Wie hoch ist Euer Grad der Behinderung mit 2 CIs?

  • Krauwolf,


    bei dir waren es 10,8% Abschläge, kann man bei der DRV nachrechnen lassen.
    Bei mir sind es ebenso 10,8% Abschläge, wenn ich zum frühestmöglichen Zeitpunkt gehe, also mit 62 Jahren.
    Also kann ich auch noch früher gehen, weil ich das nicht mehr ertrage.
    Ich empfinde über 10% Abschläge lebenslänglich nicht als einigermaßen verkraftbar, zumal ich inzwischen ebenso über 37 Jahre eingezahlt habe.
    Damit bin ich nicht zufrieden und ich glaube nicht dass es Verbesserungen geben wird und bis 70 oder 80 halte ich das nicht aus.
    Zudem kommt es darauf an, wo man als schwerbehinderter arbeitet, da kann man nicht einfach alle über einen Kamm scheren.
    Wenn du in der freien Wirtschaft unter heute ständiger Leistungskomprimierung arbeitest..... bei einer meiner letzten Leistungsbeurteilungen hat mich mein Chef, der ebenso Druck vom Chef bekommt angeschrien, DU KANNST SCHON HÖREN, DU WILLST NUR NICHT ! Das kann also ein normalhörender Beurteilen ?
    Bei mir war es dann so, dass ich beruflich, (finanziell außertariflich) immer weiter abgestiegen bin, weil ich nicht mehr mithalten konnte und das trotz 10 Jahre CI.
    Solche Fälle liest man natürlich nirgends in den Hochglanzprospekten von Cochlear und Co, die der ganzen Umwelt astreine Erfolgsstorys suggerieren.
    Unzufriedenheit ist der beste Motivator etwas zu ändern und daher habe ich vor Monaten eine Exitstrategie eingeschlagen. :thumbup:
    Zudem ist es Selbstschutz, wenn man seine Würde bewahrt.

  • Oh, wie ich das kenne ;( ... selbt mit einem guten CI-Hörstatus ist der kommunikative Alltag, vor allem im Beruf, doch nicht mehr mit der "guten alten guthörenden Zeit" vergleichbar: Unterschiedliche Raumsituationen, fremde Stimmen, Nebengeräusche wie Drucker, EDV-Zeugs und Störschall allgemein führt doch schon früher zu Konzentrationseinbussen und Ermüdung. Mit entsprechender Technik (FM, Headset usw.) kann das etwas ausgeglichen werden. Trotzdem:


    Die Erkenntnis, die Notbremse ziehen zu müssen und die berufliche Existenz an die kommunikativen Möglichkeiten anzupassen, ist sicher nicht für jeden möglich, aus vielerlei Gründen. Aber meist der einzige Ausweg, den man nicht so weit auf die lange Bank schieben darf. Ist es zu spät, steht man dann doch recht allein da.


    Ich hatte das Glück, aus meiner überwiegenden Aussendienst-Tätigkeit (Reisen im In- und Ausland, Schulungen halten, Software-Projekte betreuen usw. Dazu massig Überstunden) zurück in das HomeOffice wechseln zu können. Da mache ich jetzt das, was ich vorher gemacht habe, wenn ich nicht draussen war: Unterstützung unseres ServiceCenters, sowohl telefonisch, als auch per Fernwartung usw. Verbunden mit einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit um einen Tag, funktioniert das recht gut, der Minderverdienst ist für mich akzeptabel. Bin ich auf meine alten Tage auch noch Callboy geworden :D8) ...


    Gut, mein Rentenhorizont ist in greifbarer Nähe und so kann ich damit leben.


    Deshalb bin ich der Meinung, man mus seine Nachteilsausgleiche über die entsprechenden GdB und Merkzeichen auch so weit wie möglich einfordern - es ist schon schwer genug bis zum Ruhestand.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


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    Das Gute missfällt uns, wenn wir ihm nicht gewachsen sind.

  • Hallo Rainer,


    Du "Bleilaus" wirst auf deine alten Tage noch "Callboy"! - Selten so breit gegrinst :D:D:D
    Ich muss sagen, in meinem Job habe ich technisch bedingten Störlärm seit eh und je, trotzdem kann ich mit CIs besser verstehen als weiland mit HG, insbesondere beim Telefonieren, das gefühlt alle 3,4 Minuten passiert. Ha, dann wäre ich nach deiner Definition zumindest ein halbes " Callgirl" (deren Rentenhorizont noch weit weg ist) ;)


    Greetz
    Martina


    P.S. Wenn du "normal" telefonierst, wie passt das dann mit der Entfernung von Hörer zum Mund?

  • Hallo Martina,


    Ja, mit den Cis ist das Hören schon viel leichter geworden als damals mit Hörgeräten. Aber trotzdem habe ich auch mit den Cis das Problem der Adaption auf unterschiedliche Hörumgebungen. Im Außendienst konnte ich mir das ja nicht aussuchen, deshalb bin ich über meine jetzige Tätigkeit im HomeOffice ganz zufrieden, nur Skype-Kommunikation ist nicht so der Hit.


    Telefonieren geht bei mir mit dem Handy, direkt an das Ohr gehalten reicht das von den Rondos herunter ganz gut, auch im Freien wenn es lauter drumherum ist, werde ich gut verstanden. Entspannter ist das allerdings mit der hier beschriebenen Lösung:


    Musikhören mit dem Rondo - eine "tragbare" Lösung


    Damit höre ich auch Musik und inzwischen habe ich mir einen noch besser klingenden Kopfhörer besorgt und "umgebaut". Da ist das Telefonieren noch einfacher, beidseitig und damit auch entspannter - und es bleiben die Hände für die Tastaturbedienung frei.

    Gruss, Rainer.


    Beidseitig versorgt mit: Med-El (Flex 28 im Schneckle, aussen jeweils Sonnet, vormals Rondo)


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