Guten Morgen Martin,
Deinen Eintrag habe ich gestern am späten Abend noch gelesen, mir das Schreiben aber für heute vorbehalten.
Mein letzter Satz besagt, dass ich auf das unterstützende Absehen angewiesen bin.
Das Schicksal ist nicht gerade glimpflich mit mir umgegangen. Ich hatte eine schwere Meningitis, an der ich fast gestorben wäre. Wie Du weißt, schließt das eine schnelle Schneckenverknöcherung nach sich. Insgesamt gab es 3 Implantationen - die letzte fand 2012 statt, bei der ein Elektrodenarray eingeführt wurde. Wie ich später erfuhr, konnten dabei, aus welchen Gründen auch immer, mehrere Elektroden nicht aktiviert werden. Getragen habe ich den Prozessor dann aber doch, um den Alltag etwas erträglicher zu gestalten. Vorausgegangen waren 2 extracochleäre Operationen. Bei der ersten hat das Implantat lediglich 8 Wochen gehalten, weil es abgerutscht war und ich beim Sprechen immer einen schiefen Mund bekam.
Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich mit meiner Krücke noch mal freie Sätze verstehen könnte, die natürlich ihre Grenzen haben und sich etwa so anhören wie Radio Kurzwelle. Mal mehr, dann wieder etwas weniger. Es kommt dann immer auf die Tagesform an.
Ich habe es rein zufällig durch die Ratschläge einer Psychomieze auf dem Smartphone erfahren. Sie hatte ein sehr gutes Mundbild. Durch das Zuschalten des Tones wurde der Eindruck noch besser. Verstehst Du möglicherweise auch etwas ohne Mundabsehen, sagte ich mir dann. Es ist mir tatsächlich gelungen und es hat mich über alle Maßen überrascht.
Hinzufügen möchte ich noch, dass ich immer nur auf dem rechten Ohr operiert werden konnte. Auf dem linken hatte ich einige Jahre nach der Ertaubung Vereiterungsprozesse und es musste 2x operiert werden..So war vorhersehbar, dass links nichts möglich sein würde.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, heißt es. An eine frühe Operation war aber zu meiner Zeit nicht zu denken, weil das CI erst später aufkam.
@ Hallo Anni, auch Dir wünsche ich einen Guten Morgen und freue mich das Du meine Gedanken teilst und dadurch Zustimmung zum Ausdruck kommt.