Umstieg vom Freedom zum Nucleus 6

  • Hey liebes Forum,


    ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir einen Rat geben könnt. Es würde auch schon helfen, ein paar aufbauende Wörter zu lesen.


    [Dies ist die Vorgeschichte. Ihr könnt auch einfach zum nächsten Absatz springen.]
    Seit Anfang des Jahres geht diese Geschichte schon. Ich hatte mich schlau gemacht bei Keiberle in Bremen, wie es mit der ComfortAudio Anlage fürs Telefonieren im Büro aussieht. Dabei wurde mir die Frage gestellt, ob ich nicht das neue Nucleus 6 wollte, da angeblich viel bessere Klangqualität etc. Ich habe dann einen Hörtest mit dem Nucleus 6 (Testmodell) in der MHH im Hörzentrum gemacht. Der fiel ca. 5% besser aus als der letzte mit dem Freedom und das soll schon ausreichen für einen Antrag bei der Krankenkasse. Wochen später kam von dieser der positive Bescheid, dass sie die Kosten für das neue Gerät übernehmen würde. Dann dauerte es wieder Wochen, bis ich das Gerät samt Ausstattung (hilfe, so einen großen Koffer gabs damals vor 9 Jahren nicht zum Freedom) erhalten habe.
    Die erste Einstellung war schrecklich. Ich habe die volle Funktion mit der Geräuschdämpfung bekommen und kam gar nicht damit klar. Als ich ein weiteres Mal zur MHH fuhr, kam ich wieder mit einem schlechten Programm heim. Der Techniker hat mich nicht ausreden lassen und wollte mir unbedingt die Geräuschdämmung mitgeben. Blöderweise merkt man schlechte Einstellungen immer erst im Alltag, denn in dem Raum mit dem Ingenieur ist es ja ruhig und dann versteht man ihn ja in der Regel auch gut. Nach ein paar Tagen Testtragen habe ich es nicht mehr ausgehalten, da auch keine Besserung eintrat - also trug ich wieder das Freedom und machte einen neuen Termin aus, der heute stattfand.


    Heute war ich dann wieder mal in der MHH, aber zum Glück diesmal bei der Ingenieurin meines Vertrauens (leider wechselt sie im Dezember nach Potsdam). Sie hat mir, anders als der andere Techniker, geduldig zugehört und die Funktion mit der Geräuschdämmung entfernt. Dazu haben wir fast wie bei einer Erstanpassung das ganze Einstellungsprogramm vorgenommen (alle Töne mehrfach, von vorn bis hinten und rückwärts und allerlei Tests). Ich bin mit einem guten Gefühl rausgegangen.
    Die Umgebung klang erst mal wieder fremd, ich habe mir aber nichts weiter dabei gedacht, da das sicher normal ist, wenn die Einstellung geändert wurde. Immerhin hat jetzt mein Prozessor nicht mehr die Motorgeräusche meines Autos gedämpft, denn das gefiel mir gar nicht und war mir zu unrealistisch.
    Statt direkt heimzufahren bin ich in ein Einkaufscenter, bisschen shoppen. Der Menschenlärm klang seltsam stumpf. Aber Geräusche in meiner direkten Umgebung (z. B. Klappern der Schlüssel, wenn ich sie in die Tasche tue) scheinen normal laut zu sein. In drei verschiedenen Shops hab ich mit den Verkäuferinnen gesprochen oder wurde von ihnen angesprochen. Ich habe sie kaum gehört, so leise waren ihre Stimmen. Oder waren sie doch nicht so leise und meine Einstellung ist nicht richtig? Eine fremde Frau sprach mich einmal von hinten an, ich hab sie kaum gehört, aber kann mir nicht vorstellen, dass sie leise war. Mit dem Freedom höre ich die Stimmen meines Erachtens viel klarer und lauter. Dann fiel mir auch auf, dass ich sonst in Menschenmengen immer zumindest die Stimmen erkenne, wenn auch nie die Unterhaltungen mithören kann. Diesmal war das alles aber ein Brei, aber Sprache hörte ich nicht wirklich.
    Etwas geknickt ging es heim. Zuhause kurz meine Mutter getroffen (draußen) und sie auch schlecht gehört, dabei verstehe ich sie von allen Menschen in meinem Leben am besten! Nach zwei Stunden kam sie wieder heim und wir haben uns drinnen unterhalten, da verstand ich sie schon wieder besser, auch durch den ganzen Raum. Das macht endlich etwas Hoffnung. Vielleicht ist es doch reine Gewöhnungssache...


    Ich muss das beobachten. Morgen gehts wieder zur Arbeit und dann kann ich mehr feststellen, als wenn ich nur zuhause fernsehe oder Musik höre, denn es kommt mir auf die Stimmen der Menschen an.


    Ist es möglich, dass Stimmen anfangs bei größeren Neueinstellungen (immerhin ganz anderes Gerät) noch unklar sind und sich nach Tagen immer besser herauskristallisieren oder ist da was verkehrt gelaufen?
    Ich weiß, dass man mit Erwartungen vorsichtig sein muss, aber ich war dieses Jahr schon viermal in Hannover und wenn ich noch öfter hinmuss, dreh ich bald durch. Ich nehme mir extra einen Tag frei, die Fahrt schlaucht und es schlaucht erst recht, Anpassungen zu machen und immer auf die feinen Unterschiede zu achten. Und dann muss man in den Tagen darauf immer der Versuchung widerstehen, das alte gewohnte Gerät wieder einzusetzen.
    Oder bin ich zu blöd, bei der Anpassung, die hohen und tiefen Töne gleich laut hinzubiegen?? Ich finde es wahnsinnig schwer, die hohen Töne auf eine gleiche Lautstärke zu kriegen und gleichzeitig das Schrille am Ton zu ignorieren. Das vertausch ich schnell mit "zu laut".


    Hat jemand etwas Ähnliches durchgemacht? Ich hatte zuerst gedacht, der Umstieg geht fix, weil es ja beides Cochlear ist und man einfach die Einstellung vom alten Gerät übernehmen könnte.


    Liebe Grüße
    Jean

  • Hallo Jean,


    Du hast doch zu N6 Fernbedienung dazu bekommen - wurde darauf nicht gleich mehrere Prog gespeichert?
    Scan ist für mich bedingt nützlich, aber finde es grundsätzlich gut. Habe vor kurzem getestet. Als mein "eigen" kann ich den N6 noch nicht nennen und trage daher wieder den Freedom :(
    Aber in der Testphase hatte ich zb. das gewöhnliche Programm welches ich beim Freedom zu 95% nutzte speichern lassen und dann eben das "Scan" und beim 2.Nachjustierungstermin lies ich mir noch "Focus" speichern .
    Man muss je nach Situation die div. Programme testen und teilweise ist es auch gewöhnungsbedürftig. Für mich klang N6 feiner während der Freedom etwas zu hart klingt.
    Das jetzt nur meine persönliche Empfindung.


    Gruß
    Sandra

  • Heyho,
    wie lange dauern deine Anpass-Termine denn?
    ich habe erst Anpassung, dann Pause (Zeit um ins Roderbruch rüber zu gehen und mit Verkäuferinnen zu quatschen, Straßenlärm auszuhalten zu versuchen, je nach Verfassung mal wo anzurufen...) und später nochmal Nachbesprechung und ggf. nochmal eine kurze Anpassung - eben WEGEN der langen, stressigen Anfahrt (650km). So oft wie du könnte ich gar net rauf fahren... Wär sowas machbar?
    Ist es auch möglich, dass du ab sofort immer zum gleichen Techniker kannst?

    Habe gerade die Tauben am Marktplatz gefüttert, aber der Polizist meinte, ich soll endlich die Gehörlosen in Ruhe lassen.

  • Danke für die Rückmeldungen.


    @Sandra: Die Fernbedienung habe ich. Vor der heutigen Einstellung habe ich auch versucht, über sie das Programm auszugleichen, aber den Scan kann ich ja nicht deaktivieren und der störte micht extremst. Ich bin 9 Jahre ohne Scan ausgekommen und es gewohnt, alles, was das CI empfängt, zu hören. Lärm gehört dann dazu. Ich mag es nicht, wenn stetiges Rauschen wie im Auto oder an der Straße ausgeblendet oder reduziert wird, davon wird mir komisch. Einmal fuhr ich mit dem Rad über die Autobahnbrücke und hörte kurzzeitig den Lärm unter mir und in der nächsten Sekunde hat der Scan ihn weggemacht, da wurde mir ziemlich schwindelig. Ich bin es auch einfach nicht gewöhnt und meine Technikerin hat gesagt, dass Patienten, die lange ohne Scan auskamen, besser ohne aufgehoben sind, weil sie sich selten daran gewöhnen würden. Mit dem Freedom war ich auch ohne immer sehr glücklich.
    Ich möchte gern eine Einstellung, die ich in allen Alltagssituationen anwenden kann, weil ich nie hin und her schalte. Ich mache morgens das CI an und abends aus, sonst änder ich da nichts dran. Das ist mein Prinzip. :) Nur erst mal zu einer geeigneten Einstellung kommen!
    Aber danke. :)


    cadi: Hm, halbe Stunde durchschnittlich. Ich fahre da anderthalb Stunden hin, das ist nicht so weit wie bei dir. Und in der MHH erinnert das auch ein wenig an Abfertigung wie am Lieferband. Aber die eine Technikerin nimmt sich immer die Zeit und macht einen superkompetenten Eindruck. Eigentlich wäre das nicht so schlecht, einmal zwischendurch rauszugehen, etc. Würde ich auch gerne machen, aber man wartet immer schon mindestens eine Stunde im Wartezimmer auf den Termin und wenn man das zweimal machen würde, puh, ist das ja ein sehr langer Tag. Ich werde beim nächsten Mal daran denken, vielleicht ist das ja möglich. Dann würde ich mal in ein Cafe in der Nähe gehen oder irgendwo zum Bäcker und gucken, wie gut ich den Verkäufer verstehe.


    Man kann sich wünschen, zu welchem der anwesenden Technikerin man möchte, allerdings ist bei den beliebten oft lange Wartezeit vorprogrammiert und heute hat mich die Dame in der Anmeldung ziemlich unfreundlich abgefertigt.

  • Naja, ich bin auch Patientin in der MHH (übrigens auch früher den Freedom, aber jetzt den CP810) und habe das DHZ mehr als zwei mal von innen gesehen. Da es bei mir eben keine dieser Probleme gibt, eben meine Frage, ob du deine Problematik nicht einfach mal konkret ansprechen kannst. Bei mir funktionierte das auch, inzwischen planen wir die Termine sogar entsprechend meines Zugfahrplans. Aber ohne Kommunikation können sie das dort ja auch nicht riechen.
    Du könntest es in der Caféteria der MHH probieren und im Optimalfall vielleicht sogar nach Roderbruch laufen/fahren. Das ist eine U-Bahn-Station oder 10 Minuten zu Fuß. Die Hauptstraße nach links ein Stückchen entlang, über den Schulhof der Schule nach rechts. Das erste und auffälligste Geschäft ist der Edeka Wucherpfennig. Schaffbar ab hmmm.. sinnvollerweise 1 Stunde Pause.
    Liebe Grüße

    Habe gerade die Tauben am Marktplatz gefüttert, aber der Polizist meinte, ich soll endlich die Gehörlosen in Ruhe lassen.

  • Hallo Jean,
    ich habe kürzlich vom Freedom auf den N6 gewechselt. Obwohl ich den N6 5 Wochen zur Probe getragen und gute Testergebnisse gebracht habe, muss ich sagen, dass die Komplexität dieses Prozessor um einiges höher ist als beim Freedom. Die Einstellungen sind nicht so einfach zu machen.
    Ich komme sehr gut mit dem Scan-Programm zurecht, aber es gibt Situationen, die dieses Programm nicht beherrscht. Sie sind überschaubar. Meine Lautstärke wurde sehr viel zu laut eingestellt, so dass ich sie selbst auf 1 und die Mikroempfindlichkeit ähnlich tief herruntergegelt habe.
    Du kannst mit der FB, wenn du den erweiterten Einstellungsmodus hast, auch deine Grundlautstärke erhöhen.
    Für Musik habe ich ein spezielles Musikprogramm, das ist gut.
    Bei mir sind die hohen Frequenzen viel zu laut und vor allem höre ich zu viele sehr leise hohe Töne.
    Das allgemeine Zuhause-Programm ist für mich nicht befriedigend, das werde ich neu einstellen lassen, Das "Café"-Programm bringt mir rein gar nichts, da muss auch etwas anderes hin. Insgesamt bin ich der Auffassung, dass es schon eine Weile sprich mehrere Einstellungen lang dauern kann, bis der N6 rundum eine Verbesserung ist.
    Wurde denn bei dir von der Einstellung des Freedoms ausgegangen? Hat man den üblichen Vorgang (leise-angenehm-laut / Lautstärkevergleich der einzelnen Elektroden) durchgeführt?


    Ich sehe viel Potential beim N6 aber bei mir ist auch noch nicht aller Tage Abend.
    Verliere nicht die Geduld, das wird schon!


    maryanne

  • Hallo Jean,


    Ich habe vom Freedom auf cp910 vor einem Jahr gewechselt und bin immer ohne features, sprich Filterungen ausgekommen, weil ich auch nur 1 Programm immer nutze(obwohl alle Plätze belegt sind).
    Versuch mal, mit dem nackten Programm auszukommen, ohne ADRO, Windunterdrueckung, ASC etc. Die meisten Audiologen sind bass erstaunt, dass ich nix zu filtern haben will, komme aber super damit klar!


    Greetz,
    Martina

  • Hallo Jean,


    beim SP wechsel muss man eigentlich immer ein wenig experimentieren. Die Programme vom Freedom auf N6 "eins zu eins" kopieren ist nicht gerade sinnvoll. Das hab ich damals erlebt als ich vom Sprint (trug noch Taschenprozessor) auf Esprit 3G wechselte. Da hatte ich nach der Testphase ein wenig frustierend den Esprit 3G zurückgegeben (bekam gesagt, dass ich mich endlich entscheiden sollte), da ich damit einige Situation nicht mehr verstehen konnte wie mit dem Sprint. Bis ich einige Freunde traf die den Wechsel (gleichen Prozessores wie ich "Sprint => Esprit") machten und besser klar kamen, obwohl von Hörwerte wir mit dem Sprint im etwas gleich gut klar kamen. Ich wusste zwar, dass man von sich aus auf andere nicht übertragen darf - wurde aber schon stutzig, dass einen krassen Rückschritt gab. Später erfuhr ich vom anderen Techniker, dass "eins zu eins" kopieren ohne sofortige Nachjustierungen nicht gut geht. Gesagt, getan und starte neuen Versuch mit den Esprit 3G jedoch beim anderen Wunschtechniker (von damaligen Techniker lies ich nie mehr an mein SP justieren und sage das auch - aber inzwischen habe ich aufgrund meines 2.CI die Klinik gewechselt und gehe somit in andere CI-Zentrum) und dieser Tat genau das was ich auch erfuhr wie man vorgehen sollte und schon klappte es viel besser.
    Jetzt Freedom => N6 wurde zwar kopiert aber mit sofortiger Nachjustierung und Scan auf einem seperaten Programmplatz gespeichert. Meine Testphase lief 6 Wochen und erreichte zufriedene resultate.
    Ich verstehe jetzt Deine Aussage nicht, dass Du Scan nicht abschalten könntest. Auf der Fernbedinung sind rund um den Display 4 Tasten und dort werden die jeweilige Programmplätze zb. Alltag - Scan - Focus - Whisper - Music oder wie die div. Programme heissen nach Patientenpriorität gespeichert um dann je nach Situation wechseln zu können. Wenn man diese dann durch probiert kommt man mit der Zeit zum Ziel indem man zu einem Programm gelangt in diese man vermutlich zu 90% bevorzugt oder meinetwegen auch 100% für div. Situationen nutzen tut.
    Ich sah in der Reha oft wie unzufrieden manche CI-Trägern mit dem Hören/Verstehen sind..... auf die Nachfrage vom Techniker was und wie Sie dieses Nutzen würden wussten die nicht wie wann die entsprechende Programme mit Fernbedinung nutzen könnten. Da gab bei einem oder anderen schon ein Ahaerlebnis raus - nachdem dieses vom Techniker angelernt wurden.
    Ich wechsle in der Regel die div. Programme nicht. Aber tue zb. auf Scan schalten wenn ich im Bowlingcenter bin, da dort die Musik zu laut ist dass man die Sprache nicht mehr verstehen kann. Denn das Scan schaltet in meinem Fall die Musik "weg" und kann meine Gesprächspartner besser verstehen - da sonst im Alltagsprogramm alle Geräusche zu hören ist und das rausfilten anstrengend sein kann. Das nur eines von vielen Beispielen.
    Der N6 ist sehr vielfältig - nur man bedarf etwas Zeit und auch bissle Geduld. Wenn Du an Fernbedinung ausser Scanprogram nichts anderes drauf hast, dann wäre das aus meiner Sicht schwach vom Techniker/in Dich so nachhause zu schicken. Nicht jeder kommt mit Scan oder sonstige Sonderprogramme klar, daher sollte man auf Fernbedienung div. Programme speichern lassen um wechseln zu können! Wenn man die Programme wechselt, dann ändert auf dem Display auf die Farben - dadurch siehst Du dass ein anderes Programm ist. Erweiterte Einstellungen kann man nutzen wenn diese am SP entsprechend freigeschaltet sind, da sonst auf Fernbedinung nur Demoversion bedienbar sind und hat keine Auswirkung da diese Änderungen nicht hörbar sind. Lautstärke sollte funktionieren - Sensitive muss vom Techniker => sollte Ihm darum bitten/erinnern, freigeschaltet werden - Mischverhältnisse (T-spule 100% oder 1:3 etc. sowie auch Audiokabel ist ähnlich wie mit T-spule was Mischverhältnis anbelangt) sollte meines Wissens freigeschaltet sein.


    Kurz zusammen gefasst: Beim SP wechsel immer ein altes Programm drauf speichern lassen welches man zuvor meistens nutzte und weitere Programme - bei N6 ist es diesmal Scan welches automatisch zum testen programmieren lassen.


    Da ich den N6 für 6 Wochen getestet hatte, war dies auch noch nicht alles perfekt aber wenn ich mein "eigen" bekommen sollte weiss ich schon, welche Einstellungen ich benötige um diese aktiveren zu lassen.


    Gruß
    Sandra

  • Ich habe vom Freedom auf cp910 vor einem Jahr gewechselt und bin immer ohne features, sprich Filterungen ausgekommen, weil ich auch nur 1 Programm immer nutze(obwohl alle Plätze belegt sind)

    Diesen Tipp von Martina kann ich nur ganz und voll unterstützen. Bekam vor gut einem Jahr auch den N6 und hatte ebenfalls fast alle Probleme, die du beschrieben hast. Bei der nächsten Einstellung, mache die jetzt statt im DHZ ( nur 2,5 Std. Zugfahrt) im HörImplantCentrum Münster (remote-fitting) (nur 1 Std. Fahrt). Habe mir den Einstellungs-Bildschirm zeigen lassen und war bass erstaunt, was mir die alles wegfiltern. Ich bitte dich, welcher "normal" Hörender filtert das alles weg? Auch das Gehirn lernt im Alltag Sprache zu verstehen, und Sprache ist nicht alles. Am Schlimmsten fand ich, dass ich auf der Straße die Unterhaltung von Passanten verstehen konnte (die mich gar nicht interessierte), aber nicht den von hinten kommenden LKW.
    Also, alles Filtern raus und....... heute nach einem halben Jahr einfach nur supergut :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: .
    Ich war bis vor meinem Hörsturz vor 15 Jahren nur mittelgradig schwerhörig und mit Power HG gut versorgt. Jetzt bekomme ich langsam das Gefühl, irgendwann mal wieder dahin zu kommen.
    an manchen Tagen höre ich gut, an manchen klappt gar nichts. Tagesform, wird auch bleiben, allein schon alters- und gesundheitsbedingt.
    Ich empfehle jedem jetzt, es so wie Martina (obwohl sie mindestens zwei Ligen höher "spielt/hört" als ich) zu machen, und mindestens ein Programm komplett ungefiltert abspeichern lassen. Scan benutze ich auch mal in geräuschvoller Umgebung, wenn ich wirklich nur Sprache verstehen will. Und ansonsten was der Techniker dir empfiehlt.
    Ungefiltert ist mein Alltagsprogramm und der Rest nach Bedarf.
    Etwas lerne ich jetzt auch, Musik hören, langsam aber sicher, ich habe ja noch Jahre Zeit....
    Eines noch, der Körper und das Gehirn brauchen in zunehmenden Alter immer länger, sich an Veränderungen zu gewöhnen, da spielen zehn Jahre schon eine große Rolle.
    Das Zauberwort heißt
    Geduld

    Grüße
    Sigrid


    schwerhörig nach Masern 1962
    HG seit 1964
    Hörsturz 2000
    bilateral CI von Cochlear: Okt. 2007/Nov.2008, N6 seit 29.11.2013

  • Vielen Dank für die informativen Antworten. Das beruhigt mich sehr.


    cadi: Ich werde das beim nächsten Mal berücksichtigen und ggf. auch eine Pause dazwischenlegen. Auf die Idee bin ich nicht gekommen und es wurde mir auch nie vorgeschlagen. Vielleicht weil ich als Bremerin ja noch "in der Umgebung" wohne. Trotzdem ist die Fahrt ja schon anstrengend, erst recht wenn man mit einer neuen Einstellung heimfährt und schon immer fieberhaft überlegt, ob sie besser ist oder was man hätte noch ändern müssen.
    Hast du also bessere Erfahrungen mit dem Sekretariat gemacht als ich? Sind die Wartezeiten bei dir nicht trotzdem teilweise sehr lang? Ich warte in der Regel immer 1 Stunde auf den Ing-Termin.


    Martina: Genauso handhabe ich es auch, also mit dem "nackten" Programm. Zumindest jetzt seit der Einstellung seit gestern, da ich gerne wie beim Freedom auch einfach mit einem Programm für alle Situationen auskommen möchte. Hat beim Freedom wunderbar funktioniert. Denn ich mag das nicht, wenn das Programm für mich entscheidet, was ich höre und was nicht. Und wenn der Wind oder ähnliches unterdrückt oder reduziert wurde, hatte ich jedes Mal das Gefühl, die Sprache litt stark darunter. Mag alles eine Frage der Einstellung sein, aber mich würde es jedes Mal wieder durcheinander werfen. Vielleicht verstehst du, wie ich es meine. :)


    Maryanne: Danke. Ich übe mich in Geduld. :) Ist nicht immer leicht. Irgendwie liegen die Nerven schnell ein wenig blank, wenn man eine neue Einstellung hat und sich noch daran gewöhnen muss.
    Die Einstellung, die ich bis vorgestern hatte, ging gar nicht. Ich hatte alle vier Programme ausprobiert, die mir der Techniker mitgab, aber es nützte nix. In Absprache mit der Technikerin gestern habe ich dann auf alle Funktionen verzichtet und ein einzelnes Programm bekommen. Für dieses haben wir das Programm vom Freedom wieder genommen und neu angepasst. Also tiefe bis hohe Töne mehrmals durchgegangen (auch rückwärts). Sie hat auch alle Töne auf einer Lautstärke abgespielt, um sicherzugehen, dass ich nichts höre, was ich auch nicht hören sollte. Da hab ich dann, so wie es sein soll, nichts gehört. Achja und paar ausgewählte Töne habe ich von der normalen Lautstärke an bis sie so leise wurden, dass ich sie nicht mehr wahrnahm, gehört. Die Tests kommen euch bestimmt bekannt vor.
    Die Fernbedienung hatte mir bei der vorigen Einstellung nichts gebracht. Sie ist aber erweitert eingestellt worden, damit ich alle wichtigen Funktionen selber verwenden kann. Werde ich aber erst tun, wenn ich einschätzen kann, was noch angepasst werden müsste.


    @Sandra: Gut, dass du dran geblieben bist und es nochmal versucht hast. Da warst du schlicht schlecht beraten oder informiert, denn die 1-zu-1-Übertragung des Programms kann einfach nicht gut gehen, da das neue Gerät ja auch noch komplexer ist als das alte und generell andere Qualitäten hat.
    Ah, ich gebe zu, ich habe hier einiges falsch ausgedrückt: Scan war ja das Programm, dass sich automatisch der Umgebung anpasste. Ich habe vorhin einfach damit alle Funktionen, die Geräusche unterdrücken u. Ä., zusammengefasst. Das konnte ich nicht abschalten, weil die vier Programme alle mit gewissen Geräuschdämpfungsfunktionen belegt waren, nur unterschiedlicher Art. Jedenfalls habe ich keine Möglichkeit gesehen, komplett alles auszustellen. Wie gesagt, der eine Techniker, der mir das eingestellt hat, hat mir nicht zugehört und Einstellungen nach Belieben vorgenommen. Das war einfach nur daneben von ihm.


    Bin jetzt im Büro. In geschlossenen Räumen scheint Sprache erst mal okay zu sein. Je weiter die Person von mir entfernt steht, umso viel schlechter höre ich sie als früher mit Freedom. Scheint schon bei 2 Metern Schwierigkeiten zu geben. Vielleicht gibt sich das noch nach einer gewissen Eingewöhnungsphase.


    Bekam vor gut einem Jahr auch den N6 und hatte ebenfalls fast alle Probleme, die du beschrieben hast. Bei der nächsten Einstellung, mache die jetzt statt im DHZ ( nur 2,5 Std. Zugfahrt) im HörImplantCentrum Münster (remote-fitting) (nur 1 Std. Fahrt). Habe mir den Einstellungs-Bildschirm zeigen lassen und war bass erstaunt, was mir die alles wegfiltern. Ich bitte dich, welcher "normal" Hörender filtert das alles weg? Auch das Gehirn lernt im Alltag Sprache zu verstehen, und Sprache ist nicht alles. Am Schlimmsten fand ich, dass ich auf der Straße die Unterhaltung von Passanten verstehen konnte (die mich gar nicht interessierte), aber nicht den von hinten kommenden LKW.
    Also, alles Filtern raus und....... heute nach einem halben Jahr einfach nur supergut :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: .

    Ah, ziggy, vielen Dank! Genauso empfinde ich auch!!! :)
    Ich kann ja später noch ein Scan-Programm als Alternative draufmachen lassen, aber erst mal möchte ich so wie früher nur ein Programm haben. Sobald das angemessen eingestellt ist, würde ich das mit dem Scan nachholen für die Ausnahmesituationen.
    So denke ich auch, warum sollte ich das rausfiltern lassen, wenn das im Verkehr nur gefährlich wird und normal Hörende das auch nicht haben? Die filtern unbewusst Geräusche weg, das ist klar, aber wenn sie hinhören, hören sie sie auch. Wir könnten das ja gar nicht. Wäre mir zu unrealistisch. Die Sprache verstand ich auch nicht besser dadurch, weil sie irgendwie unter der Filterung litt (lag wohl vielmehr an einer schlechten Einstellung, aber trotzdem will ich das nicht).


    So, jetzt werde ich mich in Geduld üben, Alltagssituationen erproben, etc. Wird schon irgendwie. Und das beruhigendste ist: Ich habe den Freedom noch und kann ihn jederzeit wieder einsetzen, falls ich mal durchdrehe. :)