Eure Tips, Tricks und Kniffe für die Anpassung

  • Liebe Leute,


    ich habe mich vor vier Jahren für das erste und vor ein paar Wochen für das zweite CI entschieden. Mit dem ersten habe ich die Anpassprozedur soweit und sehr zufriedenstellend durch, jetzt geht es ans zweite. Diesmal möchte dich die einzelnen Anpasstermine bestmöglich nutzen. Daher möchte ich Euch fragen: Welche technischen Tipps, Tricks und Kniffe habt Ihr aus Eurer Erfahrung? Was sollte man bei der Anpassung ggf. bitten auszuprobieren?


    Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht, dass die möglichst genaue Schilderung des Höreindrucks, sowie dessen was fehlt oder schräg ist, je nach der Person, die die Anpassung vornimmt, nur die halbe Miete ist. Sehr sprunghafte Verbesserungen des Hörvermögens und des Klangeindrucks habe ich auch aus "technischen" Einstellungen bekommen (teils auf Initiative der Ingenieurin, teils erst auf meine eigene). Mir fällt da aus meiner Erfahrung z.B. Folgendes ein:

    • Die T-Level, also die Hörschwelle, für jede Elektrode einzeln manuell bestimmen (nicht automatisch als prozentuale Angabe, wie die Standardanpassungsweise es anscheinend vorsieht). Und zwar indem von schwachen Impulsen hin zu stärkeren getestet wird, nicht umgekehrt (also "Hören Sie dies schon?" statt "Hören Siedies noch?"). Letzteres wurde häufiger von seiten der Ingenieure/Audiologen vorgeschlagen (vielleicht ist es zeitsparender?). Ich habe aber dabei öfters mal fälschlich ja gesagt als beim umgekehrten Verfahren.

    Was meint Ihr dazu? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Könnt Ihr weitere technische Tips, Tricks und Kniffe empfehlen, die man bei Anpassungen mal ausprobieren sollte?

  • Ich kenn es gar nicht anders als das die T-Level und C-Level manuell eingestellt werden. Klar wurde auch schon messungen gemacht bei denen man die Antwort des Hörnervs, benutzen wollte aber das klappte gar nicht bei mir weil das 2 verschiedene Welten waren.
    Ob von laut nach leise oder von leise nach laut das ganze macht, ist denke ich recht egal, den es kommt auf den Patienten drauf an. Dem einen Patient ist es lieber den Ton schon zukennen, als drauf zu warten bis er ihn endlich hört. Bei mir wird durch den Tinni den ich habe meistens der Ton erst mal recht laut vorgespielt und dann von leise nach laut gemacht, so das ich weiß um was für ein Ton es sich handelt, und es wird nicht nur piep gemacht sondern pieppiep.


    Was jenach dem auch manchmal gut ist mal einen anderen Techniker auszuprobieren, manchmal hat der noch eine anderen Idee wie er das problem oder so beheben kann. Da muss man halt schauen, es kann aber auch schief gehen.

    MedEl Synchrony -Sonnet CI 30.9.2014
    EA 27.10.2014
    links. Cochlear 512 10.11.2010
    EA 6.12.2010
    re-implantation 9.5.2011
    EA 14.6.2011

  • Dass Du das gar nicht anders kennst, nehme ich als Bestätigung des Tipps. Falls es mal nicht so gemacht wird. Bei mir kamen jedenfalls nicht alle Techniker jedesmal von alleine darauf, ich musste das öfters mal erbitten.
    Vielleicht kann ich die Ursprungsfrage auch so erweitern: Welche "guten Selbstverständlichkeiten" gibt es, die auf keinen Fall vergessen werden sollten?

  • Bei Med-El nimmt man gewöhnlich tatsächlich als T-Level 10% des C-Level. Nur, falls dann ein Dauer-Rauschen/Brummen hörbar wird, wird der T-Level manuell noch niedriger bis auf 0% des C-Level gesetzt.


    Wenn man bei Med-El versucht, den leisesten Ton als T-Level zu setzen, wird gewöhnlich ein Dauer-Rauschen hörbar!
    Dann muss man bei Med-El mit den T-Level noch etwas weiter runter gehen... Das macht man dann, wenn man bei 10% sehr leise Geräusche noch nicht wahrnimmt.


    Das liegt daran, dass die Algorithmen/Kodierungsstrategien von Med-El und zum Vergleich Cochlear unterschiedlich arbeiten!


    Gruss, JH.

  • Ansonsten evtl. jenach Hersteller auch mal versuchen mit ein paar weniger regelungen auszu kommen. Liegt nicht jedem aber man kann es ja mal probieren. Ich bin jemand wo recht wenig regelungen drin hat bei beiden. Was ich machen lasse habe war beim Sonnet die Windunterdrückung aber ansonsten soviele funktionen wie möglich aus gemacht. Ähnlich beim N5.

    MedEl Synchrony -Sonnet CI 30.9.2014
    EA 27.10.2014
    links. Cochlear 512 10.11.2010
    EA 6.12.2010
    re-implantation 9.5.2011
    EA 14.6.2011

  • Interessante und sinnvolle Fragestellung - tolle Idee!


    Ich würde bei der EA darauf bestehen, dass man die Fernbedienung sofort konfiguriert und ausgehändigt bekommt, um die Lautstärke selbst regeln zu können. Dabei sollte das Programm so eingestellt sein, dass es hinsichtlich der Lautstärke Spielraum nach oben gibt. Das Gehirn gewöhnt sich so wahnsinnig schnell an die neuen Höreindrücke, dass einem schon nach einigen Stunden alles viel zu leise erscheint und man kaum
    noch etwas hört....!


    LG


    Karina

    Normal hörend geboren | Hochgradige SH bds. seit dem 2. LJ durch Antibiotika
    Seit einigen Jahren zunehmende Verschlechterung >> an Taubheit grenzende SH


    R: CI-Implantation 17.11.2015 (Profile CI512) | EA: 21.12.15 (Nucleus 6)
    L: CI-Implantation 21.06.2016 (Profile CI512) | EA: 28.06.16 (Nucleus 6)

  • Karinefresh, das wiederum hatte ich noch nie gehört, dass man die Fernbedienung nicht gleich mitgegeben bekommt. Finde ich geradezu ein Unding.


    Frage: Wie steht es denn bei Euch mit der Ermittlung der Schmerzschwelle für jede Elektrode? Das habe ich nur einmal, ganz zu Beginn vom Ingenieur gemacht bekommen, dann aber nie wieder vorgeschlagen bekommen. Klar, tut ja auch weh, bei jeder Elektrode wieder. Einmal habe ich es dann probeweise selbst gewünscht, das hatte meinem Gefühl nach ein gutes Ergebnis, besonders im Störschall. Scheint mir auch stimmig, weil zwischen T-Level und diesem Wert ja der Raum entsteht, in dem man Lautheitsunterschiede hört.


    Könnte es sich also lohnen, das regelmäßig zu tun? Was meint Ihr, habt Ihr dazu Erfahrung?

  • Hallo Malaga,


    Was meinst du mit der Schmerzschwelle für jede Elektrode, also bei Cochlear 22x schmerzen lassen? Ganz laut, dass es unangenehm wird? Aber das wäre ja über den C-Leveln. Lautheitsunterschiede unterhalb der T-Level?? Wenn unterhalb derer eingestellt wird, hört man ein Rauschen, wo keines ist, und das wäre im Störlärm kontraproduktiv.


    Greetz
    Martina

  • Ja, ich meine oberhalb der C-Level (falls das C für comfort, also angenehme Lautstärke steht). Ich meine, die T-Level markieren Schwelle für die leisestmöglichen hörbaren Geräusche (Hörschwelle), ganz unten. Und oben, ab einer gewissen Lautstärke regelt das Gerät einfach ab (Schall kann noch lauter werden, aber der Sprachprozessor schneidet es einfach ab). Ist ja auch sinnvoll. Dazwischen spielen sich die hörbaren Lautstärken ab.
    Ist das verständlicher?

  • Ja, wie ich es mir gedacht habe.
    - Und damit hast du besser im Störlärm gehört? Auf jeden Fall dürften die Batterien oder Akkus schnell leer gewesen sein.
    Die Comfort- Zone ist individuell, ich bin da weniger empfindlich, d.h. ich hatte es auch schon arg laut, dass mein Prof mich bei der Einstellung etwas ungläubig angeschaut hatte, aber das war meist bei den höheren Tönen, und beim Balancing aller Töne bzw. Elektroden musste dann wieder abgeschwächt werden, damit alle annähernd gleich laut klangen.


    Greetz
    Martina

  • Wird bei mir eher selten gemacht. Ich mag diese Messung auch nicht so gerne, so lang lauter zumachen bis es zulaut ist. Man hat es letztes mal versucht und dann hatte ich zuhause das gefühl das ich zuviel höre aber etwas schlechter verstehe.

    MedEl Synchrony -Sonnet CI 30.9.2014
    EA 27.10.2014
    links. Cochlear 512 10.11.2010
    EA 6.12.2010
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