkeit: Ich trage das CP910 jetzt 3 Jahre und habe zum Anfang immer versucht die Spule hinterm Haar zu verstecken. Da ich als Mann mein Haar aber nur mittellang trage, ist das schonmal nicht so leicht. Jetzt ist es aber so, dass ich mich nicht verstecken möchte. Vor nichts und niemanden. Ich bin wie ich bin. Ich ertappe mich zu oft dabei, dass ich so tue, als hätte ichs verstanden... ja, ja / Mhmm, genau usw. 8o:D Ich zeige mich also ganz offen und komme so viel ehrlicher und natürlicher rüber. Die Leute die mich schief angucken oder mir keinen Respeckt zollen, z.B. weil ich - drücke es mal so aus - angeblich nicht mainstreamfähig bin, lass ich getrosst links liegen :P8)

  • Ich wünschte ich könnte meine Zeit zurück drehen...wobei ich meine Jugendzeit nicht bereut habe mit dem ganzen Mist wo ich gebaut habe...geile Zeit.


    In meiner hörgeräten Zeit war ich in meiner Jugend ziemlich schlagfertig mit den ganzen pöbeleien von Halbstarken....da müsste man direkt zeigen wo es lang geht.....seither hat mich jeder akzeptiert so wie ich bin das ich unter keinen Umständen benachteiligt gewesen bin.


    Diese Stärke besitzt meine Tochter leider nicht...


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  • Guten Morgen allseits,


    ihr habt grundsätzlich recht, dass man sein CI nicht verstecken sollte!
    Nur leider habe ich in meinem Leben (schwerhörig von Geburt an, HG beidseitig seit dem dritten Lebensjahr) viele schlechte Erfahrungen gemacht: als Jugendliche zu hören bekommen, man sei aus Mitleid mit mir befreundet gewesen ; auf einem Reitturnier in einer Dressurprüfung wegen leicht schiefer Kopfhaltung um die Kommandos hören zu können, disqualifiziert worden ; habe ich vor dem Start die Richter auf meine Hörbehinderung angesprochen, habe ich zu hören bekommen, dann reite hinterher und was das soll ; teilweise im Umfeld zu viel Rucksichtsnahme mit überdeutlichem und über langsamen Sprechen (ich bin nur schwerhörig, aber nicht doof :D), usw.
    Das alles hat dazu geführt, dass ich so "normal" und unauffällig wie möglich leben will. Ich war nur für die Grundschule auf einer Schwerhörigenschule und habe danach das Lyzeum besucht, eine klassische Berufsausbildung und später an einer klassischen FH meineVerwaltungswirtin gemacht. Und immer alles gegeben, um nicht als Schwerhörige aufzufallen...

    Meine Kollegen von meiner Verwaltung wissen Bescheid, vergessen die Schwerhörigkeit zum Glück aber auch wieder, und arbeiten "normal" mit mir zusammen, Kollegen von anderen Behörden und Kooperationspartner sowie die lokalen Politikern ahnen nichts - das erleichtert mir, denke ich schon, die Akzeptanz, weil hier keine Vorurteile aufgebaut werden können. Aus diesem Grunde habe ich mich für Kanso entschieden - auch wenn es evtl anfälliger für Verlust ist.

    Ich bewundere eure selbstbewussten Einstellungen und interessiere mich weiterhin für eure Erfahrungen. Einige Tipps werde ich mitnehmen, wenn es für mich am 30.05.2017 mit der letzten Untersuchung vor der OP am 31.05.2017 ernst wird ;).


    Liebe Grüße aus dem Rheinland!

    Von Geburt an hochgradig schwerhörig beidseitig, im Laufe der Jahre an Taubheit grenzend schwerhörig beidseitig
    OP rechts am 31.05.2017 Uni Köln, EA am 17.07.2017, Cochlear Kanso
    links HG, zurzeit Resound Linx wegen Kompatibilität zu Cochlear

  • Oh cool, jemand Popcorn?



    In meiner hörgeräten Zeit war ich in meiner Jugend ziemlich schlagfertig mit den ganzen pöbeleien von Halbstarken....da müsste man direkt zeigen wo es lang geht.....seither hat mich jeder akzeptiert so wie ich bin das ich unter keinen Umständen benachteiligt gewesen bin.

    Ersteres kann ich unterstreichen. Wobei mein Verhalten an der Regelschule alles andere als geduldet wurde. Letzendlich war ich dann immer für die Auseinandersetzungen Schuld ;-) Letzterem kann ich nicht so zustimmen. Es gibt Menschen, in deren Schädel geht es nicht rein, dass es kein normal und unnormal gibt. Das sind dann die ewigen Halbstarken, die den ganzen Tag hinter ihrer starken Maske hinterherlaufen und abends fallen lassen.

    Diese Stärke besitzt meine Tochter leider nicht...

    Kann ich verstehen... aber sei ehrlich, trotz das dich gewehrt hast, ging es dir damals auch so. Also ich sag mal mit der Gesamtsituation unzufrieden ;-) Dass wichtige ist, das man alleine glücklich ist, dann strahlt man das auch aus.


    SaSel: Ich bin auch von Geburt an sh. HGs seit 4. Lj. Schlechte Erfahrungen habe ich auch genug gemacht. Ja, die Jugend war damals auch bei mir noch nicht so weit wie ich es war. Ich war dafür an der Grundschule und auch an der weiterführenden Schule der beste Vorleser. Hätten die sich alle ne Scheibe von abschneiden können... haben sie aber nicht. Als Sport hat mir der Schulsport und die Prügeleien gereicht. Hatte es nicht nötig, mir noch beim Fußball oder so, sagen zu lassen, dasd ich zu blöd dafür bin.


    Zu viel Rücksichtnahme mit anschreien und besonders langsam und so, bin ich immer mit Hochnäsigkeit und Sprachgewandheit, oder zurückschreien, bin nicht taub nur sh entgegengetreten.


    "So "normal" und unauffällig wie möglich leben will"


    Ja, klar man achtet auf sein Äußeres und so. Aber was heißt denn bitte schon normal? Normal ist für mich nicht mehr das, was mir die Gesellschaft vorgibt, sondern das was ich sein will. Und das ist glücklich sein. Und wer mich daran hindert, hat in meinem Leben nichts zu suchen.


    Ich bin nur zur Regelschule gegangen. Berufsentwicklung ähnlich zu Deiner. Und ich wollte als Hörgeschädigter auffallen und dann einfach situationsbedingt wieder nicht: Nämlich dann, wenn man einfach nur Mensch sein muss oder einfach nur nett, höflich gegenüber Vorgesetzten oder so. Und wenn man dann irgendwas nicht versteht, freundlichst drauf hinweisen. Meine Kollegen wissen auch Bescheid und doch sind sie mal öfters wieder diese oben angesprochenen Halbstarken mit der Maske, die die Muskeln verbal spielen lassen wollen... ich bin glücklich und lass mich nicht unterkriegen. Da könnte mich son Politiker fragen, ob ich Blöde bin und ich würde sagen, nein taub aber ich kann sie trotzdem Hören... nur kriegen sie ihre Zähne nicht auseinander. Nein so würde ich das nicht sagen, aber doch sehr ähnlich...

  • Ja ich bin selbstbewusst.....
    Und man lernt ja damit umzugehen. Insgesamt bin ich mit meiner Lebenseinstellung zufrieden wie mein Vorredner schon sagte......intressant sind dann immer diese Friseur besuche......wo man zum x Ten mal erklären muss was ein ci ist....aber da mache ich das gerne wenn die Leute auch Intresse zeigen und selbst von ihrer Geschichte erzählen das jemand in der Familie auch schwerhörig ist bla bla....so macht das unterhalten auch Spaß.
    Gott gibt es auch vernünftige Menschen :D


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  • Liebe Silke,


    Ich bedauere sehr, dass du als Schülerin so schlechte Erfahrungen gesammelt hast, das prägt Dich verständlicherweise für Dein Leben.


    In Deinem jetzigen Kernarbeitsumfeld reagieren Im Grunde genommen alle so, wie Du es Dir wünscht. Du kannst davon ausgehen, je älter Du wirst, desto verständnisvoller wird Dein Umfeld, da immer mehr Kollegen, Bekannte und Freunde unter Altersschwerhörigkeit leiden werden. Du wirst auch ein Microphon erhalten, dass sehr hilfreich für große Besprechungsrunden ist. Glaube mir, diese extremen Erfahrungen, die Du in Deiner Jugendzeit gemacht hast, werden sich so nicht wiederholen. Du bist jetzt eine Frau, die Ihren bestimmt nicht einfachen Weg mit Bravour gegangen ist. Schon alleine deswegen ist Dein heutiges Selbstbewusstsein ein anderes. Ich bin mir sicher, wenn du heute solche unverschämte Äußerungen erhalten würdest, dass du ganz anders reagierst als damals. Du bist alleine durch Dein Amt eine Respektperson, da werde sich die meisten überlegen, ob sie sich solche unqualifizierte Äußerungen erlauben können. Nah meiner Meinung hast du nichts zu befürchten!


    Bitte stelle Dich darauf ein, dass der Kanso nichts für Dich ist, da ich mir nicht vorstellen kann, dass er unter einem Reithelm passt. Was für Hörgeräte trägst du eigentlich aktuell (HdO) ? wenn du längere Haare hast, sieht man nichts vom Freedom 6.


    Ganz liebe Grüße


    Karin

    rechts: von Kindheit an mittel- bis hochgradig schwerhörig, letzter Hörsturz mit 22 Jahren verursachte totale Taubheit.

    Juli 1990: in Hannover CI-Operation, aktuell Nucleus 6, CP920


    links: geburtstaub, Juli 2017: in München-Großhadern CI-Operation, EA: 07.08.17, aktuell Nucleus 6, CP920

  • Hallo Karin,


    aktuell bekommt man keinen Freedom-Prozessor mehr.
    Er heißt, Nucleus 6, und ist auch im Kanso verbaut.
    Genauer gesagt, müsste man die aktuellen HdO-SPs von Cochlear als CP 910 (der ganz große) und CP920 (der kleinere) bezeichnen.


    Mit dem Reitsport kenne ich mich nicht so aus, aber es gibt doch neben den Reitkappen auch die anderen Reithelme, die die Polospieler nutzen. Die sieht man hierzulande auch ganz häufig, wenn mal wieder Pferd und Reiter durch die Gegend traben. Aber auch Radfahrer haben manchmal einen sehr ähnlichen Helm auf.
    So einen könnte man vielleicht von innen etwas präparieren... aber da kann ich wie gesagt nichts beisteuern.

  • Betreff Richtungshören:


    Als AB-Träger kann ich hier normalerweise nicht mitreden, da ich das Rondo oder das Kanso niemals testen kann. Deshalb habe ich ersatzweise mit dem Spulenmikrofon getestet.
    Das Naida CI Q70 und Q90, HdO-Prozessoren von Advanced Bionics, verfügen beide über je 4 Mikrofone:
    - das T-Mic (Ohrhakenmikrofon)
    - 2 Prozessormikrofone (Richtung und Umgebung)
    - Spulenmikrofon


    Der Spulenmikrofon kommt von der Position her dem Rondo und dem Kanso am Nächsten.
    Ich merke vom Hören her definitiv einen Unterschied zwischen Spulenmikrofon und dem Prozessormikrofon. Das trifft auch auf das Richtungshören zu, denn mit dem Spulenmikrofonen konnte ich das Vogelzwitschern (mein Testobjekt) nicht genau lokalisieren, da es von überall her zu kommen schien. Dagegen war die Feststellung der Richtung mit dem Prozessormikrofon deutlich besser. Das hängt zusammen, daß bei den Prozessormikrofonen eine saubere räumliche Trennung durch den Kopf vorhanden ist. Dies war mit den Spulenmikrofonen nicht so wirklich gegeben.
    Von daher würde ich, wenn dir das Richtungshören wichtig ist, zu einem HdO-Prozessor raten.


    In eigener Sache:
    den Unterschied zwischen dem Prozessormikrofon und dem T-Mic (Ohrhakenmikrofon) konnte ich aufgrund der Kürze nicht gut feststellen, da sie von der Qualität des Richtungshörens ziemlich nahe beieinander stehen. Ich bin mir sicher, daß ein Unterschied vorhanden ist, denn das T-Mic nutzt den Ohrmuschel, ein wichtiges Organ zum Richtungshören, was das Prozessormikrofon nicht nutzt.


    Vielleicht hilft dir meine Erfahrung trotz herstellerfremden Prozessor weiter.



    Herzliche Grüße,
    Bernd

    Links: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 21.10.2015 / EA: 23.11.2015 - Naida CI Q90 (Upgrade 11.10.2016)
    Rechts: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 02.09.2016 / EA: 10.10.2016 - Naida CI Q90
    Uni-Klinik Freiburg