Bericht drei Monate nach OP

  • Heute möchte ich mich vorstellen, ich bin im Dezember 2015 ohne vorheriger Hörprobleme linksseitig ertaubt. Ursache unbekannt, kein Schwindel kein Tinitus. Im Anschluss vier Tage Infusionen mit Cortison da das keine Besserung gebracht hat siebenmal Cortison hinter das Trommelfell. Vier Monate später hat man mir bei einem Kontrollhörtest die Möglichkeit einer CI- Versorgung angetragen da Cross-Versorgung oder Hörgerät nicht möglich war.Mein Restgehör links ist nur in den sehr hohen Frequenzen vorhanden.
    Im September 2016 OP im Wiener AKH, Medel Synchrony Flex28 mit Pin -nach 48 Stunden post operativ konnte ich nach Hause gehen, ich benötigte zu diesem Zeitpunkt keine Schmerztabletten mehr, musste aber noch fünf Tage Antibiotika schlucken. Minimaler Schwindel nach rechts, und eine circa zehnprozentige Verschlechterung des Rest Gehörs waren die einzigen Nebenwirkungen. Operationsbedingt habe ich selbstverständlich auch manchmal ein Ziehen im Bereich der Narbe und eine gefühlsarme Stelle oben an der linken Ohrmuschel.
    14 Tage später wurde der Sonnet Prozessor dazu geschaltet. Von Anfang an hatte ich ein gewisses Sprachverständnis, die Stimmen klangen sehr heiser und monoton. 14 Tage später wurden die hohen Frequenzen stärker gestaltet, ab dann kamen minimale Micky Maus Töne dazu. Ich trage meinen Sprachprozessor gerne täglich- er unterstützt meine Hör-Leistung, die Verzögerung zum rechten Ohr wird immer kürzer, allerdings ist z.B. Telefonieren für die Spule teilweise ein Ratespiel.
    Ich schreibe, um ein paar Dinge zu beschreiben die wahrscheinlich mit der einseitigen Ertaubung zusammenhängen.
    Wenn ich auf mein operiertes Ohr oben äußerlich auf den Knorpel drücke höre ich ein hohes Piepsen auf diesem Ohr- (ich versuche natürlich das zu vermeiden)- ich habe bis jetzt beim Lesen hier im Forum noch keinen Eintrag gefunden der davon berichtet.
    Wenn ich beim Sport das CI herunter gebe um es vor Feuchtigkeit zu schützen macht der Magnet -er ist wegen der 3Tesla Tauglichkeit locker gelagert - ein seltsames Geräusch.
    Ich bin sehr dankbar dafür, dass hier so viele ihre Erfahrungen veröffentlichen. Auch mir hat dieses Forum sehr geholfen.
    Liebe Grüße an Alle Alexandra

  • Hallo Alexandra,


    willkommen im "Club der Blechohren"! :)


    Das liest sich sehr gut. Auch ich wurde beide Male damals nach 48 Stunden an die frische Luft gesetzt.... Zu Deinem Implantat werden sicher die MedEL'er besser was dazu berichten können als ich.

    Wünsche Dir und allen hier einen "juten" Rutsch ins neue Jahr!

  • Hallo Alexandra,


    ich bin 6 Monate vor Dir auf der rechten Seite
    ertaubt, OP in St. Pölten gut verlaufen, 2 Tage später entlassen, leider
    mit Tinnitus auf der tauben Seite, allerdings nur wenn ich das CI nicht
    trage.
    Das mit der Mickey Maus Stimme hat sich bei mir nach einigen Wochen gebessert und ist jetzt völlig verschwunden. Anfangs hatte ich generell alle Töne eine Tonlage höher wahrgenommen, ist
    aber jetzt wieder normal.


    Der Magnet ist beim Sonnet drehbar gelagert, macht bei mir ohne CI dann "klick-klack" beim Kopfschütteln - der erste Friseurbesuch war auch ein Erlebnis, die Haarschneidemaschine hat den Magneten in "Stimmung" gebracht :-)


    Was mir seit der EA sehr geholfen hat, tägliches Hörtraining mit der Induktionsschlinge - ich höre sehr viele Hörbücher, Sprache funktioniert mittlerweile fast 100%, Musik leider noch sehr schlecht.


    Ich war im Dezember 3 Wochen auf REHA in Bad Grönenbach, hat mir sehr viel gebracht - vor allem mit der Einstellung des Sprachprozessors.


    LG
    Olli