Sanne ist nun auch dabei

  • Heute war es bei mir soweit, ich hatte meine Erstanpassung. Ich war so unglaublich angespannt und aufgeregt, weil ich überhaupt nicht wusste, was da jetzt auf mich zukommt.
    Da kam Sheltis Erfahrungsbericht von heute morgen gerade recht, der sich so positiv las (Danke dafür ;) ).


    Mir wurde erst einmal gezeigt, wie man alles zusammensetzt, dann durfte ich das erste Mal probieren, den Soundprozessor am Ohr und Kopf zu platzieren. War ein wenig Fummelei wegen der Brille, aber es scheint alles am Ohr seinen Platz zu finden. Und mit jedem Mal wird es einfacher.
    Als nächstes ging es daran, die Elektroden einzustellen, was ein wenig spannend war, zwischen Tinnitus und Tönen zu unterscheiden, aber mit Geduld ging es dann doch. Allerdings konnte ich wenig Unterschied zwischen den einzelnen Tonhöhen feststellen.
    Das Gesamtbild, was ich höre ist ein Zischen und ein monotones Robotergeräusch, und ich verstehe noch rein gar nichts 8) , aber das hatte ich auch gar nicht erwartet. Ich soll mich erst einmal einfach nur "berieseln" lassen ohne viel zu wollen, und damit kann ich ganz gut leben. Das Gute ist, dieses zischelige Robotergeräusch stört nicht weiter, es ist da, aber es stresst mich nicht sonderlich. davor hatte ich zugegebenermaßen etwas Angst.
    So bin ich schwer bepackt und erleichtert mit meiner Tasche nach Hause gefahren, habe in der U-Bahn und im Bus einfach so gehorcht und mich daran erfreut, mit dem Ohr überhaupt mal wieder irgendwas zu hören.


    LG sanne

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

    links: HG Enya 4 von Resound

  • Na, das wird schon werden, Geduld und Geduld ist gefragt und es wird jeden Tag besser.
    Gruß Norbert

    links: Opus 2XS, Flex28; OP 14/09/2012 MHH
    EA: 05/11/2012 erfolgreich

    seit 12/06/2020 Sonnet 2


    rechts: HG (zu nichts nutze...)
    --------------------------------
    Offenbarung 21,4
    ...und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz...


    Jesaja 35, 4-6
    Sagt den verzagten Herzen: "Seid getrost ..." ...dann werden die Ohren der Tauben geöffnet werden...

  • Moin Sanne,


    Du hast die richtige Einstellung zum neuen Hören, gut so!
    In der Tat ist es enorm schwierig, die Schwellenwerte, die ganz leisen Töne, von Geräuschen im Kopf zu unterscheiden, dazu ist viel Konzentration nötig. Auch für mich ist das nach 11 Jahren immer noch die schwerste Übung. Man muss auch einen guten Tag erwischen. Letzten Monat hatte ich so einen bei der 2-Jahres-Nachsorge in Hannover, da klappten alle 2x22 T-Level ohne Unsicherheiten. Entsprechend top sind die Programmierungen.


    Dahin kommst du sicherlich auch noch.


    Greetz
    Martina

  • Guten Morgen,


    ich bin in der Tat ganz positiv gestimmt, dass das wird mit der Zeit. Interessanterweise freue ich mich total, mit dem Ohr überhaupt mal wieder was zu hören, und sei es Zischen und Piepen, da passiert was, das ist so cool.
    Es ist gut zu lesen, dass es euch genau so geht. Und ja, Geduld wird es brauchen, aber irgendwie habe ich das gute Gefühl, dass es sich lohnt.
    Ich bin gespannt auf die anderen Erfahrungsberichte, es sind ja einige, die neu anfangen. Da tut es bestimmt gut, sich gegenseitig Mut zu machen.


    LG sanne

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

    links: HG Enya 4 von Resound

  • Moin Sanne,


    auch von mir, der ich kurz vor der 3.Anpassung stehe, alles Gute für den weiteren Verlauf. Es gilt, einen (lebens-)langen Weg zu gehen.. Auch kleine Fortschritte wollen gefeiert werden


    LG Konrad

  • Auch ich hatte letzte Woche Erstanpassung und lasse mich jetzt erst einmal etwas berieseln.
    Hören tue ich ja schon mal wieder, nur mit dem verstehen braucht es Zeit.
    Bin allerdings mit meinen kleinen Hörerlebnissen ( Blinker und abstandssensoren im Auto, hausklingel und uhrenschlag) schon sehr glücklich!
    ALSO HAB DURCHHALTEVERMÖGEN !

  • Gestern hatte ich meinen 2. Termin, und die Einstellungen konnten wohl um einiges lauter gestellt werden. Ich bin fasziniert davon, wie schnell man sich an die Geräusche gewöhnt. Nach einer guten Woche nach der EA hatte ich oft das Gefühl, der Prozessor sei gar nicht an :). Die neue Einstellung begeistert mich einerseits, weil ich jetzt viel mehr mitkriege, aber manche Geräusche wie z.B. Husten sind einfach nur laut. Das erinnert mich an die Zeit, als ich mit Hörgeräten anfing und mir alle Menschen plötzlich so nah vorkamen ...
    Mein allerbestes Highlight von heute morgen war, dass ich mir auf youtube das Gedicht "Herr von Ribbeck" von Lutz Görner vorgetragen angehört habe und: ich habe einiges verstanden!!! O.K., ich kenne das Gedicht auswendig, aber es ist der Hammer, plötzlich Wörter zu verstehen, damit habe ich nie im Leben so schnell mit gerechnet. Es ist so wohlartikuliert und langsam vorgetragen, dass man es verstehen konnte. Unglaublich. Einfach nur schön.


    LG sanne

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

    links: HG Enya 4 von Resound

  • Ich habe lange nicht geschrieben, war zu viel los bei mir. Es hat sich mittlerweile wieder einiges getan. Wenn ich nur mit dem CI-Ohr höre kann ich langsam gesprochene Nachrichten so ziemlich verstehen - das ist schon echt klasse. Aus der Schule habe ich mir Audiolog ausgeliehen und probiere mich nun durch die ganzen Möglichkeiten. Beim ersten mal konnte ich Bienensummen und Löwengebrüll nicht voneinander unterscheiden ?( geschweige denn erkennen, was es überhaupt sein soll :D Es klingt alles sooo anders, aber das Gehirn ist ja erstaunlich lernfähig. Aber ich bin begeistert von dem Programm und werde bestimmt in Zukunft auch meine Schüler damit beglücken.
    Seit letzter Woche habe ich wieder angefangen mit wenigen Stunden zu arbeiten, nach einer Schulstunde bin ich völlig fertig, zumal die Schülerinnen und Schüler viel zu erzählen haben, ich war lange weg :) Die ganzen Nebengeräusche und Stimmen schaffe ich noch nicht wirklich. In dieser Situation merke ich schon, dass mein Gehirn auf Hochtouren läuft, um das Hörgeräte-Hören und das völlig andere CI-Hören in Einklang zu bringen. Ich habe das Gefühl, ich höre doppelt soviel auf einmal und weiß nicht, wo mir der Kopf steht ...
    Trotzdem bin ich zufrieden, kann schon viel und kann eigentlich noch nichts 8) , aber ich bin sehr zuversichtlich und bin fasziniert davon, wie sich Geräusche und Stimmen immer mehr ausdifferenzieren. Die Vögel, die ich anfangs nur als leise Rasseln wahrgenommen haben bekommen mehr Klang, Stimmen werden tiefer und klingen nicht nur, als hätten die Menschen zu viel Helium eingeatmet.
    Morgen muss ich zum Arzt in der Klinik, weil bei mir der Draht an einer Stelle frei liegt. Das kommt wohl bei einer Radikalhöhle mal vor, ist aber nicht optimal, weil mein Ohr ja regelmäßig gesäubert werden muss, wenn der Arzt dann den Draht erwischt sind alle Einstellungen im Eimer :thumbdown: , das muss ja nicht sein. Ich bin gespannt, ob man da was machen kann oder ob ich damit leben muss.
    LG sanne

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

    links: HG Enya 4 von Resound

  • Ich werde also Anfang August nochmal operiert :( , damit der freiliegende Draht erneut abgedeckt wird. So richtig glücklich bin ich nicht damit, aber bevor das Implantat im Eimer ist, weil eventuell beim Ohr säubern der Draht rausgefummelt wird nehme ich das lieber in Kauf...


    LG sanne

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

    links: HG Enya 4 von Resound

  • Hallo Sanne,

    Ich werde also Anfang August nochmal operiert , damit der freiliegende Draht erneut abgedeckt wird

    natürlich ist ein weiterer Eingriff nicht so toll. Aber der wird ja hoffentlich vom Umfang her nicht annähernd so sein, wie die eig.Implantation.
    Alles Gute dafür,
    LG Konrad

  • Hallo Sanne,
    ich war lange nicht online und habe vielleicht etwas verpasst.
    Ich frage mich: was ist unter Radikalhöhle zu verstehen? Und wo steht der Draht raus? Im Gehörgang? Warum muss dein Ohr regelmäßig gesäubert werden?
    Auf jeden Fall auch von mir alles Gute für die anstehende, hoffentlich kleine OP!
    Liebe Grüße, otoplastik

    Sohn, 18 Jahre, li. taub und re. hochgradig seit 14. LM, rechts HG (Phonak Naida Link), links CI seit 01/14 (Naida Q70)

  • Hallo otoplastik,


    durch eine chronische Mittelohrentzündung wurden im Mittelohr durch Knocheneiterung ein Teil der Gehörknöchelchen "weggefressen". So musste das Mittelohr von allem Eiter befreit, also großräumig gesäubert werden, so dass eine Kuhle entstand und das Trommelfell direkt an den verbliebenen Steigbügel gesetzt wurde. In dieser Radilalhöhle sammeln sich nun allerhand Hautschuppen und Ohrenschmalz, die nicht mehr von alleine wegtransportiert werden. Deswegen das regelmäßige Säubern des Ohres, damit sich nichts entzündet. Durch diese Höhle geht jetzt der Draht vom Implantat, er wurde zwar bei der OP mit Knorpelgewebe abgedeckt, hat sich aber "herausgearbeitet" so dass tatsächlich ein Stück Draht zu sehen ist. Wenn man den beim Putzen herauszieht ist das Implantat kaputt.
    Das ist jetzt eine ganz laienhafte Erklärung, aber ich habe mein Bestes gegeben :)
    Es wird wieder ein Schnitt hinterm Ohr gemacht und Knorpelgewebe von der einen Stelle auf den Draht gepflanzt. Ist auf jeden Fall nicht so ein großer Eingriff wie beim ersten Mal, bedeutet aber wieder ein anschließender Verband mit schlechtsitzender Brille. :S
    Aber ich mache mir schon Gedanken, an welcher Stelle des Verbandes ich den Soundprozessor hänge 8) , müsste ja eigentlich gehen :D


    LG sanne

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  • Danke, ich denke, ich habe es verstanden, so schlecht kann Deine Erklärung also nicht sein:)
    Wir haben damals das Cros-Gerät meines Sohnes nach der CI-Implantation mit Leukosilk an den Verband geklebt. Hat sehr gut funktioniert!
    Das Säubern ist hoffentlich nicht schmerzhaft? Aber diese Kuhle ist noch vor dem Trommelfell, also nicht im Mittelohr, hoffe ich.
    Also, alles Gute für die OP, hört sich doch ein klein wenig aufwendiger an, aber natürlich nicht so groß, wie eine Neuimplantation.
    Liebe Grüße, otoplastik

    Sohn, 18 Jahre, li. taub und re. hochgradig seit 14. LM, rechts HG (Phonak Naida Link), links CI seit 01/14 (Naida Q70)

  • In der Regel ist das Putzen nicht schmerzhaft, es sei denn, es hat sich zu viel Zeugs angesammelt, es wird herausgesaugt, meist wird mir nur ziemlich schwindelig dabei. Aber mein Arzt bemüht sich sehr um Vorsicht.
    Ja, die Kuhle liegt vor dem Trommelfell.


    Vielen Dank für die lieben Wünsche.


    LG sanne

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

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  • Meine OP zum Abdecken des Drahtes ist schon wieder gut drei Wochen her, der Vorteil war diesmal, dass ich den Prozessor in den Verband hängen konnte :D , das Hören war also kein Problem.
    Der Eingriff war diesmal ja auch nicht sonderlich groß.
    Nur wurde gestern festgestellt, dass nicht alle Knorpelplatten angewachsen sind und wieder ein Stück Draht frei liegt. Ich gebe zu, es frustriert mich. Ich stehe nicht so auf Krankenhaus und OP´s.
    Ich werde demnächst also mal wieder einen Termin beim Arzt haben, der mich operiert hat, um abzuklären, wie es nun weiter geht.
    Trotzdem bin ich weiterhin sehr glücklich mit meinem neuen Hören, und erwarte mit Spannung, wie ich mit den jetzigen Einstellungen ab Montag in der Schule klar kommen werden. Das "Notprogramm" für schreiende Kinder ist schon in der Fernbedienung einprogrammiert :thumbup: .


    LG sanne

    rechts: CI N6 von Cochlear seit 3/2016, reimplantiert 3/2019

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  • Die Zeit vergeht viel zu schnell, ich bin überrascht, wie lange ich hier nicht geschrieben habe.
    Nachdem die 2. Operation zur Abdeckung des freiliegenden Drahtes nichts gebracht hat wird erst einmal nichts unternommen, solange ich keine Beschwerden habe. Ich habe großes Vertrauen in meinen Ohrenarzt, dass er mir beim Säubern nicht das Implantat beschädigt.
    Das Hören macht erfreuliche Fortschritte, ich merke immer mehr, wie mein CI-Ohr das Hören unterstützt. Immer dann, wenn mal wieder der Strom ausfällt 8) frage ich mich, wie ich es vorher eigentlich geschafft habe, überhaupt irgendetwas zu verstehen. Trotzdem stelle ich immer wieder fest, dass ich noch nicht den Mut aufbringe, mich ganz auf mein CI-Ohr zu verlassen. Letzte Woche habe ich mich dennoch überwunden und habe mein Mini-Mikrofon der Gesprächsleitung bei der Konferenz auf den Tisch gelegt. Ich gebe zu, es war genial, so entspannt habe ich lange nicht einer Konferenz lauschen können und die Kollegen fanden es nicht schlimm "abgehört" zu werden.
    Zwischenzeitlich hatte ich das Problem, dass ein Schüler mich ohne Vorwarnung öfter mal an den Kopf fasste mit beiden Händen und dann auch ab und an der Prozessor abging. Aber ich habe mir bestätigen lassen, dass die Teile robust sind...solange kein Rollstuhl darüber fährt ...
    Mit dem Musizieren ist es noch schwierig, einzelne Töne kann ich ganz gut unterscheiden, aber sobald ich auf der Gitarre einen Akkord anschlage ist nur noch Tonbrei undefinierbarer Höhe angesagt. So müssen meine Schüler momentan damit leben, dass mein Gesang und die Akkorde nicht immer 100%-ig übereinstimmen ;( Aber ich glaube das ist mehr mein Problem als das der Schüler, sie sind glücklicherweise nicht so perfektionistisch wie ich.
    Ich bin nach wie vor sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, aber auch sehr froh, mir die nötige Zeit genommen zu haben, mich zu dem Schritt zu entschließen.

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