Suche nach CI-Erfahrungsberichten von Menschen mit einseitigem Hörverlust/Hörsturz

  • Hallo ihr Lieben! Ich bin neu hier und freue mich erstmal, dass es ein solches Forum gibt, weil ich in Österreich für die nächsten Wochen keine Selbsthilfegruppe auftreiben konnte, um mich mit dem Thema Cochlea Implantat auseinanderzusetzen.


    Ich hatte vor eineinhalb Jahren, hochschwanger, einen Hörsturz, der mir leider geblieben ist. Hohe Frequenzen höre ich noch halbwegs, tiefe fast gar nicht. Mein Sprachverständnis ist auf dem betroffenen (linken) Ohr sehr sehr schlecht. Nun wurde mir ein CI-Implantat ans Herz gelegt, und ich bin hin- und hergerissen. Ich habe Angst vor möglichen Nebenwirkungen (Geschmacksnerven könnten zerstört werden, Gleichgewichtssinn ebenso (?), welche gibt es noch so?), aber gleichzeitig habe ich auch Angst, asozial zu werden, da ich Freunde fast nur noch zuhause treffe, und nirgends mehr hingehen möchte.


    Derzeit überwiegt eindeutig das Gefühl, ein Implantat zu brauchen, da ich sehr unter dem Hörverlust leide. Ich habe aber auch noch viel zu wenige Infos zum Implantat und suche deshalb nach individuellen Erfahrungsberichten. Ich würde mich über eure sehr freuen!


    - Verspricht ein solches Implantat wirklich Verbesserungen, wenn nur ein Ohr fast taub ist?
    - Mit welchen Nebenwirkungen sollte man sich auseinandersetzen?
    - Wie kommt man im Alltag mit einem CI-Implantat zurecht?
    - Wie lang braucht man nach der OP, um sich wieder halbwegs zu regenerieren? Habe eine einjährige Tochter und große Angst vor der OP bzw. sie "allein" zu lassen...
    - Mit welchen Kosten muss ich monatlich für Batterien rechnen?


    Das sind erstmal nur die Fragen, die mir adhoc einfallen... ;)
    Ich danke euch jetzt schon mal für Infos und Erfahrungen!


    Alles Liebe!
    Michaela

  • Hallo,
    erst einmal,
    Herzlich Willkommen hier im Forum!



    Hörsturz ist eine blöde Sache X( .
    Das hatte ich vor 12 Jahren auch gehabt!



    Ich versuche mal Deine Fragen zu beantworten:

    - Verspricht ein solches Implantat wirklich Verbesserungen, wenn nur ein Ohr fast taub ist?
    - Mit welchen Nebenwirkungen sollte man sich auseinandersetzen?
    - Wie kommt man im Alltag mit einem CI-Implantat zurecht?
    - Wie lang braucht man nach der OP, um sich wieder halbwegs zu regenerieren? Habe eine einjährige Tochter und große Angst vor der OP bzw. sie "allein" zu lassen...
    - Mit welchen Kosten muss ich monatlich für Batterien rechnen?

    Mir persönlich hilft ein CI ungemein.
    Die Leute um mich herum sagen, ich würde wieder viel besser hören, und reagiere auch viel schneller.
    Und angeblich wäre ich jetzt auch viel geselliger geworden :rolleyes: .


    Dabei muß ich allerdings sagen, daß ich vorher eh schon hochgradig schwerhörig war!


    Die Nebenwirkungen werden einem vor der OP vom Arzt genau erklärt.
    Es kann sein, daß der Geschmackssinn für eine Weile verschwindet. Das war bei mir auch der Fall. So langsam kommt auch der Geschmack auf der rechten Seite der Zunge, im Mund wieder zurück!
    Eine andere Nebenwirkung kann sein, daß man unkontrolliertes Zucken bekommen könnte.
    Eine weitere wäre eine mögliche Gesichtslähmung auf der Seite der operierten Stelle.


    Es muß nicht zwangsläufig auftreten. Es gibt genug Patienten, die nichts davon nach der OP hatten.
    Aber dazu können Dir die Ärzte der Klinik mehr sagen.



    Ob und vor allem wie man im Alltag mit einem CI zurecht kommt, liegt an einem selbst.
    Man sollte sich bewußt sein, daß das Hören mit dem CI definitiv ein anderes Hören ist, als gewohnt. Egal, ob als Normalhörender, oder sogar als Schwerhöriger. Es ist anders.
    Rest ist Training.
    Du mußt Dir bewußt sein, daß Du das Hören auf jeden Fall wieder neu erlernen muß.
    Das heißt, tägliche Übungen, und auch noch darauf achten, daß man es nicht übertreibt.


    Vieles "übt" man ja so nebenbei. Wenn man sich den SP (Soundprozessor) ans CI anschließt, und nur so durch den Alltag läuft, hört man ja automatisch, und da entsteht ja schon "Trainingselemente".



    Zur OP:
    Ich war nur vier Tage in der Klinik, und durfte anderthalb Wochen nach der OP schon wieder arbeiten gehen.
    Ich hatte auch echt Glück gehabt!
    Ich hatte keinerlei Probleme mit Schwindelanfälle gehabt!
    Das einzige, worauf ich achten mußte, war, daß ich ca. vier Wochen lang nichts Schweres heben durfte.


    Ich schätze mal, die kleine Tochter hochzuheben dürfte nach der OP auch erst einmal "Tabu" sein.
    Danach ist alles wieder okay.


    Ein bißchen Ruhe wirst Du schon brauchen.
    Wie sehr, und wie lange, liegt wohl an Dir selbst.
    Ich habe gemerkt, daß ich noch recht schnell müde wurde.
    Aber das gibt sich wieder mit der Zeit.




    Ich weiß nicht, wie das in Österreich gehandhabt wird.
    Hier in Deutschland habe ich das Glück, daß ich die Batterien von der Krankenkasse gestellt bekomme.
    Ich brauche für mein Gerät (Cochlear N6) alle zweieinhalb Tage neue Batterien.




    Viel Glück bei der Entscheidungsfindung!



    Schönen Gruß
    Sheltie

  • Hallo,


    willkommen bei uns "Blechohren"!


    Der User "SSD_Alex" erläutert seine Erfahrungen damit sehr gut auf seiner Homepage:



    Ich als bilateraler CI Träger kann sagen, dass Hören und Verstehen mit den CI's und den Soundprozessoren eine Erfolgsgeschichte meines Lebens sind! :)


    Der Verbrauch von Batterien ist auch von den jeweiligen Einstellungen des Soundprozessors abhängig und damit bei jedem individuell. Bei mir sind das im Schnitt 4 Tage ...

    Der Aufenthalt im Hospital hängt von dem postoperativen Verlauf ab. Ich durfte beide Male schon 48 Stunden nach der bei mir minimal-invasiv durchgeführten Implantation nach Hause.

  • Vielen vielen Dank euch beiden erstmal! Ich habe mich im Forum durch die Suchfunktion eh auch schon ein bisschen eingelesen, aber "genügend" Informationen oder Erfahrungsberichte kann man eigentlich nicht haben ;)


    Ich fürchte mich einfach vor der Tatsache, dass man vorher nicht weiß, wie es hinterher ausgehen wird ;) Bei uns in Österreich gibt es scheinbar auch keine Reha-Möglichkeiten. Habt ihr alle eine Reha in Anspruch genommen? Ist das notwendig?


    Dass ich auch im Alltag wieder hören lerne, ist mir bewusst, dass ich aber vor allem auch viel üben muss, auch. Wie das dann genau vonstatten geht allerdings noch nicht so ;)


    Schränkt ein solches Implantat im Alltag irgendwie ein? Im Flugzeug? Oder wenn ihr es beim Schwimmen abnehmt? Hält der Magnet auch wirklich, oder rutscht der Audioprozessor am Kopf herum bzw. fällt oft runter?


    Ich würde so gern in die Zukunft sehen können! ;)

  • Niemand weiß, wie es hinterher ausgehen kann.
    Deshalb denke ich immer, daß man, solange keine medizinische Notwendigkeit besteht, die eine OP dringend macht, sich erst dann operieren lassen soll, wenn man selbst auch wirklich bereit dazu ist!
    Nur so kommt man auch mit dem, was danach kommt, (besser) klar.



    Ich war auf keiner stationären Reha.
    Bei mir sah es so aus, daß ich anfangs fast wöchentlich, später wurde die Zeit doch ein bißchen gedehnt, zum CI Zentrum der Klinik, wo ich auch operiert worden bin, fahren mußte, und dann wurde das Gerät vom Techniker (neu) eingestellt, wenn Bedarf bestand, Hörtest gemacht, und mit der Logopädin hören geübt.


    Rest war dann, was ich zu Hause gemacht habe.
    Hörbücher gehört
    Viel Musik gehört
    TV mal angelassen, und nur so gelauscht.
    Oft dabei auch das Hörgerät ausgezogen, und nur mit dem eÖhrchen alleine gehört.



    Vieles machst Du ja im Alltag nebenher.
    Ich würde mich auch nicht immer bewußt auf das reine Hören versteifen, und neige auch nicht dazu, alles analysieren zu müssen.
    Manches fällt ganz spontan auf.
    Bei mir war das zum Bespiel, daß ich beim Spazierengehen mit meinen Hunden deren Krallen plötzlich auf der Straße habe klacken hören können ^^
    Hatte ich vorher so noch nie wahr genommen.
    Das sind da so Aha-Momente, die man immer wieder zwischendurch hat.



    Bisher bin ich noch nicht mehr geflogen.
    Dazu kann ich nichts sagen. Ich fliege eh nicht gerne, kann also gut darauf verzichten.


    Demnächst will ich mal ausprobieren, wie es beim Achterbahnfahren im Freizeitpark so sein wird.
    Dachte erst, das dürfte ich nach der OP nie wieder machen. Anscheinend geht es doch.
    Aber da packe ich die Geräte eh von den Ohren weg. Ist die Macht der Gewohnheit, weil man ja doch die Geräte nicht verlieren will.
    Und ich muß auch nicht das Gekreische der Leute hören :D


    Auch beim Schwimmen bin ich es gewohnt, ohne Geräte.
    Früher, bei meiner reinen Schwerhörigkeit, konnte ich auch so im Wasser die Leute reden hören. Das ist jetzt natürlich weg.
    Ein bißchen fehlt mir das schon, ja. Aber es ist okay so.
    Ich kann dann in Ruhe meine Bahnen schwimmen.


    Aber es gibt schon von einigen Anbietern die Möglichkeit, mit dem CI schwimmen zu gehen.
    Da gibt es unterschiedliche Lösungsvorschläge, Handhabungen.
    Also sollte auch Hören im Wasser möglich sein!


    Beim Magneten gibt es verschiedenen Stärken. Da wirst Du "testen" müssen, was bei Dir so paßt.
    Wenn Du den richtigen gefunden hast, sollte es gut sitzen. Bei mir rutscht nichts, und es tut auch am Kopf nicht weh.
    Anfangs, als es noch ungewohnt war, habe ich noch ein kleines Ziepen gespürt, aber das geht weg.


    SP hätte ich gedacht, würde doch ein wenig rutschen, oder so.
    Aber das ist nicht der Fall! Es sitzt gut hinter dem Ohr "eingeklemmt", aber ohne zu stören, oder da Schmerzen zu verursachen.
    Nur, wenn ich da blöd dran komme, rutscht es mir vom Ohr. Aber das kommt doch eher selten vor. Mir ist bisher noch nichts runter gefallen.
    Wenn es blöd läuft, hängt mein Magnet noch am Kopf, ich höre weiter, und der SP baumelt ein wenig vom Kopf herab. Aber, wie schon gesagt, das kommt bei mir eher selten vor.

    Ich würde so gern in die Zukunft sehen können! ;)

    Verständlich,
    aber das geht nun wirklich nicht ^^ :D
    Und ein bißchen Überraschung im Leben tut doch einem auch ganz gut!



    Schönen Gruß
    Sheltie

  • Ach Sheltie, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, mir ein bisschen was zu erzählen!


    Das mit dem Fliegen ist für mich eine der drängendsten Fragen, da ich sehr gerne unterwegs bin und mit meinem Mann (und nun auch Kind ;)) gern weiter weg fliege.


    Ich merke, ich habe mich eigentlich bereits entschieden. Es gibt scheinbar keine andere Alternative, und die Ist-Situation ist teilweise so belastend, dass ich mir nicht vorstellen kann, das mit meinen nicht ganz 35 Jahren noch ein Leben lang "auszuhalten". Allerdings stellen sich so dermaßen viele Fragen, die einem vermutlich auch alle gar nicht auf einmal einfallen und erst nach und nach kommen. Deshalb finde ich dieses Forum hier sehr toll ;) Ich finde nur neben Vollzeit-Job und Kleinkind sehr schwer Zeit, mich hier eingehend einzulesen, deshalb bin ich doppelt froh, wenn sich hier jemand meinen Fragen annimmt! ;)


    eÖhrchen ist genau was? :D Ich dachte das ist das Ohr mit dem Implantat, aber du hast vorher geschrieben du hast das Gerät entfernt und dann nur mit deinem eÖhrchen gehört?

  • Ach, kein Ding!


    Ich kann Dich verstehen!
    Ich habe hier auch gestöbert, als für mich (nach 10 Jahren!!!!) nach dem Hörsturz feststand, daß ich bereit für eine OP bin!
    Die Erfahrungen der anderen sind sehr interessant, und man kann sich ein bißchen so einlesen, was einem erwarten könnte.



    Gut!
    Wenn Du Dich schon pro OP entschieden hast, kannst Du Dich ja mal bei den einzelnen Herstellern so einlesen.
    Ich weiß nicht, wie das in Österreich so ist, und ob Deine zukünftige Klinik auch mehrere CIs von unterschiedlichen Herstellern in ihrem Sortiment haben.
    Ich habe die vier großen Herstellern angeschrieben, und um Prospekte gebeten, bzw. auf deren HPs "geschnüffelt".
    Einfach nur mal so, um ein bißchen zu sehen, was mich so erwartet.


    Natürlich schreibt jede Firma über sich, derzeit das beste Modell auf dem Markt zu haben.
    Das ist ja auch okay so!
    Ich habe diesen Teil beim Lesen einfach mal überlesen, und mich einfach mal von deren Idee zum Gerät eingelesen.
    Das könntest Du ja auch schon mal machen.
    Schaden kann es nicht, auch wenn man als Laie nicht alles verstehen kann, was dort technisch angepriesen wird.




    eÖhrchen, so nenne ich nun meine Implantierte Seite :D
    Das ist ja jetzt kein "normales" Hören mehr, sondern alles wird elektronisch weiter geleitet, bis zum Hörnerv.
    Darum e (elektronisches) Öhrchen.


    Zur Verständigung, das Implantat bleibt immer im Ohr, direkt unter der Haut sitzen. Man kann es sogar gut fühlen.
    Es stört nicht, und tut auch nicht weh.
    Anfangs, nach der OP, vielleicht noch ein bißchen störend, aber das vergeht, wenn alles verheilt ist.
    Das ist das eigentliche CI (Cochlea Implantat).
    Damit es überhaupt funktioniert, kommt außen noch der Soundprozessor (SP) dran. Bei vielen sieht es aus, wie ein normales Hörgerät. Das ist abnehmbar. Sitzt einfach am Ohr. Daran ist die Spule mit dem Magneten, die dann am Kopf "gepatscht" wird. Das Magnet sorgt dafür, daß die Spule an der Stelle am Kopf halten bleibt, und das Ganze wird dann durch die Batterien im SP mit Strom versorgt.
    Nur so funktioniert das Ganze.


    Heute gibt es noch andere Modelle, wie Rondo (MedEL) und Kanso (Cochlear), wo alles kompakt ist, und nur am CI haftet.
    Da wirst Du schon schauen müssen, was Du selbst so haben willst.


    Wenn ich schreibe, daß ich meine Geräte entferne, dann meine ich nur den SP vom rechten Ohr, und mein Hörgerät vom linken Ohr :D
    Sobald der SP ab ist, wird das CI nicht mehr mit Geräusche und Strom versorgt, und man demnach nichts mehr hören auf der Seite ;)
    Und beim Üben habe ich nur mein Hörgerät (nicht zu verwechseln mit dem SP vom CI) raus genommen, damit ich tatsächlich nur mit dem eÖhrchen alleine Hören üben kann.
    Für einseitig ertaubte Normalhörende wäre dann die Trainingsmethode, ihr gesundes Ohr zu "vertauben", sprich, da was reinzustopfen, und einen Schalldichten Kopfhörer drauf zu packen, damit sie nur mit ihrer CI Seite hören lernen können. :D



    Schönen Gruß
    Sheltie

  • Ich verstehe ;)


    Wie ist das denn mit dem Telefonieren? Das geht mir sehr ab, mit dem linken Ohr telefonieren zu können. Das ging auch mit Hörgerät, das ich ein Monat versucht habe, nicht.


    Bei uns in Ö, also zumindest im AKH Wien, wird Medel verwendet, nichts anderes. Darüber bin ich auch irgendwie froh, das ist dann eine Entscheidung weniger, die ich treffen muss ;)


    Danke erstmal, derweil bin ich mit Infos versorgt, aber ich bin sicher, im Laufe der nächsten Tage werden mir noch zig Fragen einfallen, die ich hier im Forum mal abladen würde. Ich bin wirklich sehr, sehr froh über diese Möglichkeit!


    Danke nochmal, das kann man gar nicht oft genug sagen ;)

  • Ich habe ja nach meinem Hörsturz 10 Jahre lang nicht mehr telefoniert.


    Nach der OP war dann die Frage von der Logopädin gewesen, was so meine Ziele sind.
    Unter anderem dann auch, wenn es möglich wäre, wieder zu telefonieren.


    Und ich muß sagen, es klappt!
    Ich muß jetzt nur noch meine innere Sperre, die ja 10 Jahre lang Zeit gehabt hatte, sich aufzubauen, überwinden.
    Aber das kommt so langsam.


    Mit den Arbeitstelefone klappt es super gut!
    Da stelle ich mein SP gerne auf "T" (Induktionsspule), damit werden die Umgebungsgeräusche ausgeblendet, und ich kann schön sauber und gut den Gesprächspartner verstehen.


    Auch mit dem Handy klappt dies gut, wenn ich mit Kopfhörer, oder gar mit einem Telefonclip arbeite.
    Habe dann eine direkte Verbidung zum CI, was mir persönlich irgendwie lieber ist.


    Wenn ich unterwegs bin, und den Kopfhörer nicht mit habe, klappt dies zwar auch am Handy, allerdings ohne die Möglichkeit mit "T".
    Ich verstehe zwar, kommt auch ganz gut mit, doch nervt mich da doch die Umgebungsgeräusche.
    Und immer darauf verlassen, daß ich genau dann angerufen werde, oder jemanden anrufen muß, wenn um mich herum still ist, ist etwas schwer :D


    Auch mit dem tragbaren Telefon klappt es, auch hier wieder ohne die Möglichkeit mit "T", ziemlich gut!
    Habe schon mit meinen Eltern, der Schwester, und einigen Tanten wieder telefoniert.




    Ich würde sagen, wenn dies ein erwünschtes Ziel ist, dann ist Üben angesagt.
    Und zwar, sobald ein bißchen Sprachverstehen auf dem eÖhrchen vorhanden ist.
    Man kann ja für den Anfang gut nur die eigene Verwandtschaft, oder die besten Freunden, die ja um das Problem wissen, anrufen, bzw. sich anrufen lassen, zwecks Training.
    Wenn Du auch eine(n) Logopäden/in bekommst, kannst Du dies auch ansprechen, so daß Ihr das gezielt üben könnt.
    Meine Logopädin hat dies mit mir gemacht.



    Schönen Gruß
    Sheltie

  • Ich telefoniere nur, was anders nicht erledigbar ist.
    Sonst nur schriftlich.
    Die größten Probleme habe ich dann mit Leuten in Callcentern, wo man das ganze Gegrummel im Hintergrund noch mitbekommt.
    Oder mit den Schnellschwätzern, da komme ich einfach nicht mit.
    Das Problem besteht auch mit Kopfhörern.


    Gerade Gestern, hatte ich eine Frau an der Strippe, da kam beides zusammen, Callcenter, Schnellschwätzer, null verstanden und kritisch, weil ich das online mit dem Festgeld einfach nicht gebacken bekomme.
    Die haben irgend ein Bug im System.
    Auch nachdem ich sagte, dass ich hörbehindert bin, hat die im gleichen Tempo weitergeschwätzt, was soll man da machen, am besten auflegen, damit man nicht noch im falschen Moment ja sagt und die Katastrophe perfekt ist.
    In solchen Situationen merke ich als ITler immer am stärksten, dass ich auf eine Krücke angewiesen bin.
    Mein Geld ist grad auf der Flucht, weil meine Bank seit 2017 keine Zinsen mehr zahlt.

    Gruß Bestager


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    Links seit 2/2006 Implantat, seit 6/2018 N7
    Rechts seit 5/2012 Implantat, seit 6/2018 N7
    Reimplantiert, Tinnitus

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    Privatier, lebe bis zur Schwerbehinderten-Armutsrente der DRV von gespartem

    Edited once, last by bestager ().

  • Hallo Michaela,


    herzlich willkommen hier im Forum!
    Die Einschränkung auf einen Hersteller, hier Med-El, mag nützlich sein, da man nicht groß entscheiden muß, welches Implantat in Frage käme. Außerdem sind die Unterschiede nur im Detail vorhanden, was die Hörqualität betrifft. Ob Cochlear, Med-El, Advanced Bionics oder Oticon Medical (Neurelec), ist im Grunde egal. Denn die Geräte sollen das Ohr "ersetzen" und dem Träger Höreindrücke übermitteln, die dann im Gehirn zu einem Hörbild zusammengefaßt werden. Das Gehirn macht die eigentliche Arbeit und benötigt dafür die Höreindrücke, die die Sprachprozessoren übermitteln.


    Dennoch gibt es ein Hersteller, der in Sachen Mikrofone einen Alleinstellungsmerkmal besitzt, also etwas, was kein anderer Hersteller derzeit anbieten kann, und das ist Advanced Bionics mit ihrem T-Mic, welches durch ein Patent geschützt ist. Das T-Mic hängt über den Ohrhaken vor dem Gehörgang und nimmt so die Signale auf, die über den Ohrmuschel aufgefangen wird. Damit ist ein natürlicheres Hören möglich, denn die anderen Mikrofone befinden sich wie bei anderen HdO-Geräten über dem Ohr oder seitlich am Kopf (Rondo von Med-El und Kanso von Cochlear als "Spulenprozessor" und Überträgerspule von Advanced Bionics, die aber mit dem Prozessor am Ohr verbunden ist). Durch das T-Mic kann man ganz normal und ggf. ohne Zubehör telefonieren, indem man den Hörer an den Ohrmuschel anlegt (und nicht drüber). Dasselbe mit dem Kopfhörer. Ob man Sprachverständnis hat, ist eine andere Frage und betrifft sowieso alle Hersteller, denn dafür ist das Gehirn zuständig.
    Ein entscheidender Faktor ist das Richtungshören, denn die Ohrmuscheln sind sowas wie Richtmikrofone und deren Fähigkeit kann keine technische Geräte ausgleichen.
    Ich erwähne das nicht, um Werbung für Advanced Bionics (AB) zu machen, sondern um auf das Potential des T-Mics hinzuweisen, denn dies erahnte ich damals, als ich ein Bild davon sah. Dazu kommt noch die Erfahrung, die ich mit dem T-Mic machen durfte. Ungeachtet davon kann man im Grunde nichts falsch machen.


    Ich würde an Deiner Stelle eine gute Klinik suchen, die verschiedene Produkte anbietet und nicht nur eines. Soviel ich mitbekommen habe, wäre St. Pölten eine Option.
    Ganz wichtig ist aber die Nachsorge und Reha. Erkundige dich in der Klinik nach dieser Möglichkeit.


    Wenn man mit dem CI eine Flugreise macht, wird man den ganzen Flug hindurch nicht einen Moment gedämpft hören. Und wenn man nur einseitig ertaubt ist, der hört dann am CI gut, aber auf der anderen Seite klingt es dumpf. Da hilft nur Schlucken oder Kauen. Am Flughafen einfach auf das Implantat hinweisen. Man wird dann separat durchsucht ohne Metalldeketor.


    Zum Schluß noch der technische Unterschied zwischen Hörgerät und CI. Prinzipiell ist die Funktionsweise bei beiden Geräten gleich: Signalaufnahme, Signalverarbeitung und Signalweiterleitung. Der Unterschied liegt in der Signalweiterleitung. Das Hörgerät benötigt alle Organe im Ohr vom Trommelfell bis zu den Haarzellen in der Schnecke, welche den Hörnerv stimuliert. Das CI dagegen benötigt dies nicht, sondern stimuliert den Hörnerv direkt. Auf diese Weise erhält man den gesamten Sprachspektrum (Stichwort: Sprachbanane). Der Rest ist die Sache vom Gehirn. Wenn ein Teil der Töne nicht ans Hörnerv übertragen wird, ist es so, als ob man einen Text liest, wo bestimmte Buchstaben fehlen. Man kann den Text nur noch anhand der Länge und dem Reststruktur erahnen. Bei bestimmten Wörter muß man einfach kapitulieren, da sie zu stark fragmentiert sind. Die Folge: man versteht den Text nicht mehr.


    Herzliche Grüße,
    Bernd

    Links: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 21.10.2015 / EA: 23.11.2015 - Naida CI Q90 (Upgrade 11.10.2016)
    Rechts: CI - HiRes 90K Advantage Med Scale - 02.09.2016 / EA: 10.10.2016 - Naida CI Q90
    Uni-Klinik Freiburg

  • Hallo Mims,


    willkommen hier :)


    Ich bin wie du "einohrig", seit nun knapp 2 Jahren. Durch einen Hörsturz höre ich rechts bloß im Tieftonbereich noch einigermaßen. Die Seite von Alex bietet wirklich gute Infos, und hat mir "damals" (im Sommer/Herbst '15) sehr geholfen. Meine Erstanpassung war nun vor ziemlich genau einem Jahr :) Zu deinen Fragen, aus meiner Sicht:


    - Das CI erleichtert mir das Leben sehr, obwohl ich auf der linken Seite noch einwandfrei höre. Wie du es auch beschreibst habe ich in Situationen mit vielen Leuten Probleme gehabt, bin sehr schnell müde und auch frustriert geworden. Zu Feiern oder öffentlichen Veranstaltungen habe ich immer eingeplant, schon früh platt zu sein und heim zu müssen. Außerdem habe ich Ohrgeräusche auf dem gesunden Ohr bekommen, und kleine "Aussetzer". Das ist mit CI nicht mehr so, und hat sich auch sehr schnell nach der Erstanpassung verbessert! Ich gebe zu, dass ich mich immer noch lieber so positioniere, dass mein funktionsfähiges Ohr die meisten Infos aufnimmt, aber ich komme eben auch zurecht, wenn das mal nicht der Fall ist. Und nach dem Hörsturz hatte ich große Schwierigkeiten, die wichtigen Geräusche aus dem Gesamtbrei herauszufiltern, und das klappt nun wieder wesentlich besser (und daher bin ich wieder lange fit). Das normale Ohr wird bei mir (wenn es denn weiter mitmacht) immer die meiste Arbeit übernehmen, in der Reha wird mir auch immer wieder gesagt, dass das völlig normal sei. Aber das CI leistet sehr wertvolle Unterstützungsarbeit :thumbsup:


    - Nebenwirkungen bei mir: Vor der Implantation, direkt nach dem Hörsturz, hatte ich schon eine OP am Ohr, und die hat mein Geschmacksempfinden auf der rechten Seite ein bisschen gestört. Das ist wieder abgeklungen, und nach der Implantation auch nochmal aufgetreten, und wieder abgeklungen. Hin und wieder habe ich seit ein paar Wochen immer noch einen komischen Geschmack auf der betroffenen Seite. Das lasse ich nächste Woche abklären, ich gehe aber davon aus, dass auch das sich wieder gibt. Grundsätzlich nehme ich persönlich aber lieber alle paar Wochen diese "Missempfindung" in kauf, als das nicht-hören :D Außerdem ist häufiges Nase putzen unangenehm, aber das ist auch nur bei Erkältungen ein Problem. UND: ich denke, dass die erste OP (Tympanoskopie) eher für das Problem mit dem Geschmack verantwortlich ist. Gleichgewichtsprobleme hatte ich dafür nach der OP keine. Das ist, wie Sheltie ja schon schrieb, bei jedem anders, mein Eindruck bei der Recherche war aber, dass man nicht ganz fest davon ausgehen muss, dass man auf jeden Fall Nebenwirkungen haben wird.


    - Alltag: Ich denke meistens gar nicht daran, dass ich das Implantat habe. Ganz zu Beginn ist es schon aufgefallen, dass Stimmen sehr mickey-mausig klangen, aber das ist rum. Der Input dadurch klingt zwar nach wie vor nicht wie das normale Gehör, aber das fügt sich zu einem Klangbild zusammen (aber wie gesagt, bei mir ist das gesunde Ohr nach wie vor dominant). Und wenn dann z.B. die Batterie mal ganz plötzlich leer ist (weil irgendwie bei mir manchmal kein Warnton kommt?!), dann fehlt was! Es hat lange gedauert, bis ich der Meinung war, dass ich rechts "laut genug" höre, aber jetzt bin ich zu 95% soweit :) Und ich finde es ungemein praktisch, dass der Sprachprozessor sehr laute Geräusche automatisch runterregelt, und ich mir am Bahnhof bei Zugdurchfahrten oder -bremsungen, oder wenn ein RTW vorbei fährt, nur noch ein Ohr zuhalten muss :thumbsup: An manchen Tagen drückt der Sprachprozessor ein wenig, dann positioniere ich ihn ein bisschen anders. Ich trage das Haar meist hochgesteckt, und pappe die Spule direkt drauf, so ist es für mich am einfachsten. Ich habe verschiedene Magneten, weil ich an manchen Tagen (oder mit offenem Haar) die schwächste Stärke brauche, an anderen irgendwie die nächst höhere ?( Zu den Batterien: Wie Sheltie schon schrieb, werden die in D von der Krankenkasse bezahlt, auf Amazon bekommt man ein Päckchen mit 60 Stück für 30€. Ich brauche ca. alle 1 1/2 bis 2 Tage neue. Es gibt auch Akkus, aber wieviel die kosten, und wie das überhaupt in Österreich läuft, dass weiß ich natürlich nicht.


    - die OP: Ich wurde Mittwoch operiert und Freitag entlassen. Schmerzen hatte ich praktisch keine, eine Tablette habe ich am Abend nach der OP genommen, aber mehr aus Ängstlichkeit, dass noch Schmerz kommen könnte :whistling: Probleme haben mir bloß die Antibiotika gemacht, und dadurch war ich eine Woche lang nicht fit. Also, schonen sollte man sich schon eine Weile, aber du musst nicht damit rechnen, dass du völlig außer Gefecht gesetzt bist. Das kann sicher passieren, ist aber wohl auch selten.


    - Einschränkungen: Ich habe keine (die ich nicht nach dem Hörsturz schon hatte). Beim ersten Flug habe ich den SP noch abgemacht und ins Handgepäck gelegt, aber laut Anleitung und Aussage der Klinik ist das nicht notwendig, und so spare ich mir das, und gehe ganz normal durch die Torsonde. Wenn ich sonst keinen Schmuck trage piept es nicht mal. Es hat sich auch noch niemand dafür interessiert (in Deutschland, dem EU-Ausland, oder den USA). Beim Schwimmen nehme ich den SP ab. Es fehlt was am Klang, aber ich komme für die kurze Zeit gut zurecht.


    So, das fällt mir spontan dazu ein. Insgesamt bin ich sehr froh, dass ich die Chance hatte, ein CI zu bekommen, obwohl ich ja "immer noch ein Ohr habe". Das soll auch noch lange halten, und ich bin überzeugt, dass das CI mir da hilft. Solltest du noch Fragen haben, kannst du mir auch gern eine PN schreiben :)


    LG, Lisa

    Links gut-hörend
    Rechts an Taubheit grenzend schwerhörig nach Hörsturz
    Implantation am 16.12.2015
    EA am 19.1.2016

  • Hallo Michaela,


    einseitig ertaubt ist ein gewisses "Luxusproblem", das habe ich 20 Jahre lang gehabt und nichts von CI geahnt.
    Erst als das zweite Ohr sich auch verabschiedet hat kam nach den Hörgeräten das CI.
    Solange ein Ohr gesund ist geht telefonieren damit am besten, mit CI ist das in jedem Fall viel schwieriger.
    Natürlich ist das einseitige eine starke Einschränkung, aber man gewöhnt sich dran.
    Fliegen ist mit CI ohne Probleme möglich.
    Schwimmen ebenfalls wenn der Prozessor abgenommen ist. Das gesunde Ohr ist ja noch da.


    Gruß
    eOhr

    rechts seit Sept.2010 AB Harmony, EA Okt. 2010 MHH, seit Okt. 2013 Naida CI Q 70.
    links Phonak HG mit Anbindung an ComPilot.

  • Hallo Michaela,


    das Meiste wurde von den VorschreiberInnen schon erzählt. Vielen Dank an Euch alle! Ich bin auch einohrig und seit Ende Juli am Hörenlernen. Jetzt gerade trage ich einen Kopfhörer mit Geräuscheunterdrückung um das E-Ohr zu trainieren. Ich bereue es keine Sekunde diesen Schritt gewagt zu haben. An anderer Stelle berichte ich ausfürlicher. Ich habe mit dem gesunden Ohr im Störschall nur noch 41% vertanden und letzten Dienstag im Test 95%. Wobei es eigenltich 100% waren, der eine Satz war einfach total vernuschelt, kicher. Ich gehe wieder aus, das habe ich nämlich auch möglichst vermieden, ich unterhalte mich normal, wenn auch gerne mit der gesunden Seite den Leuten zugewandt genau wie Gerbera. Ich bin nicht mehr gestresst und nervös, nicht mehr geräuschempfindlich,....Ich fühle mich wieder ausgeglichen und kann sehr gut mit den unterschiedlichen Klängen sein. Ich hatte nach der Op eigentlich keine dieser Nebenwirkungen, ich fühlte mich einfach eine längere Zeit sehr verletzlich am Kopf. Ich traute mich nicht Fahrradfahren, war immer auf der Hut, dass mich ja niemand am Kopf berührt. Das hat sich jetzt alles gelegt.
    Ich bin eigentlch auch Linkstelefoniererin, aber das musste ich mir abgewöhnen. Ich habe keine Lust das mit dem EOhr zu üben, wenn ich ja ein gutes Ohr habe.
    Fliegen ging bis jetzt problemlos.
    Für mich ist es einfach nur ein Segen, ich glaubte ja, dass ich jetzt einohrig weiterleben muss.
    UND ich habe auch alles von Alex gelesen, das hat mir sehr geholfen. Und ich durfte auch nach 48 Std. postoperativ nach Hause. Es wäre sicher gut, wenn Du in den ersten Wochen Hilfe hättest mit Deiner Kleinen, damit Du Dich gut erholen kannst.


    Happy Hearing
    Christine

  • Jetzt werd ich grad irgendwie ganz emotional! Ich bin sehr dankbar für eure Unterstützung und eure Erfahrungsberichte, Danke für eure Zeit, die ihr hier investiert und eure Geschichten - vermutlich zum zigsten Mal - erzählt.


    Irgendwie fühlt man sich so hilflos und "nackig", eine solche Operation ist ja doch kein Pappenstiel und ein großer Eingriff in einen Bereich, der ja doch ein bisschen heikel ist. Es macht mir wirklich Mut, zu lesen, wie gut es euch nach der Operation geht und wie viel mehr Lebensqualität ihr wieder habt. Ich habe mich doch schon etwas damit abgefunden, so schlecht hören zu können, und dann eben wieder doch nicht. Ich fühle mich auch viel zu jung, und war immer viel zu sozial, als dass ich jetzt kaum mehr Freunde treffe oder nirgends mehr hingehe.


    Danke auch für euren Hinweis mit Kleinkind, und dass ich mir hier Hilfe suchen sollte. Meint ihr, ich sollte die Operation vielleicht um ein Jahr verschieben? Oder ist das Kind quasi kein "Grund"? Das macht mir nämlich fast am meisten Sorgen, dass ich dann - oder sie von mir - relativ lang getrennt ist. Wenn ich aber lese, dass ihr im Schnitt nur zwei Tage im Krankenhaus wart, ist das auch schon wieder eine Erleichterung!


    Vielen Dank für eure Freundlichkeit und eure Hilfe, das kann gar nicht oft genug gesagt werden!!!

  • Sagen wir mal so. ...
    Ich hab einen tag nach der op die liebe meines Lebens kennengelernt in freiburg uniklinik. Genau gesagt Station Beck. Ihre Tochter wurde an den gleichen Tag operiert wie ich. An den nachfolgenden tagen im icf mit Anpassung. ..Visite. .. haben wir alles gemeinsam gemacht.
    Über die Jahre waren wir das Liebespaar vom icf :D
    Bei jedem Besuch in freiburg müssten wir erzählen wie alles begann. ...
    Am 29' April sind es 10 Jahre und haben noch 2 weitere Kinder gezeugt :thumbup:


    Passt jetzt nicht wirklich ins Thema ...aber es hat auch schöne Seiten ;)


    Gesendet von meinem SM-A300FU mit Tapatalk

  • Hallo Michaela,


    meine Ausgangssituation ist eine andere als bei Dir, da ich von Geburt an beidseitig taub bin mit minimalen Hörresten. Ich bin ebenfalls Mutter einer 2 jährigen Tochter. Letztes Jahr habe ich mein 2. CI erhalten, da war meine Tochter 2 1/4 Jahre alt. Man sollte am Anfang nicht schwer heben, nur max. 7-8 kg. D.h. ich durfte meine Tochter nicht tragen.


    Die OP verlief bei mir ohne Probleme, so dass ich 1,5 Tage nach der OP entlassen wurde. Ich bin dann mit meiner Tochter für 1 Woche zu meinen Eltern gegangen, da mein Mann arbeiten mußte. Danach sind wir heim und ich war mit meiner Tochter tagsüber alleine. Ich habe versucht, den Alltag anders zu struktuieren, um schweres Heben zu vermeiden. Ich habe meine Tochter auf dem Boden gewickelt, wir haben den Hochstuhl so umgebaut, so dass sie alleine auf den Hochstuhl klettern konnte. Auch in den Kinderwagen mußte meine Tochter alleine rein- und rausklettern. 3 Wochen nach der OP bin ich schon mit ihr Fahrrad gefahren, sie mußte allerdings auch alleine in den Fahrradanhänger rein- und rausklettern. Meine Tochter ist sehr lebhaft und temperamentvoll, so dass ich mit ihr schon 2 Wochen nach der OP rausgegangen bin und auf Spielplätzen gegangen bin und diverse Krabbelgruppen besucht habe. Nur beim Eltern-Kind-Turnen ist eine Freundin von mir mitgegangen, da man sie auch heben und sichern mußte.


    Mit dem CI fliegen ist kein Problem. Ich habe mit meinem 1. CI viele Rucksackreisen in fernen Ländern unternommen. Bei der Personenkontrolle habe ich stets meinen CI-Ausweis vorgezeigt und bin um die Detektoren aussen rum gegangen und habe mich abtasten lassen. Nur in den ersten 3 Monaten nach der CI-OP sollte man nicht fliegen, bis alles vollständig verheilt ist.


    Erst mit dem 2. CI habe ich ein AquaCase fürs Schwimmen bekommen. Für mich ist es toll, meine Tochter auch im Wasser hören zu können.


    Für die Klinikwahl war es für mich wichtig, dass es nicht zu weit weg vom Wohnort ist, so dass ich schnell wieder bei meiner Tochter sein konnte. Zudem war es für mich wichtig, dass die Klinik ein sehr gutes Nachsorgekonzept hat, da für mich eine mehrwöchige Reha nicht in Frage kommt. Leider gibt es auch in Deutschland keine Mutter-Kind-Kuren mit einem CI-Rehakonzept. Ich möchte nicht mehrere Wochen von meiner Tochter getrennt sein. Es gibt die Möglichkeit, dass man während der mehrwöchigen CI-Reha das Kind in den örtlichen Kindergarten gibt. Ich will das nicht, da jedes Kind eine Eingewöhnungszeit im Kindergarten braucht und die wäre dann so in dem Umfang nicht gegeben wie Zuhause.


    Es ist für Dich keine leichte Entscheidung, aber es ist tatsächlich so, dass der Hörerfolg mit dem CI größer ist, je kürzer die Ertaubungsdauer ist.


    Alles Gute für Dich und genieße die Zeit mit Deiner Tochter.


    Viele Grüße Lilly

  • Wie ist das denn mit dem Telefonieren? Das geht mir sehr ab, mit dem linken Ohr telefonieren zu können. Das ging auch mit Hörgerät, das ich ein Monat versucht habe, nicht.

    Geduld hilft da ungemein. Mit CI telefonieren, ist schon eine Kunst, die man aber erlernen, einüben kann. Ich habe mein CI jetzt etwas über 3 Jahre, und es gibt Mitmenschen, mit denen ich durchaus telefonieren kann. Mein Sohn gehört leider noch nicht dazu, seine Stimme hat einfach andere Wellenlänge, als die, die mein CI bevorzugt. Ich gebe aber nicht auf, irgendwann klapp es, denke ich mir.
    Ich muss aber zugeben, Richtung Telefonieren übe ich komplett nichts, was ich bis jetzt am Telefon schaffe, kam sozusagen "von alleine", also.... :thumbup:

    rechts: CI seit Sept. 2013, danach Opus 2XS (sehr gern)+ Rondo (weniger gern). Seit 7.07.2020 Sonnet 2.
    links: Schwerhörigkeit bei Otosklerose, HG von Phonak

  • Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte!


    Lilly toll vor allem auch zu hören, wie es mit Kleinkind funktionieren kann. Deine Geschichte macht mich aber doch nachdenklich - meine Tochter ist zum Zeitpunkt der Operation etwa 1,5 Jahre alt, da wird sie noch nicht überall alleine hinklettern können. Vielleicht sollte ich noch ein Jahr warten? Dagegen spricht allerdings ja, dass je kürzer der Hörverlust, desto besser das Ergebnis nach der Operation ist. Hm... ?(


    Auch danke dir, Lucy, für die Info mit dem Telefon. Ich weiß nicht wieso, aber das ist eines der Dinge, die mir fast am meisten abgehen. Vor allem auch in meinem Beruf - ich bin Journalistin - funktionierte es immer gut mit links zu telefonieren und rechts mitzuschreiben... ich bin gespannt, ob das irgendwann wieder so hinhaut!




    ich bin übrigens nicht mehr in Karenz, seit meine Tochter ein Jahr alt ist, also seit etwas über zwei Monaten ;) Deshalb ist es auch gerade so schwer, genügend Infos für die OP zu sammeln, da meine Zeit derzeit sehr begrenzt - bzw. einfach nicht vorhanden ist! ;)


    Ich freu mich auf weiteren Austausch, danke euch nochmal allen! :thumbsup:

  • Vielleicht sollte ich noch ein Jahr warten? Dagegen spricht allerdings ja, dass je kürzer der Hörverlust, desto besser das Ergebnis nach der Operation ist. Hm... ?(


    Dazu kann ich vielleicht was sagen?
    Ich habe ja nach meinem Hörsturz 10 Jahre gewartet, bis ich endlich bereit für eine OP war!!!!
    Bei mir hatte es nur einige Tage gedauert, bis ich was hören konnte.
    Aber ab da konnte ich auch hören.


    Natürlich war manches noch ungewohnt, wurde mit neuen Einstellungen auch etwas besser.
    Und Rest ist ja eh Training.
    Mit einem normal hörenden Ohr auf der anderen Seite, sollte es Deinem Gehirn eventuell sogar etwas leichter fallen, alles miteinander zu "kombinieren", es "anzugleichen".



    Auch danke dir, Lucy, für die Info mit dem Telefon. Ich weiß nicht wieso, aber das ist eines der Dinge, die mir fast am meisten abgehen. Vor allem auch in meinem Beruf - ich bin Journalistin - funktionierte es immer gut mit links zu telefonieren und rechts mitzuschreiben... ich bin gespannt, ob das irgendwann wieder so hinhaut!


    Wenn Telefonieren ein Ziel ist.
    In Deinem fall sogar ein wichtiges Ziel, dann hilft nur eines: von Anfang an auch damit zu trainieren!


    Mir war das Musik hören sehr wichtig gewesen. Das ich es auch mit meinem eÖhrchen wieder genießen kann.
    Also habe ich, was ich im Alltag eh schon immer mache, Musik einfach weiter laufen lassen, auch wenn gerade das am Anfang total, ähm, "bescheuert" klingt.
    Aber es hat geklappt.
    Manch ein Ton klingt noch komisch, oder ein bis dahin noch nicht extrem stark wahrgenommenes Instrument.
    Aber ich kann Musik genießen.


    Ich telefoniere nicht so oft.
    Da habe ich noch eine "innere Sperre", die 10 Jahre lang Zeit hatte, sich zu entwickeln.
    Da muß ich noch an mir arbeiten, daß ich mich da immer mehr überwinde.
    Aber ja, es klappt!


    Ich bekomme jetzt immer mehr Anrufe von meinen Eltern, und auf der Arbeit die kurzen Informationen, mache ich auch oft per Telefon.
    Und alles, wie früher, vor meinem Hörsturz, mit meinem rechten (guten) Ohr, welches ja jetzt auch mein eÖhrchen ist.
    Es klappt.
    Ich muß wohl nur noch mutiger werden, dann wird es wohl noch was :D





    Schönen Gruß
    Sheltie